Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3026

Atlan und die Kristallsklaven – von Marlene von Hagen und Michael Marcus Thurner
Im Ephelegonsystem werden die Weichen für künftige Operationen gestellt. Gucky bleibt bei Reginald Bull. Perry Rhodan bricht mit der RAS TSCHUBAI in die Heimat der Cairaner auf. Und Atlan beschäftigt sich zunächst mit seinem eigenen Volk. An Bord der TREU & GLAUBEN reist der ehemalige Imperator nach M13. Er wird vom TARA-Psi und dessen Betreuern begleitet. Außerdem sind Dancer und Schlafner, sowie Giuna Linh und Lanko Wor dabei. Und ein Begleitschiff der PATOMAN-Klasse, die CAI CHEUNG unter dem Kommando von Gesa Wisman. Offizieller Auftrag des Schiffes sind diplomatische Gespräche. Deshalb ist auch der Barniter Tono-C4 an Bord.
Beim Anflug auf M13 sammelt man Informationen und wird so auf das Holuvasystem aufmerksam, das etwa 2100 Lichtjahre vom Zentrum des Kugelsternhaufens entfernt in Richtung Milchstraße liegt. Der Thantur-Baron Larsav da Ariga soll dieses System besuchen und weckt somit Atlans Neugierde. Der Arkonide geht mit einer Space-Jet der ZALTERTEPE-Klasse aus dem Bestand der CAI CHEUNG in einen Einsatz auf den Planeten Trandafir. Die Eingeborenen, die Nukazani, werden dort von den Arkoniden ausgebeutet. Atlan will diesem Volk helfen und in Erfahrung bringen, warum die Arkoniden dort tätig sind.
 
In seinem Blog verrät der Autor Michael Marcus Thurner, dass er diesen Roman nicht alleine geschrieben hat. Er hatte Unterstützung von Marlene von Hagen, einer Fantasy-Autorin, die er aus seinen Schreibcamps kennt. Die Aufgabenteilung war wie folgt: Marlene schrieb jenen Teil des Romans, der die Zivilisation der Nukazani zum Inhalt hatte und Michael den Part, der mehr im Perryversum verankert war.
Zunächst werden jedoch die neuen Figurenpaarungen festgelegt. Eine überraschende Randnotiz ist der Einsatz von Gucky an der Seite von Reginald Bull. Das könnte den Kommandounternehmen Rhodans in der Ferne mehr Spannung verschaffen. Könnte aber auch bedeuten, dass der Titelheld in der Heimat der Cairaner auch öfters in Gefangenschaft gerät, als es ohnehin schon der Fall ist und der Ilt ihn nicht davor bewahren oder heraushauen kann. Man möge mir diesen kleinen Seitenhieb auf typische Rhodan-Muster-Szenarien verzeihen. Wer es nicht versteht, der lese bitte die Mini-Serie Mission SOL.
Atlan selbst geht mit einer ganzen Figurenriege auf Fahrt nach M13. Für meinen Geschmack waren da 2-4 Figuren zu viel dabei. Für manche reicht es da kaum zu einer namentlichen Erwähnung. Und dann klagt der Autor, dass ihm der Platz fehle. Weniger ist manchmal einfach mehr. Giuna Linh und Lanko Wor waren überflüssig. Dann hätte der Soldat Gonk noch ein bisschen mehr berücksichtigt werden können.
Der TARA-Psi entwickelt ein erstaunliches Eigenleben. Ich erinnere mich jetzt nicht, dass dieser Roboter mal mit Gucky zusammengetroffen ist. Könnte auch sein, dass man dieses Szenario bewusst vermieden hat, um das Geheimnis um diesen Roboter noch eine Weile pflegen zu können. Alles im Allen barg der Part des Einsatzes auf dem Planeten keine großen Überraschungen oder Entwicklungen und man erfährt ein bisschen über die Situation in M13
Mehr Brisanz barg der Part von Marlene von Hagen. Die Autorin schildert eine ungewöhnliche Gesellschaft, in der die erwachsenen Männer ihre eigenen Kinder, meist Zwillingsgeborene, als willkommene Sklaven betrachten. Nun ja, ganz so fremd ist das nun auch nicht. Kinder sichern mir die Rente und dem geschilderten Trubarg ein schönes Leben. 😉
Die Autorin musste meiner Ansicht nach nicht fürchten, den falschen Ton zu treffen. Wären Menschen, Arkoniden oder Terraner, von ihresgleichen versklavt worden und hätten jene Verhaltensweisen an den Tag gelegt, wie sie Trubarg und andere Figuren zeigten, dann hätte man eine nette kleine Moraldiskussion beginnen können. Die Autorin schafft jedoch erkennbar Distanz. Die Nukazani haben eine Gesellschaft entwickelt, über deren Sozialverhalten wir aus unserer Sicht bestenfalls die Nase oder eben den Rüssel rümpfen können. Eine Ethik-Keule muss hier nicht geschwungen werden, da die Autorin die Debatte über die Kommentierungen Atlans abhandelt.
Und ganz so verbunden in die „unmoralische“ Kultur ist der Protagonist Trubarg dann doch nicht. Den körperlich Benachteiligten, wie Dreirüssel, bietet er eine Heimstatt. Seine Frauen können sich, nach eigener Aussage, auch kaum beschweren und zum Ende hin zeigt der Protagonist dann sogar das Potential für Umwerfungen. Nur seine, selbstverständlich unschuldigen, Beteiligungen an Todesfällen nicht ganz so gut geratener Geschwister werfen ein bisschen ein schales Licht auf diese Figur.
Eine unterhaltsame Geschichte, in der mir die Schilderungen der Nukazani am besten gefielen.

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