Articles for this day of 4. September 2016

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2872

PR_2872Leccores Wandlungen – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Der Chef des TLD, Attilar Leccore, hält sich nach wie vor an Bord der CIPPACONTNAL auf. Er hat die Identität des Orakel-Pagen Paqar Taxmapu angenommen. Dem Caradocc des Sterngewerks ist er ein Berater. Er hat Maxal Xommot vorgeschlagen, die BRITOMARTIS zu präparieren, um den Terranern vorzugaukeln, dass der Waffentest erfolgreich war. Das Schiff wird vorbereitet und die beiden überlebenden Besatzungsmitglieder an Bord gebracht. Sie wurden ebenfalls mit den entsprechenden Erinnerungen versehen. Für die Tiuphoren sieht es nun so aus, als hätten sie den Spieß umgedreht. In Wirklichkeit behält Leccore die Fäden in der Hand. Allerdings fällt es dem Gestaltwandler zunehmend schwerer, sich auf seine Aufgaben zu konzentrieren. Er muss nicht nur Maxal Xommot fürchten, sondern auch das Orakel Urccale, der ihn auffordert, seine Verbindungen ins Catiuphat zu vertiefen. Von Xommot bekommt Leccore einen Auftrag. Zusammen mit anderen Caradoccs ist Xommot an Bord der XOINATIU eingeladen worden. Er möchte vom Orakel-Pagen ein Konzept erhalten, wie er sich gegenüber Accoshai, dem Tomcca- Caradocc des Flottenverbands verhalten soll. Natürlich verfolgt Xommot den Plan, selbst einmal der Tomcca- Caradocc zu werden.

Leccore erfährt vom Vorhaben Accoshais, in das Helitassystem der Tefroder zu fliegen. Er bringt Xommot dazu, dass sich die CIPPACONTNAL ebenfalls dorthin begeben darf. Der TLD-Chef dringt derweil in das Sextadim-Banner des Sterngewerks ein. Für Leccore präsentiert sich das Innere des Catiuphats als kristalline Welt. Er erkennt mehrere Ebenen. Zunächst fällt es ihm schwer, überhaupt die erste Ebene zu erreichen. In der nächsten Ebene entdeckt er die Trostreichen. Sie erscheinen für ihn wie künstliche Intelligenzen, die nur für den Zweck geschaffen wurden, die mentalen Komponenten der Opfer zu führen und sie auf die nächste Ebene vorzubereiten. Er trifft bei seinen Streifzügen auch auf Urccale. Das Orakel nennt die erste Ebene die Kinderstube, den Ersten Torus. Leccore will mehr über die anderen Tori erfahren.

Im Helitassystem erfährt Leccore, dass Accoshai sich zu Verhandlungen mit dem Tamaron treffen wird. Leccore wird ihn mit anderen Tiuphoren verschiedener Sterngewerke begleiten. Die Tiuphoren werden von Tefrodern empfangen und zum Stern von Apsuma gebracht. Einer der Kontaktoffiziere ist Ev-Pothennen, mit dem Leccore ins Gespräch kommt und wertvolle Informationen erhält. An den Verhandlungen darf Leccore nicht teilnehmen. Von Tefor aus kann er auch nicht ins Catiuphat gelangen. Er macht von Ev-Pothennen ein Template und nimmt dessen Platz ein. So erfährt er, dass Saliana, das Kind von Vetris-Molaud in der Gewalt von Techno-Skorpionen ist, die unter Indoktrinatorenkontrolle stehen. Für Leccore wird es schwieriger, da er nun zwischen den Identitäten von Paqar Taxmapu und Ev-Pothennen ständig wechseln muss. Ruhe findet er nur im Catiuphat. Dort hat er eine Zone entdeckt, in der er seinen Gedanken freien Lauf geben kann. Immer häufiger zieht sich Leccore in sein Refugium zurück. Er erkennt, dass Torus Drei für die Ahnen bestimmt ist. Torus Vier ist der Schimmer. Torus Fünf bis Sieben erschließen sich ihm noch nicht.

Auf Tefor kommt Leccore in Kontakt zum Tiuphoren Dekknotay. Dieser hat seit langem an den Verhandlungen teilgenommen. Der Gestaltwandler tötet ihn und nimmt seine Identität ein. Damit erfährt er Details der Erpressung Molauds. In der Gestalt von Ev-Pothennen sucht Leccore den Mutanten Assan-Assoul auf, der sich versteckt hält. Er erfährt von dessen besonderer Fähigkeit. Der Mutant ist nicht nur ein Para-Konfigurator, der die Kräfte andere Mutanten übernehmen kann, er ist auch ein Para-Dysfaktor. Diese Fähigkeit macht ihn zu einem Gott. Er kann schlichtweg alles beeinflussen, indem er physikalisch-technisch-biologische Abläufe stört. Er kann Menschen blind machen, Raumschiffe detonieren und Monde zum Absturz bringen. Sollte er je die volle Kontrolle über seine Fähigkeiten erlangen, droht Unheil.

Leccore überredet Assan-Assoul ihn zu unterstützen. Er soll Saliana befreien. Als Accoshai die Verhandlungen mit Vetris-Molaud abschließt und die Tiuphoren abrücken, schlagen Leccore und Assan-Assoul los. Sie befreien Molauds Tochter. Während der Tamaron eine Flotte zusammenstellt, um die Terraner zu unterstützen, gelangt Leccore in letzter Sekunde zurück auf die CIPPACONTNAL. Da erschüttert etwas das Sextadim-Banner. Es ist ein Vor-Hall des Rufs der Sammlung.

 

Rezension:

In seinem Blog schreibt Michael Marcus Thurner etwas über seine Arbeit zu Band 2872. Die Figur des Attilar Leccore war ihm als Handlungsfigur schlichtweg unbekannt. Er musste viel Nachlesen, um ein Gefühl für den Koda Aratier zu bekommen. Weiterhin führt er u.a. aus, dass ihn das Verhalten der Tiuphoren und ihre Soziokultur interessierten. Je länger der Zyklus dauere, desto interessanter würden sie für ihn und er hofft, dass es dem Leser ähnlich ergeht.

Zuletzt hatte sich Leo Lukas in Band 2861 mit dem Innenleben des Gestaltwandlers intensiv beschäftigt. Damals merkte ich an, dass Leccore zur Ultimaten Waffe der Liga geworden ist. Auch im vorliegenden Band kann diese Handlungsfigur etwas erreichen, an dem große Namen vorher gescheitert sind. Er holt die Tefroder als Verbündete mit ins Boot. Michael Marcus Thurner kann den bisherigen Darstellungen des TLD-Chefs zwar nichts Neues hinzufügen, allerdings ist die Figur unter seiner Schreibe homogen zu früheren Auftritten in den Romanen anderer Autoren. Das Nachlesen hat sich also bezahlt gemacht.

Dass den Autor auch Verhalten und Soziokultur der Tiuphoren interessierten, lässt sich sicherlich auch aus den Roman herauslesen. Allerdings gelingt es dem Autor auch bei diesem Thema nicht, etwas Neues hinzuzufügen. Mehr noch, an einigen Stellen des Romans verstrickt sich Thurner ein wenig in dieser Soziokultur. Es sind leider diese Ungereimtheiten, die die Tiuphoren für mich als Leser leider mit zunehmenden Zyklusverlauf immer uninteressanter machen.

In seiner Geschichte bestätigt Thurner, dass sich die Tiuphoren im ständigen Wettstreit befinden. Wie ich zu früheren Romanen mehrmals angemerkt habe, passt die Zurückhaltung, die in diesem Zyklus den Tiuphoren zeitweise angeschrieben wurde, nicht zu diesem gezeigten/geschriebenen Verhalten. Auch in den Dialogen dieser Geschichte zeigen sich weitere Darstellungsfehler. Man beachte die Gespräche zwischen Maxal Xommot und Leccore in der Rolle des Orakelpagen. Einerseits lässt der Autor seinen Protagonisten Leccore Gefahr laufen, von den Tiuphoren enttarnt zu werden, indem er ihn mehrmals den Fehler begehen lässt, Smalltalk zu betreiben, also das Offensichtliche zu wiederholen. Andererseits lässt Michael Marcus Thurner die Handlungsfigur des Caradocc in vielen Szenen das Gleiche tun. Der Tiuphore oder vielmehr der Autor wiederholt das Offensichtliche.

Wenn man einmal als Leser über eine solche Textstelle stolpert, ist es vorbei. Man schaut, ob es weitere solche Szenen gibt und leider gab die es zuhauf. Auch frage ich mich, was wohl die Orakel sagen, wenn ein Tiuphore ins Catiuphat gelangt, der dort berichtet, dass er von einem anderen Tiuphoren ermordet wurde. Und warum landen Tiuphoren auf einem Planeten, wenn sie es doch so hassen? Die Präsenz ihrer Sterngewerke im Orbit sollte doch reichen. Auch könnten sie die Planetenbewohner auf ihre Schiffe bringen lassen. Unklar bleiben die Vorteile für die Tiuphoren, was die Erpressung der Tefroder angeht. Was sind die Inhalte der über Wochen gehenden Verhandlungen? Warum gibt es überhaupt Verhandlungen? Die Tefroder waren nie eine Gefahr für die Tiuphoren. Und warum legt Leccore so viel Wert auf eine Zusammenarbeit von Vetris-Molaud mit Perry Rhodan? Der Tamaron mag eine wichtige Person sein. Die Kräfte der Tefroder dürften jedoch die Verteidigungsfähigkeit der Galaktiker kaum erhöhen. Seltsam auch, dass die Banner-Kampagne der Tiuphoren mit der Eroberung des Solsystems nicht nur den Höhepunkt, sondern auch den Abschluss erreicht haben wird. In der Vergangenheit wurden alle Kodex-Völker auf allen Planeten ausradiert. In der Milchstraße begnügt man sich mit ein paar wenigen Welten. Von den zehntausenden Sterngewerken dürften die wenigsten an der Kampagne beteiligt gewesen sein. Was wiederum nicht zum Konkurrenzdenken dieser Wesen passt. Das ist zwar gut für die Galaktiker aber schlecht für die Geschichte. Sie passt nicht. Sie passt immer weniger, je mehr man sie hinterfragt. Sie zerfällt regelrecht. Nichts stimmt mehr. Nein, die Tiuphoren werden nicht interessanter.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Jupiter Heft 05

PR_Jupiter05Jupiters Herz – von Wim Vandemaan – Handlung:

Nach seiner Ankunft auf MERLIN ist Perry Rhodan erneut inhaftiert worden, weil er sich gegen die Pläne Oread Quantrills, dem Leiter der Faktorei, gestellt hat. Lange muss der Unsterbliche nicht in der Zelle verbringen. Er wird von Firmion Guidry befreit. Der junge Ganymedaner ist ihm bereits kurz nach seiner Ankunft auf der Faktorei aufgefallen, weil er die Ankömmlinge gewarnt hatte. Nun sind Rhodan und Guidry auf der Flucht. Auf verborgenen Pfaden führt Guidry Rhodan in sein Versteck. Dort muss sich der junge Mann zunächst erholen. Er leidet unter Narkolepsie und schläft immer wieder mal übergangslos ein. An Bord von MERLIN können sie nicht bleiben. Guidry bringt Rhodan in einen Hangar. Unterwegs werden sie von Onezime Breaux gestellt. Mit etwas Glück kann Perry Rhodan ihn und seine Leute außer Gefecht setzen und eine Waffe erbeuten. Das Fluchtfahrzeug im Hangar entpuppt sich als Wrack. Eine uralte Space-Jet, die von der Faktorei zum Trawler umgebaut wurde, um in der Atmosphäre des Gigantplaneten Hyperkristalle zu sammeln. Da die SteDat-Leute den Hangar stürmen, bleibt Rhodan keine Wahl. An Bord des Trawlers erwachen die Systeme zum Leben und tatsächlich gelingt das Ausschleußen von MERLIN.

Während Guidry wieder mal schläft bringt Perry Rhodan den Trawler auf Abstand zur Station. Ein Verlassen der Atmosphäre ist nicht möglich. Der Unsterbliche erinnert sich an eine Wissenschaftsstation, die auf Jupiters festen Kern am Grund des Atmosphärenozeans errichtet wurde. Er macht sich auf die Suche nach der Cor-Jupiter-Station, die zur Waringer-Akademie gehört. Ein Funkspruch der Station, die um Hilfe sucht, kommt ihm entgegen. Er bringt das kleine Schiff in einen Hangar der Station unter und steigt mit Firmion Guidry aus.

Der Terraner und sein Fluchthelfer werden von einer jungen Frau und zwei Männern empfangen. Andrasch Lupenrayn und Bohumir Zrapinski zeigen sofort eine unverhohlene Abneigung gegen den berühmten Besucher. Die beiden Männer treten offensichtlich als Beschützer der Frau in ihrer Begleitung auf und sehen in dem Residenten einen Konkurrenten. Die Frau stellt sich als Pao Ghyss vor. Auch Perry Rhodan kann sich der Aura dieser Frau nicht entziehen und ist wie alle Besatzungsmitglieder an Bord der Cor-Jupiter-Station von Pao Ghyss sofort angetan, ohne diesen Einfluss als ungewöhnlich zu bemerken.

Die Chefwissenschaftlerin der Station, Irene Lieplich, empfängt die Besucher. Sie berichtet von Ausfällen an Bord. Insbesondere die Biopositronik der Station, ARGOS, zeigt ein ungewöhnliches Verhalten. Sie wendet sich mehr und mehr gegen die Besatzung und ignoriert die elementaren Robotergesetze. ARGOS will den Sprung auf eine nächsthöhere Ebene antreten. Die Biopositronik ist davon überzeugt, dass sich Jupiter in ein Schwarzes Loch verwandeln wird. Die Wissenschaftler entdecken, dass auf Jupiter ein Zustrom an Gravitonen stattfindet. Auf den Zustrom antwortet Jupiter mit einem Ausstoß hyperenergetisch modifizierter Higgs-Teilchen. In kaum mehr als einem Tag wird der Prozess unumkehrbar sein. Der Ausgangspunkt der Higgs-Teilchen liegt 900 km von der Station entfernt. Die Wissenschaftler bezeichnen das Medium, über das die Higgs-Teilchen in Jupiter gepumpt werden als Fluktuationstransmitter.

Perry Rhodan will den Punkt erreichen. Um die wenigen Transportmittel dorthin entbrennt ein Streit. Auch hier zeigt sich ein unheilvoller Einfluss von Pao Ghyss. Die junge Frau hilft Rhodan beim paralysieren der Besatzung und der Unsterbliche denkt sich nichts dabei. Er ist Pao Ghyss dankbar. Sie bringen eine Panzerraupe und den Skaphander von Pao Ghyss an Bord des Trawlers und verlassen Cor-Jupiter. Nun erkennt Rhodan auch die besondere Fähigkeit von Firmion Guidry. Der junge Mann hat einen Einfluss auf die Systeme. Obwohl der Trawler nur ein Wrack ist, bringt er die Systeme an Bord wieder zum Laufen. Dennoch reicht es nicht ganz, um den Fluktuationstransmitter zu erreichen. Mit der Panzerraupe wird der Rest des Weges zurückgelegt und als auch die Raupe ausfällt, drängen sich Pao, Perry und Firmion in den Skaphander. Am Zielort zeigt sich ein mehrere Hundert Meter hoher Zylinder. In dem Zylinder öffnet sich eine Luke und der Skaphander wird hineingezogen. Eine Stimme in Interkosmo begrüßt sie und fordert sie auf, den Helm zu öffnen. Die Luft sei für sie atembar.

 

Rezension:

Mit Band 5 der Jupiterreihe wird erstmals komplett ein reines Perry Rhodan-Abenteuer in dieser Miniserie präsentiert. Es gibt keine Nebenhandlung. Der Erzählstrang konzentriert sich voll und ganz von der ersten bis zur letzten Seite auf die Erlebnisse des Titelhelden.

Obwohl die Handlung recht einfach gestrickt ist, kommt keine Langeweile auf. Das Abbleiben von Pao Ghyss, die MERLIN ebenfalls verlassen hatte, wird geklärt und die Phänomene, die seit Band 1 um Jupiter auftreten, eskalieren. Perry Rhodan gerät von einer gefahrvollen Situation in die nächste. Auf MERLIN wird er verfolgt, in der Atmosphäre des Jupiters kämpft er ums Überleben, auf Cor-Jupiter droht der Untergang der Station und der Weg zum Fluktuationstransmitter ist alles andere als einfach. Der Geschichte fehlte es zunächst ein wenig an einer Auseinandersetzung Rhodans mit seinen bisherigen Begegnungen. Als er auf MERLIN ankam, rief ihm Firmion Guidry das Wort „Wegbereiter“ zu, warnte ihn vor Tau-acht und sagte, dass die Atmo-Schweber nicht vom Jupiter seien. Auf der ganzen Flucht spricht Rhodan nicht einmal diese Dinge an und bittet Firmion Guidry um weitere Details. Stattdessen zeigt Autor Wim Vandemaan stellenweise einen anderen Perry Rhodan. Er lässt seine Figur eine rosarote Zukunft malen, in der das Syndikat der Kristallfischer besiegt, die planetare Gefahr beseitigt und Oread Quantrill der Prozess gemacht wurde. Das war schon ungewöhnlich, denn gewöhnlich geht der Titelheld die Probleme nacheinander an und malt sich kein schönes Ende.

Abgesehen von dieser kleinen Schwäche überzeugt die Geschichte von Wim Vandemaan mit einer Flut an liebenswerten und teilweise skurrilen Inhalten. Die Geschichte lebt von den stimmigen Beobachtungen, der Erfahrung der Hauptperson, die von Wim Vandemaan ebenso eindringlich wie präzise an den richtigen Stellen zur Geltung gebracht wird. Eindeutig auf der bizarren Seite steht die Kakerlake John Wayne, nebst ihren ebenso absonderlichen Artgenossen. In der Unterkunft von Firmion Guidry beschreibt der Autor ein Poster, das einen Haluter in einer altjapanischen Rüstung zeigt. Ein, wie ich finde, interessantes Detail, das vielleicht mal Gegenstand einer Kurzgeschichte sein könnte. Ein Haluter lebt auf Terra in Japan und kleidet sich und lebt nach Art der Samurai.

Nach dem guten Band 4 von Christian Montillon ein weiterer guter Roman von Wim Vandemaan, der gespannt macht auf die Fortsetzung.