Ansichten zu NEO-Story 9 – Allein und verlassen

neo-story09Allein und verlassen – von Hermann Ritter – Inhalt:

Hauptfigur der Geschichte ist der Terraner Ralph Sikeron. Den Namen hat er sich selbst gegeben. Als Jugendlicher wurde bei ihm eine Abnormität diagnostiziert. Mit dem Kontakt zu Außerirdischen und den Aktivitäten Perry Rhodans erhält er für seine Besonderheit auch einen Namen. Er ist ein Mutant. Und er muss feststellen, dass es andere Menschen gibt, die solche Menschen wie ihn suchen. Er entzieht sich dieser Überwachung und taucht unter. Jahre später befindet er sich an Bord eines Raumschiffes, das havariert und größtenteils zerstört wurde und kämpft ums Überleben. Er ist allein und bei seinem Überlebenskampf muss er sich auf seine Fähigkeiten besinnen.

 

Rezension:

Die Story von Hermann Ritter beginnt übergangslos. Die Hauptfigur wird in dem Moment geschildert, als es zur Katastrophe kommt. Die Eindrücke, die auf den Protagonisten einstürmen, schildert der Autor sehr lebendig und eindringlich. Man ist sofort drin in der Geschichte. Bevor es weitergeht, erfolgt eine von mehreren Rückblenden, in der wir erfahren, wer die Person ist, die da so plötzlich in argen Schwierigkeiten steckt. Die Kapitelüberschriften „erleichtern“ die Orientierung. Tag X ist die Katastrophe. Tag minus X ein Blick in die Vergangenheit, Tag 1 plus X die Fortsetzung an Bord des Raumschiffs.

Die Geschichte bietet einen abwechslungsreichen Mix an zuweilen lakonisch beschriebenen Innenansichten des Protagonisten, seiner Wahrnehmung der Umgebung, den Prioritäten, die er sich setzt und den erhellenden Rückblenden.

Hermann Ritter schildert einen interessanten Charakter. Die Rückblenden zu Sikeron klären insbesondere die Entdeckung seiner besonderen Fähigkeit und wie er lernte, diese Gabe zu nutzen. Einerseits zur Bestreitung seines Lebensunterhalts, andererseits um damit seine Spuren zu verwischen. Denn er will nicht auffallen. Diese Gratwanderung bestimmt sein Leben. An Bord des Raumschiffs, im Angesicht der Katastrophe, wächst er über sich hinaus und findet letztlich seine Bestimmung.

Ansichten zu NEO-Story 8 – Die Graulinge

Neo-Story08Die Graulinge – von Alexander Huiskes– Inhalt:

Die Mehandor Belinkhar ist die Matriarchin der Nham-Sippe und Herrin der Raumstation KE-MATLON. Sie erhält Besuch des Terraners Wuriu Sengu. Mit den Terranern hat die Mehandor Geschäfte gemacht. Sie greift auf ihren reichen Erfahrungsschatz zurück und lässt Sengu an einem ihrer Erlebnisse teilhaben, die sie als Fremdgeherin hatte, lange bevor sie die Leitung der Sippe übernahm.

An der Station KE-MATLON hatte eines Tages die GRAULING angedockt und Belinkhar ging mit der Besatzung einen Kontrakt ein. Sie würde als Maklerin mit dem Schiff reisen und die Geschäftsinteressen der Graulinge gegenüber Dritten vertreten. Sie soll für eine profitable Reise und eine sichere Heimkehr sorgen. Als sie an Bord geht taucht sie in eine völlig fremdartige Welt ein. Die Graulinge sind mit keiner anderen ihr bekannten Spezies vergleichbar. Der Erste Offizier und der Kommandant weisen sie in ihre Aufgaben ein. Die Graulinge, die ihr Schiff niemals verlassen, benötigen dringend eine besondere Art von Hyperkristallen, um ihren experimentellen Überlichtantrieb zu reparieren. Mit Hilfe eines schwächeren Transitionsantriebes können die Handelsplätze angeflogen werden, die ihnen die Maklerin zuweist.

Unterwegs wird Belinkhar mit den überaus merkwürdigen kulturellen Eigenarten der Graulinge konfrontiert und in die komplizierte Beziehung zwischen Kommandant und Besatzung hineingezogen.

 

Rezension:

Für Autor Alexander Huiskes ist es bereits die zweite Kurzgeschichte zu Neo nach der Neo-Story 6. Die Story um die Graulinge ist in eine Rahmenhandlung eingebettet. Belinkhar erzählt ihre Geschichte von der Begegnung mit den Graulingen dem Terraner Wuriu Sengu. Dieser Teil diente wohl dazu, einerseits die Verflechtung mit dem Rhodan-Kosmos abzudecken und zum anderen sollte darüber der besondere Stellenwert von Verständigung, Vertrauen und Verständnis vermittelt werden.

Wie Alexander Huiskes seine Protagonistin die Welt der Graulinge erleben lässt, das hatte etwas. Als Leser begann ich ebenso wie Belinkhar die Ausdrücke, Gesten und Mimiken (bei drei Köpfen gar nicht so einfach) der Graulinge zu studieren, um sie besser einschätzen zu können. Trotz des knappen Raumes schafft der Autor eine faszinierende Spezies mit zahlreichen Eigenarten. In der Kurzbeschreibung fällt der Begriff der kulturellen Eigenarten und tatsächlich bringt der Autor zahlreiche Kulturelemente in seiner Kurzgeschichte unter. Seien es geschlechtsspezifische Besonderheiten, die Identitätsbildung oder die Ausbildung von bestimmten Strukturen. Die Geschichte nimmt einen unerwarteten Verlauf und nur zum Ende hin geht mir die „Auflösung“ etwas zu schnell.

Auf die Rahmenhandlung hätte man weitgehend verzichten können aber wie eingangs erwähnt, sollte wohl der Bezug zu Perry Rhodan etwas deutlicher herausgestellt werden, als es bei der Konzentration auf den eigentlichen Inhalte mit den Graulingen der Fall gewesen wäre.

Wieder eine kleine feine Geschichte als Ergänzung des Neo-Kosmos.

 

Ansichten zu NEO-Story 7 – Das Schiff

Neo-Story07Das Schiff – von Oliver Plaschka – Inhalt:

Zehntausend Jahre vor unserer Zeit ist Atlantis im Krieg gegen die Methans untergegangen. Nur Atlan da Gonozal und Cunor ter Pelgan haben die Katastrophe überlebt. Atlan verschweigt Cunor seinen Zellaktivator und die Existenz des seltsamen Roboters Rico. Sechzig Jahre sind die beiden Arkoniden alleine auf dem Planeten. Dreißig Jahre davon haben sie im Tiefschlaf verbracht.

Atlan kontrolliert nach Jahren die mobilen Ortungseinheiten, als sich Rico mal wieder blicken lässt, der eigenmächtig die Ausrüstung der Tiefseekuppel benutzt, um seinen eigenen Tätigkeiten nachzugehen. Dem Unsterblichen gefällt das nicht, allerdings kann auch er nicht umhin zu erkennen, dass er irgendwann in Rico den einzigen Begleiter auf dieser Welt haben wird.

Cunor, der im Laufe der Jahre immer stiller geworden ist, hat die Aufzeichnungen der Schlacht vor sechzig Jahren erneut analysiert und ein kleines Schiff der Methans entdeckt, das in den Bergen eines anderen Kontinents heruntergegangen ist. Obwohl nur geringe Chancen bestehen, dort einen funktionierenden Hypersender zu finden oder gar das Schiff starten zu können, brechen Atlan und Cunor mit dem Tauchboot zur Absturzstelle auf. Nach drei Wochen Fahrt gehen sie an Land und marschieren zu Fuß weiter.

In der Nähe der Absturzstelle messen sie erhöhte Strahlenwerte. Am Fuß des Berges siedeln Menschen und die beiden Arkoniden werden als Gesandte der Ahnen begrüßt. Fast alle Menschen des Dorfes sind krank. Das Schiff der Methans muss das Wasser verseucht haben. Atlan bricht alleine zu dem Schiff auf. Zusammen mit Rico zerstört er das Beiboot und beraubt sich damit der letzten Chance auf Rettung. Zumindest Cunor ist dieser Ansicht, der Atlan daraufhin verlässt und seine eigenen Wege geht. Rico bestärkt Atlan darin, gemeinsam für eine Zukunft der Menschen auf Larsaf III zu sorgen.

 

Rezension:

Bereits zum siebten Mal erscheint eine Kurzgeschichte, die im Neo-Universum angesiedelt ist. Unter dem Titel Neo-Storys haben die allesamt lesenswerten Kurzgeschichten von verschiedenen Autoren eine kleine und feine Nische im Perry Rhodan-Kosmos besetzt. Für Oliver Plaschka ist es der zweite Beitrag. Der Autor hat sich etwas Besonderes ausgedacht. Mit seiner Erzählung legt er den Grundstein für Atlans Aktivitäten als Begleiter und Beschützer der jungen Menschheit.

Atlan entscheidet sich bewusst dafür, den Bewohnern einer Siedlung zu helfen und seine, wenngleich geringe Chance auf eine Rettung nicht wahrzunehmen. Eine nicht unwesentliche Rolle in diesem Entscheidungsprozess kommt dem Roboter Rico zu, der plötzlich wieder auftaucht und Atlan auf die Aufgaben hinweist, die der Arkonide zu erfüllen hätte.

Eine wunderbare kleine Geschichte, die da Oliver Plaschka verfasst hat. Sie erreicht zwar nicht die Qualität von „Das Juwel im Lotus“, seiner ersten Neo-Story, aber sie liefert letztlich die Antwort auf die Frage, warum sich Atlan dazu entschieden hat, den Menschen zu helfen.