Articles for the Month of August 2011

Ansichten zu PR 2610

Die Entscheidung des Androiden – von Christian Montillon – Handlung:
Alaska Saedelaere und Eroin Blitzer geraten im Verwaltungspalast des Reiches immer mehr in Bedrängnis. Kampfroboter rücken gegen sie vor. Der Commo´Dyr kann zwar mehrmals die Angreifer lähmen aber nicht entscheidend aufhalten. Ein Kontakt zu dem Spinnenroboter mit der Kennung Sholoubwa kommt nicht mehr zustande. Er scheint zerstört oder tot zu sein. Alle Versuche Alaskas, die Besatzung des Palasts per Funk von seiner Friedfertigkeit zu überzeugen, scheitern. Bei einem weiteren Angriff der Roboter geht das Instrument, mit der Eroin Blitzer ein UHF-Fenster zur ROTOR-G schalten will, verloren. Die beiden Firibirim können das Kästchen jedoch bergen und schließlich können sich Saedelaere und Blitzer, zusammen mit den Firibirim in die Kosmokratenwalze flüchten und auf Sicherheitsabstand zum Palast gehen.
An Bord der LEUCHTKRAFT hat unterdessen Fallun Vierauf das Kommando inne. Der Zwergandroide wartet auf die Rückkehr der ROTOR-G. Auch geht er davon aus, dass Eroin Blitzer, wenn schon nicht auf normalem Wege, ihm über eine andere Möglichkeit eine Nachricht zukommen lassen wird. Tatsächlich findet er in der so genannten Zeitschatulle eine Nachricht des Commo´Dyr. Diese besteht nur aus vier Worten: Denk für dich selbst! Vierauf ist zunächst verärgert. Er kann mit der Botschaft nichts anfangen. Später fällt ihm jedoch in der Kommunikation mit DAN ein merkwürdiges Verhalten des Bordgehirns auf. Langsam entstehen auch in Fallun Vierauf Zweifel und der Zwergandroide ertappt sich dabei, dass er sich wie Eroin Blitzer zu verhalten beginnt. Schließlich macht auch er sich auf dem Weg in die geheimen Bereiche der LEUCHTKRAFT, die Samburi Yura vorbehalten sind. Wie schon Eroin Blitzer vor ihm macht auch er die gleiche ungeheuerliche Entdeckung. In der LEUCHTKRAFT wird eine Nekrophore transportiert. Wie lange die Massenvernichtungswaffe der Chaosmächte bereits an Bord ist, kann Vierauf nicht feststellen.
Die ROTOR-G nähert sich dem Palast auf Funkreichweite. Auf seine Funksprüche erntet Saedelaere jedoch heftige Angriffe der Escalianer. Die Strukturbomben führen schließlich dazu, dass die ROTOR-G vor der Zerstörung steht. Blitzer und Saedelaere retten sich mit Hilfe des Firibirim Dom-helo-Rom, das dabei ums Leben kommt, in eine Rettungskapsel und verlassen die ROTOR-G.
In der LEUCHTKRAFT gibt DAN die Auskunft, dass die ROTOR-G vernichtet wurde. Er hätte einen entsprechenden Impuls empfangen. Als Fallun Vierauf zu einer Rettungsmission aufbrechen möchte, verweigert DAN erneut den Gehorsam. Stattdessen erscheint in der Zentrale eine neue Androidenbesatzung, die in einem Lagerraum aktiviert wurden. Der Androide Goran Myrek will das Kommando übernehmen. Fallun Vierauf behauptet gegenüber DAN, dass die Kunstwesen, die von Frau Samburi Yura geschaffen wurden, die Nekrophore öffnen werden, wenn DAN ihm nicht gehorcht. Schließlich gibt das Bordgehirn die Steuerung frei und die LEUCHTKRAFT fliegt in die Anomalie.
Die Rettungskapsel mit Saedelaere, Blitzer und Mel-anta-Sel kann die Anomalie nicht verlassen. Die Überlebenden fliegen zum Palast.

Rezension:
Eigentlich war der Roman bereits auf Seite 5 beendet, zumindest für die beiden Besatzungsmitglieder der ROTOR-G. Denn die ereilte dort der Tod. Eine Armee von Kampfrobotern schoss auf die beiden Haupthandlungsträger und die Schüsse der Angreifer schmetterten ungebremst (?) in die Schutzschirme und: „Die Energien schlugen voll durch“!
Warum der Roman dann doch noch mit Alaska und Eroin fortgesetzt wurde wird nur der Autor wissen. Auch ansonsten enthielt der Roman einige für mich unverständliche Handlungselemente. Beispielsweise lässt der Autor die beiden Haupthandlungsträger in einer Rettungskapsel von der sich in ihre Bestandteile auflösenden ROTOR-G flüchten. Die Rettungskapsel erfüllt ihren Zweck, was zu erwarten war, und schützt die Insassen. In der Folge stellt Alaska fest, dass die Rettungskapsel die Anomalie nicht verlassen kann und stellt Überlegungen an, dies stattdessen mit dem SERUN zu versuchen. Hoppla, wie dumm ist das denn? Was die Rettungskapsel mit Kosmokratentechnologie nicht schafft, wird der gute Saedelaere wohl kaum mit dem SERUN schaffen!
Das von Pridon durchgeführte Ritual der Erinnerungssuche in seinem zweiten Gehirn (Tolot aufgepasst!) hat sich mir nicht ganz erschlossen. Intention war es doch, dass der gute Gardeleutnant auf seine unverfälschten Erinnerungen zu den Geschehnissen zugreifen wollte, die sich zugetragen haben, als er zuletzt mit Alaska sprach, bevor ihn dessen Cappinfragment außer Gefecht setzte. Soweit so gut. Kaum hat er diese Erinnerungen, die lt. Autor mit der Genauigkeit und Präzision einer Datenkamera abgespeichert werden, wird es etwas wirr. Plötzlich sollen sich lt. Autor Wirklichkeit und Einbildung vermischen! Pridon, der Unentschlossene, tut daraufhin gar nichts, zeigt sich in der nächste Szene wütend über den Anflug der ROTOR-G, um das Schiff anschließend aufzufordern, abzudrehen, was nicht geht, weil wunderbarer Weise gerade da der Funk ausfällt. Diese schnellen Abfolgen von Gesinnungswechseln und Zufällen haben sich mir jetzt nicht erschlossen.
Die gelungene Atmosphäre des Romans der Vorwoche geht im zweiten Teil dieses Doppelbands verloren. Vom Reich der Harmonie, den Maskenträgern, ihrer Kultur etc. erfahren wir fast gar nichts mehr. Im Vordergrund stehen diverse Scharmützel im Palast, die Vernichtung der ROTOR-G und die Selbstfindung eines weiteren Androiden. Nun hoffe ich auf Marcs Beitrag der nächsten Woche, der vielleicht etwas vom Flair dieser Handlungsebene zurückbringt.

Perry Rhodan Romanmanuskript

Ich zeige mal wieder ein Sammlerstück der anderen Art. Das vorliegende Romanmanuskript wurde von Clark Darlton für den Arthur Moewig Verlag verfasst. Nach dem Copyright-Eintrag im Impressum ist das Romanheft 1968 erschienen. Das Manuskript muss demnach Ende 1967/Anfang 1968 geschrieben worden sein. Es trägt den Titel „Unternehmen Frischfleisch“ mit der handschriftlichen Ergänzung „Gucky und der Vakupath“. Unter diesem Titel ist der Roman dann auch als Heft 336 in der Serie erschienen. Das Manuskript im DIN A4-Format ist mit Schreibmaschine geschrieben und umfasst insgesamt 78 Seiten einschließlich des Deckblattes. Die meisten Seiten sind einseitig beschrieben. Es gibt 3-4 Seiten, die auch auf der Rückseite beschrieben wurden. Entweder handelt es sich dabei um Absätze mit alternativen Texten oder um zusätzliche Absätze, die wohl dazu bestimmt waren in einem anderen Kapitel eingefügt zu werden.
Auf dem Deckblatt befinden sich zudem einige Textvorschläge des Autors für den Untertitel des Romans. Vorgeschlagen sind:

„Die CREST in einer fremden Galaxis verschollen – und Gucky weigert sich auf Jagd zu gehen“.

„Sie sehen aus wie Büffel, aber darf man sie auch töten …“.

„Ein Gehirn mutiert, und die Energiefelder bedrohen die CREST“.

„Gestrandet zwischen den Sternen“.

„Die Nahrungsmittel werden knapp, aber die CREST ist viele Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt …“.

Die Vorschläge wurden allesamt verworfen. Stattdessen findet sich dieser Untertitel auf dem Romanheft:

„Er ist ein Unglücksmutant – er entfesselt die unheimlichen Kräfte seines Geistes auf einem Planeten, der friedlich war und ohne Gefahren“.

Die Bilder zeigen von links nach rechts das Deckblatt, die erste Seite des Manuskripts und das Titelbild vom Romanheft Nr. 336.

pr_manuskript336_d.jpg pr_manuskript336_1.jpg pr_roman_336.jpg

(© Pabel-Moewig Verlag GmbH, Rastatt; Clark Darlton; www.perryrhodan.net)

Mich hat nun interessiert ob es Unterschiede zwischen der Arbeit des Autors und der später veröffentlichten Romanversion gibt. Dazu habe ich das Manuskript mit dem Roman (1. Auflage) verglichen. Es gibt nur wenige Abweichungen. Es wurden natürlich Rechtschreibfehler korrigiert. Auch einige Änderungen im Satzbau lassen sich entdecken. Es gibt aber auch einige Textstellen, die abgewandelt im Roman erscheinen und es gibt Textstellen, die nicht in den Roman übernommen wurden. Die größten Unterschiede lassen sich am Ende des Romans erkennen. Die Absätze eines Kapitels, die der Autor zur Bekämpfung eines Atombrands geschrieben hat, sind zwar alle in den Roman übernommen worden aber vom Lektorat über zwei Kapitel verteilt worden. Der Autor ist recht schnell zu einem Ende dieser Bedrohung gekommen, während der Lektor wohl der Ansicht war, die Spannung sollte noch etwas länger aufrechterhalten werden. Diese Passagen sind mir allerdings etwas zu lang geraten, um sie hier abzubilden. Ich habe mir einige kürzere korrigierte Texte ausgesucht.

Beispiele für Korrekturen:

Seite 1 im Manuskript:
„Die Astronomische Sektion des Flakschiffes hatte feststellen können, dass der blaue Strahl nichts anderes war als eine Hyperstrahlung höchster Intensität“.

Auf Seite 5 im Roman wurde daraus:
„Die Astronomische Sektion des Flaggschiffes …“.

Das Lektorat hat den Lapsus des Autors ausgebügelt.

Seite 71 im Manuskript:
„Außerdem war es die Schuld der Terraner, wenn ein Atombrand ausbrach“.

Auf Seite 60 im Roman wurde daraus:
„Außerdem trugen die Terraner Schuld daran, dass ein Atombrand ausgebrochen war“.

Das Lektorat hat hier Satzbau und Zeit korrigiert, denn der Atombrand war bereits ausgebrochen.

Seite 16 im Manuskript:
„Manchmal kann ich nicht umhin, Ihren Ordnungssinn zu bewundern. Trotzdem, besten Dank.“ Er schaltete ab. „Wieviel Umkreisungen, Sir?“ fragte Oberst Akran. „Fünf“, erwiderte Rhodan. „Dann schicken wir die Expedition aus. Wir dürfen keine Zeit verlieren“.

Auf Seite 17 im Roman wurde daraus:
„Manchmal kann ich nicht umhin, Ihren Ordnungssinn zu bewundern.“ Er schaltete ab. „Wieviel Umkreisungen, Sir?“ fragte Oberst Akran. „Zehn“, erwiderte Rhodan. „Dann schicken wir die Expedition aus. Wir dürfen keine Zeit verlieren“.

Das Lektorat war hier wohl der Ansicht, dass sich ein Perry Rhodan nicht noch zusätzlich bedanken muss, nachdem er eh schon ein Lob ausgesprochen hatte. Warum dann allerdings 10 Umkreisungen angesetzt wurden, wenn doch die Zeit drängte, bleibt unklar.

Seite 56 im Manuskript:
„Die Konverter, die die Energie für die Kühlanlagen lieferten, drohten zu explodieren. Robotkommandos isolierten den Kühlraum und versiegelten ihn. Damit war fürs erste die Gefahr gebannt. Rhodan ergriff sofort die Initiative“.

Auf Seite 49 im Roman wurde daraus:
„Die Konverter, die die Energie für die Kühlanlagen lieferten, drohten zu explodieren. Rhodan ergriff sofort die Initiative“.

Das Lektorat war hier wohl der Ansicht, dass die sofortige Entschärfung der Gefahrensituation durch Robotkommandos die Spannung verringern könnte. Die beiden Sätze wurden dann einfach weggelassen.

Seite 11 im Manuskript:
„Rhodan warf ihm einen forschenden Blick zu. „Glaubst du, dass es Schwierigkeiten geben wird?“ Atlan nickte langsam. „Es wird sie geben, wenn die Leute weiterhin jeden Tag Trockengemüse und Dörrfleisch zu essen bekommen. Höchstens ab und zu einmal Konzentrate. Wasser haben wir ja Gott sei Dank. Auf die Dauer ist das zu eintönig. Die Leute brauchen frisches Gemüse und frisches Fleisch. Hoffentlich haben wir Glück.“

Er sah wieder auf den Bildschirm mit der gelben Sonne. Oberst Akran drehte sich um. „Wir gehen erneut in den Linearraum – für etwa dreißig Sekunden. Vier Lichtmonate. Ich schätze, dann werden die Beobachtungen leichter sein.“ Rhodan erwiderte: „Lassen Sie die CREST gefechtsbereit machen. Wir müssen mit allem rechnen und dürfen keinen Fehler begehen. Die Kontaktabteilung soll sich für einen Einsatz bereit machen. Wer immer unsere Opfer sein werden, sie werden mit unserem Plan nicht einverstanden sein. Aber schließlich leben wir Menschen schon seit zehntausenden von Jahren von Fleisch. Warum sollte sich das plötzlich ändern? Der Tod des einen bedeutet das Leben für den anderen. Das ist das Gesetz des Kosmos.“

„Leider“, sagte Atlan ruhig, „ist es ein überholungsbedürftiges Gesetz.“

Auf Seite 13 im Roman wurde daraus:
„Rhodan warf ihm einen forschenden Blick zu. „Glaubst du, dass es Schwierigkeiten geben wird?“ Atlan nickte langsam. „Es wird sie geben, wenn die Leute weiterhin jeden Tag Trockengemüse und Dörrfleisch zu essen bekommen. Höchstens ab und zu einmal Konzentrate. Wasser haben wir ja Gott sei Dank. Auf die Dauer ist das zu eintönig. Die Leute brauchen frisches Gemüse und frisches Fleisch. Hoffentlich haben wir Glück.“

Er sah wieder auf den Bildschirm mit der gelben Sonne. Oberst Akran drehte sich um. „Wir gehen erneut in den Linearraum – für etwa dreißig Sekunden. Vier Lichtmonate. Ich schätze, dann werden die Beobachtungen leichter sein.“ Rhodan erwiderte: „Lassen Sie die CREST gefechtsbereit machen. Wir müssen mit allem rechnen und dürfen keinen Fehler begehen. Die Kontaktabteilung soll sich für einen Einsatz bereit machen.

Hier hat das Lektorat doch stärker in den Roman eingegriffen. Die letzten Sätze von Rhodans Überlegungen zum Fleischesser Mensch und Atlans Antwort fallen komplett unter den Tisch. Da kann sich jeder selbst Gedanken machen, was den Lektor bewogen hat, diese recht harmlosen Überlegungen des Autors zu streichen.

Und noch ein letztes Beispiel, Seite 73 im Manuskript:
„Wozu sind Sie denn Chefkoch? Unter der Mannschaft kursiert ein wahres Wort: was der Seibersdorf so fabriziert, das ist noch keinem nicht passiert“.

Auf Seite 62 im Roman wurde daraus:
„Wozu sind Sie denn Chefkoch? Unter der Mannschaft kursiert ein wahres Wort: Was Seibersdorf so fabriziert, das hat noch niemand ignoriert“.

Der Lektor entpuppt sich hier als der etwas bessere Dichter!

Copyright der Abbildungen und der Texte aus Manuskript und Roman liegen beim Pabel-Moewig-Verlag GmbH Rastatt und Clark Darlton, www.perryrhodan.net. Die Veröffentlichung in meinem Blog erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Verlags.

Ansichten zu PR 2609

Im Reich der Masken – von Christian Montillon – Handlung:
Alaska Saedelaere an Bord der ROTOR-G betrachtet fasziniert die Holoaufnahme seines Gegenübers. Die Maske seines Gesprächspartners ist im Gegensatz zu seiner eigenen Plastikmaske filigran gearbeitet und umschließt sanft geschwungen den Kopf ihres Trägers. Über die Maske der humanoiden Gestalt zieht sich ein fein gearbeitetes Muster, das sich zu bewegen scheint. Der Fremde stellt sich als Gardeleutnant Pridon aus dem Reich der Harmonie vor. Die Sprache, die Pridon verwendet, wurde auch vom Geistwesen Tafalla im System des singenden schwarzen Lochs gesprochen.
Saedelaere erfährt, dass die Fremden, die sich Escalianer nennen, auf der Suche nach dem Verwaltungspalast des Reiches sind. Das Schiff, auf dem sich Pridon befindet, ist Teil einer Schutzflotte und gehörte einem größeren Verband an. Pridon spricht von Piraten, die den Palast und die Herzogin entführt haben. Er vermutet den Palast im inneren der Anomalie. Beim Versuch in die Anomalie einzudringen ist sein Schiff in der Librationszone gestrandet. Andere Schiffe seines Verbands wurden zerstört oder konnten die Zone des Todes, wie er sie nennt, verlassen. Saedelaere bietet seine Hilfe an. Auf Gegenfragen seines Gesprächspartners reagiert der Terraner mit Zurückhaltung. Er erzählt nur, dass es die Technik der ROTOR-G ist, die es seinem Schiff ermöglicht in der Librationszone zu navigieren. Alaska erklärt auch, dass er auf der Suche nach der Frau Samburi Yura ist. Pridon scheint diesen Namen nicht zu kennen. Als der Terraner nach Orsen Tafalla und Gommrich Dranat fragt und der Gardeleutnant auch hier verneint, glaubt Saedelaere zu spüren, dass sein Gegenüber ihm etwas verheimlicht. Schließlich fragt Alaska nach Sholoubwa und bekommt überraschend die Auskunft, dass sich dieser an Bord des verschwundenen Palastes befindet. Alaska ist verwirrt, denn nach seinem Kenntnistand ist der Konstrukteur tot und das Museum in der Immateriellen Stadt Connajent wurde zudem erst nach dem Tode von Sholoubwa errichtet. Dennoch ist die Aussicht verlockend für Saedelaere mit dem Erfinder des BOTNETZES in Kontakt zu kommen.
Er schlägt dem Gardeleutnant ein Bündnis vor. Auf die verbliebenen Schiffe seines Verbands würde die ROTOR-G die Zone der Ordnung ausdehnen. Nach wie vor verheimlicht Alaska, dass sein Cappinfragment das Schiff schützt. Gemeinsam soll der Verband in die Anomalie eindringen. Die ROTOR-G unternimmt einen Testflug zusammen mit der EINKLANG des Gardeleutnants. Dieser verläuft erfolgreich. Saedelaeres Cappinfragment schützt nicht nur die ROTOR-G sondern auch die EINKLANG. Pridon besucht die ROTOR-G, um persönlich mit dem Terraner zu sprechen. An Bord wird deutlich, dass der Vertreter des Reichs der Harmonie nur Saedelaere als Gesprächspartner akzeptiert. Den Maskenlosen Eroin Blitzer ignoriert der Gardeleutnant. Die restlichen 7 Schiffe der Escalianer werden von der EINKLANG z.T. eingeschleust und z.T. an der Außenhülle verankert. Dann nimmt der kleine Verband Kurs auf die Anomalie. Die beiden Firibirim an Bord der ROTOR-G machen die Reise mit. Alle Versuche mit ihnen zu kommunizieren sind gescheitert. Allerdings können die beiden mit Hilfe eines Organs, dass sie Zenta-Organ nennen in einem gewissen Grad die Gedanken von Saedelaere lesen und verstehen.
Der Verband ist in die Anomalie eingedrungen. Es gab einige Schäden und Verluste. Der umgebende Raum ist leer. Es gibt keine Sterne oder Planeten. Die Orter können nichts entdecken. Mittlerweile leiden die Escalianer wie es scheint unter den Auswirkungen des seltsamen Raumes. Es treten Kopfschmerzen und Desorientierung auf. Schließlich kommt es zu einem Todesfall. Alaska Saedelaere erkennt zwar die Schwierigkeiten, kann den Escalianern aber nicht helfen. Eroin Blitzer kann die Struktur des Raumes nicht näher bestimmen. Die Strangness-Werte weichen nicht etwa vom Normaluniversum ab, sie sind anders. Allerdings kann der Commo´Dyr den Eisbrechereffekt, den Alaskas Cappinfragment ausübt dazu nutzen die Reichweite der Orter zu erhöhen. Die Orter erfassen nach einiger Zeit den Verwaltungspalast des Reiches. Das Schiff ist grob würfelförmig mit einer Kantenlänge von 500 Metern und von zahlreichen filigranen Türmen und Aufbauten übersät. Mit Hilfe der ROTOR-G kommt ein Funkkontakt zu Stande. Die Herzogin bittet Pridon an Bord zu kommen. Saedelaere, der auch die beiden Firibirim mitnimmt und Blitzer begleiten den Gardeleutnant.
Die Herzogin nimmt die Besucher in Empfang. Ihre Gestalt war nach Ansicht von Saedelaere perfekt. Schön wie eine altgriechische Statue mit idealem Körperbau. Ihre Maske erstrahlte in einem überirdischen Glanz und ein sinnverwirrendes Goldmuster schlängelte sich darüber. Der Palast selbst präsentierte sich mit verschwenderischem Luxus. Das folgende Gespräch zwischen Herzogin, Pridon und Alaska nimmt ein jähes Ende. Die Einflüsse der Anomalie machen den Escalianern zu schaffen. Die Herzogin bietet dem Terraner ein Quartier an. Auf die Frage nach Sholoubwa reagiert sie abweisend. Sie bezweifle, sagt sie, dass Sholoubwa Informationen zum Verbleib von Yura besitzt.
Die Stimmung im Palast schlägt um. Die Herzogin und Pridon vermuten, dass Saedelaere für die nun auch im Palast auftretenden Schwierigkeiten verantwortlich ist. Nicht zu Unrecht, wie sich herausstellt. Auch Eroin Blitzers Untersuchungen zeigen, dass die Probleme der Escalianer nicht von der Anomalie sondern von der Strahlung des Cappinfragments herrühren. Als Alaska diese Erkenntnis Pridon mitteilt, erleidet der Escalianer durch die Anwesenheit des Cappinfragments einen Kollaps und sogar einen Herzstillstand. Kampfroboter dringen gegen Saedelaere und Blitzer vor. Mit der Technik der Kosmokratenwalze kann der Androide die Angreifer mehrmals zurückdrängen. Da taucht zwischen den Kampfrobotern ein anderer spinnenförmiger Roboter auf. Eroin Blitzer empfängt eine Kennung des Spinnenroboters. Die Einheit nennt sich Sholoubwa!

Rezension:
Christian Montillons Roman kommt gleich mit mehreren Erzählperspektiven daher. Da ist zum einen die Ebene Alaska Saedelaere. Wie in der Vorwoche werden zum anderen auch den beiden Firibirim einige Kapitel gewidmet. Dazu gesellt sich noch die Sichtweise der Escalianer, genauer gesagt die Sicht der Dinge von Pridon, dem Gardeleutnant aus dem Reich der Harmonie. Auch Eroin Blitzer bekommt seine eigene Erzählebene und als wäre das nicht genug, gibt der Autor dem Androiden neben den drängenden aktuellen Problemen auch noch eine Erinnerungsebene mit, in der sich der Androide an eine sein Leben prägende Erfahrung entsinnt. Genauer gesagt versucht er in Rückblenden diese Erfahrung wieder lebendig werden zu lassen.
Das war leider alles etwas zu viel des Guten. Haben sich die Romane um Alaska Saedelaere bislang von den anderen Handlungsebenen wohltuend dadurch unterschieden, dass die Zahl der Handlungsträger minimal gehalten wurde, macht Christian Montillon es nun ganz anders. Die bisherige Reduzierung auf den Maskenträger als zumeist bestimmende Erzählperspektive unterstrich noch den Charakter des einsamen und kosmischen Menschen. Dieses Flair geht durch Montillons Roman etwas verloren.
Da der vorliegende Roman nur der erste Teil eines Doppelbands ist, wird wie so häufig die Auflösung oder zumindest ein Mehr an Informationen der einzelnen Handlungsfäden erst im zweiten Teil zu erwarten sein. Es wäre schön gewesen, wenn zumindest einer der Handlungsfäden im ersten Teil zu einem Ende geführt worden wäre. Passend wäre die Rückblendensicht des Androiden gewesen. Die zog sich sowieso schon etwas in die Länge. Nun wird sie auch noch im zweiten Teil fortgesetzt. Das ist etwas ermüdend.
Anders als Hubert Haensel im Roman der Vorwoche kitzelt Christian Montillon etwas mehr aus dem Gefühlsleben seines Haupthandlungsträgers heraus. Allerdings sind die Überlegungen, die der Autor seinen Protagonisten anstellen lässt, für meinen Geschmack noch etwas zu einfach gehalten. Insbesondere Überlegungen zu einer Kultur, die ihre Gesichter hinter Masken verbergen, fehlten mir in diesem Heft. Sicher, es gibt die eine oder andere Überlegung von Alaska zu den Masken und insbesondere sein Unbehagen, nicht in der Mimik seiner Gegenüber lesen zu können. Auch lässt der Autor ihn Vergleiche anstellen, wie er selbst auf die Terraner in seiner Umgebung mit seiner Maske gewirkt haben muss. Insbesondere diese Überlegungen Saedelaeres hätte der Autor noch vertiefen müssen. Aber vielleicht kommt das noch im zweiten Teil nächste Woche.

Was mir sonst noch aufgefallen ist:
„Großartige Stille dämpfte jedes Geräusch auf ein Minimum“. (Seite 39)