Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2778

Der Weg nach Wanderer – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Reginald Bull, Toio Zindher und Quick Silver haben die Koordinaten von Wanderer erhalten. Auf dem Außenposten der LFT, auf Tann, wollen sie an Bord eines Raumschiffs der Apukamuy, um ihr Ziel anzusteuern. Doch die Stadt Allerorten hat eine Gruppe Yothoy den Flüchtigen hinterhergeschickt. Dem Anführer der Gruppe, Toidha Zyonaro, steht mit dem Mini-Kog ein mächtiges Instrument zur Verfügung. Die Raumsphäre verfügt über ein eigenes Bewusstsein, von den Yothoy Geist genannt. Kurz nach ihrer Ankunft auf Tann, werden die Flüchtigen aufgespürt. Quick Silver kann die Verfolger jedoch auf eine falsche Spur locken.

Gerade noch rechtzeitig ist es den drei Verfolgten gelungen, eine Passage auf der RYTRALL zu erhalten. Die Apukamuy erweisen sich als zähe Handelspartner und auch die Zustände an Bord des Handelsraumers sich chaotisch. Es stinkt bestialisch an Bord und die Gerissenheit der Besatzung scheint keine Grenzen zu kennen. Dem Kommandanten Omwayd wird schnell klar, welchen Wert seine Passagiere haben. Nur zu dem Preis, dass Toio Zindher als Sklavin den Händlern überlassen wird, kann Quick Silver Omwayd dazu bewegen sie an Bord zu nehmen. Das Schiff startet und nimmt Kurs auf Wanderer. Die Verfolger an Bord des Mini-Kog haben die RYTRALL jedoch bereits im Visier und folgen dem Schiff.

Nach einigen Tagen Flug wird Wanderer erreicht. Die Scheibenwelt der SI ist von einem Zeitschirm geschützt. Unmittelbar nach der Ankunft meldet sich Homunk. Das Maschinenwesen scheint jedoch sehr verwirrt. Homunk redet Reginald Bull zunächst mit Perry Rhodan an. Erst als Bull sich vorstellt, korrigiert sich Homunk, der müde und desorientiert erscheint. Homunk macht sich mit einer Silberkugel auf dem Weg zur RYTRALL. Inzwischen erpresst Quick Silver Omwayd. Der Silberne hat eine Bombe im Brutgelege des Kommandanten gelegt. Omwayd gibt sein Interesse an Toio Zindher auf. Stattdessen soll ihm der Androide etwas Nützliches von Wanderer mitbringen. Einen Zellaktivatorchip beispielsweise. Quick Silver selbst hat sich das Ziel gesetzt, ein Physiotron von Wanderer zu entwenden.

Inzwischen ist Homunk an Bord gekommen. Der Helfer von ES verwirrt Reginald Bull. Er kennt die Zeit nicht, bzw. scheint sie ihm egal zu sein. Und er ist dem Terraner gegenüber sehr abweisend, als dieser sein Anliegen vorträgt, Atlan aufzusuchen. Immerhin scheint der Arkonide tatsächlich auf Wanderer zu sein. Doch Homunk gestattet Bull den Besuch Wanderers erst dann, wenn dieser den chaotarchisch geprägten Zellaktivator ablegt. Das Signum der Chaotarchen würde das Leid von ES nur vergrößern. Der Terraner erfährt dadurch, dass ES Probleme hat und willigt schließlich ein. Homunk entfernt das Gerät. Omwayd bekommt den Chip zur Aufbewahrung und im Gegenzug darf dessen Lieblingssohn Ossoyr mit nach Wanderer. Bull bleiben nun 62 Stunden, um Atlan zu finden und an Bord der RYTRALL zurückzukehren. Mit Homunk, Ossoyr, Zindher und Quick Silver fliegt der Terraner zur Scheibenwelt.

Nach der Landung in einer alten verlassenen Westernstadt gibt Homunk einige Auskünfte. Die Teilung der SI in ES und TALIN hat das Geistwesen in Mitleidenschaft gezogen. Einige Teile von ES haben die Teilung gut überstanden, andere haben sich verkapselt und müssen stimuliert und integriert werden. Atlan obliegt die Aufgabe eines Heilers. Er ist daher unabkömmlich. Der Helfer von ES führt die Besucher in den Untergrund der Scheibenwelt. Er kann sie nicht zu Atlan führen. Aber er stellt ihnen eine andere Führerin zur Verfügung. Es ist Suzan Rhodan. Onkel Bull ist von seinen Gefühlen überwältigt. Auch Suzan ist durch das Leiden von ES beeinträchtigt. Sie erläutert den Prozess den ES durchlaufen hat, am Beispiel der Trennung eines Gehirns in zwei Teile, von denen jedes so funktionstüchtig sein soll, wie das einzelne zuvor. Aber Suzan will Bull helfen, wo sie nur kann.

Inzwischen haben die Verfolger des Protokolls Defensive die RYTRALL erobert und einen Weg nach Wanderer gefunden. Das Mini-Kog, eine Raumsphäre der Chaotarchen, wie Quick Silver nun erläutert, konnte den Zeitschirm um Wanderer durchdringen. Die Yothoy greifen die an die Oberfläche zurückgekehrte Gruppe um Reginald Bull an. ES kann nicht helfen, teilt Suzan mit. Geist nimmt indessen keine Befehle mehr von Toidha Zyonaro entgegen. Die Chaotarchensphäre will Ambur-Karbush zerstören und nimmt auch keine Rücksichten auf die Yothoy. Die Situation eskaliert.

An anderer Stelle von Wanderer sucht Homunk Atlan auf. Der Arkonide geht seiner Tätigkeit als Heiler nach. Homunk teilt ihm die Ankunft von Reginald Bull mit. Der Arkonide muss den Terraner über ein Dilemma aufklären. Reginald Bull wird Suzan Rhodan töten müssen.

 

Rezension:

Ein flott geschriebener Roman von Michael Marcus Thurner, der allerdings die Protagonisten wieder nur einen winzigen Schritt voranbringt. Die Langsamkeit, mit der die den Zyklus bestimmende Story voranschreitet wird vom Autor wieder mal durch komplexe Rahmenhandlungen kaschiert.

Als ein Element haben wir das Team um Reginald Bull. Die Durchtriebenheit Quick Silvers knüpft nahtlos an die bisherigen Auftritte des Androiden an. Auch die Darstellung von Toio Zindher erlebt an der Seite Reginald Bulls eine Fortführung vom Roman der letzten Woche. Der Reiz des Zusammenspiels mit dem Unsterblichen liegt natürlich darin, ob die Tefroderin Bull nur etwas vorspielt oder ob mit ihr eine Wandlung vorgeht. Auch Bull lässt der Autor zu diesem Thema die eine oder andere Überlegung anstellen. Diese Figurenkonstellation hätte für meinen Geschmack noch mehr ausgebaut werden können. Interessant ist noch Bulls Einschätzung zu Homunk. Als Bote einer SI sei er ohnehin nicht an moralischen Maßstäben zu messen, lässt uns der Autor durch seine Figur mitteilen. Ob das Thurner wirklich so ausdrücken wollte?

Die Apukamuy setzt der Autor geschickt in Szene. Na ja, andere Sterne, andere Sitten. So widerwärtig, wie sie vom Autor beschrieben wurden, werden sie sicherlich auf lange Zeit den Status eines höchst unbeliebten Volkes in der Serie einnehmen.

Kommen wir nun zu den anderen Elementen von Thurners Roman. Den Verfolgern aus Allerorten und der Kunstwelt Wanderer. Wie schon in Heft 2777 zeigen sich die Bewohner Allerortens wie sorglose kleine Kinder, die ohne zu zögern mit gefährlichsten Gerätschaften hantieren und denen selbst das Eindringen in das Domizil einer SI als das normalste der Welt vorkommt. Hier trägt der Autor zu dick auf. Der Memoring, den irgendein Archäologe der Stadt erbeutet hat oder der Weiße Saal, den Quick Silver aus der JULES VERNE barg, sind schon unfassbare Technologien. Aber das reichte dem Autor nicht. Es musste gleich ein Fahrzeug aus dem Fundus eines Chaotarchen eingebaut werden. Durch diesen ausufernden Materialeinsatz hat die Stadt Allerorten binnen zwei Romane deutlich an Faszination eingebüßt. Der Zauber ist dahin.

Mit dem Handlungsort Wanderer wagt sich der Autor an einem weiteren faszinierenden Handlungsort. Hier stand Thurner vor dem Problem, nicht allzu viel über den Wohnsitz von ES zu verraten. Tatsächlich ist Thurner hier wesentlich zurückhaltender. Zwar steht der abschließende Roman der Trilogie noch aus aber zumindest in diesem Heft bleibt die geheimnisvolle Atmosphäre dieses Handlungsorts unangetastet. Nicht unangetastet ist der Zustand von ES. Die SI ist mal wieder desorientiert. Dieser Zustand, der doch eigentlich der Normalzustand zu sein scheint, ist inzwischen so breitgetreten wie Tolots Bettvorleger.

Die Hereinnahme Suzan Rhodans erachte ich als überflüssig. Zwar deutet sich zum Ende ein Konflikt an aber ich war schon immer ein Gegner vom Wiederaufleben lassen solcher Figuren. Damit schafft man nur Probleme, weil so de facto „jede“ Figur zurückgeholt werden kann. Und diese Art von Beliebigkeit fügt der Serie mehr Schaden zu, als das es nutzt. Klar gibt es immer Leser, die eine beliebte Figur zurückhaben wollen. Und der Autor haut gleich noch in diese Kerbe, indem er Bull darüber nachdenken lässt, ob er Tekener auf Wanderer wieder trifft. Doch wem nützt es, wenn die wenigen Veränderungen, die in der Serie vorgenommen werden, jederzeit zurückgedreht werden können?

 

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