Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2879

pr_2879Die Staubtaucher – von Uwe Anton – Handlung:

An Bord der HARVEY können die drei geretteten Raumfahrer des fremden Schiffes stabilisiert werden. Das Gasgemisch, das die Fremden benötigen, wird von der Bordpositronik synthetisiert. Endlich gelingt es auch, mit den Wesen zu reden, die dem Volk der Hogarthi angehören. Der Sprecher der drei nennt sich Jicloaij. Sehr viel geben die Hogarthi nicht von sich. Sergio Kakulkan schickt den 500-Meter-Schlachtkreuzer SAMY GOLDSTEIN zur Unterstützung. Auch Gucky wird dort an Bord untersucht. Die Strahlung des Staubgürtels unterdrückt seine telepathischen Fähigkeiten aber der Effekt ist nur vorübergehend und verschwindet, wenn sich der Ilt vom Staubgürtel fernhält.

Nach einiger Zeit verhalten sich die Hogarthi kooperativer. Die Tiuphoren kennen sie, allerdings sind sie Freunde der Hogarthi. Insbesondere Luas Fähigkeit, im Staubgürtel zu navigieren, erregt ihre Aufmerksamkeit. Sie befürchten, dass diese Fähigkeit, sollten die Gyanli sie nutzen können, ihr Versteck im Staubgürtel auffliegen lassen könnte. Sie wollen einen Beweis von Luas Fähigkeit. Mit der HARVEY fliegen die Zeitwissenschaftlerin Aichatou Zakara, Gucky, Lua, Vogel und Farye erneut los und nehmen die drei Hogarthi mit. Lua demonstriert ihre Fähigkeit, woraufhin die Hogarthi das Schiff zu bestimmten Koordinaten im Staubgürtel lotsen. Man will die Galaktiker zum Aggregat bringen. Ein Pflanzenwesen namens To’a-Anum-Che kommt an Bord. Es wird von einem Insektoiden getragen. Die To’a-Anum dienen dem Aggregat als Navigatoren im Staubgürtel.

Man fliegt zum Aggregat, das sich 7000 LJ entfernt befindet. Vier Tage nimmt der Flug in Anspruch. Das Aggregat entpuppt sich als gigantisches kreuzförmig angelegtes Objekt aus tausenden von Raumschiffen, die miteinander verbunden sind. Die Arme des Aggregats erreichten Längen von 21 bis 43 Kilometer, bei einem Durchmesser von maximal 14 Kilometer. Die LAURIN-Jet schleust ein und Pedcos, der oberste Funktionswart des Aggregats empfängt die Galaktiker. Pedcos ist ein kybernetisches Wesen vom Volk der Aysser und ähnlich dem Erstkontakt zu den Hogarthi, zeigt auch Pedcos Zurückhaltung bei der Preisgabe von Informationen.

Nach und nach erfahren Gucky und sein Begleiter dennoch mehr über die Gyanli, die ganz Orpleyd unterdrücken. Pedcos ist auch der Koordinator des galaxisweiten Widerstands. Das Aggregat ist insbesondere Zufluchtsort für alle möglichen Einheimischen. Während Lua und Vogel auf Erkundung im Aggregat gehen und dabei von To’a-Anum-Che und seinem Träger begleitet werden, treffen sich Gucky, Farye und Aichatou mit Wissenschaftlern. Unabhängig voneinander machen beide Gruppen Bekanntschaft mit Tiuphoren, die wie alle anderen Völker auch, Schutz im Aggregat gesucht und gefunden haben. Diese Tiuphoren sind friedlich.

Die Wissenschaftler sind fasziniert, dass die Galaktiker mehr als 100 Millionen Lichtjahre zurückgelegt haben, um in Orpleyd nach einem Freund zu suchen. Das Zeitphänomen ist ihnen bekannt und versetzt den Gästen einen Schock. Die Zeit läuft in Orpleyd um den Faktor 10.000 langsamer, als im Rest des Universums. Statt 20 Millionen Jahre, sind in Orpleyd nur ca. 2000 Jahre vergangen. Da die Galaktiker bereits seit Tagen im Staubgürtel unterwegs sind, könnten sie Jahrhunderte verloren haben! Es stellt sich aber heraus, dass die Galaxis die Veränderung in Phasen durchlebt. Und jetzt ist eine Phase, in der die Eigenzeit dem des restlichen Universums entspricht.

Auf ihrer Erkundung werden Lua, Vogel und das symbiotische Wesen in einen Hinterhalt gelockt. Vier Gyanli betäuben sie und nehmen sie gefangen. Lua und Vogel müssen hilflos mit ansehen, wie die Gyanli To’a-Anum-Che und den Insektoiden töten, nachdem sie DNA aus dem Körper des Pflanzenwesens entnommen haben. Die Gyanli verfolgen das Ziel, hinter das Geheimnis der Staubtaucher zu kommen.

Für Gucky und seine Begleiter zeigen die Widerständler eines ihrer Forschungsobjekte. Sie forschen an gefangenen Gyanli. Offenbar will der Widerstand mit Hilfe einer Biowaffe Orpleyd aus dem Würgegriff der Angreifer zu befreien.

 

Rezension:

Der Zyklus schreitet schnell voran. Und wenn in den Heften 2700 bis 2874 das eine oder andere Mal das Hauptthema auf der Stelle zu treten schien, geht es hier zu schnell voran. Mal eben 131 Millionen Lichtjahre geflogen. Vor einer Sterneninsel mit 150.000 Lichtjahren Durchmesser drei Fremdwesen vor den Gyanli gerettet, die einen Kontakt zu einem vierten Fremdwesen herstellen, der die Besatzung zum fünften Fremdwesen bringt, der sich als der Kopf des galaxisweiten Widerstands entpuppt. Punktlandung oder doch ein Stück zu weit hergeholt dieses Szenario? Den goldenen Mittelweg scheint es nicht zu geben, oder? Na egal, es tut sich was. Allerdings sollte man sich nicht ganz so Hals über Kopf in diese Galaxis stürzen, wie es die Figuren von Uwe Anton taten. Denn eines haben sie ja erkannt. Der Zeitablauf von Orpleyd ist gestört. Und trotzdem fliegen die Helden los und machen sich keine Gedanken. Wenigstens die „Zeitwissenschaftlerin“ hätte ein paar Überlegungen anstellen können. Denn dazu ist sie dabei, oder?

Ein wenig mutet das an, als wolle der Autor seinen Lesern mitteilen, dass mit einem hohen Tempo in der Handlung auch ein Verlust an Plausibilität oder gesunden Menschenverstand einhergeht. Und wenn ich mich zuletzt über das lahme Tempo beschwert hatte, sollte ich jetzt still sein. Ich hoffe, dass ist nur ein vorübergehendes Empfinden von mir und dass nicht alle Romane dieses Kurzzyklus eine solche Wahrnehmung auslösen.

Für die erste Begegnung mit Tiuphoren Orpleyds sucht sich Uwe Anton ausgerechnet Lua und Vogel aus. Damit verpasst der Autor die Chance, tiefergehende Emotionen zu schildern, wenn man den „Mördern“ unzähliger Unschuldiger begegnet. Bei Lua und Vogel muss der Autor sogar umständliche Erläuterungen in dieses Erlebnis schreiben, denn die beiden haben die Tiuphoren persönlich nicht erlebt. Dadurch erzielt diese Episode leider nur eine geringe Wirkung. Anders ausgedrückt, sie enttäuscht mich. Und auch die Reaktion der anderen Galaktiker bei deren Begegnung mit einem Tiuphoren ist vergleichsweise verhalten. Farye Sepheroa hätte Uwe Anton durchaus etwas stärkere Empfindungen durchleben lassen können.

Nur wenige Passagen erzeugten Spannung, andere waren einfach zu bemüht oder zu einfach gestrickt. Beispielsweise die Unterhaltung der Gyanli nach der Gefangennahme von Lua und Vogel, als sie den Gefangenen genau die Informationen liefern, die erklären, was sie treiben.

Zunächst entwickelt sich die Geschichte in die gleiche Richtung, wie die Romane zuvor. Die Bösewichter des letzten Zyklus werden durch noch größere Bösewichter ersetzt. Die ethischen Fragen wurden nur teilweise behandelt aber keineswegs zu einem Ergebnis gebracht. Mit dem Ende seines Romans wirft der Autor die nächste Frage dieser Art auf. Die misshandelten Völker Orpleyds scheinen keine Skrupel zu haben jedwedes Mittel gegen die Unterdrücker zum Einsatz zu bringen. Wir werden sehen, wie es weitergeht.

Der Roman kann qualitativ nicht an den Vorgängerband, der ebenfalls von Uwe Anton stammt, anknüpfen. Zu viele Zufälle bestimmen diese Geschichte.

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