Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2940

Der Putsch – von Uwe Anton – Handlung:
Nach dem Mnemo-Schock stehen sich die Parteien im Neo-Solsystem kampfbereit gegenüber. Der Thoogondu Ruogoovid hat Perry Rhodan mit dem Einsatz von Waffen gedroht. Das kann Arbo Perikles Dannan, der den Putsch angezettelt hat, nur Recht sein. Der Admiral und Oberkommandierende der Raumflotte des Zweiten Solaren Imperiums hat ebenfalls eine Flotte versammelt. Nach dem Austauschen nutzloser Funksprüche greift die gäonische Flotte an. Dem terranischen Trägerschiff können die Attacken nichts anhaben. Dannan zeigt sich unversöhnlich und Cassandra Sommerset, die Solastratorin kommt mit ihrer Botschaft, den Konflikt friedlich zu lösen, nicht an.
Stattdessen geht ein Riss durch die Raumflotte. Etliche Schiffe, die bislang Dannan gefolgt sind, scheren aus. Es entbrennt ein Bruderkrieg. Die Journalistin Shari Myre, die eigentlich für den Admiral gearbeitet hat, schickt ihre Interviews, die sie an Bord der RAS TSCHUBAI geführt hat, an ihren Sender. Statt zu manipulieren entscheidet sie sich für die Wahrheit. Während der Übertragung wird der Sender von Dannan-treuen Soldaten gestürmt. Die Verbindung bricht ab.
Ruogoovid erweist sich als ruhiger Thoogondu. Er greift mit seiner Flotte entgegen seiner Ankündigungen nicht ein. Und vereinbart sogar einen zeitlich befristeten Waffenstillstand mit Rhodan. Sommerset äußert inzwischen eine Ahnung. Die beiden Mediker, die mit einer Barkasse an Bord genommen wurden, haben ihren Argwohn geweckt. Ein kurzer Auftritt der beiden wird ausgewertet und betätigt die Vermutung der Regierungschefin. Eine noch in der Entwicklung befindliche Mentaltechnologie wurde an den beiden Gäonen angewandt. Das Psychotrope Kommando, oder einfach ausgedrückt, der Jekyll-Hyde-Schalter. Die betroffenen Personen können, ohne dass sie es bemerken, bei Bedarf programmierte Handlungen ausführen. Rhodan entsendet ein Sicherheitsteam zur Barkasse. Noch vor dem Zugriff passiert etwas Merkwürdiges. Der Paratronschirm, der das Schiff der Gäonen umgibt und von der RAS TSCHUBAI aufgebaut wird, hat einen Aussetzer. Die beiden Mediker können festgenommen werden aber die Barkasse hat an Gewicht verloren. Etwas Unbekanntes hat sich aktiviert und ist auf die RAS TSCHUBAI gelangt.
Die ARTEMIS, Dannans Flaggschiff, fliegt mit anderen Schiffen weitere Angriffe auf die RAS TSCHUBAI. Und das Riesenschiff erwidert plötzlich das Feuer und zerstört drei am Angriff nicht beteiligte Schiffe der gäonischen Flotte. Niemand hatte den Feuerbefehl gegeben. Die Untersuchungen ergeben, dass wohl Nanotechnologie der Thoogondu zum Einsatz kam. Die Maschinen haben sich aufgelöst, nachdem sie Positroniken infiltriert hatten. Ein Nachweis der Manipulation ist Rhodan somit nicht möglich. Die Terraner positionieren die RAS TSCHUBAI neu und bergen Überlebende und Verletzte aus den Wracks, die per Transmitter nach Gäon transportiert werden. Gi Barr ist einer der Akteure.
Der Soldat hat noch einen Vorschlag an Perry Rhodan. Das Mondgehirn TEIRESIAS könnte wertvolle Informationen beherbergen. Der Unsterbliche geht mit Gucky und Gi Barr auf ein Kommandounternehmen. Während die RAS TSCHUBAI das System verlässt, teleportiert Gucky das Team auf den Mond Selene. Gi Barr beantragt eine Unterredung mit der Mondpositronik. Noch bevor es dazu kommt, greifen Agenten ein. Doch die drei Besucher erhalten unerwartet Hilfe. Ein Roboter erscheint und eröffnet Rhodan, dass es seit über tausend Jahren der Traum von TEIRESIAS ist, sich mit dem Unterblichen zu treffen. Der Roboter bringt sie zum Mondgehirn.

 

Rezension:
Es geht mit kleinen Schritten voran. Der Roman von Uwe Anton zeigt ein uneinheitliches Bild der Situation im gäonischen Reich. Ebenso uneinheitlich agieren die Figuren des Autors. In der ersten Romanhälfte machen alle Figuren Fehler und gestehen sich diese Fehler im zweiten Abschnitt der Geschichte ein. Danach bringt Uwe Anton noch die Ereignisse ins Rollen, die den Band der nächsten Woche füllen werden.
Was ich an diesem Roman nicht mochte, ist, wenn Figuren das Offensichtliche ein ums andere Mal durchkauen. Beispielsweise der Dialog zwischen den Eheleuten Sichu und Perry im ersten Teil. Da hilft auch nicht, dass Uwe Anton versucht, dieses Gespräch mit Humor zu untermalen. Der Witz kommt doch sehr spröde daher.
Wiederholungen sind leider ein Markenzeichen von Uwe Anton. Sehr schade, wie ich finde. Das rekapitulieren früherer Ereignisse kann hilfreich sein, wenn es darum geht einen komplexen Sachverhalt für die eigene Geschichte nochmals aufzuarbeiten. Oder diesem Sachverhalt einen neuen, einen anderen Blickwinkel zu verpassen und damit eine neue Bedeutung zu generieren. Hier waren es jedoch nur Wiederholungen. Teilweise waren diese Wiederholungen auch noch ungeschickt gesetzt und nahmen Tempo aus der Geschichte. Ausgerechnet dann, wenn es mal zur Sache ging. Beispielsweise als die RAS TSCHUBAI ohne Befehl das Feuer eröffnet. Statt nun die Panik, den Schrecken, die Gegenmaßnahmen oder was auch immer einzufangen, lässt Uwe Anton alle früheren Ereignisse, in denen Schiffe etwas Ähnliches taten, Revue passieren. Nun wiederhole ich mich. Schade, sehr schade.
Zwei Textpassagen sind es, die mir dennoch in Erinnerung geblieben sind. Rhodan sagt beim Gespräch mit dem Thoogondu, dass man einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen kann und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit täuschen. Sehr richtig. Und genau aus diesem Grund muss die Geschichte jetzt einfach an Fahrt aufnehmen. Sonst kann man solchen Worten nicht trauen.
In der zweiten Textpassage ist es wiederrum Perry Rhodan, dem es fröstelt, der sich Gedanken macht, ob sich die Ereignisse wiederholen, sie (die Terraner) lähmen und verhindern, dass sie auch nur einen Schritt vorankommen. Hier scheint nun wieder das genaue Gegenteil propagiert werden. Die Geschichte nimmt keine Fahrt auf.
Das Hin und her mit Gi Barr ist dabei nur ein weiteres Element, in dem die Geschichte auf der Stelle tritt. Der Figur Rhodan fehlt es, wie es scheint, an 3000 Jahren Erfahrung. Anders lässt sich das Verhalten, das Rhodan im Umgang mit dem Gäonen pflegt, nicht mehr erklären. Mal Bewacher an der Seite, dann frei bewegen, dann ohne Yester, dann mit Yester, dann ohne Epsaler, dann mit zwei Mann, dann im Einsatz, dann nicht im Einsatz. Dann Vertrauen, dann kein Vertrauen, dann von Bord, dann nicht von Bord. Und ewig die gleichen Gedanke, die der Held wälzt. Was denn nun?
Auch mit einer anderen Figur ist Perry Rhodan uneins in der Beurteilung. Sommerset, die Solastratorin, wird von ihm gelobt. Tatsächlich zeigt sich die Politikerin schwach in ihrer Außendarstellung. Und wie es innen aussieht, hat Uwe Anton ausnahmsweise getroffen. Soll ich, oder soll ich nicht, sind die Gedanken dieser Figur. Spät, viel zu spät in der Geschichte legt er der Figur selbstkritische Äußerungen in den Mund. Wie wäre die Geschichte gelaufen, wenn die Figuren offensiv, statt defensiv aufgetreten wären? Ganz anders, lautet die Antwort. Aber dann hätte es eben nicht noch einen weiteren Band gebraucht. Hoffentlich kommt nächste Woche endlich mal ein Schlussstrich. Viel länger darf das nicht mehr gehen mit den Manipulationen und der Aufklärung dieser Betrügereien.

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