Ansichten zu PR 2613

Agent der Superintelligenz – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Perry Rhodan und Ennerhahl sind auf der Suche nach dem Grauen Raum, in dem sie Hinweise zum Verbleib des Multiversum-Okulars zu finden hoffen. Da sich die BASIS geteilt hat, ist es jedoch schwierig, das Segment zu lokalisieren, in dem sich der Graue Raum befindet. Ennerhahl ist ungeduldig. Seiner Meinung nach beherrscht Rhodan den Anzug der Universen nicht vollständig und sie verlieren wertvolle Zeit. Rhodan verstärkt seine mentalen Anstrengungen, um mehr Kontrolle über den Anzug zu gewinnen. Der Anzug setzt ihm Widerstand entgegen, den Rhodan schließlich überwinden kann.
Vom Anzug der Universen unterstützt, begegnet Rhodan auf einer anderen Daseinsebene dem Energiewesen Raphael. Das Wesen scheint verwirrt. Nach seiner Aussage leitet das Thanatos-Programm das Ende der BASIS ein. Die Konfiguration Phanes bringt die Wiedergeburt. Auf Rhodans Frage, ob er auf Geheiß von ES hier sei, erwidert Raphael nur, dass er dem Ruf folge. Dann drängt er Rhodan, das Segment sofort zu verlassen, da er diesen Teil der BASIS bevorzugt behandeln würde, um es seiner Bestimmung zuzuführen. Rhodan nimmt die Warnung ernst. Er packt Ennerhahl, um mit ihm zu flüchten. Um sie herum bricht Chaos aus. Die Materie um sie herum wird zu einer zähen Masse, die weiter zerfällt. Auf ihrer Flucht werden die Verbündeten von einem Hagelschauer aus winzigen BASIS-Elementen getroffen.
Nur mit Mühe können die beiden Verbündeten das BASIS-Segment verlassen. Den Xylthen und Dosanthi sind die Ereignisse allerdings nicht verborgen geblieben. Als Rhodan und Ennerhahl sich in Sicherheit wiegen, werden sie von Traktorstrahlen an Bord der RADONJU gezogen, wo der unbarmherzige Protektor Kaowen das Kommando hat. Rhodan und Ennerhahl werden vom Xylthen Mastarmo empfangen, der ihnen unverhohlen mir Folter droht. Sie müssen ihre Anzüge ablegen und werden eingesperrt.
Kaowen, der Kommandant der QIN SHI-Garde lässt sich Zeit. Er will die Gefangenen mürbe machen. Schließlich sucht er Rhodan und Ennerhahl auf. Da er auf seine Fragen keine Antworten bekommt, überlässt er seinen Gefangenen die Entscheidung, wer gefoltert werden soll. Rhodan nimmt das Opfer auf sich, doch als Mastarmo ans „Werk“ gehen will, entscheidet Kaowen, dass Ennerhahl vorzuziehen ist. Der schwarze Hüne, der sich bislang recht zurückhaltend gezeigt hat, wird aktiv. Er erzeugt ein Zeitfeld, in dessen Schutz sich Rhodan und Ennerhahl schneller als die Umgebung bewegen können. Die beiden entfliehen, nicht ohne das Ennerhahl den Kommandanten Kaowen erniedrigt, indem er dem Protektor mit einem Stift ordinäre und derbe Symbole ins Gesicht ritzt.
Die beiden Flüchtlinge können sich ihre Ausrüstung zurückholen und einiges an Verwirrung im Schiff stiften. Anschließend verstecken sie sich in einem Lagerraum, um die nächsten Schritte zu planen. Die Stunden in ihrem Versteck nutzt Rhodan, um mehr über Ennerhahl zu erfahren. Tatsächlich geht der Fremde auf die Fragen des Terraners ein und berichtet einiges über sich und seine Mission.
Seine Erinnerung reicht zu einer Welt namens Begin zurück, auf der Ennerhahl eine anspruchsvolle, umfassende und fordernde Ausbildung erhält. In den Nachtstunden wird Wissen in ihm gepumpt, das er am Tag zu verstehen lernt und in praktischen Übungen anwendet. Sein Ausbilder ist ein Roboter namens Anarch-Gamas mit Mimikry-Fähigkeit. Die letzte Lektion, die Ennerhahl erlernt, heißt: „Traue niemandem! Auch nicht deinem besten Freund.“ Er war nun bereit für größere Aufgaben. Ein Androide sucht ihn auf und nimmt ihn in einem Raumschiff mit. Fortan soll er mit hochwertiger Ausrüstung ausgestattet Aufträge ausführen.
Der Auftraggeber, den Ennerhahl aufgrund dessen gespaltener Einstellung zu Ethik und Moral insgeheim Schattenlicht nennt, bleibt im Verborgenen. Obwohl Ennerhahl nicht mit allem einverstanden war, führte er dennoch alle Anordnungen aus. Er spürte, dass es andere gab, die wie er waren. Sie begegneten sich jedoch nie. Eines Tages berichtet ein Androide, dass Schattenlicht hintergangen wurde. Es geht um eine Waffe namens BOTNETZ, die zu einem unbekannten Zeitpunkt von einer namentlich nicht bekannten Superintelligenz geschaffen wurde, um sie gegen die Chaosmächte einzusetzen. Die SI verschwand spurlos. Ennerhahl soll das BOTNETZ bergen und es zu seinem legitimen Besitzer Schattenlicht bringen. Er erfährt auch, dass sein Auftraggeber von Samburi Yura weiß, die ebenfalls beauftragt wurde das BOTNETZ zu bergen. Ennerhahl soll, wenn es ihm möglich ist, die Beauftragte der Kosmokraten gefangen nehmen. Und schließlich bekommt er die Information, dass auch noch andere Konkurrenten auf der Suche nach der Waffe sind. Dazu gehört auch die negative Superintelligenz QIN SHI.
Für seinen Auftrag bekommt Ennerhahl ein Arsenal an Hilfsmitteln, u.a. eine modifizierte und verbesserte Lichtzelle und die Fähigkeit, die Zeitbrunnen zu nutzen. Auf dem Planeten Kopters Horst in der Galaxis Totemhain trifft er auf Alaska Saedelaere. Das BOTNETZ ist jedoch verschwunden. Entwendet von QIN SHI. Ennerhahl folgt deren Spur und gelangt so nach Chanda, die wie es sich herausstellt eine der beiden verlorenen Polyport-Galaxien ist und auch unter dem Namen Alkagar bekannt ist. Die hiesigen Völker haben die vor 10 Millionen Jahren entstandenen stabilen Tryortan-Schlünde, auch Viibad-Riffe genannt, zu nutzen gelernt. Die Transittechnik entstand.
Auf der Suche nach dem BOTNETZ entdeckte Ennerhahl die Werft APERAS KOKKAIA. Hier erfuhr er vom Plan QIN SHIs, die BASIS zu entführen. Die SI benötigt das Multiversum-Okular als Ergänzung zum BOTNETZ und den Anzug der Universen für die Bedienung des Okulars. In dem ausgebrannten Handelsstern traf Ennerhahl auf einen weiteren Konkurrenten, Delorian. Beide kämpfen zwar gegen QIN SHI, haben aber unterschiedliche Beweggründe.
Die Geschichte Ennerhahls wird unterbrochen. Vor der Tür des Lagerraums gibt es Geräusche, plötzlich eine Explosion und Rauch. Rhodan und Ennerhahl sacken zu Boden …

Rezension:
Die Fortsetzung der Handlungsebene Rhodan geriet dem Autor Michael Marcus Thurner gemessen an den Maßstäben der Serie sehr gut. Der Roman lebt allerdings fast einzig und alleine von den sich auftuenden Zusammenhängen, als weniger vom vordergründigen Geschehen, also die kleinen „Ausflüge“ die der Autor unseren Titelhelden zusammen mit Ennerhahl unternehmen lässt. Es wird auch eine Querverbindung zur Solebene gemacht. Der Begriff Transitparkett wurde auch dort verwendet. Es waren die Sayporaner, die über diese Technologie Jugendliche von der Erde entführten.
Das Gefühlsleben, dass der Autor den Titelhelden an der Seite von Ennerhahl durchleben lässt, ist nicht ganz widerspruchsfrei und mancher Anflug von Humor wirkt auf mich zuweilen deplatziert.
Wie schon erwähnt lebt der Roman von den Hinweisen, die ein bisschen die Hintergründe der derzeitigen Handlung erleuchten. Wir erleben die üblichen Zutaten, ohne die ein Zyklus wohl nicht mehr auskommen kann. Ein oder mehrere höhere Wesenheiten sind auf der Suche nach einem Gegenstand, den sie dringend benötigen. Für ihre Suche bedienen sie sich Hilfsvölker und anderer Werkzeuge. Zu den Werkzeugen gehören Perry Rhodan, Ennerhahl, Samburi Yura und einige mehr. Wie der Autor in seinem Roman treffend schreibt, ist eine der Wesenheiten in ihrem Verhalten ambivalent. Der Autor bezieht die Doppeldeutigkeit auf die Begriffe Ethik und Moral. Dieses ambivalente Verhalten erbt auch das Werkzeug dieser Wesenheit. Leider ist der Autor an der Stelle nicht konsequent. Bei näherer Betrachtung weisen alle der agierenden Parteien ohne jede Ausnahme ein ambivalentes Verhalten auf. Und die gespaltenen Verhaltensmuster lassen sich nicht alleine an diesen beiden Begriffen festmachen sondern auch an Begriffen wie Tugend, Recht und Gerechtigkeit.
Es spielt doch längst keine Rolle mehr, wer für wen was unternimmt. Ob Ennerhahl für eine positive oder negative Entität in den Einsatz geht ist völlig unbedeutend. Gleiches gilt für Rhodan im Auftrag von ES. Ob positiv oder negativ, alle zeigen doch gespaltene Verhaltensmuster. Dieses „Element“, vor vielen Jahren eingeführt in der Absicht, es dem Leser schwerzumachen zu erkennen, wer von den Parteien „Gut“ oder „Böse“ ist, um damit eine Art von Spannung zu erzeugen, hat sich längst verselbständigt. Da die gleichen Verhaltensmuster mittlerweile auf alle handelnden Personen/Wesenheiten angewandt werden, ist von Spannung nicht mehr viel zu spüren. Die Geschichten mögen vielleicht komplexer geworden sein aber sind auch besser geworden? Ich sage: NEIN!

 

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