Articles for the Month of Mai 2018

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2960

Hetzjagd auf Bull – von Hubert Haensel – Handlung:
Nachdem der Techno-Mahdi für die Menschen im Solsystem ein gigantisches Täuschungsmanöver gestartet hat, soll nun bald der nächste Schritt folgen. Mit dem Projekt Genesis soll die Menschheit vor den Zugriffen von Superintelligenzen geschützt werden. Adam von Aures rechnet damit, dass die Macht im Solsystem bald auf den Wohlfahrtsrat übergeht, dessen Mitglieder überwiegend Techno-Mahdisten sind. Doch zunächst müssen die drei im Solsystem befindlichen Zellaktivatorträger ausgeschaltet werden.
Einer ist Reginald Bull. Dario Bechtil hat den Unsterblichen nach Hause gebracht. Toio Zindher und Shinae schlafen, während Icho Tolot das Anwesen bewacht. Die Hauspositronik LESLY zeigt zunächst keine Ausfälle. Doch plötzlich greift ein TARA-Kampfroboter das Haus an. Bull, Zindher und Tolot können die Maschine zerstören. Später zeigen sich bei LESLY erste Ausfälle. Die Positronik reagiert nur langsam und Bull versetzt sie in den Diagnosemodus. Dadurch kann das Haus noch weniger geschützt werden. Erneut dringt ein TARA in das Haus ein. Wieder gelingt es nur mit vereinten Kräften, die Maschine auszuschalten. Toio Zindher wird verletzt und zudem paralysiert. Bull baut einen Gleiter auf Handsteuerung um. Erneut bekommt das Haus Besuch. Es ist eine Frau, die sich als Famke Bach vorstellt und die behauptet, von Homer G. Adams geschickt worden zu sein. Bzw. von den Society of Absent Friends. Bull testet sie. Famke hält ein paar Geschichten parat, die nur die beiden Unsterblichen wissen können. Sie brechen mit zwei Gleitern zum Landsitz von Adams auf.
Es erfolgt ein Rückblick auf die Aktivitäten des Techno-Mahdi in der Vergangenheit. Ausgangspunkt der Verschwörung ist der Jupiter-Mond Neu-Ganymed. Dort ist Colin Heyday im Kepler-Komplex tätig. Der Positroniker macht die Bekanntschaft des Genetikers Hank. Für eine kleine Revanche hackt Colin Heyday einige positronische Systeme im Labor des Genetikers. Er hinterlässt keine Spuren. Dennoch, nur kurze Zeit später bekommt Colin Heyday Besuch. Der Fremde stellt sich als Adam von Aures vor. Er ist von Colins Fähigkeiten beeindruckt. Die beiden treffen sich häufiger. Colin wirft eine Idee ein, die ihm schon länger durch den Kopf spuckt. Verändert eine Invasion die vorherrschende Moral? Der Grundgedanke wird von beiden beständig ausgebaut. Die Massenpsychologin Caprice Noopila stößt zum Team, später der führende Positroniker Tango Burosch und die Strategietheoretikerin Truc Moretti. Sie bilden das Kern-Team, das über viele Jahre ein absolut perfektes Invasionsszenario kreiert, das die Menschheit erschrecken und aufrütteln soll. Wenn die Simulation Erfolg hat, soll die Zeit der Technokraten anbrechen.
Wieder in der aktuellen Zeit startet Adam von Aures einen Angriff auf das Anwesen von Homer G. Adams in der Grafschaft Kent. Er wird von Tango Burosch und etlichen Kampfrobotern begleitet. Tango sieht erstmals, wie Adam Nanogenten einsetzt, die die diversen Sicherheitssysteme des Unsterblichen außer Kraft setzen. Doch der Aktivatorträger hat sich abgesetzt. Adam von Aures rekonstruiert eine Aufzeichnung, die besagt, dass Bull mit seiner Familie und Tolot hierherkommen soll. Die Techno-Mahdisten legen sich auf die Lauer.
Der Flug von Bull und seinen Begleitern wird mehrmals unterbrochen. Auf die Hilfe der speziellen Fähigkeiten von Toio Zindher muss der Unsterbliche zunächst verzichten. Die Psi-Gabe der Vitaltelepathie wird durch die Verletzung behindert und kehrt nur langsam zurück. In Homers Haus werden sie bereits von Adam von Aures erwartet und angegriffen. Doch nun zeigt sich, dass Homer noch ein paar Tricks parat hat. Famke Bach entpuppt sich als Roboter, die Adam von Aures hart zusetzt. Mit einem Datenkristall können Bull und seine Begleiter entkommen. Ein Raumschiff steht bereit, das sie von der Erde wegbringt. Per Transmitter gelangen sie nach Neo-Ganymed, wo Homer sie erwarten will. Danach explodiert das Schiff.
Adam von Aures musste einen Rückschlag hinnehmen. Und er hat die Spur der Aktivatorträger verloren. Er erhofft sich nun Hilfe von Bostich. Der Arkonide soll ihm helfen Bull zu fangen. Und als Lockmittel will Adam von Aures etwas für die Freunde Bostichs anbieten. Er hat möglicherweise ein Heilmittel für die Haluter.

 

Rezension:
In diesem Heft von Hubert Haensel sind sie mal wieder zu lesen. Die Losungen des Techno-Mahdis. Dazu fällt mir auch ein Merksatz ein: Ein Zyklus ist dann zu Ende, wenn das letzte Heft dazu erschienen ist. In der Regel ist dann auch zur Hauptstory ein, wie auch immer gearteter, Abschluss erreicht. Es fehlen noch 40 Bausteine zu dieser Hauptstory und somit noch 40 ungeschriebene Geschichten. Gerade bei diesem Roman von Hubert Haensel frage ich mich allerdings, ob die ausstehenden Geschichten es generell schaffen, rückwirkend diesem Baustein einen Sinn zu geben. Zu verworren präsentiert sich der vorliegende Roman für meinen Geschmack. Er setzt da an, wo der Roman der Vorwoche endete. Dem Plot konnte ich nicht allzu viel abgewinnen. Aber immerhin war der Invasionsplot doch ein wenig anders gestaltet. Letzte Woche half diese Andersartigkeit noch über so manche Schwäche der Geschichte hinweg.
In den Schilderungen Hubert Haensels zum aktuellen Geschehen und zum Langzeitplan der Techno-Mahdisten blieb jedoch genügend Leer-Raum, um sich Gedanken zum Grundgerüst der Geschichte zu machen. Was die Darstellung positronischer Systeme, deren Vernetzung oder Abschottung gegen Manipulation betrifft, bewegt sich die Serie (nicht ganz unerwartet) weiter auf niedrigsten Niveau. Eine durchdachte Fortentwicklung heutiger Computersysteme in die Zukunft findet de Facto nicht statt. Das Szenario wird vollständig der Dramaturgie geopfert. Dem Autor ist die Schwäche seines Plots keineswegs entgangen. Er stellt die absurde Überlegung nach Elektronenrechnern an. Das ist schräg! Außerdem spricht er von einer satten, einer trägen Menschheit. Schon merkwürdig. In den 500 Heften zuvor konnte ich davon nichts lesen. Wenn man die Ziele des Techno-Mahdis wirklich von Autorenseite unterstützt haben möchte, dann hätte man früher damit anfangen müssen, der Menschheit die Schwäche zuzuschreiben, die sie momentan zeigt. Oder zeigen soll. Dass das Solsystem von tausenden außerirdischer Raumschiffe besucht wird, blendet der Plot ebenfalls vollständig aus. Deren Positroniken/Computer können nicht befallen sein. Langzeitplan hin oder her. Die Story steht auf schwachen Füßen. Umso mehr wäre es erforderlich gewesen, mit ein oder zwei anderen Handlungsebenen abzulenken.
Diese Handlungsebenen gibt es. Doch ich wurde mit ihnen nicht warm. Die Handlungen der Akteure gehen seltsame Wege. Bull wird verfolgt, mehrmals von TARAS angegriffen und gönnt sich daraufhin eine Dusche und eine gepflegte Unterhaltung über Haustiere mit seiner Frau, während das Töchterchen mit eben jenem Haustier spielt. Toio Zindher scheint ebenfalls nicht gewillt, den seltsamen Ereignissen auf den Grund zu gehen. So muss sie erst von Bull darüber informiert werden, dass das alles gar keine Invasion ist. Und Tolot? Wird wie zumeist in diesem Zyklus als Kindermädchen eingesetzt.
Selbst nach dem dritten Angriff (Bull im Park und zweimal im Haus) bleiben Reaktionen der beiden Unsterblichen aus. Tolot hütet weiterhin das Haus, ungeachtet der Tatsache, dass er zwei Mal das Eindringen von Robotern nicht verhindern konnte und Bull schickt die Tochter ins Bett, was auch nicht geklappt hat und sie zuvor in Gefahr brachte. Dabei lässt der Autor den Terraner unablässig Gedanken wälzen. Allerdings sind sie meist rückwärts gerichtet. Die Flucht von Reginald Bull, die Täuschungen, die Holos, seine Eindrücke, die abhanden gekommene Begleiterin, der „passende“ Ausfall von Toios Fähigkeit. Das war alles so holprig geschrieben, dass ich froh war, endlich „durch“ gewesen zu sein. Eine dürftige Darstellung Reginald Bulls, die ich da durch Hubert Haensel erleben musste.
Es gab nur eine Textpassage, die mir auf Anhieb zusagte. Die Techno-Mahdisten hoffen, dass die Zeit der Technokraten kommt. Sollte das tatsächlich so kommen, dass die Technik der Terraner einen Aufschwung nimmt, hätte ich einen kleinen Tipp parat. Baut als erstes bessere Computer!

Ansichten zu Perry Rhodan Olymp Heft 9

Rückkehr ins Chaos – von Olaf Brill – Handlung:
Auf Olymp schreibt man den 14. Mai 1550 NGZ. In Ram Nanukus Anwesen treffen sich Gucky, Piri Harper, Frank Sulu, Derin Paca und Krystophar, sowie der Hausherr selbst. Der Ilt zeigt sich von Derin Paca und Krystophar keineswegs überrascht. Er kennt die beiden offensichtlich. Und Piri Harper, die bis vor kurzen noch einen Trivid-Medienkanal betrieben hat, kann es nicht ganz glauben, als Paca und Krystophar die Masken fallen lassen. Die beiden sind das frühere Kaiserpaar Indrè Capablanca und Martynas Deborin. Harper entgeht auch nicht, dass sich die beiden Olymper, die zu ihrer Zeit zu den schillerndsten Figuren der jüngeren Geschichte zählten, auseinandergelebt haben. Deborin ist sehr schweigsam und hält Abstand zu Capablanca.
Nun interessiert alle, wie das Kaiserpaar nach so langen Jahren an diesen Ort zurückkehrte. Und Indrè Capablanca ist die erste, die erzählt, wie das damals war, vor 32 Jahren, als sie entmachtet wurde und Beryn Mogaw den Thron bestieg. Zu jener Zeit, im Juni 1518 NGZ, war die Bevölkerung Olymps aufgerufen, sich per Wahl zu entscheiden. Dem Anschluss an das Tamanium der Tefroder oder dem Verbleib in der LFT. Indrè Capablanca und Martynas Deborin waren bereit, jede Entscheidung zu respektieren. Öffentlich hatte Martynas Deborin seine Sympathie für das Tamanium ausgedrückt. Mit Perry Rhodan gab es den Plan, sollte der Entscheid zugunsten der Tefroder ausfallen, dass Capablanca und Deborin als Agenten der LFT operieren würden.
Die Entscheidung der Olymper war eindeutig. Sie votierten mit überwältigender Mehrheit für den Verbleib in der LFT. Capablanca war glücklich. Doch bei ihrem Mann war sie sich nicht sicher. Er schien von der Entscheidung des Volkes enttäuscht. In der Folgezeit mehrten sich die Signale. Das Kaiserpaar lebte sich auseinander. Indrè Capablanca machte die Bekanntschaft mit Ram Nanuku. Der 150 Jahre alte Mann war als Politberater tätig. Martynas Deborin hingegen schien sich nicht mehr für olympische Politik zu interessieren. Er blieb beruflichen Terminen immer häufiger fern und überließ die Geschäfte seiner Frau. In dieser Situation betrat der Unternehmer Beryn Mogaw die Bühne. Er war ein Paradiesvogel und in der sehr freizügigen Gesellschaft der Olymper wurde seine Kritik am Kaiserpaar immer häufiger beklatscht. Mogaw nutzte seine wirtschaftliche Macht, um der Regierung immer häufiger die Beteiligung der Wirtschaft an Projekten zu entziehen, die dann er umsetzte. In diese Zeit fiel der Tod Ftempars, des Symbionten der Kaiserin. Ihr erschien es wie ein Symbol des Untergangs. Schließlich waren die Parlamentarier derart unterwandert, dass sie einem Antrag auf ein Amtsenthebungsverfahren stattgaben. Kaiser und Kaiserin entschieden, sich dem Verfahren nicht zu stellen. Sie gaben die Erklärung ab, sich ins Privatleben zurückzuziehen. Aber auch ihre Bindung zerbrach an dem Tag endgültig.
Indrè Capablanca zog es nach Aurora, dem Sitz des Galaktikums. Dort lebte sie weitgehend anonym, bis sie die Bekanntschaft eines Arkoniden aus der kleinen Baronie Saka machte. Die Baronie drohte zu verarmen. Die dortige junge Regierungschefin, die nicht dem Adel angehörte, hatte einen schweren Stand. So kam Indrè Capablanca nach Saka. Sie freundete sich mit Amira Renu, der Baronin, an. Die Arkonidin hat einen erbitterten Feind, den adligen Satoran on Torasai. Amira Renu kennt die Identität der ehemaligen Kaiserin. Gemeinsam suchen sie eine neue Identität. Capablanca wird zu Derin Paca und zur Beraterin der Baronie. Gemeinsam suchen sie nach Auswegen aus der Wirtschaftskrise und finden sie in den Hon’kantari. Die riesigen Meerestiere haben einen den  Haluter ähnelnden Konvertermagen und reinigen die Meere des Planeten sehr effektiv. Man kommt auf die Idee, die Tiere zu anderen Planeten zu exportieren. Eine Sippe der Mehandor wird für den ersten Transport auf einen Testplaneten gewonnen. Doch der Transport einiger Tiere per Transmitter geht schief. Satoran on Torasai ist es gelungen, die Tiere abzufangen. Er will sie für andere Zwecke missbrauchen. Doch Derin Paca alias Indrè Capablanca, kann die Machenschaften des Arkoniden vereiteln. Die Baronie kommt in den nächsten Jahren zu Wohlstand. Eines Tages bekommt Derin Paca jedoch die schlechten Nachrichten von Olymp und kehrt nach Hause zurück.
Die Gruppe, die bislang gebannt der Geschichte Capablancas gelauscht hat, muss den Standort wechseln. Tefrodische Soldaten sind auf dem Weg. Gucky bringt alle in das Privatquartier von Capablanca. Dort erzählt nach langem Zögern nun auch Martynas Deborin, wie es ihm seitdem ergangen war. Tatsächlich war er enttäuscht gewesen, als sich die Olymper gegen das Tamanium entschieden. Als er später seinen Rücktritt erklärte, verließ er in Maske und ohne zu zögern Olymp, um nie mehr zurückzukehren. Wie ein Mehandor sprang er von Planet zu Planet. Er wurde zu einem Vagabunden. Eines Tages beschloss er, nach Tefor zu reisen. Er wollte in Erfahrung bringen, ob die Tefroder wirklich so übel waren, wie es Indrè und andere behaupten. Er tarnt sich als Tefroder und erreicht Tefor. Als angeblicher Prospektor will er einen draufmachen. Er verspielt Unmengen an Geld und beginnt zu trinken. Die tefrodische Polizei verhaftet ihn, den alkoholsüchtigen Vagabunden. Als er nach der Entlassung mal wieder in der Gosse liegt, wird er von Crystalla aufgelesen. Die Tefroderin findet, wie es scheint, einen Narren an ihm. Er entsagt dem Alkohol und baut ein Beratungsunternehmen auf. Eine Schwierigkeit, denn die Regierung Tefors kontrolliert alles. Doch er hat Erfolg und berät bald andere Tefroder.
Doch die Gläserne Insel verhaftet ihn und zerstört sein Unternehmen. Er wird gefoltert und soll seine Identität preisgeben. Krystophar, wie er sich nennt, ist nicht bereit, seine Herkunft zu verraten. Doch der Geheimdienst weiß längst Bescheid. Und Crystalla entpuppt sich als Agentin. Er soll nach Adarem gebracht werden. Doch auch Martynas Deborin hat immer noch gute Kontakte, die ihm vorher zur Flucht verhelfen. Auch er kehrte nach Olymp zurück.
Gucky hat genug gehört. Er ist sicher, dass sich Perry Rhodan auf dem Gefangenplaneten Adarem befindet. Er teleportiert auf die IBANI GALOA und berichtet Sichu Dorksteiger von Adarem. Die Ator will nach dem Planeten suchen lassen. Da kommt ein Funkspruch von der ETSI. Die Tefroder haben damit begonnen, Shoraz zu beschießen. Sichu beschließt, den Archäologen dort zu Hilfe zu kommen.

 

Rezension:
Olaf Brills zweiter Beitrag zur Miniserie Olymp beginnt mit dem Running-Gag. Gucky hat sich in den vergangenen Jahrzehnten aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. So der Autor. Nicht jeder Bewohner der Milchstraße mochte ihn daher erkennen. Eine geschickte Formulierung. Sie ist korrekt, plausibel, nicht angreifbar. Doch warum wird dieses Element immer und immer wieder durchgekaut? Möglicherweise macht sich Olaf Brill hier einen Spaß. Wenn es zum Zeitpunkt, als er seine zweite Geschichte schrieb, schon Leserreaktionen zu den ersten Bänden Olymps gab, dann hat er es mit Absicht nochmal aufgegriffen. Und wenn es nicht so ist, bleibt es weiterhin merkwürdig. Jedenfalls musste ich über den Einstieg schmunzeln.
Ansonsten knüpft der Roman an Heft 7, Land der Seligen, an. Darin hatte Madeleine Puljic die Figuren zusammengeführt, von denen Olaf Brill nun zwei davon ihre Vorgeschichten erzählen lässt. In Band 2 der Miniserie Olymp wurde kurz die Absetzung des Kaiserpaars thematisiert. Seitdem werden die beiden zu Hoffnungsfiguren hochstilisiert. Dass sich hinter Derin Paca die Kaiserin verbirgt, habe ich nicht erkannt. Das Anagramm des Vornamens zwar schon, aber ich habe da eher eine Tochter Capablancas vermutet. Doch das war zu kompliziert gedacht. Olymp ist einfacher gestrickt.
Nach der Enthüllung wird der Roman von zwei Erzählungen beherrscht. Die beiden ehemaligen Herrscher Olymps berichten, wie es ihnen ergangen ist. Während Indrè sich wieder fangen konnte, hatte Martynas einen Abstieg zu verkraften.
Die Geschichte, wie sich das ehemalige Kaiserpaar auseinanderlebte, bot für mich nur anfänglich einen gewissen Reiz. Die Frage des „Wie“ wurde recht schnell geklärt. Und obwohl sich der Autor für den „Werdegang“ dazwischen einiges hat einfallen lassen, interessierte ich mich dann eher wieder für das „Wie“ der Rückkehr. Für eine Serie, die am Anfang mit der Museumswelt, der Shoziden-Box, dem Auftreten der Tefroder und einigem mehr, zahlreiche Rätsel aufwirft, zeigt der Roman für mich zu wenig Bereitschaft, an diese Themen anzuknüpfen. Vergeblich wartete ich auf einen stärkeren Bezug zu Shoraz, zu den aktuellen Tefrodern, zu irgendetwas, das den Geschichten der beiden Protagonisten mehr Bedeutung geben würde.
Ganz am Ende fällt das Stichwort Adarem. Und schnipp haben wir ein neues Ziel. Na ja, nicht ganz. Shoraz hat Probleme und Sichu gibt ihrem Mann noch ein paar Stunden mehr zum Überleben. Zum Ende hin gab nur noch eine Textstelle, die mir besonders gefiel. Das war Olaf Brills Hommage an den Film Casablanca.
Die Serie dümpelt so dahin. Sie ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Sie hat keine Würze und keinen Pep. Die einzelnen Romane zeigen einen Schreibstil auf der Höhe der Zeit für eine Romanheftserie. Und auch dieser Roman von Olaf Brill ist gut geschrieben aber bietet erneut zu wenig Substanz für die Serie.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2959

Der Flügelschlag des Schmetterlings – von Oliver Fröhlich – Handlung:
Im Solsystem schreibt man den 31. März 1552 NGZ. Auf dem Titan ist der Mediker Jano Vrinkstetter mit seiner augenblicklichen Situation unzufrieden. Seit zwei Monaten sitzt er mehr oder weniger tatenlos herum und beaufsichtigt den im Koma liegenden Perry Rhodan. Vrinkstetter ist Mitglied des Techno-Mahdi und über die Herkunft des 2. Rhodan informiert. Während jedoch seine Kollegen an der Biophore-Forschung beteiligt sind, kann Vrinkstetter kaum etwas tun. Er beobachtet das Treiben in Los 107, einer öffentlichen Logo-Oase des Techno-Mahdis, als Adam von Aures und Colin Heyday das Labor mit Rhodan betreten. Heyday ist der Chefwissenschaftler des Kepler-Komplexes in Galileo-City und eigens vom Ganymed zum Titan gereist, um Rhodan zu sehen. Jene Version, die Adam aus der Enklave von Wanderer herausholte. Adam von Aures bittet Vrinkstetter, weiterhin als Aufpasser für Rhodan zu dienen. Im Gegenzug bekommt er alle Aktionen des Techno-Mahdis mit. Denn die sind dabei, Geschichte zu schreiben. Der Mediker willigt ein und wird Zeuge, wie die Invasion beginnt.
Auf Terra wird Reginald Bull zum Residenten Hekéner Sharoun gerufen. Er soll sich beeilen und nicht den Transmitter benutzen. Der Unsterbliche wird vom Residenten und vom Positronikspezialist Modij Garuu empfangen. In den vergangenen acht Stunden hat sich die Zahl von Fehlfunktionen in positronisch gesteuerten Geräten signifikant erhöht. Noch sind keine Menschen ernsthaft zu Schaden gekommen, aber die Situation scheint zu eskalieren. Die Positronikspezialistin Hantje Deboum vermutet anhand des Verbreitungsmusters in den Systemen einen Virus. Und der Virus kommt nicht von Außerhalb. Ein Insider muss ihn eingeschleust haben. Nun wird auch noch Raumalarm gegeben. Am Rande des Solsystems ist ein unbekanntes Raumschiff aufgetaucht. Es lässt sich nur schwer orten und antwortet nicht auf Funkanrufe. Zudem scheint sich das Schiff teilen zu können. Plötzlich sind es zwei. Hekéner Sharoun stellt den Fremden ein Ultimatum. Die Ausfälle in positronischen Systemen fordern ein erstes Todesopfer.
Ebenfalls zur gleichen Zeit geht Dario Bechtil seiner Arbeit in der Wetterkontrollstation von Terrania nach. Die Aufgabe des schweigsamen Klimaadapters ist es, das von NATHAN beeinflusste Wetter zu überwachen und in Notfällen einzugreifen. Trotz positronischer Steuerung gibt es immer noch Situation, in denen Menschen mit dem besonderen Blick für das Wetter eingreifen müssen. Und Dario sieht Muster, wo andere nur Chaos erkennen. Während seiner Schicht kommt es tatsächlich zu einem Fall, wo sein Eingreifen notwendig wird. Eigenartig ist, dass NATHAN seine Eingaben erst nach geraumer Zeit akzeptiert.
In der Solaren Residenz kann das Störprogramm isoliert werden und die Zahl der Störungen geht zurück. Von den fremden Raumschiffen geht ein Funkspruch ein. Ein spinnenartiges Wesen vom Volk der Xumushan, das bei allen Betrachtern kreatürliche Angst hervorruft, nimmt das Solsystem im Namen der Yalo XUDDUN in Schutzgewahrsam. XUDDUN tritt das Erbe von ES an. Inzwischen sind es 17 Schiffe, die Kurs auf Terra nehmen. Sharoun lässt das Feuer eröffnen. Aufgrund der beeinträchtigten Ortung haben die terranischen Schiffe das Nachsehen. Und auch die Kommunikation ist inzwischen gestört. Der Virus und seine Behebung waren nur als Ablenkungsmanöver gedacht. Auf Terra wird es ungemütlich. Die fremden Insektoidenraumer erreichen den Planeten und schleusen kleinere Einheiten aus, die auf Terra herabregnen. Die Fremden schießen terranische Gleiter ab und die Menschen suchen Schutz in den Kellern. Die Solare Residenz ist isoliert. Bull schnappt sich einen Gleiter, um zu seiner Familie zu fliegen. Im Chaos des Wetters und verfolgt von den Insektoiden stürzt Bulls Gleiter ab. Bevor der Unsterbliche das Bewusstsein verliert, sieht er zwei der grauenvollen Fremden auf sich zukommen.
Dario Bechtil, der Mann mit dem besonderen Blick, macht eine Entdeckung. Er hat Aufzeichnungen explodierender Gleiter und der fremden Invasoren studiert. Und bemerkt, dass es immer wieder die gleichen Szenen sind. Es sind Täuschungen, die den Eindruck erwecken sollen, überall findet eine Invasion statt. Tatsächlich passiert gar nichts. Nur das Wetter spielt weiter verrückt. Der Klimaadapter macht sich auf den Weg zu seinem Sohn.
Auf Titan wird Vrinkstetter Zeuge der Ereignisse. Ihm ist unwohl, als es Todesopfer gibt. Aber er erhält Einblicke in das Geschehen und erfährt, dass alles nur eine große Täuschung ist. Colin Heyday hat den Virus geschaffen, die Simulation und die Choreografie. Caprice Noopila hat die Xumushan programmiert. Die Inszenierung ist über viele Jahre vorbereitet worden. Den Menschen soll gezeigt werden, was auf sie zukommen kann.
Unterwegs findet Bechtil den verunglückten Reginald Bull und nimmt ihn mit. Über die Medien wird die Botschaft eines gewissen Burosch ausgestrahlt. Der Mann verbreitet das Schreckensszenario einer Übernahme der Macht durch eine fremde Superintelligenz. Und dass der Techno-Mahdi seit Jahren davor gewarnt hatte. Er behauptet, dass die Xumushan die Regierung in ihrer Gewalt hätten. Und nur der Techno-Mahdi leistet noch Widerstand.
Auf Titan ist Jano Vrinkstetter etwas unwohl, als Tango Burosch das Labor betritt und Adam von Aures den nächsten Schritt ankündigt.
Rezension:
Nach einer längeren Pause trägt Oliver Fröhlich wieder einen Baustein zum aktuellen Zyklus bei. Und das Thema dreht sich um die Invasion des Solsystems. Ich gestehe, ich habe beim Blick auf den Untertitel etwas gequält die Augen verdreht. Ich führe zwar keine Strichliste, aber hier wurde sicherlich die gefühlt 100ste Invasion der Heimat der Menschen angekündigt.
Somit lagen für mich keine guten Voraussetzungen für ein ungetrübtes Lesevergnügen vor. Zumindest war ich gespannt, ob der Autor „dieser“ Invasion eine eigene, eine besondere Note geben konnte. Doch zunächst führte Oliver Fröhlich den Mediker Jano Vrinkstetter ein, der sogleich einen Blick aus dem Fenster der Forschungseinrichtung auf Saturn warf. Ich hingegen warf einen Blick auf den unendlich langen Satz, den der Autor zur Wiedergabe von Vrinkstetters Eindrücken benutzte. So lange Sätze liest man selten bei PR. Und mir gefallen lange Sätze. Pluspunkt für den Autor.
Der Autor beschreibt die Invasion aus der Sicht dreier sehr unterschiedlicher Personen. Mit Reginald Bull bekommen wir die Sicht eines Unsterblichen auf die Dinge. Mit Jano Vrinkstetter bekommen wir Erkenntnisse aus erster Hand der Techno-Mahdi. Und mit Dario Bechtil erhalten wir einen Blickwinkel des Menschen von der Straße. Die Bull-Ebene wird von Oliver Fröhlich nicht chronologisch aufeinanderfolgend geschrieben. Er springt ein oder zwei Tage vor und zurück. Normalerweise lockert eine solche „Wie-konnte-es-soweit-kommen“-Sequenz einen Roman schon mal auf. Man bekommt eine Situation, die sich entwickelt und anschließend eine Situation, die durch noch weitere unbekannte Ereignisse offenkundig eskaliert ist. Genau die Begebenheiten, die fehlen, will man als Leser dann schnell erfahren und „bleibt dran“ am Stoff. Bei mir hat das nicht ganz so funktioniert. Ich empfand es etwas holprig.
Holprig ist auch ein gutes Stichwort für die Handlungsebene Titan. Auf der einen Seite gewährt uns die dortige Handlung einen Einblick in die Strukturen des Techno-Mahdis. Auf der anderen Seite erhält man als Leser einen Wissensvorsprung vor den anderen Handlungsebenen. Denn die Komödie im Krankenzimmer von Enklaven-Rhodan war ein wenig zu offensichtlich als Element der Leserinformation platziert worden.
Und gerade diese Ebene lässt mich etwas ratlos zurück. „Technik ist Erlösung“, so eine der Losungen der Anhänger. Und nun wird den Menschen vorgeführt, wie anfällig die Technik sein kann. Die Sammlung von Ereignissen, die sich weltweit ereigneten macht deutlich, wie abhängig der Mensch von der Technik inzwischen geworden ist. Interessanterweise war darunter kein Fall, der nicht auch in unserer realen Welt auftreten könnte. Und obwohl die Ausfälle der Positroniken sogar Menschleben forderten, empfand ich die Fälle zu keiner Zeit als Bedrohung, teilweise waren sie sogar komisch. Aber wie passt das zu den Losungen? Welche Ziele verfolgt der Techno-Mahdi? Nach vielen Jahren der Vorbereitung wird den Menschen die eigene Verletzlichkeit vor Augen geführt. Und wenn es die Absicht der Techno-Mahdi sein sollte, etwas im kollektiven Bewusstsein der Menschheit zu platzieren, dann ist das Mittel, das hier angewandt wird, denkbar schlecht aufgezogen. Denn der Techno-Mahdi propagiert ja, dass die Technik die Erlösung bringen soll.
In der Solaren Residenz macht sich ein wenig Hilflosigkeit breit. Wie immer, wenn binnen Stunden flächenmäßig alles ausfällt, warte ich als Leser auf die Notfallpläne der Invasionsverwöhnten Terraner. Aber die tun jedes Mal so, als wären sie von allen guten Geistern verlassen. Die Einfachheit, mit der systemweit positronische Systeme infiltriert werden können, wird trotz der Erklärung, die Viren wurden von Insidern eingeschleust, nicht plausibel.
Bevor ich mir dazu allerdings zu viele Gedanken machen konnte, entwickelte sich die Geschichte in eine andere Richtung. Es war gar keine Invasion, sondern eine Verschwörung von Innen. Die noch dazu von Spitzenwissenschaftlern ausgeführt wird. Und meine eingangs gestellte Frage, ob Oliver Fröhlich dem Invasionsplot eine besondere Note geben könne, wurde beantwortet. Es war tatsächlich mal was anderes.