Ansichten zu Perry Rhodan Story 06 Die Leben des Blaise O’Donnell

Die Leben des Blaise O’Donnell – von Michael Marcus Thurner
Der sechste und letzte Roman aus der Reihe um die verlorenen Jahrhunderte stammt von Michael Marcus Thurner. Legt man als Leser Band 3003 vom gleichen Autor zur Seite, kommt man wahrscheinlich zum Schluss, dass dieser Blaise O’Donnell ein ziemlicher Widerling ist. In seiner Kurzgeschichte greift Michael Marcus Thurner diese Figur wieder auf und zeigt uns dessen Vorgeschichte. Und die stellt O’Donnell differenzierter dar. Nicht alleine deshalb, weil dieser Blaise O’Donnell offensichtlich nicht nur ein Leben hat. Es sind die Leben.
Blaise O’Donnell ist Träger eines Gemeni-Zellaktivators und ist damit über dreihundert Jahre alt geworden. Doch seit einigen Jahren hat sein Gerät immer wieder Aussetzer. O’Donnell ist ein Feigling, der jeder Gefahr ausweicht, um seine Unsterblichkeit nicht aufs Spiel zu setzen. Er ist der Meinung, dass sich mehrere Zellaktivatoren ergänzen. Führt man welche zusammen, würden sich ihre Leistungen stabilisieren. Auf Tondonar begibt sich O’Donnell auf die Suche nach anderen Unsterblichen. Er trifft den schwermütigen Hsao-Darling, der ebenfalls einen Gemeni-Zellaktivator trägt. Sie freunden sich an. Durch Hsao-Darling erhält Blaise O’Donnell die Chance, seine Vermutung zu prüfen. Zumal ihm der Freund einen Hinweis auf eine dritte Person auf Tondonar gibt, die unsterblich sein könnte. Womit Blaise O’Donnell allerdings nicht gerechnet hat, dass auch andere Nachforschungen anstellen.
Das Thema Unsterblichkeit und wie damit umgehen, ist ein reizvolles Thema. Die üblichen Helden der Serie, Rhodan, Bull, Gucky und die anderen, sind, was das betrifft, eher Langweiler. Edelmütig und selbstlos gehen diese Unsterblichen ihrer „Bestimmung“ nach. Von daher ist das Motiv, das der Autor hier beleuchtet, interessanter gelagert. Es sind Leute von der Straße, die sich seinerzeit um die Gemeni-Zellaktivatoren beworben hatten. Welche Voraussetzungen sie mitbringen mussten, erinnere ich mich nicht mehr. Nun greift sich der Autor einige dieser Personen heraus und schildert, was die Unsterblichkeit auf Raten mit ihnen gemacht hat. Blaise O’Donnell führt ein Leben als Feigling. Und wird mit einem ganz anderen Leben von Hsao-Darling konfrontiert. Und muss schließlich aus der Reserve kommen, denn irgendwann ist sein Leben bedroht. Was dann folgt ist ein schöner Kontrast zu den moralisch agierenden Hauptfiguren der Serie. Thurners Unsterbliche leben ihre Individualität aus. Sind egoistisch, paranoid und skrupellos. Die Kurzgeschichte ist eine gelungene Ergänzung zu Band 3003.
 

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