Articles for the Month of März 2015

Ansichten zu NEO-Story 3 – Rhodans Geschenk

Rhodans Geschenk – von Kai Hirdt – Inhalt:

Die Story spielt im Sommer 2036. Hauptperson ist General Joshua de Soto. Der General befindet sich in der Gefangenschaft von Perry Rhodan. Sein Sohn Philip de Soto hat bei einem Einsatz zum Schutz des amerikanischen Präsidenten ein Schädeltrauma erlitten. Joshua de Soto hält Rhodan für einen Verräter. Die außerirdische Technologie muss seiner Meinung nach für die USA gesichert werden. Rhodan zeigt de Soto die im Entstehen befindliche Stadt Terrania. Er braucht Männer wie de Soto. Doch der General will nicht überlaufen und zu seiner Überraschung lässt Rhodan ihn gehen und schenkt ihm zum Abschied ein Medizinset arkonidischer Fertigung. Damit kann der General seiner Pflicht nachkommen und das Gerät dem Präsidenten der USA übergeben oder seinen Sohn aus dem Koma holen. Der Marine kehrt mit dem Geschenk im Gepäck nach Los Angeles zurück, wo sich sein Sohn in einer Klinik befindet. Inzwischen sind die Fantan auf der Erde gelandet und eine ihrer fliegenden Untertassen wird in Los Angeles gesichtet. Präsident Stanley Drummond erteilt Joshua de Soto den Auftrag, einen Fantan einzufangen und die fliegende Untertasse zu erbeuten.

 

Rezension:

Die Redaktion kündigt die Neo-Story von Kai Hirdt als eine Science-Fiction-Geschichte an, in der es um Schuld und Moral geht, um persönlichen Ehrgeiz und familiäre Verbindungen.

Nach der Lektüre kann ich noch einige andere Elemente hinzufügen. Kai Hirdts Geschichte enthält durchaus auch komödiantische Elemente und etwas von dem nicht immer leicht zu verstehenden amerikanischen Patriotismus. Zudem kann der Autor seine „Abstammung“ von Comics nicht ganz verbergen. Insofern enthält die Geschichte auch Merkmale, die an einen Comic erinnern.

Die ersten beiden Neo-Storys orientierten sich stärker an den typischen Eigenschaften einer Kurzgeschichte. Die Aussage der beiden Texte war nicht auf dem ersten Blick ersichtlich und musste zwischen den Zeilen erschlossen werden. Die dritte Neo-Story ist nicht ganz so tiefgründig angelegt. Auch wenn am Ende der „Terraner“ de Soto dem Präsidenten die Hand schüttelt, fehlt mir ein bedeutsamer Nachhall, den die beiden ersten Neo-Storys beim Lesen erzeugt haben.

Davon abgesehen bot die Geschichte neben den ernsteren Elementen aber auch einige humorvolle Einlagen. Etwa, wenn sich de Soto an den vom Fantan vom Walk of Fame gestohlenen Stern klammert und erleichtert feststellt, dass die Platte Charlton Heston gewidmet ist und nicht etwa Bugs Bunny. Zuweilen erinnerten manche Szenen auch an die abgedrehte Sci-Fi-Persiflage „Mars Attacks“. Die Militärs in Kai Hirdts Geschichte legen ein gleichermaßen respektloses und unerschrockenes Verhalten an den Tag, wie es die Figuren in Tim Burtons Film zeigten. Dazu die arglose Neugier dieser Menschen und deren beinahe schon naive Herangehensweise an den Auftrag des Präsidenten.

Insgesamt wusste die Geschichte zu unterhalten, sie entwickelt jedoch nicht die gleiche Suggestivkraft wie die ersten beiden Neo-Storys.

 

Perry Rhodan Plejaden Hörspiele Teil 02

Splitter der Unsterblichkeit

Die MANCHESTER trudelt manövrierunfähig Richtung Sonne. Gucky springt in den hermetisch abgeriegelten Maschinenraum. Allerdings sind die Systeme nur noch Schrott. Gucky kann den Oxtorner Kalton Morkena spüren, der jedoch eine zweite Explosion auslösen kann, die nun auch die Schutzschirme des Schiffes zerstört. Durch die aufgebrochene Hülle kann der Saboteur entkommen. Während Gucky die Besatzung ins All teleportiert, weil auch alle Beiboote und Fluchtkapseln zerstört sind, führen Perry Rhodan und Taisha Konta nun selbst Explosionen herbei. Durch die Detonationen beeinflussen sie den Kurs des Schiffes und verschaffen sich mehr Zeit.

Die COLORADO kommt zu Hilfe und kann die Besatzung der MANCHESTER, einschließlich der Lkandoner, sicher an Bord holen. Gucky jagt mit einer Space-Jet den flüchtigen Kalton Morkena und Perry Rhodan befragt Tindras’Solekort. Der Lkandoner will sich allerdings an kaum etwas erinnern können. Sie kämen aus einer anderen Galaxie. Um herauszufinden, wie lange die Lkandoner in Stasis lagen, kehrt Taisha Konta mit Tindras und Perry zur Forschungsstation zurück. Sie finden heraus, dass die Lkandoner 100.000 Jahre im Tiefschlaf verbracht haben und dass die Fremden Bruchstücke eines Vitalenergiespeichers im Körper tragen.

Indessen gerät Gucky in Gefahr. Eine fremde Space-Jet hat Morkena an Bord geholt und Bergungsroboter mit Sprengsätzen bedrängen den Ilt. Tindras, Perry und Taisha eilen zu Hilfe. Gucky wird gerettet aber Morkena entkommt und Perry vermutet, dass er nach Oxtorne will. Taisha begleitet den Unsterblichen, während Gucky und Tindras’Solekort sich auf die Suche nach einem blauen Planeten machen, den die Lkandoner in der Milchstraße gesucht haben.

 

Rezension:

Nach der tollen Premieren-Veranstaltung im Planetarium in Hamburg habe ich mir inzwischen die erste Folge nochmals zu Hause angehört. Auch ohne zusätzliche Effekte immer noch ein Genuss. Heute ist nun die zweite Folge bei mir eingetroffen. In der Fortsetzung der Geschichte von „Die 144 Kammern“ setzt sich auch die Vernehmung der Wissenschaftlerin Taisha Konta fort. Waren im ersten Teil diese Rückblenden auf die Ereignisse noch etwas unklar, wird zu Beginn des zweiten Teils etwas Aufklärung betrieben. Der unbekannte Fragensteller identifiziert sich als USO-Agent Walter Higgins. Aus der Befragung heraus setzt sich dann die Geschichte fort.

Der Schwerpunkt liegt im zweiten Teil auf der Figur Gucky. Der Ilt bekommt gleich drei längere Szenen spendiert. Im Maschinenraum der MANCHESTER, bei der Rettungsaktion und bei der Wiederaufnahme der Verfolgung des Oxtorners. Perry Rhodan selbst gerät etwas in der Hintergrund, denn Taisha Konta ergreift mehrmals die Initiative.

Auch diese Folge ist kurzweilig und hat Spaß gemacht. Als Jemand, der selten Hörspiele konsumiert, habe ich mich erstaunlich schnell mit dem ungewohnten Aufbau arrangiert. In gedruckter Form würde ich wahrscheinlich nicht alles „so“ akzeptieren, im Hörspiel gelten nicht nur andere Gesetze, man hat sich auch dazu entschlossen, die Handlung ausschließlich über Dialoge voranzutreiben und die notwendigen Erläuterungen darin einfließen zu lassen. Das funktioniert sehr gut.

Auch beim Hören habe ich etwas experimentiert. Insbesondere die Kapitel im Maschinenraum der MANCHESTER sind stark Musik- und Effektlastig. Hier ist die Stimme von Gucky (absichtlich?) nicht immer klar zu verstehen. Über Kopfhörer ist das schon besser und mit DSP-Programmen am Receiver kann man auch noch einiges herausholen.

Die Qualität stimmt dennoch auch in der zweiten Folge. Allerdings muss auch erwähnt werden, dass der zweite Teil der Reihe doch sehr kurz geraten ist. Auf dem nur 34:27 langen Hörspiel sind knapp 2 Minuten für die Einleitung und den Rückblick auf Folge 01 reserviert. Somit entfallen auf die neuen Inhalte nur etwas mehr als 32 Minuten, wovon die letzten 45 Sekunden schon wieder Ausblick auf die nächste Folge sind. 45 Minuten sollte eine Folge schon mindestens haben.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2796

Ultima Margo – von Leo Lukas – Handlung:

Auf Naatsdraan, der Hauptwelt der Naat-Föderation, spielt Kulgneeck ein gefährliches Spiel. Dem Naat ist natürlich nicht entgangen, dass Richter Chuv eine besondere Sympathie für das Volk der Naats zeigt. Gleich sieben Ordische Stelen sind auf dem Planeten installiert worden. Und aktuell hat der Richter die Naats aufgefordert, ins Baag-System zurückzusiedeln. Dennoch sind nicht alle Naats vom Wirken der Atopen überzeugt. 20.496 Lichtjahre vom Baag-System entfernt haben sich auf Naatsdraan zwei extremistische Gruppen gebildet. Die einen wollen alle Arkoniden loswerden, die anderen lehnen die Bevormundung des Atopischen Tribunals ab. Und Kulgneeck profitiert von diesem Konflikt, denn er kollaboriert mit beiden Seiten, indem er zu deren Kundgebungen Statisten vermittelt, um die Schar der jeweiligen Anhänger größer erscheinen zu lassen. Den beiden Anführern der Bewegungen bleibt das nicht verborgen. Als die beiden Gruppen bei einer Demonstration aufeinanderprallen und eine wüste Schlägerei beginnt, wollen sie den Medien Kulgneeck als Schuldigen präsentieren. Der Naat muss bei zwei TLD-Agenten untertauchen, die ihm noch einen Gefallen schulden.

Derweil laufen im Solsystem die Planungen zum Projekt Ultima Margo, sinngemäß „Letzte Grenze“. Mit der Zustimmung der Solaren Premier, dem Residenten der LFT und dem Galaktikum, erarbeiten Perry Rhodan und Atlan vier Phasen, um in die Jenzeitigen Lande zu fliegen. Phase 1 sieht vor, Richter Chuv mit der CHUVANC aus dem Arkonsystem zu locken. In Phase 2 wird die Eroberung der CHUVANC eingeleitet. Gleichzeitig sollen Einsatzkommandos ins Arkonsystem einsickern, um gegebenenfalls zu unterstützen oder zur Ablenkung. In Phase 3 muss nicht nur die CHUVANC unter Kontrolle gebracht werden, sondern auch Chuv. Der Richter soll krank gemacht werden. Perry Rhodan versichert sich dazu der Hilfe von Zheobitt, dem Mantarheiler und seiner ZENTRIFUGE II. In Phase 4 beginnt der Flug in die Synchronie.

Mit den aktuellen Meldungen von Naatsdraan ergibt sich eine Chance. Die Analyse der DNS von Chuv zeigt ein ganzes Kollektiv genetischer Verwandtschaften, unter anderem zu den Naats. Würden die Naats auf Naatsdraan bedroht werden, könnte Chuv motiviert sein, dort persönlich einzugreifen. Da für die Rückführung der Naats eine Transmitterverbindung zwischen Naatsdraan und dem Baag-System eingerichtet wird, könnte man diese Verbindung nutzen, um Einsatzkommandos nach Arkon zu schicken. Die Gegenstation soll das Land Collthark auf dem Gasriesen Zhusha im Arkon-System sein. Zugangscodes zu diesem Stützpunkt bekommt Rhodan von Bostich. Der Arkonide stellt zudem eine Flotte, zum Angriff auf die Stelen auf Naatsdraan zusammen. Bostich will eine spezielle Waffe der Arkoniden, das Teslym-Geschoss, einsetzen, um Chuv ganz sicher nach Naatsdraan zu locken.

Die RAS TSCHUBAI fliegt zur Hauptwelt der Naat-Föderation im Naatasystem. Die beiden TLD-Agenten werden eingewiesen. Kulgneeck bekommt die Aufgabe, die neue Transmitterverbindung ins Baag-System zu testen und auszuspionieren. Währenddessen sammeln sich heimlich die von Bostich angeführten Flottenverbände im Umkreis des Naatasystems. Am 14.11.1517 NGZ geht Projekt Ultima Margo in die erste Phase.

 

Rezension:

Der Roman von Leo Lukas leistet Vorarbeit für die letzten Hefte im laufenden Zyklus. Der Handlungsschwerpunkt liegt in der Planung und den Vorbereitungen des Projekts Ultima Margo. Dennoch findet der Autor auch noch Platz, um mit dem Naat Kulgneeck den Typus „kleiner Gauner“ in seiner Geschichte unterzubringen und aus Sicht dieser Figur die Auswirkungen des Atopischen Tribunals auf Naatsdraan zu schildern. In einem zweiten Nebenstrang geht es um zwei gelangweilte TLD-Agenten und eine dritte Nebenhandlung bringt die Larin Pey-Ceyan an Bord der RAS TSCHUBAI und ihre besondere Kunst der Lebenslichte ins Spiel. Hier ergeht es mir als Leser ähnlich wie Atlan. Der Arkonide konnte hinterher auch nicht sagen, worin genau diese Kunst bestand.

Besser gefiel die Figur des Kulgneeck. Der arme Kerl musste für eine ganze Reihe skurriler Ideen des Autors herhalten. Neben diesen schillernden Akteuren hatten es die Schwergewichte Perry Rhodan, Atlan, Gucky und Bostich schwer. Die Unsterblichen dienten dem Autor nur als Stichwortgeber für die Vorstellung des Projekts und für ein paar technische Detaillösungen. Die zahlreich eingebauten Anspielungen, die Leo Lukas in seiner Geschichte unterbringt, helfen über einige Schwächen hinweg. Der Roman hat eigentlich kein echtes Spannungselement und die Abfolge der Ereignisse ist ein wenig zu brav geraten. Die Nebencharaktere kommen bei Lukas voll zur Geltung. Hier spielt der Autor mit der Sprache. Sobald jedoch die Unsterblichen eingebracht werden, verliert die Geschichte, trotz der geschilderten Planungen, an Fahrt.