Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2751

Gucky auf AIKKAUD – von Leo Lukas – Handlung:

An Bord des Sternenportals AIKKAUD hält sich ein buntes Völkergemisch auf. Auch Laren versehen ihren Dienst an Bord. Dazu gehört auch Teppac-Oshellar, der aus einer Familie stammt, die längst die neuen Herren Larhatoons, die Onryonen, akzeptiert hat. Teppac ist anders. Als er mal wieder seinem Lieblingssport nachgeht, dem Chy-lii, kommt er in Kontakt mit dem Provconer Nacour-Thaec, der den jungen Laren im Wettkampf haushoch besiegt. Die beiden trainieren fortan zusammen und Teppac erfährt schließlich, dass sein Mentor der Rebellenführer der Proto-Hetosten auf AIKKAUD ist. Der Widerstand plant einen Anschlag und Teppac-Oshellar schließt sich begeistert dem Widerstand an.

Unterdessen hat Dhael Dhusseniv, der stellvertretende Sicherheitschef der Station, neue Informationen erhalten, die einen vor einiger Zeit auf der Station verübten Mord an einem Aiunkko in neuem Licht erscheinen lassen. Offensichtlich wurden die Erinnerungen der am Tatort angetroffenen Onryonen manipuliert. Außerdem wurde larische DNS gesichert. Dhusseniv bekommt von seinem Vorgesetzten den Auftrag, weitere Nachforschungen anzustellen und verschärft die Sicherheitsmaßnahmen auf AIKKAUD.

Wenige Lichtjahre vor AIKKAUD hat die RAS TSCHUBAI unter ihrem Protos-Schattenschirm verborgen, Position bezogen. Unbemerkt von der gigantischen Transmitterstation und einem Raumrudel der Onryonen haben die Terraner damit begonnen, die Bastion des Atopischen Tribunals auszuspionieren. Die Vital-Telepathin Toio Zindher kann keinen Zellaktivatorträger auf der Station erkennen. Für weitere Erkenntnisse fliegen das fünfköpfige Venus-Team und Gucky mit einem LAURIN-Jet zur Station und gehen unbemerkt an Bord. Während sich die Mitglieder der TLD-Elitetruppe als Onryonen tarnen, bzw. der Oxtorner im Team als Aiunkko, legt der Ilt die Maske eines kleinen Pelzwesens an.

Dhael Dhusseniv ist nach zahlreichen Vernehmungen zur Erkenntnis gelangt, dass Proto-Hetosten die Station unterwandert haben und einen Anschlag planen. Er hat Angst um seinen Sohn und tut alles, um ihn von Bord zu bekommen. Mit einem Transporter soll das Schlafrudel seines Sohnes nach Larhatoon fliegen. Dazu lässt er die Kinder in der Nähe der Sendeplattform unterbringen.

Einmal an Bord von AIKKAUD gelangt das terranische Einsatzkommando schnell in das zentrale Kugelsegment. Der Swoon Benner kann aus den Netzwerken der Station umfangreiche Daten zur Lage in der Larengalaxie herunterladen. Gucky hingegen hat eine Begegnung der besonderen Art. Als er sich einer Gruppe Jugendlicher erwehrt, wird er vom Aiunkko Manzaber beobachtet und als Yllit angesprochen, das Gucky ausgesprochen als Ilt wahrnimmt. Der Mausbiber hakt nach und erfährt von einem Mythos der Geiststreiter in der Galaxis der Greikos, die der Erzählung nach eine eigenartige Auffassung von Gerechtigkeit an den Tag legten und Gucky spontan an Angehörige seines Volks denken lässt.

Schließlich kann sich der Ilt von diesen Gedanken lösen und seine Fähigkeiten auf die aktuelle Situation konzentrieren. Das Einsatzteam soll wenn möglich die Transmitter der Station sabotieren. Nun erkennt der Ilt, dass die Proto-Hetosten einen vernichtenden Anschlag planen, der zahllosen Unschuldigen das Leben kosten könnte. Das Team kann Teppac-Oshellar dazu bewegen, die Sprengkraft der Bomben so abzumildern, dass nur die Transmitterstationen sabotiert werden aber nicht die Station zerstört wird. Mit dem Erfolg, dass die Nachschubwege der Onryonen zumindest vorläufig gestört sind, kehrt das Einsatzteam auf die RAS TSCHUBAI zurück. Das Fernraumschiff setzt danach den Flug nach Larhatoon fort.

 

Rezension:

Leo Lukas präsentiert mit Gucky auf AIKKAUD einen schnörkellosen Roman der allseits beliebten Kategorie terranische Kommandoaktion. Im Aufbau wagt der Autor keine Experimente. Wir haben auf der einen Seite das terranische Einsatzteam und auf der Gegenseite das Sicherheitspersonal der Station. Als belebendes aber keinesfalls überraschendes Element baut der Autor noch die larischen Rebellen ein. Ebenso wie Perry Rhodan in Heft 2733 bewegen sich auch die neuerlichen Besucher der Station mit traumwandlerischer Sicherheit durch fremdes Terrain. Der Autor lässt seine Hauptfiguren auf kaum nennenswerte Probleme stoßen. Züge, die nicht in allen Stationen halten und Jugendliche, die versuchen einem Ilt das Handy, äh Kommunikationsarmband abzuziehen, waren definitiv keine Herausforderung. Mehr Salz in der Suppe versprach der stellvertretende Sicherheitschef, der gleich zu Beginn die Sicherheitsmaßnahmen auf der Station verstärkte. Aber auch daraus erwuchs keine Bedrohung für die Hauptfiguren. Der Anschlag der Rebellen konnte schnell vereitelt, bzw. die Folgen wunschgemäß abgemildert werden. Anschließend setzen die Terraner die Reise fort.

Obwohl die erste Zyklushälfte beim Aufbau des Gegners in Teilen zu einseitig geriet und man sich eigentlich für jedes kleine Erfolgserlebnis der Helden freuen sollte, ist der nun geschilderte Erfolg der Terraner eine Spur zu harmlos geraten, zumindest darin, wie er erzielt wurde. Da kann man nur hoffen, dass die zweite Zyklushälfte nicht in Teilen zu einseitig für die Terraner gerät. Auch wenn die Hauptstory also nicht gerade ein Brüller war, kann Leo Lukas dennoch einige Male im Detail punkten. Unzweifelhaft zum Höhepunkt seiner Geschichte geriet der gemeinsame Toilettengang des onryonischen Sicherheitschefs mit seinen Assistenten. Das gemeinsame defäkieren im Kollegenkreis hatte auch schon Autorenkollege Michael Nagula in seinem Roman 2733 eingebracht. Damals hatte ich kommentiert, dass der Autor Humor zeigt. Leo Lukas erweitert diese Szene in unnachahmlicher Weise mit zahlreichen geistreichen Anmerkungen und liebevoll spöttische Beschreibungen und Dialoge.

In einem anderen Abschnitt geht Leo Lukas auf Leserkritik ein. Er fügt eine Erläuterung zu einem Handlungsabschnitt aus Uwe Antons Roman 2715 nach, der wohl in Foren diskutiert wurde. Darin ging es um die Frage, warum die Vitaltelepathin Zindher den Aktivatorträger Tekener beim Einsatz auf ITHAFOR nicht hat orten können. Leo Lukas wäre nicht Leo Lukas, wenn er seine Erläuterung zu diesem Thema nicht auch mit einem humorigen Augenzwinkern transportieren würde.

Und noch ein Wort zur Darstellung des Gucky. Es ist zu erkennen, dass haben die einzelnen Romane in diesem Zyklus gezeigt, dass sich das Autorenteam viel Gedanken zur neuen Rolle dieser Figur gemacht hat. Den Ilt zeichneten in der Vergangenheit im Wesentlichen zwei Seiten aus. Die Figur wurde einerseits beinahe schon als omnipotent beschrieben. Die ins extreme ausufernden Psi-Fähigkeiten des Ilts fanden in beängstigender Weise ihren Niederschlag in den Titeln, mit denen die Figur versehen wurde. Der selbsternannte Retter des Universums ist dabei eher der zweiten Seite des Ilts, der klamaukigen Seite zuzuordnen. Den öfters verwendeten Begriff des Überall-Zugleich-Töters habe ich stets als eine große Dummheit und als eine „Jugendsünde“ der Serie wahrgenommen. Leider eine Dummheit, die bis in die Gegenwart reicht. Von daher ist der neue Gucky ein toller Einfall und es gelingt Leo Lukas in der Szene, in der sich der Ilt Gedanken darüber macht, wie er das Venus-Team mit seinen nunmehr begrenzten Fähigkeiten überhaupt unterstützen kann, auch eine glaubwürdige Umsetzung der neuen Figur. In anderen Kapiteln ist in der Darstellung des neuen Ilts noch etwas Feinarbeit nötig. Es wirkt ein wenig wie ein Balanceakt. Eine kurze Szene am Romanende, als Gucky seinen Freund Bully auf frühere telekinetische Späße anspricht, führt fast schon wieder zur klamaukigen Darstellung des Ilts.

Kurz gesagt, den Überall-Zugleich-Töter und den klamaukigen Ilt haben die Autoren aus der Serie verbannt. Jetzt gilt es diesen Fortschritt sorgsam zu pflegen. Eine Fähigkeit mehr und eine Flugeinlage und schon ist es um den sorgsamen Aufbau des neuen Guckys geschehen. Es wäre schade, wenn das passiert.

 

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