Articles for the Month of April 2013

Ansichten zu PR 2697

Der Anzug der Universen – von Arndt Ellmer – Handlung:

Nach der Flucht Delorians erhebt Mondra Vorwürfe gegenüber Perry Rhodan. Er hätte seinem Sohn entgegenkommen müssen. Rhodan ist sich selbst über sein Verhalten im Unklaren. An Bord des Weltenschiffs wird weiterhin der Steuerplanet beobachtet. Im Minutentakt erscheinen dort große Flottenkontingente. Nachdem mehr als 90.000 Schiffe das System erreicht haben, materialisiert die Weltengeißel in der Nähe von Sholoubwas Planeten. An Bord des Weltenschiffs sind sich alle Beteiligten einig, dass ein Angriff auf den Seelenfresser von QIN SHI erfolgen muss. Nur Rhodan zögert. Er hat Probleme, den Gesprächen in der Zentrale zu folgen und wird von einem unbekannten Einfluss gehemmt.

Dennoch wird schließlich ein Angriff mit dem Weltenschiff auf den ehemaligen Handelsstern geflogen. Mit Mühe kann Rhodan endlich auch den Ur-Controller benutzen, um den Handelsstern zu rebooten. Mit den Waffen des Weltenschiffs und mit Unterstützung von Ennerhahls Lichtzelle kann die ungeschützte Weltengeißel vernichtet werden. Die frei werdende mentale Energie wird von der Restentität ARDEN aufgenommen.

Rhodan hat inzwischen den Anzug der Universen als Übeltäter seiner Beeinflussung identifiziert. Mit einem Trick entledigt er sich des Kleidungsstücks und Eroin Blitzer umgibt den Anzug mit starken Schutzschirmen. Zuvor hatte der Anzug Koordinaten an Rhodan übermittelt, die das Weltenschiff angeflogen hat. Neben den beiden BASIS-Teilen ortet man ein kleines Schiff, baugleich mit der SYZZEL des Kosmokraten Taurec, allerdings nur halb so groß. Von Bord des Schiffes meldet sich Samburi Yura, die zu einem Gespräch in die Zentrale des Weltenschiffs kommt. Sie gibt bereitwillig Auskunft, dass in diesem Raumsektor eine Station der Kosmokraten liegt, die sie sich zunutze gemacht hat.

Die Enthonin fordert Rhodan auf, Delorian zu unterstützen. Inzwischen hat der Anzug der Universen die Kontrolle über Mondra Diamond übernommen und dirigiert Rhodans Gefährten mit dem Anzug in die Zentrale des Weltenschiffs. Dort trifft Rhodan den Entschluss und übergibt den Anzug an Yura. Derart gekleidet übernimmt die Enthonin die Kontrolle über das Universum-Okular und verschwindet mit beiden Schiffen.

An anderer Stelle in Escalian sieht es düster aus. Die Raumschlachten sind weitgehend vorbei und für Craton Yukk und seinen Schiffen bleibt häufig nur noch die wenigen Überlebenden zu bergen. An Bord von Kanzler Vedikks Palast erstattet Yukk Bericht. Plötzlich meldet sich TANEDRAR. Die Entität verkündet, dass sie die Bewohner von Escalian vor dem Schlimmsten bewahren will. Sie holt ihre Splitter zurück. Für Yukk und dem Kanzler ist der Verlust eine unendliche Qual.

Auch an Bord des Weltenschiffs muss Alaska sich mit dem Verlust des Splitters auseinandersetzen. Die Restentität ARDEN sammelt die Splitter von Billionen von Wesen ein und stärkt sich dadurch. Auch QIN SHI ist mittlerweile eingetroffen und kann ARDEN nicht am Handeln hindern. Plötzlich und mit Getöse erscheint die LEUCHTKRAFT. Der Kommandant des Schiffes meldet sich und fordert im Auftrag der Kosmokraten QIN SHI auf, das Miniaturuniversum sofort zu vernichten. Samburi Yura wird aufgefordert, umgehend an Bord der LEUCHTKRAFT zurückzukehren und sich den Dienst der Kosmokraten zu stellen. Sollten diese beiden Forderungen nicht erfüllt werden, würde der gesamte Raumsektor von Escalian mit einer Nekrophore vernichtet werden.

Rezension:

Beinahe zwei Jahre ist es her, es war im Heft 2600, als unseren Helden mal wieder Wundersames widerfuhr. In einem verborgenen Raum an Bord der BASIS hörte Rhodan eine körperlose Stimme. Vor ihm erschien ein blauer Anzug, den sich Rhodan wie in Trance überzog. Die Stimme sagte zu ihm, dass er nun den Anzug der Universen tragen würde und Rhodan erhielt Eindrücke vom Entstehen und Vergehen von Universen. Nur mit dem Anzug sei es möglich das Multiversum-Okular zu bedienen, teilte ihm die Stimme mit. Der tiefere Sinn des Multiversum-Okulars und des Anzuges würde sich Rhodan erst nach geraumer Zeit offenbaren.

Nur, dass mit geraumer Zeit der komplette Zyklus gemeint war, konnte der geneigte Leser zu damaliger Zeit nicht ahnen. Während Perry Rhodan fortan den Rest des Zyklus mit einem blauen Strampelanzug bekleidet durchlebte, wartete der Leser und wartete und wartete. Hin und wieder, wenn man schon glaubte, dass der Expokrat das seltsame Kleidungsstück vergessen haben könnte, durfte ein Autor den Anzug etwas Unverständliches wispern lassen, meist auf Seite 39 oben rechts. Dann kam die große Stunde. In Heft 2697, so verriet es der Titel, sollte es nun endlich um den Anzug der Universen gehen. Endlich würden wir erfahren, was es mit dem Anzug auf sich hat und für was genau er gebraucht wird. Pustekuchen, Expokrat Uwe Anton und Autor Arndt Ellmer drehen den Lesern erneut eine Nase. Wir erfahren lediglich, dass der Anzug Rhodan hat zögern und zaudern lassen. Hurra, was für eine brillante Idee, den Titelhelden einen kompletten Zyklus lang lahmzulegen! Nun weiß ich endlich, warum Uwe Anton als Exposé-Autor gehen muss. Er ist der Sabotage am Namensgeber der Serie überführt worden.

Zurück zum Roman. Die anfangs vom Autor verratenen Details der technischen Ausstattung des Weltenschiffs sind unpräzise und decken sich nicht immer mit den bisherigen Schilderungen. Der Roman kommt schwer in Gang. Der Held steht mal wieder unter fremder Beeinflussung und tut dies auch kund. Seine Gefährten haben ebenfalls die Wahrnehmung, dass mit Rhodan etwas nicht stimmt. Dennoch tun alle zunächst so, als wäre nichts. Die Figuren agieren hilflos, da hätte ich mir sogar eine Kurzschlussreaktion von Mondra nach montillonscher Art herbeigewünscht. Immerhin kommt trotz aller Schwierigkeiten und holpriger Dialoge so etwas wie eine Handlungsabfolge zustande, in der Rhodan durch sein Zaudern alle in Gefahr bringt und die schließlich doch in der Zerstörung der Weltengeißel mündet. Nachdem die Gefahrensituation vorüber war, zauberte Arndt Ellmer eine wenig durchdachte Lösung herbei. Ätsch bätsch, alle Beteiligten wussten natürlich, dass Rhodan unter dem Einfluss des Anzugs der Universen stand. Während man sich in großer Gefahr an der Vernichtung der Weltengeißel probierte, entstand der Plan, sich des unbequemen Kleidungsstückes unter der Dusche zu entledigen. Der telepathisch veranlagte und andere unter seinen Einfluss knechtende Anzug ließ das mit sich geschehen. Na ja, immerhin sorgte das später für einen herrlich wirren Kurzauftritt von Mondra.

Auffällig bei Arndt Ellmers Schreibstil ist mal wieder durchgehend sein Versuch, für bereits bekannte Personen, Raumschiffe, Technik aber auch für wiederkehrende Situationen immer neue Variationen in der Beschreibung auszuarbeiten. Nicht alle Abwandlungen des Autors sind gelungen, vieles wirkt holprig oder ist unverständlich. Dazwischen mischt der Autor manch Absonderliches, z.B. Protokollroboter mit Spiralblöcken in den Händen, magnetische Speicherbänke (!) und Schwebetreppen, an denen Hundertschaften von Xylthen bei ihren Eroberungszügen angeblich scheiterten.

Die Kapitel seines Romans, in denen Mondra unter dem Einfluss des Anzugs steht, sind durchgehend wirr geschrieben und die Reaktionen der anderen Figuren nicht nachvollziehbar. Der Anzug der Universen lässt Mondra für die Technik des Weltenschiffs und der MIKRU-JON unsichtbar werden. Aber sie hinterlässt einen einzigen Stiefelabdruck in dem 3km-Raumer, der auch prompt von Alaska Saedelaere gefunden wird! Als hätte Mondra, resp. der Anzug das geahnt, schwingt sich die ehemalige Zirkusartistin von da an wie ein Affe durch das Weltenschiff. Soweit gekommen, musste ich das Heft erstmal für eine Erholungspause zur Seite legen. Das Geschreibe war nur schwer zu ertragen. Natürlich liefert Ellmer eine Erklärung für Mondras Verhalten. Die Zirkusartistin hat ihr Denken abgeschaltet und drängt dadurch den Einfluss des Anzugs zurück. Diese Erklärungen sind halbgar und werden sofort mit der nächsten unverständlichen Handlung verknüpft. Während sich nämlich Mondra durch das Weltenschiff hangelt, haben Rhodan und Co die Artistin endlich aufgespürt. Dennoch ist Mondra schneller, als die mit SERUNS ausgerüsteten Verfolger!

Der Autor macht es einem wirklich nicht leicht. Man ist ja inzwischen bereit, dem Autoren-Oldie selbst die schlechtesten Argumentationsketten durchgehen zu lassen, sie aber jedes Mal gleich mit der nächsten Torheit zu verknüpfen, zerrt unheimlich an den Kräften. Eine Auflösung, warum der Anzug der Universen von Mondra Besitz ergriffen hat, liefert der Autor übrigens nicht. Aber dem Autor schien es wohl zu schlicht, den Anzug einfach an die Enthonin zu übergeben. Also hat er die kleine Hetzjagd eingebaut. Und dann war der Roman, abgesehen vom dramatischen letzten Absatz, eigentlich schon vorbei. Die Enthonin nahm den Anzug mit und der Leser wartet und wartet und wartet.

Ansichten zu PR 2696

Delorian – von Hubert Haensel – Handlung:

Außerhalb der Anomalie hat Perry Rhodan die Raumschlacht der Zapfenraumer und der terranischen Einheiten verfolgen können. Auch an Bord der MIKRU-JON wurde die Ortung einer Lichtzelle und eines unbekannten Kugelschiffs gemacht. Perry Rhodan bleibt zunächst verborgen, dass Ennerhahl mit seiner Lichtzelle die TOLBA gestellt und mit Fesselfeldern an sich gebunden hat. Delorian bittet Ennerhahl um ein aufklärendes Gespräch, an dem auch Perry Rhodan und Mondra Diamond teilnehmen sollen. Ennerhahl lässt sich darauf ein und übermittelt die Koordinaten eines Treffpunktes an Rhodan und alle Beteiligten treffen sich dort. Auf einer Plattform im Weltall kommen Delorian, Ennerhahl, Perry und Mondra zusammen und der Chronist von ES berichtet.

Delorian geht bei seiner Erzählung auf die Ereignisse in der großen Zeitschleife ein. Als „junger“ Delorian sind ihm die Ereignisse der 18 Millionen Jahre bekannt. Zu Beginn der Zeitschleife trifft er vor beinahe 18 Millionen Jahren auf sein Alter Ego. Beide ersinnen einen Plan, der ihre Existenz über den Ablauf der Zeitschleife hinaus sichern soll. Als Chronist sind sie nicht im Bewusstseinspool der SI aufgegangen, sondern stehen selbständig neben oder wie Delorian meint, sogar über ES. Der Ablauf der 18 Millionen Jahre soll keineswegs das Ende von Delorians Handeln bedeuten. Delorian hat Angst, in der Bedeutungslosigkeit einer anonymen Menge von Bewusstseinen zu versinken, wenn ES seine Dienste nicht mehr benötigt. Er will nicht um die Früchte seiner Arbeit gebracht werden. So wie ES ihn manipuliert hat, will Delorian nun ES manipulieren. Er will sein eigenes Dasein final verschleiern, so dass er mit Ende der Zeitschleife aus der Wahrnehmung von ES verschwindet.

Delorian plant zudem die Schaffung eines eigenen Universums, auf dem die Hohen Mächte, weil Kosmonukleotide dort nicht wirken werden, keinen Einfluss nehmen können. Das Wissen dazu entnimmt Delorian den Ereignissen aus der Zeitschleife, beispielsweise das Wissen über THOREGON, dem Werden und Vergehen von ALLDAR und den Sayporanern.

Delorian baut sich aus dem Fundus von ES ein eigenes Schiff, die TOLBA. Von der Stadt Aures lässt sich Delorian die TOLBA „aufrüsten“ und bietet im Gegenzug Bewohner für die einsame Stadt an. Der Chronist rekrutiert neben einigen Hathor eine Gruppe von Erranten und Petronier und beauftragt sie mit der Konstruktion des Anzugs der Universen, den er nach Fertigstellung erstmal versteckt. Er nimmt frühzeitig Kontakt zu der noch jungen Samburi Yura auf, um sie in seinem Sinn zu beeinflussen. Für die Stabilisierung des eigenen Universums werden Anker benötigt. Delorian bietet QIN SHI das Sol-System an, mit ARCHENTIMS Korpus.

Rhodan wirft seinen Sohn Größenwahn vor. Delorian ist von diesen Vorwürfen wenig angetan. Er bittet seinen Vater um dessen Zellaktivator. Die darin enthaltene Vitalenergie wird zur Stabilisierung des Universums benötigt. Rhodan lehnt dies ab. Daraufhin flieht Delorian, auch Ennerhahl kann das nicht verhindern.

Rezension:

Den Roman habe ich im Urlaub ausnahmsweise auf meinem Kindle gelesen, während ich zu Hause ansonsten die papierne Ausgabe bevorzuge. Das Lesen mit dem Kindle ist tatsächlich etwas anders, zumindest für mich. Ich lasse nämlich während des Lesens auch öfter den Blick schweifen, d.h. ich werfe den einen oder anderen Blick zurück, um mir manche Textstellen, obwohl ich sie gerade erst gelesen habe, erneut in Erinnerung zu holen. Rein technisch geht das mit dem elektronischen Reader auch, man muss eben häufiger blättern, da die Bildfläche kleiner als die normale Heftausgabe ist. Lange Rede, kurzer Sinn, der Spaß beim Lesen von „Delorian“ kam nicht so richtig auf und ich schob es anfänglich auf die ungewohnte Leseart mit dem Reader. Aus dem Urlaub zurück habe ich mir das Heft nochmals für obige Zusammenfassung vorgenommen, diesmal wieder die papierne Ausgabe. Aber auch da blätterte ich recht lustlos vor und zurück und komme letztendlich zum Ergebnis, dass es nicht am Kindle liegt. Es ist der Roman, der schlecht ist.

Ziemlich am Anfang seiner Geschichte lässt der Autor Hubert Haensel die Figur Ennerhahl einen Ausspruch machen, der symptomatisch für den ganzen Roman steht. Ennerhahl fordert Delorian auf, nur das Wesentliche wiederzugeben. Leider hört der Autor nicht auf seine Figur. Der ganze Aufbau des Romans erinnert in seiner Machart an eine Sendung des ZDF. Am Jahresende werden von diesem Sender die „Bilder eines Jahres“ präsentiert. Mediale Ereignisse werden in Wort und Bild und aus einer gewissen Distanz heraus mit Kommentaren versehen, als Zusammenfassung gereicht.

Auch die Perry Rhodan-Serie bedient sich zunehmend dieser Sendeform. Die Serienhistorie ist auf gewaltige 52 Jahre angewachsen, die sich auf fast 2700 Romane verteilt. Es verwundert nicht, dass ausgerechnet der Bearbeiter der Silberbände vom Expokraten mit dem Schreiben von Delorian beauftragt wurde. Handwerklich ist es natürlich schon eine Leistung, wenn Hubert Haensel die „Bilder“ der Serienhistorie im vorliegenden Roman miteinander verknüpft. Doch leider kam dabei keine Geschichte zustande. Der Roman wurde nur in Teilbereichen von so etwas wie einer Handlung gestreift. Ansonsten überwiegen die Bilder der Serienvergangenheit. Wer jetzt auf neue Gesichtspunkte oder Kommentierungen gehofft hatte, wurde weitestgehend enttäuscht. Es gibt diese Elemente, jedoch sind so winzig, dass man sie mit der Lupe suchen muss. Und ja, es gibt sogar Textstellen, deren Inhalte wohl zukünftig eine Rolle spielen könnten. Auch sie sind so winzig, dass man sie mühselig zusammenkratzen muss, um überhaupt etwas in der Hand zu haben. Umso schneller werden sie vergessen sein und die Macher der Serie können in 50, 80 oder 140 Heften behaupten, in Heft 2696 sei der Grundstein für irgendeine Entwicklung gelegt worden. Das Problem ist nur, dass es dann keinen mehr interessieren wird.

Heft 2700 trägt den Aufdruck, dass eine neue Ära beginnen wird. Es bleibt zu hoffen, dass damit eine neue Ära im Geschichtenerzählen beginnen wird. Die „Bilder einer Serie“ sollen nicht unter den Tisch fallen aber zugunsten von neuen Geschichten und Handlungen auf ein erträgliches Maß reduziert werden.

Ansichten zu PR 2695

Totenhirn – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Am Rande der Anomalie sammelt sich die Flotte der Verbündeten unter dem Kommando von Reginald Bull. An Bord der 40.000 Schiffe beobachtet man, wie der von Delorian geschaffene Tunnel in das Normaluniversum instabil wird. Das Sichtfenster in den Normalraum gestattet den Sonden einen letzten Blick auf die andere Seite. Dort materialisieren 48 kleine kugelförmige Objekte, aus denen Strahlen austreten und einen gigantischen Ring formen. Gleichzeitig mit dem Zusammenbrechen der Verbindung entsteht in der Anomalie eine neue Öffnung. Diesmal von der Gegenseite, von QIN SHI geschaffen.

Unterdessen empfängt Oberst Strasky Ankersen drei ungewöhnliche Gäste an Bord seines Schiffes, der RATBER TOSTAN. Henrike Ybarri, Aiden Cranstoun und Chourtaird kommen an Bord und verlangen in das Next-Stop-System geflogen zu werden. Von dort ist Henrike Ybarri mit Chourtaird per Transitparkett gerade erst zurückgekehrt, nachdem der Sayporaner das Gehirn von Shamsur Routh in das Totenhirn integriert hat. Nun benötigt Aiden Cranstoun eine Unterstützung, um mit seinem Bruder Zachary und mit Shamsur Kontakt aufzunehmen. An Bord der RATBER TOSTAN ist der Empath Anka Hilvard tätig, der Aiden dabei unterstützen soll.

Am Durchgang zum Normaluniversum beschließt Bull den Angriff. Nachdem von der Gegenseite eine kleine Flotte in die Anomalie eingedrungen und vollständig vernichtet wurde, durchfliegt die Flotte der Verbündeten den Tunnel und greift die Flotte QIN SHIS an. Die Dosanthi auf Seiten der Terraner überfluten den Gegner mit Angstimpulsen und Bulls Flotte erzielt rasche Erfolge.

In der Nähe der Planetenbrücke bezieht die RATBER TOSTAN Position. Nach mehreren Anläufen gelingt Aiden die Kontaktaufnahme zu seinem Bruder und zu Routh. Man erfährt, dass die SI ALLDAR durch das Totenhirn neu belebt wurde und eine neue Bestimmung erhalten hat. Aus der Kruste des Planeten löst sich das Totenhirn und hüllt sich in einen Schirm. Das Totenhirn will in das Solsystem transportiert werden.

Die Erfolge der Verbündeten in der Schlacht gegen QIN SHIS Truppen waren nur von kurzer Dauer. Der Gegner hat sich rasch neu formiert und erhält zudem Unterstützung durch escalianische Walzenraumer. Bulls Flotte sieht sich mehr und mehr in Bedrängnis. An Bord des Flaggschiffs wird eine verschlüsselte Botschaft von Rhodan empfangen. Sie gibt neuen Auftrieb, allerdings kann sich Bulls Flotte nicht mehr länger behaupten. Bull zieht die Flotte in die Anomalie zurück. Der Feind drängt nach und während die Dosanthi sich untereinander beharken, richten die neu hinzugekommenen Walzenraumer ein Blutbad an. Bulls Flotte kann den Eingang des Tunnels nicht länger halten.

Auf dem Flug nach Terra meldet sich Shamsur Routh durch den Mund von Chourtaird. Er sei das Steuergehirn und fühle, dass Feinde in die Anomalie eingedrungen sind. Das Totenhirn will sofort zur Schlacht gebracht werden.

Dort wenden sich die Dosanthi auf terranischer Seite nun gegen die eigenen Besatzungen oder erwarten lethargisch den Untergang. Die Schlacht scheint endgültig verloren. Da trifft das Totenhirn ein und die Flotte QIN SHIS verliert den Zusammenhalt. Die Tunnelöffnung ist erstmal gesichert. Bull erfährt noch, dass die Orter der LEIF ERIKSSON auf der anderen Seite für Sekundenbruchteile die TOLBA orten konnten. Das Schiff wurde von einer Lichtzelle zum Auftauchen gezwungen.

Rezension:

Nicht weniger als sieben Erzählstränge und Rückblicke verfolgt Michael Marcus Thurner mit seinem Roman. Da sind zuerst die Erinnerungen Bulls an Geschehnisse zur Zeiten der Dritten Macht, gefolgt von Bulls Aktionen während der Raumschlacht. Dann verfolgt der Autor die Ereignisse an Bord der RATBER TOSTAN mit zahlreichen zwischenmenschlichen Problemen gespickt. Die Dosanthi auf Seiten der Verbündeten erhalten ebenfalls reichlich Raum in Thurners Roman. Man erfährt etwas über den Empathen Anka Hilvard, übrigens ein autistischer Gestaltwandler! Der Autor wirft einen Blick zurück in Heft 2645, wo die Entstehung der Mentroniken schließlich im Totenhirn mündet. Außerdem macht der Autor einen Rückblick auf dem Besuch Ybarris beim Totenhirn, als Chourtaird dort das Gehirn Rouths integrierte. Habe ich noch etwas vergessen? Ach ja, die Anekdote, warum Ankersen dem Unsterblichen Bull noch einen Gefallen schuldig war!

Die Flottenmanöver waren für den Leser nicht nachvollziehbar. Da auch keine Daten über Triebwerksleistungen, Stärke der Offensiv- und Defensiv-Bewaffnung oder andere technische Finessen im Roman untergebracht wurden, mussten die Ergebnisse der Schlacht einfach hingenommen werden. Einzig die Flottenstärke hat der Autor eingestreut. Da hauptsächlich Zapfenraumer gegen Zapfenraumer kämpften, hätte die anfängliche Überlegenheit mit 2:1, bei Mitrechnung der terranischen Schiffe 2,6:1 den Ausschlag geben müssen, trotz der später hinzukommenden Escalian-Schiffe. Zudem hatte die terranische Seite den Überraschungseffekt auf ihrer Seite, da der Feind so unklug war keine Aufklärung zu betreiben. Nun, der Ausgang des Exposés sah offensichtlich ein anderes Ende vor. Wie genau das Totenhirn jetzt eingegriffen hat, blieb ebenfalls unklar.

Obwohl der Roman recht unterhaltend war, ist die Bilanz der Ereignisse, die dem Zyklusfortschritt, bzw. –finale zuzurechnen sind, ernüchternd. Die Entstehung des Totenhirns wissen wir bereits aus Heft 2645. Das Delorian den PSI-Korpus ALLDARS entwendet hat, wissen wir seit letzter Woche. Die Verschmelzung von SI-Korpus und Totenhirn bleibt unklar. Bleibt noch 1 (!) Zeile am Romanende. Die TOLBA wird geortet und dabei zeigt sich eine Lichtzelle. Spartanischer geht’s kaum noch! Da war ja selbst die Aufklärung von Nemos Rückenbeschwerden als ein größerer Fortschritt in diesem Zyklus zu bezeichnen.