Articles for the Month of Mai 2013

Ansichten zu PR 2701

Unter der Technokruste – von Christian Montillon – Handlung:
Nach dem Absturz der STARDIVER stehen Rhodan und seine Begleiter am Mare Imbrium. Der Prototyp, der ihnen dank seines neuartigen Hypertrans-Progressor-Antriebs den Flug durch den Repulsor-Wall ermöglicht hat, ist von fremden Schiffen abgeschossen worden. Unter dem Schutz von Toufecs Nanogenten beobachten die Terraner die fremden Schiffe, die über dem Absturzgebiet kreisen. Rhodan löst die Selbstvernichtung der STARDIVER aus. Nach einer Serie schwerer Detonationen ziehen sich die Fremden zurück.

Perry Rhodan, Shanda Sarmotte, Toufec und der Hyperphysiker Fionn Kemeny wenden sich Luna Town IV zu, eine von sechs je einhundert Quadratkilometern großen Städten, deren Gründung Jahrtausende zurückliegt. Auf dem Weg dorthin müssen sie die Technokruste überfliegen. Das fahlgrün schimmernde Metall verändert auch jetzt noch seine Oberfläche. An manchen Stellen entstehen Löcher im Boden, die kurzzeitig den Blick auf die steinerne Oberfläche des ursprünglichen Mondes erlauben, bevor die Technokruste sich wieder schließt. Luna Town IV wird von einer mächtigen Kuppel überspannt, die wiederum vom Technogeflecht überwuchert wird. Zu Rhodans Überraschung ragt eine Kunstsonne, wie er sie noch nicht gesehen hat, halb aus der Technohaube heraus. Die seltsam leuchtende Sonne lässt sich von den SERUNS nicht analysieren. Die Telepathin Shanda Sarmotte kann erstmals Gedankenimpulse wahrnehmen. Ein Wesen mit dem Eigennamen Pyzhurg lebt unter der Panzertroplonkuppel und es hat Angst. Rhodan entdeckt eine Lücke in der Technokruste und über eine Schleuse in der Kuppel kann das Team die Stadt betreten.

Luna Town IV ist verlassen. Es ist keine Bewegung zu sehen oder zu orten. Die Atmosphäre ist dünn, die Stadt ist von Technogirlanden und Technoadern durchzogen. Pazuzu schafft einen Zugang zu einem Gebäude, das früher als Gewächshaus diente. Zur Überraschung aller ist die Anlage intakt. Es gibt sogar aktive terranische Wartungsroboter. Im Gewächshaus entdeckt das Team Pflanzenhybriden. Das Technokraut, wie es von Kemeny getauft wird, attackiert den Wissenschaftler und die Gruppe zieht sich zurück. Es bleibt zunächst unklar, welchem Zweck das technisch-bionische Pflanzenkonstrukt dient. Shanda erkennt wieder die Gedanken von Pyzhurg, der Angst vor den Menschen auf Luna hat. Die Telepathin führt die Gruppe zu dem Wesen. In dem Raum, in den Rhodan eindringt, schlafen 10 Wesen. Nur 1 Wesen, der Pyzhurg ist wach. Es ist ein Wächter, der die anderen warnt. Shanda identifiziert die Wesen als onryonische Kinder. Da alle in Panik geraten, werden sie betäubt und das Team zieht sich zurück.

In Tagebucheintragungen von Antonin Sipiera werden die Geschehnisse auf Luna beleuchtet. Der Sicherheitschef von Luna City beobachtet, wie der Rücktransfer des Solsystems in die Milchstraße beginnt und nicht mehr endet. Luna treibt durch ein undefinierbares Medium, das schnell als der Schacht bezeichnet wird, durch den der Mond sinkt. Tagelang, Wochenlang, Monatelang. Hochtechnisierte Sonden scheitern am Versuch, den Schacht zu verlassen oder mehr über die Natur des Phänomens herauszufinden. Freiwillige kehren von Missionen nicht zurück. Sechsundzwanzig Jahre nach Eintritt in den Schacht ist Sipiera Bürgermeister von Luna City. Es treten verstärkt Beben auf. NATHAN errechnet, dass diese Beben eines Tages Luna zerreißen werden. Da nähert sich aus dem Schacht ein aus sich selbst leuchtendes Raumschiff. Der Onryone Fheyrbasd Hannacoy von der TUUCIZ meldet sich. Er bezeichnet den Schacht als n-dimensionale Laterale, in die es ihn und seine Leute verschlagen habe. Er bittet auf dem Mond um Asyl, denn auch die Onryonen können den Schacht nicht verlassen. Er setzt darauf, dass die Ressourcen des Mondes es ermöglichen, die noch vorhandene vierdimensionale Koordinatenprägung Lunas zu nutzen, um den Mond an seinen angestammten Platz zurückzuschicken.

Die Onryonen lassen sich auf der Rückseite des Mondes nieder und gründen eine kleine Stadt. Andere Schiffe der Onryonen kommen im Laufe der Jahre dazu. Schließlich leben ca. 100.000 der Fremden auf Luna. Doch die Onryonen haben Sorgen. Es werden keine Kinder mehr geboren. Bei einem Besuch in der Stadt der Fremden entdeckt Antonin Sipiera einen Brunnen aus seltsamen, fahlgrün leuchtenden Metall. Über 40 Jahre nach Eintritt in den Schacht wird endlich wieder ein onryonisches Kind geboren. Und auch Sipiera erwartet Nachwuchs. Seine Frau Tamea bringt seine Tochter Pri zur Welt.

Shanda Sarmotte ortet zwei erwachsene Onryonen, die sich auf der Jagd befinden. Ihre Opfer sind offensichtlich Terraner, die Sabotageakte verüben. Es kommt zu einem Kampf, bei dem die beiden Onryonen getötet werden. Eine terranische Saboteurin namens Quinta Weienater überlebt schwerverletzt. Bevor sie ohnmächtig wird, erkennt sie Rhodan und nennt ihn beim Namen. Außerdem sollen sie ins Mondgefängnis, damit meint sie Luna City, gehen und dort nach Pri Sipiera fragen. Das Armbandgerät von Quinta zeigt das Datum 25. Oktober 1572 NGZ, also mehr als 50 Jahre in der Zukunft.

Rhodans Team nimmt die schwerverletzte Saboteurin mit nach Luna City. In der Stadt angekommen sind die Verhältnisse sehr unklar. Onryonen und Menschen bevölkern die Straßen. Es gibt auch gemischte Patrouillen von Menschen und Onryonen in roten Uniformen. Rhodan und Co machen Maske und tauchen in die Stadt ein. Beim Versuch, eine Terranerin anzusprechen, werden Wächter auf sie aufmerksam. Ein Zwerg namens Loolon zieht sie in ein Gebäude. In einem Zwischendeck des Lunafanten, einem früheren Luxushotel, trifft Rhodan auf Pri Sipiera, die sich als Führerin des Lunaren Widerstands vorstellt.

Rezension:
Der Roman beginnt da, wo der Jubiläumsband endete. Rhodan und seine Gefährten stehen auf dem Mond. Christian Montillon kommt recht schnell zum Thema. Rhodan und seine Begleiter erkunden die seltsame Umgebung. Auffällig ist, dass der Autor seine Protagonisten anfangs nahezu ausschließlich mit ihren menschlichen Sinnen die Erkundung ihrer Umgebung vornehmen lässt. Metallurgische Untersuchungen des Technogeflechts? Fehlanzeige! Altersbestimmung des fremden Metalls? Fehlanzeige! Zugriff auf terranische Informationstechnologie? Fehlanzeige! Selbst als ein Ernteroboter terranischer Fertigung vorbeischwebt, lässt der Autor seine Figuren nur beobachten. Dahinter steckt natürlich die Absicht, erstmal nur in die fremde Umgebung einzuführen ohne gleich mit technischen Phrasen die so geschaffene Atmosphäre zu zerstören. Montillon lässt Rhodan von daher auch ein klares Ziel ausgeben. Sie wollen Menschen suchen. Wissenschaftliche Erkenntnisse werden diesem Ziel nachgeordnet.

Es ist schön, den unsterblichen Namensgeber der Serie mal wieder in Aktion zu erleben. Die Figuren Montillons halten sich selten unnötig lange an einem Ort auf, sondern gehen sehr zielstrebig ihre jeweiligen Zwischenziele an. Das Eindringen in Luna City gegen Ende des Romans kann man dabei fast schon als überhastet bezeichnen. Dieser „Perry“ ist von ganz anderer Art als der „Perry“ des Neuroversumzyklus. Daran muss man sich erst noch gewöhnen. Es ist natürlich eine angenehme Überraschung, den Titelhelden derart handlungsfreudig zu sehen.

Der Roman lebt von der Spannung, was Rhodan und Co. auf dem Mond vorfinden, was aus den Menschen geworden ist, die mit Luna verschwanden. Der Autor unterstützt diese Spannung, indem er mehrmals einzelne Kapitel mit einem Cliffhanger schließt und dann erstmal die Erzählebene wechselt. Diese Rückblenden bieten eine andere Sicht auf die Geschehnisse und es wird erkennbar, wie sich die beiden Zeitlinien langsam nähern. Mit welchem Ergebnis werden wir erst nächste Woche erfahren.

Ein schöner Roman von Christian Montillon, wobei der Autor in einigen Bereichen allerdings nicht das ganze Potential nutzt. Ein paar mehr Dialoge zwischen Toufec, Shanda, Fionn und Perry hätten es schon sein dürfen. Die ganze Situation schreit förmlich danach, dass man sich darüber unterhält. Dennoch lässt der Autor die Figuren nur wenig kommunizieren. Zugunsten allerdings einer stetig voranschreitenden Handlung. Es ist erkennbar und von mir auch oben schon beschrieben, dass Montillon die Figur Rhodan in den Mittelpunkt seiner Geschichte gerückt hat. Als Expokrat muss Christian Montillon aber aufpassen, dass die Figur Toufec nicht alleine über dessen Dschinn definiert wird. Die Figur kann deutlich mehr, nicht umsonst haben die Autoren auf dem vergangenen Con in Garching mehrheitlich den Roman Toufec von Richard Dübell als den Band benannt, der sie am meisten im vergangenen Zyklus beeindruckt hat.

Insgesamt ein gelungener Auftakt für den Neu-Expokraten. So kann es weitergehen!

Ansichten zu PR 2700

Der Techno-Mond – von Andreas Eschbach – Handlung:

Auf Terra schreibt man das Jahr 1514 NGZ. Das Solsystem ist am 26. August 1503 NGZ an seinen angestammten Platz zurückgekehrt. Da hatte man auf Terra noch 1470 NGZ geschrieben, die Bewohner der solaren Welten hatten somit 33 Jahre einfach übersprungen. Die Rückkehr war jedoch nicht vollständig gewesen, denn Luna, der Mond der Erde, fehlte. Anfangs hatte man die Hoffnung, dass der Mond mit einiger Verspätung noch eintreffen werde. Die Auswirkungen des fehlenden Mondes auf das Klima der Erde waren gravierend. Zudem wurde natürlich die lunare Riesenpositronik NATHAN schmerzlich vermisst. Als dann schließlich der Mond am 22.05.1512 NGZ auf seiner korrekten Umlaufbahn eintraf, zeigte sich der Himmelskörper stark verändert.

Die Oberfläche des Mondes war von einer Technokruste überzogen. Wie ein Geflecht überwuchert ein in sich verdrehtes Netz aus Maschinen und technischen Strukturen den gesamten Mond. Von den Städten ist nichts mehr zu sehen, das Schicksal ihrer Bewohner ist unbekannt. Natürlich hatte man versucht, auf dem Mond zu landen, doch ein unbekanntes Kraftfeld, der Repulsor-Wall, umgab den Mond vollständig und verhinderte bislang jeden Versuch, es zu durchdringen. Auch Gucky, der auf eine leichtfertige Bemerkung von Rhodan hin, eine Teleportation wagte, scheiterte. Seither liegt der Ilt im Koma in einer Spezial-Klinik in Terrania.

Seit der Mond zurück ist und fahlgrün am Himmel wie ein Damoklesschwert über Terra hängt, haben zahlreiche Menschen die Erde verlassen, sind auf andere solare Welten gezogen oder gleich in ein anderes Sonnensystem. Die Auswanderungswelle hat mit 1 Milliarde Menschen schon beunruhigende Ausmaße angenommen.

Doch im Juni 1514 NGZ gibt es endlich die Hoffnung ein wenig mehr über den veränderten Mond zu erfahren. Die STARDIVER ist der Prototyp eines Raumschiffes, das mit einem neuartigen Antrieb, dem Hypertrans-Progressor, ausgestattet wurde. Eigentlich für intergalaktische Flüge konzipiert, erlaubt es der Antrieb dem Schiff, aus dem Stand in den Hyperraum zu gehen. Der 200m-Kugelraumer mit Anflanschen aus Salkrit soll den Piloten Rhodan und 3 Begleiter durch den Repulsor-Wall bringen. Da die vom Salkrit ausgehende Strahlung für Lebewesen tödlich ist, wird die Besatzung den Flug in Suspension verbringen.

Perry Rhodan trifft sich im Luna-Orbit zu letzten Gesprächen mit Oberst Evrem Valsoda, dem Kommandierenden der Sicherungsflotte. Dort hat man neue Erkenntnisse gewonnen. Vom Mond werden intensive Scans des Solsystems durchgeführt. Anschließend trifft sich Rhodan mit dem neuen Solaren Premier Cai Cheung im Solaren Haus. Die Solare Residenz schwebt über der Stadt Goyn auf Maharani, eine Änderung, die erstaunlich schnell von den Terranern akzeptiert wurde. Der Start der streng geheimen Mission wird auf den 19. Juni 1514 festgelegt.

Unterdessen entsteht in der galaktischen Eastside ein neuer Krisenherd im Sektor Ghatamyz. Vor einiger Zeit ist der Polyporthof ITHAFOR-5 dorthin verlegt worden. Seitdem verwehren die Jülziish den Tefrodern den Zugang zum Polyportnetz. Die Tefroder reagieren auf diese Blockade und erheben ihrerseits angebliche Ansprüche auf Planeten der Jülziish. Eine LFT-Beobachterflotte im Auftrag des Galaktikums muss mit ansehen, wie tefrodische Schiffe einen Verband von Blues-Schiffen attackieren. Hilflos wird an Bord der Beobachter-Flotte der Tod von Lebewesen beobachtet, denn man darf offiziell nicht eingreifen. Nur eine Rettungsmission für Überlebende des Raumkampfes darf unternommen werden.

Auf Terra bekommt Rhodan die Information vom Liga-Geheimdienstchef, dass die Pilotin und gebürtige Tefroderin Farye Sepheroa von der KRUSENSTERN, dem umgebauten Posbi-Raumer des Milliardärs Viccor Bughassidow, offensichtlich eine Enkelin von Rhodan ist. Der Unsterbliche nimmt eine länger zurückliegende Einladung von Bughassidow an und geht an Bord der KRUSENSTERN. Natürlich will er mehr über Sepheroa erfahren. Allerdings kommt es zu keinem Kontakt. Viccor Bughassidow macht Rhodan stattdessen mit seiner Suche nach einem Dunkelplaneten vertraut. Medusa, so nennt er den Planeten, hat vor ca. 20 Millionen Jahren das Solsystem verlassen. In einer Kaverne auf dem Jupiter-Mond Europa hat der Milliardär neue Hinweise zu Medusa entdeckt. Er bittet Rhodan um Rechenzeit bei der Biopositronik OTHERWISE. Rhodan interessiert das Projekt und er sagt Bughassidow Unterstützung zu einem späteren Zeitpunkt zu.

Unmittelbar vor dem Start der STARDIVER sagt das Galaktikum in Absprache mit der LFT die Entsendung einer Hilfsflotte für die Opfer des Eastside-Konfliktes zu. Rhodan kommen die Zusammenstellung der Flotte und der Start des Verbandes gelegen. Diese Aktivitäten tarnen den Start seiner Mission. Zusammen mit Toufec, Sanda Sarmotte und dem Hyperphysiker Fionn Kemeny geht er an Bord der STARDIVER. Nach dem Start wird der neue Antrieb eingeschaltet und das Schiff geht in die Phase der Hypertransit-Progression. Tatsächlich kann das Schiff die Grenze des lunaren Kraftfelds damit durchfliegen.

Sichu Dorksteiger, die Chefwissenschaftlerin der Liga, beobachtet von einem Observatorium, wie 32 fremde Kugelraumschiffe von der Mondoberfläche starten. Sie verfolgen ein anderes Schiff und schießen es ab. Auch bei der Sicherungsflotte um Luna sind die Aktivitäten der Fremden bemerkt worden. Plötzlich aktivieren sich überall die Kommunikationsanlagen. Ein fremder Humanoide mit lackschwarzer Haut stellt sich als Shekval Genneryc vor, Kommandant des Raumvaters HOOTRI und Anführer des onryonischen Raumrudels der im Auftrag des Atopischen Tribunals handelt. Der Fremde fordert ultimativ dazu auf, den für die Eastside bestimmten Verband nicht starten zu lassen und auf keinen Fall den Versuch zu unternehmen in den Linearraum einzutreten.

Die Drohung wird ignoriert und der Verband geht in den Linearraum. Von den fremden Schiffen werden daraufhin 300 Raumtorpedos gestartet. Die Sicherungsflotte kann die meisten abschießen, sie kann allerdings nicht verhindern, dass einige Torpedos in den Linearraum gehen. Zum Entsetzen der Terraner stürzen Trümmer von Schiffen der Hilfsflotte in den Einsteinraum zurück. Die Torpedos konnten die Schiffe während des Linearfluges vernichten! Die Sicherungsflotte von 1000 Schiffe eröffnet daraufhin das Feuer auf die 32 onryonischen Schiffe, die sich ohne Verluste nach Luna zurückziehen. Genneryc verkündet in einem weiteren Funkspruch ein Linearflug-Verbot über das Sol-System.

Der Resident Arun Joschannan weist in einer Funkbotschaft alle Forderungen zurück. Da meldet sich direkt Shekval Genneryc wieder und kann auf allen Kanälen empfangen werden. Er ruft den ersten Tag des ersten Jahres des Atopischen Tribunals in der Milchstraße aus. Er untersagt jegliche Flottenbewegung im Solsystem. Als erste Amtshandlung fordert der Fremde die Überstellung von Perry Rhodan und Gaumarol da Bostich an das Tribunal innerhalb von 3 Tagen. Auf die Frage, welche Vergehen Rhodan zur Last gelegt werden, nennt der Fremde die Auslösung des DORIFER-Schocks, die Tötung der Superintelligenzen SETH-APOPHIS und KOLTOROC und die Auslösung des Weltenbrandes, der Ekpyrosis von GA-yomaad. Das letztgenannte Verbrechen wird Rhodan erst im Jahre 84.387 begehen.

Auf Luna stehen Rhodan und seine Begleiter am Mare Imbrium. Auf die Frage von Kemeny, was sie nun machen antwortet Rhodan: „Na, was schon? Wir gehen und schauen nach, ob hier noch Menschen leben.“

Rezension:

Wiederholt sich Geschichte? Diese Frage ging mir seit Tagen nicht mehr aus dem Kopf. Auch nicht in diesem Moment, da ich meine Ansichten zum Jubiläumsband 2700, der von Andreas Eschbach verfasst wurde, niederschreibe. Der Roman liegt vor mir auf dem Tisch. Mit 80 Seiten Umfang, den Anhängen und dem eingehefteten Poster ist der Jubiläumsband dick geraten. Der Verlag kann stolz sein, der Name Andreas Eschbach auf dem Cover einer „runden“ Nummer wertet das Heft zusätzlich auf. Trotzdem kreiste in meinen Gedanken nur diese eine Frage: Wiederholt sich Geschichte?

Wieder steht Rhodan mit 3 Begleitern vor einer Herausforderung. Wieder muss er mit einem Raumschiff den gefahrvollen Flug zum Mond wagen. Wieder einmal dasselbe. Wieder einmal wird die Erde bedroht. Wieder taucht ein übermächtiger Gegner auf. Wieder sprechen zuerst die Waffen. Wieder haben die Terraner den Fremden nichts entgegenzusetzen. Wieder stehen Wissenschaftler ratlos vor fremden Technologien.

Wiederholt sich Geschichte? Andreas Eschbach macht im Epilog ein Bekenntnis. Nein, lässt er seine Figur Rhodan feststellen. Zwar neigte Geschichte dazu, ähnlichen Mustern zu folgen, aber das, was tatsächlich geschah, war letzten Endes immer eine Überraschung.

Ich würde dieser Aussage von Andreas Eschbach nur allzu gerne vertrauen. Um sicher zu gehen, dass sich Geschichte nicht wiederholt, und damit meine ich die immer wiederkehrenden Elemente der Perry Rhodan-Serie, muss nicht viel getan werden. Andreas Eschbach muss lediglich auch die Romane 2701 bis 2799 schreiben und ich bin mir sicher, dass dann die Serie zwar immer noch ähnlichen Mustern folgt, uns dennoch aber zahlreiche Überraschungen erwarten.

Ja, auch der Jubiläumsband von Andreas Eschbach folgt vertrauten Mustern. Der (fast schon obligatorische) Zeitsprung erlaubt die Schilderung einer stabilen Gesellschaft. Die Unruhe direkt nach der Rückkehr des Solsystems wäre doch eher hinderlich gewesen. Dazu eine neue politische Ordnung, leicht abgewandelte Aufgaben für die Unsterblichen, ein paar geschickt platzierte Geheimnisse. Ein exzentrischer Milliardär, dazu eine persönliche Note mit der mutmaßlichen Enkelin von Rhodan und ein paar verspielte Details, beispielsweise die Statue in Rhodans Haus.

Der Roman hat mir gefallen, trotz oder vielleicht auch wegen der vertrauten Muster. Zugegeben, meine Verblüffung hielt sich in Grenzen und überraschende Wendungen blieben ebenfalls aus. Aber im Auftaktband zu einem 100 Hefte umfassenden Zyklus darf man das auch nicht erwarten. Andreas Eschbach schafft es, ganz Perry Rhodan-untypisch, einige typische Jubiläumsband-Klippen zu umschiffen. Keine epischen Wiederholungen, kein Herunterbeten von Lebensläufen und Ähnlichem. Toufec und Shanda sind mit dabei. Das reicht, der Leser kennt die beiden schließlich aus den letzten Romanen. Die verschiedenen Handlungsorte wurden gleichrangig abgedeckt, die Geschichte bot eine ausgewogene Mischung aus bekannten und neuen Elementen. Die Handlung wurde zielstrebig vorangetrieben. Der Roman war jetzt nicht übermäßig spannend, weckte jedoch meine Neugierde auf die Fortsetzung.

 

Ansichten zum Garching Con 2013

Alle zwei Jahre findet der Garching-Con statt. Alle 2 Jahre? Nicht ganz, denn immer wenn ein Weltcon „dazwischen“ kommt, wird die Traditionsveranstaltung der Perry Rhodan-Fans und der Macher der Serie verlegt oder entfällt. Nach der Pause 2011 zugunsten des Weltcons in Mannheim, war es endlich wieder soweit. Der 9. Garching Con fand diesmal am Pfingstwochenende statt. Teilgenommen habe ich am Freitag und Samstag und um von den Feiertagen auch noch etwas zu haben, trat ich dann am Sonntagmorgen die Rückreise an. Der Con wurde wie immer im Rahmen der Garchinger Weltraumtage veranstaltet, die vom Archiv der Astronomie- und Raumfahrt-Philatelie e.V. ausgerichtet werden. Die Organisatoren kamen wieder vom Perry Rhodan-Stammtisch „Ernst Ellert“ München. Das Team organisierte zum wiederholten Male einen Con vom Feinsten, tolle Gäste, tolle Atmosphäre, tolle Technik. Ich ziehe meinen Hut. Das ist wieder einmal große Klasse gewesen!

Natürlich zeigte der Con ein breites Spektrum zu Perry Rhodan, Atlan, Neo und weiteren Serien. Schwerpunkt war allerdings der Jubiläumsband 2700, der am Freitag erschien und den ich während der Anreise im Zug gelesen habe. Meine Rezension dazu folgt in den nächsten Tagen. Doch zunächst meine Ansichten und Eindrücke vom Garching Con.

Ich traf gegen 16:00 in Garching ein und wollte nach dem Einchecken im Hotel dann auch gleich den Sprung rüber ins Con-Gebäude machen. Doch irgendwelche Höheren Mächte ließen ein Unwetter mit Gewitter und starken Regenfällen just in diesen Minuten über Garching ziehen. Nach einer halben Stunde war dann allerdings das Gröbste vorüber und um 17:00 konnte ich als Voranmelder meine Eintrittskarte abholen und das Con-Package in Empfang nehmen. Der erste Eindruck war wie immer, die gleichen „Gesichter“ wie auch 2011 in Mannheim oder 2009 beim letzten Garching-Con. Allerdings fiel mir auf, dass diesmal doch einige bekannte „Gesichter“ fehlten. Nicht gefehlt hat allerdings Helmut Freisinger. Zusammen mit ihm und Andrea habe ich in den Bürgerstuben (nennt sich jetzt Rondell, da mal wieder ein neuer Pächter) zu Abend gegessen. Mit am Tisch saßen Inge Mahn und Regina Vlcek und da die Runde sehr gesellig war, habe ich neben dem ConProlog auch noch die Vorstellung der Chronik dritter Teil verpasst. Zur Staffelübergabe der Expokraten, die ab 18:45 im Großen Saal stattfand habe ich es dann immerhin mit einiger Verspätung noch geschafft. Wim Vandemaan war nicht nach Garching gekommen und daher übernahm Christian Montillon alleine die Fackel von Uwe Anton. Christian war gut drauf, um nicht zu sagen regelrecht aufgekratzt, und die Inhalte, die er zu den neuen Exposés verriet, zeigten sehr deutlich, dass er mit großer Leidenschaft an diese Aufgabe herangeht. So verriet er u.a. dass er öffentlich zugängliche Bilder aus Model-Agenturen heraussucht und ans Exposé heftet, um den Autoren damit seine Vorstellungen einer neuen Figur besser darzulegen.

Expokraten
Expokraten unter sich

Danach folgte der Vortrag „Ein ganzes Universum in 30 Minuten“ von Roger Schulz. Um das zu schaffen, hat er die Serie in Großzyklen gegliedert. Anders wäre das nicht zu schaffen gewesen. Nach dem recht kurzweiligen Vortrag habe ich vom nächsten Programmpunkt „50 Jahre Dr. Who“ nur etwas mehr als 45 Minuten mitgenommen, dann zog es mich wieder nach draußen, um mit Fans den Abend langsam ausklingen zu lassen.

Ueberblick DrWho
Roger Schulz und Dr. Who

Bevor am Samstag der Con offiziell gestartet wurde habe ich einige wenige Bilder geschossen.

Ruesselmops Con-Impressionen1 Sammelkarten2
Con-Impressionen

Um 09:30 war dann Con-Eröffnung und der Con-Teaser wurde vorgeführt. Den von Raimund Peter mit Animationen versehenen Film fand ich schlicht genial. Alle bekannten SF-Serien, wie z.B. Star Trek, Star Wars, Star Gate, Orion u.a. wurden mit ihren Eröffnungssequenzen an das Perryversum angepasst und hintereinander abgespielt. In der letzten Sequenz materialisierte die TARDIS aus Dr. Who auf dem Platz vor dem Con-Gebäude. Nach dem Grußwort der Bürgermeisterin folgte auch schon der erste große Programmpunkt zum Thema Perry Rhodan Neo.

Neo-Konferenz
Neo-Konferenz

Ich habe leider nicht allzu viel davon mitbekommen, da ich es vorzog zu einigen Kaffeeklatschrunden zu gehen, da diese Runden mit Zeichnern und Autoren intimer und informativer sind. In der ersten Runde saß ich mit Michael Wittmann zusammen. Außer mir waren nur 2 weitere Fans anwesend. Das fand ich auf der einen Seite sehr schade, andererseits ermöglichte es viele Fragen an und ebenso viele Antworten von Michael. Wie der Zeichner uns verriet, ist er leider nicht mehr länger beim Verlag beschäftigt, d.h. er hat keine über Band 2700 hinausgehenden Aufträge vom Verlag mehr erhalten. Zukünftig wird Swen Papenbrock alle Innenillustrationen zeichnen, mit Ausnahme der Hefte, deren Tibi von Dirk Schulz stammen. Dort macht Dirk die Illus selbst. Ansonsten plauderte der Zeichner aus dem Nähkästchen, beispielsweise wie er im Laufe der Zeit seine Technik und seine Stile geändert hat.

Wittmann
Michael Wittmann

Die zweite Kaffeeklatschrunde, die ich besuchte, war die mit Uwe Anton. Uwe gehört ja leider zu den Autoren, die zwar viel reden aber nicht viel sagen. Zum Beispiel wollte Uwe partout nicht verraten, wie lange seine Exposés sind. Dazu im nächsten Absatz mehr. Dennoch war die Runde natürlich unterhaltsam. Uwe hat auf diverse Fragen zum Thema Zyklusaufbau nochmal dargelegt, dass er sich darin von Robert Feldhoff abgrenzen wollte. Während Feldhoff nach seinen Zyklen radikal aufräumte, war es Uwe Antons Absicht, immer etwas in den oder die nächsten Zyklen zu retten. Auf die Frage, ob wir noch etwas von Mondra Diamond lesen werden, hat Uwe Anton nochmals auf das letzte Kapitel von 2699 verwiesen. Ist es wirklich sicher, dass Mondra ins Neuroversum ging und ist es wirklich sicher, dass Delorian seine Mutter mitgenommen hat?

Anton
Uwe Anton (und einige Foristen an der Seite und im Hintergrund)

Die dritte Kaffeeklatschrunde war mit Marc A. Herren. Die halbe Stunde mit dem Autor war leider viel zu schnell vorbei. Unter anderem haben wir uns zum Mahnenden Schauspiel vom See der Tränen und zu den Längen von Exposés unterhalten. Marc verriet, dass das Exposé seines Romans 2599 sage und schreibe 90.000 Zeichen enthielt! Ich habe mich später mit Uwe Anton nochmal dazu unterhalten. Uwe hat das relativiert. Mittlerweile sind die Fußnoten in den Exposés nicht mehr mit Querverweisen auf andere Quellen versehen, sondern werden mit Text vollständig, d.h. zu allen Quellangaben an den Autor mitgeliefert. Dadurch wird dem Autor eine Menge Arbeit abgenommen. Allerdings wird die Arbeit des Expokraten natürlich immer umfangreicher.

Mit Marc haben wir uns auch zum Thema Tifflor ausgetauscht. Die Idee zum Jahrmillionenmarsch stammt ursprünglich von Marc. Neben vielen Details, die Marc dazu verriet, ging es letztlich darum, der Figur Tifflor, die eh auf der Todesliste stand, neues Potential zu geben. Dafür sind die möglichen Konsequenzen einfach nicht hundert Prozent durchdacht worden. Jedenfalls haben wir in der Runde zu der einen oder anderen Textstelle, des von Leo Lukas geschriebenen Romans, uns köstlich amüsiert.

Herren
Marc A. Herren

Nach den Kaffeeklatschrunden habe ich erstmal die Mittagspause zum Essen genutzt. Der Pächter des Rondells hatte sein Restaurant bis 17:00 Uhr geschlossen und draußen einen Grill aufgebaut. Ich zog es vor im Biergarten Neuwirt zu speisen. Es war zwar nicht besonders warm, dennoch konnte man draußen sitzen. Michael Kummerfeld hatte sich angeschlossen und Andrea Dornof war dabei. Später gesellte sich auch Rita Grünbein dazu. Nach der Pause habe ich den Vortrag von Heiko Langhans zum Thema „Altleser – Ein Begriff und seine Frustrationen“ besucht. Da ich selbst der angesprochenen Gruppe angehöre, war der Besuch dieses Programmpunktes natürlich verpflichtend.

Langshans
Heiko Langhans

Ab 16:15 liefen dann hintereinander die nächsten Höhepunkte des Cons. Zuerst die Präsentation des Bandes 2700, unterlegt mit Film und Musik und natürlich einigen Ausblicken zum Zyklus durch Christian Montillon.

Moderation1
Moderation durch Stefan Friedrich

Es folgte die Elefantenrunde zum Thema „Zwischen dem Neuroversum und dem Atopischen Tribunal“. Während der Neuroversum-Zyklus nachbereitet wurde und zum Begriff „Atopisch“ zahlreiche Erklärungen und Begriffsbestimmungen gemacht wurden, ist auch ein Kurzclip von einer Pressekonferenz mit Andreas Eschbach eingespielt worden. Es würde sicherlich zu weit führen, wenn ich versuchen würde, die zahlreichen Andeutungen der Autoren hier wiederzugeben. Kritisch wurde einmal mehr aus dem Publikum der übermächtige Gegner aus Band 2700 gesehen. Dreißig Raumschiffe gegen 1000 terranische Schiffe und die Terraner schaffen es nicht, auch nur ein Schiff des Gegners nur zu gefährden. Christian Montillon sah das allerdings nicht so. Na ja.

Fragestunde
Von links nach rechts, A.Drechsler, S.Papenbrock, U.Anton. Moderator S.Friedrich, C.Montillon, M.Herren, V.Themsen, L.Lukas

Nach der Fragestunde folgte die Stunde des Jägers. Ich habe die Gelegenheit ergriffen und von allen Ehrengästen ein Autogramm geholt. Anders als beim Weltcon war die Wartezeit mit wenigen Minuten erfreulich kurz.

Autogrammjaeger
Autogrammjäger

Den Kostümwettbewerb habe ich verpasst und daher auch kein Bild davon. Wie am Freitag habe ich mit Inge Mahn und Regina Vlcek zu Abend gegessen und die Runde war so gesellig, dass ich erst gegen 21:00 Uhr die letzten Minuten der Auktion mitbekam, die von Rita Grünbein als Auktionatorin geleitet wurde. Anschließend stellte Robert Vogel noch einen PR-Fanfilm vor, der nicht im Programm des Weltcons lief. Den Film fand ich gut, er hatte einige Gags, die das Publikum zum Lachen brachte.

Letzter Programmpunkt, der dann bis 23:30 über die Bühne ging, war eine Adaption der SAT.1-Sendung „Genial daneben“. In „Perrygenial“ mussten vier Autoren zu herrlich schrägen Fragen aus dem Perryversum eine Antwort finden. Hugo Egon Balders Part wurde von Rüdiger Schäfer übernommen. Ihm saßen Leo Lukas, Uschi Zietsch, Marc Herren und Hermann Ritter (alias Wigald Boning, Hella von Sinnen, Bastian Pastewka und Berhard Hoecker) gegenüber. Der Programmpunkt geriet zu einer herrlich schrägen Veranstaltung, die das Publikum prächtig unterhielt. In einer der Fragen musste das Rateteam herausfinden, was die Bewohner von Forril-Station machen mussten, wenn das Robotgehirn, das sie verehrten, angesprochen wurde (Anm.: Sie mussten rülpsen). Rüdiger Schäfer hat das schließlich erläutert und da die Bewohner von Forril-Station das Robotgehirn auch als Großen Waza verehrten, war das geflügelte Wort des Abends in der Raterunde und beim Publikum geboren. Jede Aktion, insbesondere das gegenseitige zuprosten beim Trinken wurde nun mit lauten Waza-Rufen begleitet. Ich fands irre komisch!

Perrygenial
Perry genial

Tja, das war’s mal wieder. Den Sonntag habe ich ja leider verpasst aber mein Fazit lautet: Eine klasse Veranstaltung mit gut aufgelegten Ehrengästen und einem sagenhaft guten Con-Team!

Zum Schluss noch ein Bildchen von einigen Sammelobjekten. Ein Con-Kalender, ein Anstecker, Anhänger, das Con-Buch und zwei Sonderstempel der deutschen Post. Die anderen Merchandising-Artikel habe ich noch nicht ausgepackt.

Sammelobjekte
Sammlersachen

Und noch ein letzter Punkt. Irgendwann wurde auch mal abgefragt, wie viele Besucher doch zum ersten Mal auf dem Garching Con seien. Die Zahl der Hände, die da in die Höhe gingen, waren gar nicht wenig. Fast ein Drittel dürften es gewesen sein. Es ist also immer noch möglich, neue Fans zu motivieren, solche Veranstaltungen zu besuchen. Also dann bis zum nächsten Garching Con!