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Die Entscheidung des Androiden – von Christian Montillon – Handlung:
Alaska Saedelaere und Eroin Blitzer geraten im Verwaltungspalast des Reiches immer mehr in Bedrängnis. Kampfroboter rücken gegen sie vor. Der Commo´Dyr kann zwar mehrmals die Angreifer lähmen aber nicht entscheidend aufhalten. Ein Kontakt zu dem Spinnenroboter mit der Kennung Sholoubwa kommt nicht mehr zustande. Er scheint zerstört oder tot zu sein. Alle Versuche Alaskas, die Besatzung des Palasts per Funk von seiner Friedfertigkeit zu überzeugen, scheitern. Bei einem weiteren Angriff der Roboter geht das Instrument, mit der Eroin Blitzer ein UHF-Fenster zur ROTOR-G schalten will, verloren. Die beiden Firibirim können das Kästchen jedoch bergen und schließlich können sich Saedelaere und Blitzer, zusammen mit den Firibirim in die Kosmokratenwalze flüchten und auf Sicherheitsabstand zum Palast gehen.
An Bord der LEUCHTKRAFT hat unterdessen Fallun Vierauf das Kommando inne. Der Zwergandroide wartet auf die Rückkehr der ROTOR-G. Auch geht er davon aus, dass Eroin Blitzer, wenn schon nicht auf normalem Wege, ihm über eine andere Möglichkeit eine Nachricht zukommen lassen wird. Tatsächlich findet er in der so genannten Zeitschatulle eine Nachricht des Commo´Dyr. Diese besteht nur aus vier Worten: Denk für dich selbst! Vierauf ist zunächst verärgert. Er kann mit der Botschaft nichts anfangen. Später fällt ihm jedoch in der Kommunikation mit DAN ein merkwürdiges Verhalten des Bordgehirns auf. Langsam entstehen auch in Fallun Vierauf Zweifel und der Zwergandroide ertappt sich dabei, dass er sich wie Eroin Blitzer zu verhalten beginnt. Schließlich macht auch er sich auf dem Weg in die geheimen Bereiche der LEUCHTKRAFT, die Samburi Yura vorbehalten sind. Wie schon Eroin Blitzer vor ihm macht auch er die gleiche ungeheuerliche Entdeckung. In der LEUCHTKRAFT wird eine Nekrophore transportiert. Wie lange die Massenvernichtungswaffe der Chaosmächte bereits an Bord ist, kann Vierauf nicht feststellen.
Die ROTOR-G nähert sich dem Palast auf Funkreichweite. Auf seine Funksprüche erntet Saedelaere jedoch heftige Angriffe der Escalianer. Die Strukturbomben führen schließlich dazu, dass die ROTOR-G vor der Zerstörung steht. Blitzer und Saedelaere retten sich mit Hilfe des Firibirim Dom-helo-Rom, das dabei ums Leben kommt, in eine Rettungskapsel und verlassen die ROTOR-G.
In der LEUCHTKRAFT gibt DAN die Auskunft, dass die ROTOR-G vernichtet wurde. Er hätte einen entsprechenden Impuls empfangen. Als Fallun Vierauf zu einer Rettungsmission aufbrechen möchte, verweigert DAN erneut den Gehorsam. Stattdessen erscheint in der Zentrale eine neue Androidenbesatzung, die in einem Lagerraum aktiviert wurden. Der Androide Goran Myrek will das Kommando übernehmen. Fallun Vierauf behauptet gegenüber DAN, dass die Kunstwesen, die von Frau Samburi Yura geschaffen wurden, die Nekrophore öffnen werden, wenn DAN ihm nicht gehorcht. Schließlich gibt das Bordgehirn die Steuerung frei und die LEUCHTKRAFT fliegt in die Anomalie.
Die Rettungskapsel mit Saedelaere, Blitzer und Mel-anta-Sel kann die Anomalie nicht verlassen. Die Überlebenden fliegen zum Palast.

Rezension:
Eigentlich war der Roman bereits auf Seite 5 beendet, zumindest für die beiden Besatzungsmitglieder der ROTOR-G. Denn die ereilte dort der Tod. Eine Armee von Kampfrobotern schoss auf die beiden Haupthandlungsträger und die Schüsse der Angreifer schmetterten ungebremst (?) in die Schutzschirme und: „Die Energien schlugen voll durch“!
Warum der Roman dann doch noch mit Alaska und Eroin fortgesetzt wurde wird nur der Autor wissen. Auch ansonsten enthielt der Roman einige für mich unverständliche Handlungselemente. Beispielsweise lässt der Autor die beiden Haupthandlungsträger in einer Rettungskapsel von der sich in ihre Bestandteile auflösenden ROTOR-G flüchten. Die Rettungskapsel erfüllt ihren Zweck, was zu erwarten war, und schützt die Insassen. In der Folge stellt Alaska fest, dass die Rettungskapsel die Anomalie nicht verlassen kann und stellt Überlegungen an, dies stattdessen mit dem SERUN zu versuchen. Hoppla, wie dumm ist das denn? Was die Rettungskapsel mit Kosmokratentechnologie nicht schafft, wird der gute Saedelaere wohl kaum mit dem SERUN schaffen!
Das von Pridon durchgeführte Ritual der Erinnerungssuche in seinem zweiten Gehirn (Tolot aufgepasst!) hat sich mir nicht ganz erschlossen. Intention war es doch, dass der gute Gardeleutnant auf seine unverfälschten Erinnerungen zu den Geschehnissen zugreifen wollte, die sich zugetragen haben, als er zuletzt mit Alaska sprach, bevor ihn dessen Cappinfragment außer Gefecht setzte. Soweit so gut. Kaum hat er diese Erinnerungen, die lt. Autor mit der Genauigkeit und Präzision einer Datenkamera abgespeichert werden, wird es etwas wirr. Plötzlich sollen sich lt. Autor Wirklichkeit und Einbildung vermischen! Pridon, der Unentschlossene, tut daraufhin gar nichts, zeigt sich in der nächste Szene wütend über den Anflug der ROTOR-G, um das Schiff anschließend aufzufordern, abzudrehen, was nicht geht, weil wunderbarer Weise gerade da der Funk ausfällt. Diese schnellen Abfolgen von Gesinnungswechseln und Zufällen haben sich mir jetzt nicht erschlossen.
Die gelungene Atmosphäre des Romans der Vorwoche geht im zweiten Teil dieses Doppelbands verloren. Vom Reich der Harmonie, den Maskenträgern, ihrer Kultur etc. erfahren wir fast gar nichts mehr. Im Vordergrund stehen diverse Scharmützel im Palast, die Vernichtung der ROTOR-G und die Selbstfindung eines weiteren Androiden. Nun hoffe ich auf Marcs Beitrag der nächsten Woche, der vielleicht etwas vom Flair dieser Handlungsebene zurückbringt.

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