Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3042

Gucky und der Sternenkonsul – von Uwe Anton
Im März 2046 NGZ reist Gucky an Bord der THORA in die Eastside der Milchstraße. Dort, im Sternöstlichen Konsulat der Cairaner, will der Ilt als Diplomat auf die Cairaner zugehen. Konsul Taorto Gaazkin ist allerdings der einzige hochrangige Cairaner, der entsprechende Anfragen der LFG positiv beantwortet hat. Holger Bendisson, Kommandant des LFG-Flaggschiffs, warnt Gucky vor einer Falle. Und auch ein tefrodischer Diplomat überbringt eine Warnung des Tamaron. Die Cairaner stehen im Verdacht, einen Überfall auf die tefrodische Mutantenschule begangen zu haben. Vielleicht wollen sie den bekanntesten Mutanten der Galaxis ausschalten. Den Ilt ficht das nicht an. Allerdings bleibt er vorsichtig.
Im Utchosystem wird die THORA empfangen. Der Planet Poltumno hat eine besondere Ökosphäre. Die Eiswelt wird von tiefen Schluchten durchzogen. Während das Klima auf der Oberfläche unwirtlich ist, lassen die tiefen Schluchten Leben zu. Der Planet beherbergt eine tefrodische Stadt mit etwa eine Million Einwohner. Die Cairaner haben ebenfalls eine Stadt gebaut. Und dann gibt es noch die Ureinwohnern, die Uphas.
Begleitet vom Misstrauen auf beiden Seiten beginnt der Mausbiber seine diplomatische Mission. Ihm zu Ehren wird ein Bankett gegeben. Vorher darf sich der Ilt auf Poltumno umsehen. Taorto Gaazkin gibt ihm seine Tochter Neseese als Begleiterin mit. Das Mädchen ist Telepathin und um den Argwohn seiner Gastgeber zu dämpfen, gestattet Gucky der jungen Cairanerin, ein paar seiner Gedanken zu lesen. Seine Streifzüge führen den Ilt auch nach Yalder, der Stadt der Tefroder. Zu seiner Überraschung wurde Lan Meota, dem er seine Fähigkeit der Schmerzensteleportation verdankt, in dieser Stadt geboren.
Gucky kommt ein Verdacht, dass es mit den Fähigkeiten von Neseese eine bestimmte Bewandtnis hat. Und auch Neseese gewinnt aus der Konfrontation mit Gucky Erkenntnisse, die sie verwirren und unsicher machen. Daraus erwächst eine Situation, die die Mutanten gefährdet, gleichzeitig aber Gucky das Tor zu unglaublichen Informationen eröffnet.
 
Der Einstieg in den Roman geriet für meinen Geschmack etwas holprig. Auf den ersten Seiten startet Autor Uwe Anton den x-ten Versuch, dem Ilt durch seine Vorgeschichte, Tiefe zu verleihen. Zudem knüpfte der Autor an den Roman an, in der Guckys Absichten zu dieser Reise erklärt wurden, bringt mit den Tefrodern frühzeitig ein später noch wichtig werdendes Element in die Handlung und versucht sich an Erklärungen darüber, warum Bull einfach nicht mit Informationen rausrückt. Letzteres wirkt beinahe schon unfreiwillig komisch. Natürlich wollen die Autoren die Erkenntnisse aus den 500 Jahren durch Handlungen und Dialoge an die Leser transportieren (Show, don’t tell). Doch mit den Passagen, warum Bull mit diesem oder jenem nicht rausrückt, tun sich die Autoren keinen Gefallen.
Anders als in seinen letzten drei Romanen, greift Uwe Anton hier mal wieder zu einem typischen Element seiner Geschichten. Er ruft einmal mehr die reichhaltige Serienhistorie in Erinnerung. Spätestens bei der Konfrontation des Ilts mit cairanischem Unwissen, weil der Posizid die Informationen verfälschte, war das allerdings etwas mühsam zu lesen. In aktuelleren Informationen, nämlich seit wann die Cairaner in der Milchstraße sind und wie lange eine Schmerzensteleportation dauert, zeigt sich Uwe Anton nicht sattelfest. Dabei ist die Dauer von zwei Minuten und neun Sekunden so etwas wie eine Konstante. Zumindest gewinnt dieser Zeitraum immer mehr an Bedeutung. Uwe Anton knappt davon zwei Sekunden ab. Ich hoffe, das Universum verzeiht diesen Lapsus.
Guckys Emotionen bestimmen den Roman. Die sind einerseits gut vom Autor eingefangen. Verhindern aber andererseits einen vertiefenden Disput in manchen Szenen. Der Ilt lässt seinen Gefühlen freien Lauf, brüskiert Freund und Feind mit seiner Respektlosigkeit und zeigt an anderen Stellen die für ihn typische Empathie. Und geht mancher Erkenntnis nicht in dem Maße nach, wie es vielleicht Perry Rhodan oder Atlan getan hätten. Und auch die Dialoge werden häufig an den interessanten Stellen abgewürgt. Aber das ist eben der Ilt! Und das hat mir gefallen.
 

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