Ansichten zu NEO-Story 5 – Whistlers Visionen

Whistlers Visionen – von Marc A. Herren – Inhalt:

Der Wissenschaftler und Robot-Techniker Allister T. Whistler hat Geldmittel des gefährlichen Kamao-Syndikats für seine Experimente verwendet. Ghalib Janjalani, das Oberhaupt des Syndikats hat nur noch kurze Zeit zu leben und fordert als Gegenleistung für sein Geld die Übertragung seines Bewusstseins auf einem von Whistler entwickelten Neuronenchip.

Allister lässt sich auf das Geschäft ein, obwohl seine Forschungen noch lange nicht so weit sind. Bei der Übertragung kommt es zu einer Störung. Whistler, der diesen Fall vorausgesehen hat und nun Angst um sein Leben haben muss, sprengt die Apparaturen in die Luft und setzt sich mit dem Neuronenchip, der zu 67 % geladen wurde, ab. Janjalani und etliche Syndikats-Mitglieder sterben.

Monate später holt Whistler das Geschehen ein. Bei einer Familienfeier der Whistlers schlägt das Kamao-Syndikat zurück. Allister versucht die Bewusstseinsinhalte sterbender Familienmitglieder auf inzwischen weiterentwickelte Neuronenchips zu übertragen. Ermittlungsbeamte, die den Vorfall untersuchen, bezichtigen Allister des mehrfachen Mordes. Er wird verhaftet und in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht aus der er jedoch fliehen kann.

Allister bittet bei Homer G. Adams in Terrania um Asyl. Das wird ihm jedoch verweigert. Allister, nun wütend und enttäuscht, benutzt den Neuronenchip mit den Daten Janjalanis, um sich zum Oberhaupt des Kamao-Syndikats zu machen. Mit den neun Neuronenchips seiner Familie hat Whistler noch Großes vor. Er legt sich einen anderen Namen zu. Fortan will er sich Scaramanca nennen.

 

Rezension:

Die fünfte NEO-Story ist auch die zweite Kurzgeschichte, die aus der Feder von Marc A. Herren stammt. Nach der Frau im Mond (NEO-Story 1) geht’s in Whistlers Visionen zurück auf die Erde im Jahre 2036.

Auch zu dieser Geschichte lässt sich nach der Lektüre feststellen, dass man nicht unbedingt den NEO-Kosmos kennen muss, um sich darin zurechtzufinden. Zwar wird vom Autor ein bestimmtes Szenario der NEO-Serie beleuchtet, allerdings bin ich als Nicht-NEO-Leser dennoch gut mit den Inhalten klargekommen. Zumindest bis ich zum letzten Wort der Geschichte gekommen bin. Das Wort lautet „Scaramanca“ und ist der Name, den sich die Hauptperson am Ende der Geschichte zulegt.

Also habe ich in der Perrypedia nach diesem Eintrag gesucht und wurde auch fündig. Die Daten, die zu Scaramanca erfasst sind, zeigen eine ganz andere Historie der Figur Allister T. Whistler, als sie von Marc Herren nun in seiner Kurzgeschichte beschrieben wurde. Und damit habe ich tatsächlich dann ein Problem, denn ich vermute, dass genau dieser Aspekt einer anderen Darstellung der Entwicklung der Hauptperson die Essenz dieser Kurzgeschichte bildet. Ich vermute, da ich NEO nicht lese, dass sich die Leser der Serie ein Bild von Allister T. Whistler gemacht haben. Marc Herren hat nun ein anderes Bild entworfen, das die Motive Whistlers anders darstellt. Wenn ich mit meiner Vermutung richtig liege, dann liegt der Reiz der Kurzgeschichte darin, eine Person, die man gut zu kennen glaubt, nun anders darzustellen. Nicht unbedingt besser, aber eben mit einer anderen Beleuchtung der Ursachen und der Beweggründe.

Damit richtet sich Whistlers Visionen doch eher an Kenner der NEO-Serie und verliert dadurch ein wesentliches Merkmal an eine Kurzgeschichte. Dass sie nämlich alleine stehen kann.

Letztlich hat sie mich zwar zum Nachdenken angeregt aber nicht in der Weise, wie es wahrscheinlich vom Autor beabsichtigt war.

 

2 comments on “Ansichten zu NEO-Story 5 – Whistlers Visionen

  1. MAH

    Danke für die interessante Rezension, Uwe. Du hast absolut recht damit, dass ich die Geschichte in erster Linie für die PRN-Leser erzählt habe. Als ich Scaramanca für PRN 19 entwarf, hatte ich seine Vergangenheitsgeschichte bereits im Hinterkopf. Erst mit der Kurzgeschichte für den Sammelband erhielt ich dann die Möglichkeit, sie zu erzählen.

    1. Uwe Bätz

      Hallo Marc,

      danke für Deinen Kom­men­tar und die Erläuterung. Ich war mir nämlich nicht sicher, ob ich mit meiner Rezension richtig lag.

Leave a reply