Articles for this day of 5. September 2021

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3133

Blautvinds Zuflucht – von Oliver Fröhlich / Christian Montillon
Die STATOR-FE ist auf der Phasenwelt gestrandet. Belamassu, der Wächter der Kluft, hält sie und die Besatzung dort fest. Eine Prüfung der Legitimation zum Befahren der Kluft wird er nur dann vornehmen, wenn zuvor ein Lohn entrichtet wird. Ein Mitglied der Besatzung soll auf der Phasenwelt zurückbleiben und in ihr integriert werden. Denn das ist es, was die Phasenwelt, genauer, was Belamassu tatsächlich ist. Der Kluftwächter besteht aus Myriaden winziger Teilchen. Die ganze Phasenwelt besteht daraus.
Außer Vimuin Lichtschlag, dem Commo’Dyr der STATOR-FE, ist niemand bereit, dieses Opfer zu bringen. Da wird Gucky auf den verzweifelten Mekano aufmerksam. Der Meletana kämpft um sein Leben. Belamassu hat sein Volk hier festgehalten. Zu seinem Vergnügen. Mekano ist nun der letzte seines Volkes. Gucky rettet ihn, doch Mekano ist am Ende. Seinen Rettern bietet er einen letzten Dienst an. Er, der seit Ewigkeiten versucht, die Bindung zwischen den Teilchen, aus denen Belamassu besteht, aufzuheben, findet an Bord der KE-wohlfeil die benötigten Hyperkristalle. Präpariert geht Mekano zum Kluftwächter, der die Koordinaten der LEUCHTKRAFT herausgibt und anschließend sein Opfer in die Masse des Planeten integriert. Der Plan geht auf, Belamassu zerfällt zusehends. Die STATOR-FE entkommt.
Auf dem Flug zur Kosmokratenwalze erhaschen Perry Rhodan und seine Begleiter einen Blick auf FENERIK. Bei der LEUCHTKRAFT angekommen, zeigt sich, dass die kobaltblaue Walze in schlimmen Zustand ist. Vimuin Lichtschlag und seine Begleiter treffen bei ihrem Vorstoß ins Schiff auf mannigfaltige Probleme. Schließlich treffen sie auf Blautvinds Zuflucht. Und wieder muss ein Mitglied der Gruppe die Entscheidung treffen, auf der LEUCHTKRAFT zu bleiben, die wohl nur von außerhalb gerettet werden kann.
 
Diesen Roman „Blautvinds Zuflucht“ zu betiteln, hatte mich etwas verwirrt. Blautvind taucht nicht im Personenkasten auf. Als er dann in Erscheinung trat, schlug ich mir vor den Kopf. Klar doch, ein Zwergandroide. Einer der Art, die mehr sind als nur gezüchtete Diener der Kosmokraten. Einer vom Typus Blitzer oder Neuntau.
Jedenfalls tritt er erst am Ende auf und überbringt die wichtigsten Informationen. Nämlich die Benennung des nächsten Hinweises, den Perry Rhodan suchen muss. Die kosmische Schnitzeljagd geht weiter.
Ansonsten hält die Geschichte für den Leser eine erbarmungslose Liste kosmischer Phänomene, unglaublicher Ereignisse, phantastischer Beschreibungen, Vertreter von Hohen Mächte und anderem parat. Das war in der Konzentration beinahe schon zu viel, um nicht zu sagen abgehoben. Letztlich ist das Ganze, ich schrieb es im Absatz zuvor, eine Schnitzeljagd. Perry Rhodan und seine Gefährten erfahren in dieser Geschichte den nächsten Hinweis. Sie müssen einen interuniversalen Traktorstrahlprojektor in die Finger bekommen, um die LEUCHTKRAFT zu bergen. Rhodans Erscheinen, die Schwierigkeiten der LEUCHTKRAFT und anderes wurden vorhergesehen. Also hat man einen Bundegenossen schon mal mit der Verwahrung des Hypertraktors beauftragt. Fehlt noch eine Figur, auf die ebenfalls ein Wink zeigt, die den Hypertraktor in der Wirkung verstärken kann. Da fragt man sich, warum bei so viel Weissagung die LEUCHTKRAFT überhaupt in Schwierigkeiten steckt? Und wie macht es eine Kosmokratin, in dem Fall Mu Sargai, eine einzelne Figur im Universum auf dem Radar zu haben? Letzteres wird wohl niemals geklärt. Sollen Aktionen der Hohen Mächte erklärt werden, greifen die Autoren gerne auf abgehobene bildhafte Vergleiche zurück. Ist es jedoch opportun, dann sind Vertreter dieser Mächte erstaunlich differenziert. Da wird aus dem gesamten Universum schon mal zielsicher eine Person auserkoren.
Um diesen Roman genießen zu können, muss man als Leser das eine oder andere Zugeständnis an die besonderen Abläufe und Inhalte solcher Geschichten machen. Die Kluft? Rätselhaft. Der Limbus? Undurchschaubar. FENERIK? Abgehoben. Belamassu? Wohl noch am ehesten zu begreifen. Zumindest sein Zustand. Nicht seine Art. Ansonsten gebiert die Geschichte viele neue Begrifflichkeiten. Die Helden und die Leser kämpfen gegen Chaogramme, müssen sich Chaophotonen stellen, beobachten machtlos, wie ein Chaofaktum die Hülle der LEUCHTKRAFT befällt und betrachten allgemein die Auswirkungen der Chaoradiation. Nur um die wichtigsten zu benennen. Alles chaotisch oder alles klar?
Damit das Gehörte/Gelesene nicht zu zwanghaft ernst gerät, garnieren die beiden Autoren die meisten Dialoge mit neckischen Kommentaren der Figuren. Anzu und Gucky tun sich dabei besonders hervor. Mitunter greifen auch die anderen Figuren auf Humor zurück, um die Situation zu entschärfen. Auch Kosmokratendiener sind nicht davon befreit. Wie formuliert es doch Blautvind, als er mit Gucky konfrontiert wird? Er wurde gewarnt über die Art von zwanghaften Humor, in der der Mausbiber gefangen sei.
Vielleicht ist nicht nur der Ilt darin gefangen, sondern die Autoren auch. Das meine ich übrigens nicht negativ. Wie erwähnt, diese Art von Erzählung benötigt ein begleitendes Element, dass die Handlung etwas auflockert. Trotzdem ist es gut, dass nächste Woche zunächst ein anderes Thema verfolgt wird.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3132

Auf der Phasenwelt – von Oliver Fröhlich
Den Terranern ist der Diebstahl eines Chaotreibers gelungen. Aber nun muss das Gerät aktiviert und eingesetzt werden, um in der Kluft navigieren zu können. Auch die Wahl des Schiffes, mit dem man das Vorhaben umsetzen will, ist nicht einfach. Die STATOR-FE wird auserkoren. Das Kosmokraten-Beiboot ist nach seiner Flucht und nach seiner Versteinerung jedoch nicht vollständig einsatzfähig. Außerdem dürften sich der Chaotreiber als chaotarchische Technik und die Kosmokratentechnik stören. Die KE-wohlfeil wird huckepack auf die Walze gesetzt und dient als Puffer der unterschiedlichen Technologien. Dissens herrscht auch über das Ziel der Expedition. Soll vorrangig die LEUCHTKRAFT gesucht werden oder will man zu FENERIK vorstoßen? Die Terraner wollen natürlich das Schicksal Alaska Saedelaeres klären. Die Tefroder zu FENERIK gelangen. Als man sich auf die Teilnehmer der Reise geeinigt hat, wird etwas mehr Klarheit in Bezug auf Lousha Hatmoon geschaffen. Vimuin Lichtschlag, der Commo’Dyr der STATOR-FE erkennt in der Tefroderin eine Zellaktivatorträgerin. Darauf angesprochen, räumt sie ein, Soynte Abil, eine Meisterin der Insel zu sein, die ehemalige Chefdiplomatin der Meister.
Nur Anzu Gotjian gelingt es, den Chaotreiber zu aktivieren. Die Navigation in der Kluft fordert von der Parabegabten alles ab. Sie sucht den Weg zur LEUCHTKRAFT. Letztendlich geraten Schiff und Besatzung an einen Punkt, an dem es nicht mehr weitergeht. Hier erscheint der Wächter der Kluft. Er bringt die STATOR-FE zur Phasenwelt. Dort will Belamassu die Besatzung prüfen, ob sie berechtigt und würdig ist. Doch der Lohn, der dafür noch vor der Prüfung zu entrichten ist, wird von Rhodan nicht akzeptiert.
 
Auch dieser Roman von Oliver Fröhlich in Cassiopeia/Valotio knüpft nahtlos an den Vorgänger an und bringt die Handlung wieder ein gutes Stück voran. Das Tempo ist hoch. Tat sich der Roman der Vorwoche noch mit viel Dialog hervor, stehen in dieser Geschichte wieder Aktionen und Beschreibungen im Vordergrund. Neben den Geschehnissen, die sich rund um die Expedition mit der STATOR-FE abspielen, wirft der Autor parallel einen Blick auf die Phasenwelt, die unsere Helden erst am Ende des Romans erreichen. Der Roman folgt damit in Bezug auf diesen Aspekt einem ähnlichen Aufbau, wie der Roman der Vorwoche. Dort wurde bereits Belamassu eingeführt, dessen Geschichten, wie wir nun erfahren, von Lichtschlag erzählt werden. Wobei unklar bleibt, woher der Commo’Dyr sein Wissen bezogen hat. Nun wird die Phasenwelt aus der Sicht der dort gestrandeten Meletana geschildert. Wieder eine Geschichte früher, bevor die Terraner dort ihre eigenen Beobachtungen machen können.
Unter einem gewissen Aspekt steht auch die Enthüllung der Identität von Lousha Hatmoon. Es muss wohl so sein, dass auch hier noch nicht alles aufgedeckt wird. Auch wenn die Aussage „ich bin identisch mit dem ursprünglichen Faktor VII“ schon recht eindeutig ist. Aber eines lehrt die Serie Woche für Woche. Nichts ist so, wie es scheint.
Das hohe Erzähltempo gefällt mir, auch wenn ich mir an der einen oder anderen Stelle etwas mehr Spannungen unter den Figuren gewünscht hätte. Mit vier Zellaktivatorträgern hat sich eine illustre Gesellschaft zusammengefunden. Dazu Vimuin Lichtschlag und der Paddler. Der Autor stellt jedoch hauptsächlich Anzu Gotjian in den Mittelpunkt. Diese Figur navigiert nicht nur, aus ihrer Sicht schildert der Autor auch das Zusammenspiel der anderen Figuren. Und das fällt etwas blass aus. Wenn man solche Hochkaräter im Einsatz hat, dürfen die nicht nur schmückendes Beiwerk sein.
Mal sehen, ob der Folgeroman diesbezüglich mehr bringt. Dieser Roman bot dennoch einen hohen Unterhaltungswert.