Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3095

Unterhaltung mit einem Monster – von Kai Hirdt
Die RAS TSCHUBAI ist in das Sternenrad der Cairaner eingedrungen. Das riesige Schiff kann sich vor den Augenraumern des Gegners erfolgreich verbergen. Das Einsatzteam aus Terranern und Halutern konnte dank Guckys Unterstützung an Bord gelangen. Und auch Dupa Emuladsu ist mit ihrem Sohn Aipu auf dem Schiff Perry Rhodans. Sie sorgt sich um ihre anderen Kinder, die verschwunden sind.
Im Sternenrad sorgt sich auch Ataidse Sturu. Der über 1000 Jahre alte Konsul sieht seine Pläne auf der Zielgeraden gefährdet. Fieberhaft lässt er die Flotte von 250.000 Schiffen nach den Eindringlingen suchen. Gleichzeitig wird er mit Berichten über Aufstände konfrontiert. Vielerorts wird gegen die Versetzung des Planeten Tschirmayn protestiert. Die Aufständischen fordern nicht nur dessen Rückversetzung. Sie gehen auch gegen Regierungsstellen vor. Auffällig ist auch, dass sich die Ordnungskräfte sehr passiv verhalten. Sturu erwägt den Einsatz von Raumsoldaten. Der Geheimdienstchef Borgusd Unapeshe bringt ihn davon ab. Ataidse Sturu wird sich mit Perry Rhodan auseinandersetzen müssen. Dem cairanischen Volk muss klar gemacht werden, dass Perry Rhodan das Trajekt, die Zukunft des gesamten Volkes gefährdet. Der Terraner ist ein Monster. Der Konsul wird sich mit ihm unterhalten müssen.
Das „Monster“ hat derweil keinen Plan, wie es weitergehen soll. So zumindest ist der Eindruck von Dupa Emuladsu. Als ehemalige Geheimdienstmitarbeiterin versucht sie an Daten des Panarchivs zu gelangen. Ein Einsatzteam soll sie und Zemina Paath ins Archiv bringen. Wichtig sind die Lichtschleusen ins Sternenrad. Nur darüber kann Rhodan Verstärkung von den Galaktikern erhalten. Doch Emuladsu sucht auch nach ihren verschwundenen Kindern. Und Paath nach ihrer Vergangenheit. Im Panarchiv haben beide Frauen eine ungewöhnliche Begegnung.
 
Im zweiten Teil des Romandoppels von Kai Hirdt lässt der Autor Taten folgen. Nicht etwa, weil es dem ersten Teil an Action fehlte. Immerhin konnte das schon länger im Refugium der Cairaner operierende Team inkl. Aipu und seiner Mutter an Bord der RAS TSCHUBAI gebracht werden, die dafür erstmal den Weißen Schirm knacken musste. Nur hätte Perry Rhodan schon vor einer Woche (Handlungszeit vor einem Tag) eine stärkere Verhandlungsposition einnehmen können. Diese Woche tut er das. Der Autor lässt die von mir vermissten taktischen Handlungszüge zu. Der Terraner „spricht“ mit dem Gegner. Und auch strategisch lässt der Autor nun Taten folgen. Soll heißen, Perry Rhodan setzt die RAS TSCHUBAI auch als Machtmittel ein.
Eine schöne Finesse baut der Autor gleich zu Beginn in seine Geschichte ein. Während der Romantitel des Öfteren wenig aussagt, war dieser Titel schon ungewöhnlich. Der Kniff war es, den Leser auf eine falsche Fährte zu locken. Hinter dem besagten Monster verbarg sich nicht etwa der Konsul der Cairaner, sondern Perry Rhodan selbst, der in der Geschichte der Cairaner nicht gut wegkommt.
Das Tricksen und Täuschen bezgl. der Motive einzelner Figuren setzt sich fort. Mit dem Geheimdienstchef hat Kai Hirdt einem starken Gegenpol zu zwei anderen starken Figuren geschaffen. Sowohl Zemina Paath als auch Dupa Emuladsu müssen sich mit dieser Figur messen. Das waren gut geschriebene Duelle. Die Dialoge der Geschichte waren ausgefeilter als zuletzt. Und auch offener. Damit meine ich nicht alleine die Informationen, die zwischen Ataidse Sturu und Perry Rhodan fließen. Sondern viele andere lebensnahe Gespräche zwischen Teammitgliedern. Abgesehen davon waren die Dialoge nicht nur einfach Schlagabtausche, sondern brachten die Handlung voran. Der Roman war so deutlich schwungvoller als die Auftaktgeschichte.