Ansichten zu Perry Rhodan Storys Galacto City 2

Die Friedensforscherin – von Tanja Kinkel
Die Russin Olga Ilmenova, die sich selbst als Friedensforscherin bezeichnet, kommt nach Galacto City, der am schnellsten wachsenden Stadt der Erde. Ilmenova ist sechzig Jahre alt und hat im Krieg schlimmes erlebt. Sie steht der Dritten Macht misstrauisch gegenüber. In Perry Rhodan sieht sie einen Diktator, der die Herrschaft über die Erde anstrebt. Die Invasionen durch Außerirdische haben nach Meinung von Olga Ilmenova gar nicht stattgefunden. Rhodan lanciere nur diese Geschichten, um sich als Retter darzustellen.
In Galacto City werden einige von Olga Ilmenovas Thesen widerlegt. Dennoch ist sie weiter auf der Suche nach Beweisen für ihre Ansichten. Sie spürt außerirdischer Technologie nach und gerät in Gefahr. In Galacto City lebt auch Betty Toufry. Das achtjährige Mädchen besitzt erstaunliche Fähigkeiten. Nach dramatischen Ereignissen, in deren Verlauf Betty ihren Vater tötete, versucht sie nun in Galacto City ein normales Leben zu führen.
Die Wege des Mädchens und der Russin kreuzen sich in der Wüste Gobi.
 
Tanja Kinkels Beitrag zu den Galacto City-Storys stellt sich zunächst ähnlich dar wie der Eschbach-Roman. Eine Figur, die der von Perry Rhodan gegründeten Dritten Macht nicht gerade wohlgesonnen ist, tritt in Kontakt zu Kriminellen und sucht ihren Weg. Dass Galacto City neben den ganzen „Wohltätern“ auch die dunklen Elemente der Gesellschaft anzieht, ist aber selbstverständlich. Die Geschichte der Autorin entwickelt sich aber doch anders. Der kriminelle Hintergrund wird in Richtung einer Aufarbeitung von Lebenserfahrungen und dem Willen, in seinem Leben eine Änderung herbeizuführen, abgelöst. Beschreibungen der Stadt und der Technik findet man vergeblich. Die Autorin setzt auf die Darstellung der Figuren und deren Motive und Entwicklungen. So intensiv, wie Tanja Kinkel ihre Figuren Olga Ilmenova und Betty Toufry beschreibt, kann wohl kein Roman aus der Anfangszeit der Serie mithalten.
Betty Toufry, im Roman 8 Jahre alt, wird sehr erwachsen geschildert. Besser gefiel mir die Russin. Ihre Überlegungen sind nachvollziehbar und ihre Entwicklung korrespondiert mit ihren Erlebnissen. Das besondere aus meiner Lesersicht ist wohl die Erkenntnis, dass die frühen Romane der Serie einen Schatz darstellen. Heute, 60 Jahre später, können Autoren wie Tanja Kinkel den Figuren von damals ein Leben einhauchen, von dem man damals nur wenig lesen konnte.
Ein sehr schöner Kurzroman.