Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2794

Jäger der Jaj – von Michelle Stern – Handlung:

Im Solaren Haus trifft sich Cai Cheung mit Perry Rhodan, Atlan und Gucky. Auch Andrasch Mikael nimmt an der Besprechung teil. Der Vize-Direktor des TLD fordert angesichts des Attentats der Tefroder und der noch immer erfolglosen Suche nach Jajs mehr Freiheiten für seine Agenten. Die Solare Premier winkt ab. Mehr Zugriffsrechte auf die zentrale Positronik AGENT GREY des TLD-Towers ist alles, was sie zugesteht. Agenten des TLD sind auch auf dem onryonischen Schiff ZAATRO im Einsatz. Torin Khambatta verfolgt auf dem Raumvater wichtige Ziele des TLD.

Nach Andrasch Mikaels Abgang, der Jagd auf die verschwundene Tefroderin machen will, rückt Gucky mit seiner Beobachtung heraus. Der Ilt, der sich als kleinwüchsiger Asiate tarnt, hatte bei der Teleportation mit dem Agenten Orion Desch eine seltsame Empfindung. Sein Eindruck war, dass Desch mehr als einer ist. Für Gucky steht fest, Orion Desch muss ein Jaj sein. Atlan ist skeptisch und Rhodan weiß auch nicht, was er von der Sache halten soll. Mit dem Einverständnis von Cai Cheung rekrutiert Gucky den Swoon Benner als seinen Begleiter bei der Jaj-Jagd. Auch der Kelosker Gholdorodyn soll ihn begleiten, um auf andere Gedanken zu kommen. Perry Rhodan nimmt in seiner Tarnung als Sean Tikkonova Kontakt mit einem der vier Piloten des Richterschiffs auf. Der auf Nosmo geborene Samu Battashee ist von der Idee, die CHUVANC steuern zu dürfen, sehr angetan. Es würde seinem Leben eine Bedeutung geben.

Auf dem Raumvater ZAATRO in der Nähe von Sol, wird ein entscheidendes Vorhaben gestartet. Eine Linearraumplattform versetzt terranische und onryonische Wissenschaftler in Sonnennähe stationär in den Linearraum. Während des Vorgangs sind alle Wissenschaftler abgelenkt, so dass die Siganesin Quella Feofee, die als Kontakthistorikerin an der Expedition teilnimmt, einige Spionsonden an der Konsole der steuernden Geniferin platzieren kann. Denn Quella arbeitet auch für den TLD. Nach Rückkehr der Plattform zur ZAATRO hat sie genügend Daten gesammelt, um mit Torin Khambatta das Schiff zu manipulieren. Khambatta wird allerdings vom Sicherheitschef der Onryonen enttarnt und getötet. Die Erkenntnisse des wissenschaftlichen Flugs stehen jedoch zunächst im Vordergrund. Erstmals konnte das Sonnensiegel angemessen werden. Sayporaner, die sich als Siegelforscher betätigten, hatten solche Siegel als Sphragis bezeichnet. Das Sphragis in Sol stellt eine sechsdimensionale Fassung für den Korpus einer SI dar. Die gewonnenen Daten zeigen auch, dass das Siegel älter als 20 Millionen Jahre ist und dass ARCHETIMS Korpus zerfallen wäre, wenn es durch das Siegel nicht konserviert und einer neuen Verwendung zugeführt worden wäre. Siegel und Korpus zusammen erzeugen das Sechsdimensional strahlende Juwel. Unbekannt ist, wie die Verschränkung von Sphragis mit dem Korpus TAFALLAS funktioniert. Und auch der korpuskulare Schleier, von dem Perry Rhodan hoffte, dass er das Solsystem aus der Wahrnehmung der Hohen Mächte entziehen könnte, stellt die Wissenschaftler vor Rätsel.

Gucky und Benner werten indessen Spuren aus. Vor zwei Jahren hatte Orion Desch zusammen mit seiner Freundin einen Gleiterunfall. Sie starb und Desch wurde wochenlang in einer Klinik behandelt. Gucky und Benner vermuten, dass in dieser Zeit die Übernahme durch einen Jaj passiert ist. In der Klinik stoßen sie bei den Ermittlungen auf Ungereimtheiten. Orion Desch ist zur gleichen Zeit auf die Spur der Tefroderin Liya Debbouze gekommen. Er tötet sie und similiert ihre Fähigkeit, Kalkpfeile zu verschießen. Der Jaj ist inzwischen davon überzeugt, dass der kleine Asiate, der mit ihm in die Solare Residenz teleportiert ist, niemand anderes als Gucky sein kann. Er will den Ilt gefangen nehmen.

Gucky und seine Partner, zu denen auch Farye Sepheroa gestoßen ist, suchen die Wohnung des Jaj auf, um dort nach Glasfrost zu suchen. Dort entdecken sie Körpermasse des Jaj. Gucky kann mental herausfinden, dass es mindestens drei Arten von Jaj geben muss. Die Überreichen müssen Körpermasse deponieren, wenn sie ein kleineres Wesen similieren. Die zurückgebliebene Körpermasse alarmiert den Jaj. Zwei Gestaltwandler greifen Gucky und seine Gruppe an. Gholdorodyn wird verletzt und zur RAS TSCHUBAU transportiert. Die Jaj können entkommen. Sie setzen sich in den TLD-Tower ab, um Daten aus AGENT GREY zu kopieren. Dort können die Verfolger die Gestaltwandler stellen. Desch wird getötet. Ein dritter Jaj hat zuvor Andrasch Mikael getötet und similiert. Gucky will die beiden überlebenden Jaj in eine Gefängniszelle teleportieren. Doch seine neue Fähigkeit spielt ihm einen Streich. Er erfährt eine Schmerzteleportation. In der Passage verliert der Ilt die Gestaltwandler, deren Körper sich daraufhin auflösen. Zuvor hat der Ilt noch erfahren, dass nur drei Jaj im Solsystem waren.

Da nun auch die ZAATRO bei Bedarf unter die Kontrolle der Terraner genommen werden kann, hat das Projekt CHUVANC freie Bahn.

 

Rezension:

Bevor einer eine Reise tut, räumt er zu Hause auf. Von dieser Idee beseelt kommt Autorin Michelle Stern in ihrer Geschichte gleich zur Sache. In einer kurzen Rückblende bereits zu Beginn der Story gibt sie einen Hinweis, der die Identität des TLD-Agenten Orion Desch in Frage stellt. Im nächsten Kapitel wird der Verdacht, der Jaj-Jäger sei selbst ein Jaj, von Gucky ausgesprochen. Die Reaktionen der Protagonisten sind allerdings nicht besonders durchdacht. Atlan ist skeptisch und argumentiert, dass Orion Desch noch kurz zuvor gegen Tefroder vorgegangen sei. Perry Rhodans Reaktion fällt nicht wesentlich intelligenter aus. Er ist der Meinung, dass sich die Atopen tatsächlich für die Guten halten und der vermeintliche Jaj deshalb gegen Terroristen, auch wenn es Tefroder waren, vorgegangen sei. Auf die naheliegendste Vermutung lässt die Autorin die beiden Unsterblichen nicht kommen. Orion Desch hatte während des Einsatzes in der Solaren Residenz gar keine andere Wahl. Er musste die Anschlagspläne der Tefroder vereiteln, weil er sich sonst selbst demaskiert hätte.

Die weiteren Ermittlungen von Gucky und Benner erhärten den Verdacht, dass Orion Desch ein Jaj ist. Als dann die Autorin den TLD-Agenten selbst in einen Einsatz schickt, lässt sie die Tarnung vollständig fallen. Das war zwar geradlinig geschrieben, doch zu diesem Zeitpunkt hätte ich mir als Leser etwas an Verwicklungen gewünscht, beispielsweise von der Art, dass Desch doch kein Jaj ist und uns die Autorin nur auf eine falsche Spur führt. Immerhin ließ die Autorin nun auch den Jaj, der Desch similiert hatte, den Gedanken verfolgen, dass sich hinter der Maske des kleinen Asiaten mit Teleporterfähigkeit der Ilt verbergen könnte. Damit waren beide Parteien auf direkten Konfrontationskurs.

Einige Kapitel weiter, als sich beim Kampf im TLD-Tower Andrasch Mikael als Jaj entpuppte, schien endlich die erhoffte Verwicklung einzutreten. Doch die Auflösung nur ein paar Zeilen weiter zeigte, dass auch an dieser Szene nichts dran war. Der TLD-Vize-Chef war erst kurz zuvor vom dritten Jaj getötet und similiert worden.

Die Schlussfolgerungen, die von der Autorin am Ende den Protagonisten in den Mund gelegt werden, erstaunen etwas. Man hat festgestellt, dass diese drei Jaj die einzigen Gestaltwandler im Solsystem waren. Auf den Gedanken, dass jederzeit andere Spione des Tribunals ins Solsystem eindringen könnten, kommen die Figuren nicht. Und da nach wie vor kein Mittel existiert, die Gestaltwandler aufzuspüren, sollte man mit dieser Bedrohung jederzeit rechnen. Andererseits scheinen nach 95 Heften auch die Expokraten ein Einsehen mit den Lesern zu haben und skandieren ein Tribunalfreies Solsystem.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse der ZAATRO, die übrigens Punktgenau mit den anderen Ereignissen zusammenfallen, sind mager. Wie eingangs erwähnt, diente der Roman dem Erreichen eines Status Quo. Wenn Perry und Co ab 2800 auf große Reise gehen, soll zu Hause, zumindest im Solsystem, alles in trockenen Tüchern sein. Ganz traue ich dem Braten nicht. Irgendein uneinsichtiger Gegner wird den Herren Montillon und Vandemaan ganz sicherlich noch einfallen, der in 28XX das Solsystem okkupiert.

Fazit: Gefälliger Roman, der im Aufbau der durchdachten Story von letzter Woche jedoch nicht das Wasser reichen kann. Hoffentlich haben wir die letzte Agentenstory im Zyklus lesen dürfen!

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