Ansichten zu The Revenant

Handlung:

Im Jahre 1823 ist die große Expedition einer Pelzhandelsgesellschaft in der Wildnis unterwegs und hat viele Felle erbeutet. Auch der Trapper Hugh Glass und sein Sohn Hawk gehören dazu. Plötzlich greift der Indianerstamm der Arikaree die Männer an. Nur wenigen gelingt die Flucht auf ein Boot. Viele Pelze, die schon für den Abtransport geschnürt waren, müssen zurückgelassen werden. John Fitzgerald macht Hugh Glass dafür verantwortlich, sie nicht rechtzeitig gewarnt zu haben. Da die Indianer das Boot weiter bedrohen, verlassen die Männer auf Anraten von Glass das Boot, um über Land das Fort zu erreichen. Auch hier ist Fitzgerald anderer Meinung, aber der Anführer der Gruppe, der ehemalige Soldat Andrew Henry unterstützt Glass.

Auf einem Erkundungsgang wird Hugh Glass von einem Grizzlybär schwer verletzt. Fitzgerald will ihm den Gnadenschuss geben aber Henry lässt den Verwundeten auf einer Trage mitführen. Die Strapazen sind jedoch so hoch, dass Henry den Trapper zurücklassen muss. Drei Männer, Hawk, der junge Jim Bridger und John Fitzgerald bleiben bei Glass und sollen nachkommen, wenn Glass tot ist. Dafür bekommen sie Geld, wobei Hawk und Bridger auf ihren Anteil verzichten. Fitzgerald geht das Sterben von Glass nicht schnell genug. Er will den Trapper töten und wird von Hawk überrascht, den er tötet. Als Bridger zurückkommt, behauptet Fitzgerald, dass Indianer in der Nähe sind. Beide lassen Glass zurück. Der stirbt jedoch nicht und macht sich auf eine lange und entbehrungsreiche Reise durch die verschneite Bergwelt zurück zum Fort, um sich an Fitzgerald zu rächen.

 

Rezension:

Ich habe mich lange gegen den Film gewehrt. Er erschien mir in Vorberichten und den Aussagen der beteiligten Schauspieler zu sehr darauf angelegt, Leonardo DiCaprio den lang ersehnten Oscar zu bescheren. Tatsächlich hat DiCaprio für seine Rolle des Trappers 2016 dann auch die begehrte Trophäe erhalten. Nun ist der Film auf Blu-ray erschienen und ich habe ihn mir ausgeliehen. Die Schärfe- und Detailzeichnung ist beeindruckend. Die Farben sind unterkühlt und sehr häufig blau gefiltert. Das Bild ist dennoch plastisch und entfaltet eine große Tiefenwirkung.

Der Film erhielt überwiegend positive Kritiken. In den negativen Beurteilungen fällt auf, dass ausgerechnet die positiven Elemente, überzogen negativ dargestellt werden. Mit 156 Minuten Laufzeit sei der Film leider viel zu handlungsarm und langatmig inszeniert, ist eine dieser Aussagen. Sicherlich kann der Film nicht mit dem Tempo moderner Actionfilme mithalten. Aber das will er auch gar nicht. Er will die Bilder sprechen lassen. Und das tut er. Dem Film, bzw. dem Regisseur wurde auch vorgehalten, sich zu sehr auf den Stil als auf die Inhalte konzentriert zu haben. So war eine der Vorgaben bei den Dreharbeiten, dass nur mit natürlichem Licht gedreht und auf künstliche Beleuchtung verzichtet wurde. Abgesehen von dem öfter zu sehenden blaustichigen Look, kann ich beim besten Willen nicht erkennen, dass die Handlung außer Acht gelassen wurde. Der Film konzentriert sich doch sehr stark auf die Darsteller und das Geschehen. Die wenigen Szenen, die den Freiraum zwischen dem dramatischen Überlebenskampf des Trappers füllen, sind m.E. nicht zu lang geraten und bieten genau die Ablenkungen, die bei den ständigen Konfrontationen auch nötig sind.

Als herausragend empfinde ich die Kameraführung. Den Darstellern rückt die Kamera hautnah ins Gesicht, so dass kein Detail verloren geht und die Konzentration der Schauspieler in jeder Sekunde des Films abverlangt wurde. Die sehr häufig niedrig über dem Boden platzierte Kamera vermittelt alleine dadurch eine eigene Dynamik dieses Films. Die Bäume streben ins Unendliche und Felsüberhänge scheinen unüberwindbare Hürden darzustellen. Nur in wenigen Szenen erscheint mir die Bildsymbolik ein wenig überzogen. Der Trapper Hugh Glass ist dem Tode nahe und ein schwarzer Vogel sitzt bewegungslos auf einem Ast. In der nächsten Szene sieht man einen bleichen Baumstamm, der wie ein Skelett ins Wasser ragt. Das war ein bisschen zu dick aufgetragen.

Abgesehen von den Darstellern, die überragend spielen und der exzellenten Kamera, sorgt auch der Music Score für Atmosphäre. Die Naturgeräusche, sei es das Brechen eines Baumes, die Geräusche im Schnee oder das Toben des Flusses, kommen außergewöhnlich authentisch herüber. In den Momenten, in denen weniger Naturgeräusche zu hören sind, wird der Score von Elektronikklängen begleitet. Nur in einer Szene hat mir das nicht so gefallen. Ganz am Ende, in der Szene, in der Fritzgerald aus dem Hinterhalt auf den vermeintlichen Hugh Glass schießt, werden die elektronischen Klänge zu hart für meinen Geschmack.

Mein Fazit: Sehr empfehlenswert!

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