Ansichten zu Perry Rhodan Stardust Heft 6

Whistlers Weg – von Rüdiger Schäfer – Handlung:

Auf Jaroca wird Perry Rhodan von den Jaroc beschuldigt, die Phiole aus dem zweiten Schrein entwendet zu haben. Gerade noch rechtzeitig erscheint Timber F. Whistler. Um den Unsterblichen und seinen Begleiter Kerat Tinga bilden sich Sphären. Die Jaroc fühlen sich betrogen und greifen die Sphären an, die mit ihren Insassen rasch davonschweben.

Timber F. Whistler wirkt wie ein junger Mann um die dreißig. Der Anzug, den der ehemalige Administrator trägt, besitzt weitreichende technische Fähigkeiten. Aus einer Tasche zieht Whistler zwei Pakete, die deutlich größer sind als das Behältnis, in dem sie verstaut waren. Die Päckchen entpuppen sich als Kleidungsstücke für die beiden Geretteten.

Whistler zeigt sich beim Gespräch teilweise unnahbar und ergeht sich häufig in vage Andeutungen. Ein Geheimnis lüftet er jedoch schnell. Er weiß nicht wer Anthur ist, er weiß aber, wer er nicht ist, nämlich TALINS Bote. Diese Funktion hat nämlich Whistler inne. Und er berichtet, wie es dazu kam. Im Jahre 1465 NGZ hat Whistler dank seines Robotkörpers der Zeit ein Schnippchen geschlagen. Doch die Zeit hat Spuren hinterlassen. Er hat sich verändert, hält sich für einen Freak, eine Chimäre aus Mensch und Maschine. Er beschließt, sich das Leben zu nehmen. Alles ist gut vorbereitet, doch plötzlich wird er von einem goldenen Leuchten eingehüllt. Er erwacht an einem unbekannten Ort und besitzt wieder einen menschlichen Körper. Die Superintelligenz TALIN zeigt sich als alter Mann und bittet Whistler um Hilfe. Sie ist noch schwach und hat nicht viel Zeit. Whistler soll das System der Immateriellen Städte reparieren. Die sieben Städte wurden zur Stabilität diverser Mächtigkeitsballungen geschaffen. Doch nur noch vier Städte funktionieren. Außerdem wurde in einer der Basis-Stationen ein Bewusstseinssplitter von VATROX-VAMU eingeschleust. Dadurch sind alle Städte gefährdet. Whistler erhält ein überlegenes spindelförmiges Schiff, das er nach seiner verstorbenen Frau auf CYNTHIS tauft. Und er bekommt von TALIN einen Chronogator, mit dem er Kontrolle über die Grundfunktionen der Immateriellen Städte erhält.

Whistler fliegt die Basis-Station von Connajent an. Der Splitter VATROX-VAMUS hat mit seiner Hass-Strahlung die Bewohner der Welt bereits beeinflusst. Whistler kann nur die Auswirkungen eindämmen, gegen den Splitter kann er nichts ausrichten. Der Kernbereich ist durch ein Siegel TALINS geschützt. Er benötigt 30 Jahre, bis er eine Lösung hat. Ein Zellaktivatorträger kann vielleicht das Siegel überwinden. Zwanzig Jahre benötigt Whistler, bis er sich ganz sicher ist.

Whistler bringt sie zu Yashildag, der Meergrün-Stadt. Mit ihr wollen sie zur Basis-Station von Connajent reisen. Vorher erfährt Rhodan noch, dass es sogenannte Konklavewelten gibt, Welten die von allen Immateriellen Städten besucht werden können. Und er erfährt, dass sein Begleiter Kerat Tinga einen alten Roboter der Pahl-Hegemonie zerstört hat, der nach über 180.000 Jahren plötzlich aktiv wurde. Perry Rhodan besteht darauf, dass Admiralin Eritrea Kush kontaktiert wird. Die erscheint auch alsbald mit der STARDUST III und begibt sich zu Perry Rhodan. Zu viert dringen sie in Yashildag ein, nachdem sie von Whistler Netze gegen die Beeinflussung der Stadt erhalten haben.

Kaum hat Whistler mit seinem Chronogator die Stadt nach Astogur gesteuert, wo die Basis-Station Connajents liegt, werden alle von den Auswirkungen des Bewusstseinssplitters getroffen und sehr aggressiv. Rhodan kann mit Hilfe von Posimon in den Kernbereich der Anlage eindringen und die Hinterlassenschaft von VATROX-VAMU vernichten.

Um Rhodan von der neuen Bedrohung der Stardust-Menschheit ein Bild zu geben, steuert Whistler die Meergrün-Stadt in die Vergangenheit. Knapp 185.000 Jahre in die Vergangenheit geht die Reise in die Zeit der Pahl-Hegemonie. Rhodan, Tinga, Kush und Posimon haben drei Tage Zeit, sich dort umzusehen. Dann müssten sie zurück. Sie bekommen ein kleines spindelförmiges Schiff und fliegen zunächst nach Jaroca. Kaum haben sie den Hyperraum verlassen, geraten sie in eine Raumschlacht. Mehrere Amöbenschiffe kesseln das Schiff ein. Ein Jaroc meldet sich und fordert Zutritt an Bord. Als mehrere schwerbewaffnete Jaroc gerade an Bord kommen wollen, gibt es erneut Ortungsalarm.

 

Rezension:

Sieht man von Perryversum-typischen Elementen ab, genannt sei hier beispielsweise das übliche Ergehen in Andeutungen durch die Boten höherer Wesenheiten, hat Rüdiger Schäfers Beitrag zur Stardust-Miniserie einen geradlinigen Aufbau. Die Geschichte beginnt mit der Rettung von Rhodan, lässt dann in einer Rückblende eine Erklärung von Whistlers Wandlung folgen, dann kommt der erste kleinere Auftrag, gefolgt von der Überleitung zum eigentlichen Zyklusthema. Beendet wird die Geschichte mit einem Cliffhanger.

Waren die Bände 2-5 hoffnungslos überfrachtet mit Detailbeschreibungen, Metaphern, Vergleichen und Bildern, die jede einzelne Handlung dominierten, zeigt sich Rüdiger Schäfers Roman wohltuend nüchtern in seinem Stil. Große Überraschungen blieben allerdings aus. Der Bote TALINS tut wie eingangs erwähnt das, was alle Boten tun. Rhodan tut das, was Boten von ihm verlangen, nämlich die Drecksarbeit. Der Helfer Kerat Tinga tut das, was man von ihm verlangt, sich nämlich im Hintergrund halten. Und Eritrea Kush ist angesichts von Rhodans und Whistlers Dominanz wieder ins 2. Glied gerutscht. Aber nach der Admiralin-Übermutter-Seelsorgerin-Kämpferin-Nummer zuletzt, ist das zu verschmerzen gewesen.

So geradlinig der Handlungsaufbau auch war, so unverständlich waren allerdings auch einige Inhalte. Die SI sucht sich also einen Helfer für Ihre Probleme und stattet ihn mit überlegener Technik aus. So weit so gut. Sie lässt verlautbaren, dass die Immateriellen Städte ein wichtiges Element in der Stabilität dieser Region des Kosmos darstellen. Diese Stabilität ist gefährdet durch VATROX-VAMUS Bewusstseinssplitter. Whistler soll das Problem lösen. Dumm nur, dass das Siegel TALINS Whistler daran hindert, etwas gegen die Bedrohung zu unternehmen. Whistler braucht 30 Jahre um auf eine Lösung zu kommen und weitere 20 Jahre um sicher zu sein, dass seine Lösung stimmt. Er braucht einen speziellen Zellaktivatorträger. Hier kommt unser Held ins Spiel.

Die Story haut jetzt nicht wirklich vom Hocker. Die Hereinnahme von einem weiteren Ableger VATROX-VAMUS empfand ich als überflüssig, hier hätte man sich auch was anderes ausdenken können, um den Raum bis zur Zeitreise Rhodans zu füllen. So wird einfach ein bereits bekanntes Thema aus der Hauptserie aufgewärmt.

Irritierend sind die Ausdrücke von Gefühlen, die der Autor seine Figur Whistler durchleben lässt. Die Gefühle des Mannes gleichen bei Schäfer einer Achterbahnfahrt und zwar in jeder Szene. Mal reagiert der Mann bedächtig, in der nächste Sekunde ablehnend, dann etwas verheimlichend, dann freundlich, dann passiv, dann arrogant, gefolgt von schroff usw. usw. Hätte die Figur in verschiedenen Handlungsabschnitten jeweils eine oder zwei dieser Reaktionen gezeigt, die zudem zum geraden Erlebten in Einklang zu bringen gewesen wäre, okay. So aber wird jeder Dialog von vielfältigen Reaktionen der Figur Whistler beherrscht und meist lässt sich eine Ursache nicht erkennen. Dadurch bekam diese Figur einfach kein Profil. Die Argumentation des Autors würde wahrscheinlich lauten: So sind sie eben, die Boten von Superintelligenzen. Wenn es um die Heimlichtuerei geht, dann ja. Die anderen Emotionen waren teilweise zu dick aufgetragen. Immerhin garniert Rüdiger Schäfer die Heimlichtuerei des Boten mehrmals mit Humor und einige Male spöttelt er sogar darüber.

Fazit: Ein Roman ohne überraschende Handlungselemente, der Schreibstil hingegen konnte überzeugen.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Stardust Heft 5

Kommando Virenkiller – von Robert Corvus – Handlung:

Perry Rhodan und der Jaranoc Kerat Tinga werden von einem Pilgerzug der Jaroc zu deren Heiligtum geführt. Es ist zugleich die letzte Reise Ihres Herrschers Homhomk, der dem Tode nahe ist. Rhodan setzt seine Hoffnung in den Schamanen Virvird, der zuletzt zumindest Misstrauen gegenüber Anthur, den angeblichen Verkünder des Bewahrers gezeigt hat. Nur der Translator ist Rhodan von seiner Ausrüstung geblieben. Und natürlich Posimon. Der Unsterbliche und sein Begleiter müssen unbedingt eine Energiequelle auftreiben, um den Rufer, ein kleines Gerät, das Tinga von Whistler bekommen hat, zu aktivieren und damit den ehemaligen Administrator der Stardust-Union herbeizurufen.

Um Sepura 2 kreisen nach wie vor mehrere Amöbenschiffe. Admiralin Eritrea Kush ist zusammen mit der epsalischen Biologin Gwen Soprina und der Mathematikerin Güramy Triktuk, einer Jülziish in eines der Schiffe vorgedrungen. Die Schiffe scheinen instinktgesteuert zu sein. Der Biologin gelingt bei ihren Untersuchungen ein Durchbruch. Sie kann die Befehlssequenzen entschlüsseln, mit denen das Schiff kommuniziert. Weite Bereiche des Amöbenschiffs wurden mit Thermitladungen präpariert. Auf der Suche nach einem vermuteten zentralen Steuergehirn muss das Trio weite Wege zurücklegen. Das Amöbenschiff verhält sich zunehmend aggressiv gegenüber den Eindringlingen. Es kommt zu mehreren instinktiven Abwehrreaktionen. Zunächst werden nur die Tarn- und Schutzanzüge der Frauen beschädigt. Dann wird die Biologin Gwen Soprina von Bakterien infiziert. Auch die beiden anderen Frauen tun sich immer schwerer in der zunehmend lebensfeindlichen Umgebung.

Auf ihrem Weg zum Heiligtum der Jaroc kommt die Prozession nur langsam voran. Immer wieder werden rituelle Kämpfe ausgetragen. In einem Tempel können Rhodan und Tinga technische Artefakte bergen, die Posimon dazu verwenden kann, um den Rufer wieder mit Energie zu versorgen. Am Heiligtum angekommen, überlässt Virvird Rhodan und dem Jaranoc die wenige Technik, so dass sie sich gegen automatische Abwehrsysteme der beiden Schreine zur Wehr setzen können. Der eine Schrein beherbergt einen Käfigtransmitter, der ohne Energie ist. Der zweite Schrein, der eine Phiole enthalten soll, ist leer. Die Jaroc beschuldigen Rhodan, die Phiole entwendet zu haben. Inzwischen hat der Rufer wieder Energie und Timber F. Whistler erscheint, so wie er vor zweieinhalb Jahrhunderten ausgesehen haben mag, vor seinem Robotkörper.

Nachdem feststeht, dass kein zentrales Steuergehirn existiert, will der Trupp sich im Amöbenschiff mittels darin eingelassener Kanäle schneller fortbewegen. In der Flüssigkeit, die darin fließt, gelingt das auch zunächst. Der Gesundheitszustand der Epsalerin verschlechtert sich zusehends. Schließlich kollabiert die Biologin und stirbt. Die Jülziish verliert die Nerven und muss von Eritrea betäubt werden. Kush schafft die Gefährtin in eine Virenfähre und kann mittels der Befehlcodes das Schiff in den freien Raum steuern. Sie zündet die Sprengladungen im Amöbenschiff, das daraufhin zerstört wird. Die STARDUST III erscheint und nimmt die beiden Frauen an Bord. Während der Trauerzeremonie für Gwen Soprina geht ein Funkruf von Timber F. Whistler ein. Das Schiff soll sofort zu bestimmten Koordinaten fliegen.

 

Rezension:

Wie vor 14 Tagen zu Band 4 schon vermutet hat der Autor Robert Corvus die Kapitel seines Doppelbandes gleichmäßig über beide Hefte verteilt. Ruinenstadt oder Virenkiller, beide Romane haben diese Titel verdient. Diese Verteilung bedeutet auch, dass den Leser im zweiten Teil keine Überraschungen hinsichtlich des Handlungsaufbaus erwarten. Auch der Stil wird unverändert fortgesetzt. Den Leser erwartet gleich zu Beginn eine Flut an Detailinformationen, durchsetzt mit Metaphern und bildhaften Vergleichen. In den ersten 15 bis 20 Seiten wird jede noch so kleine Aktion der Figuren ausgemalt, ob die jetzt einen Fuß vor den anderen setzen oder den Blick schweifen lassen. Farbe, Konsistenz und Neigungswinkel des Bodens, dazu die zurückgelegte Entfernung, voraussichtliche noch zurückzulegende Entfernung und viele Details mehr werden dem Leser mitgegeben, dazu die Beschreibungen von allem und jedem in der Umgebung. Die Story versinkt in einem Meer an Bildern, handlungsmäßig passiert hingegen nur wenig.

Kurz in andere Romane geblättert, die ich zuletzt gelesen habe. Auch dort Details, Metapher, Vergleiche und Bilder. Aber irgendwie leichter, feiner und nicht so hartnäckig. Der Schreibstil von Kommando Virenkiller dagegen liegt schwer im Magen. Die Charakterzeichnung der Figuren verfolgt der Autor geradezu akribisch. Dabei werden dem Leser militärisch notwendige, wissenschaftlich-neugierige und private Gedanken in Sekundentakt an den Kopf geworfen. Die Figur Kush gerät so zu einem wahren Wunderwerk einer verzweifelten Mutter, auf der Suche nach dem verlorenen Kind in feindlicher Umgebung, treusorgend den Gefährtinnen gegenüber, soldatisch der Mission verpflichtet, hart gegenüber sich selbst und so weiter und so weiter. Untermalt mit Logbucheinträgen in der Corvus seine Protagonistin stolz verkünden lässt, dass sie die Ruhezeit von 5 Stunden nicht ausgenutzt hat, sondern nach 4 Stunden und 52 Minuten wieder auf den Beinen war. Halleluja!

Die ersten 20 Seiten gerieten sehr zäh. Danach wird es etwas besser, dennoch tritt die Handlung auf der Stelle. Während Rhodan rituelle Runden dreht unterbrochen von der Suche nach einer Energiequelle und einem ständig seine Meinung wechselnden Schamanen, kommt das Einsatzteam im Amöbenschiff auch nicht richtig weiter. Nächste Woche ist Halbzeit. Kurz gefragt: Um was geht’s eigentlich im Stardust-Zyklus?

 

Ansichten zu Perry Rhodan Stardust Heft 4

Die Ruinenstadt – von Robert Corvus – Handlung:

Um Sepura 2 kreisen inzwischen mehrere Amöbenschiffe. Ein Schiff der Stardust-Menschheit wagt einen Alleingang und wird schwer beschädigt. Um mehr über den unbekannten Gegner zu erfahren, wird das Kommando Virenkiller ins Leben gerufen. Von den Amöbenschiffen lösen sich Fähren, die als Virenfähren bezeichnet werden und offensichtlich Rohstoffe von der Planetenoberfläche holen. Unter dem Kommando von Eritrea Kush wird mit teils bemannten, teils unbemannten Kleinraumschiffen ein Ablenkungsmanöver gestartet. Die Aufmerksamkeit der Amöbenschiffe richtet sich auf die Angriffe. Im Schutz von Raumlinsen, die auf Hypergeräte verzichten, landet die Admiralin, zusammen mit der epsalischen Biologin Gwen Soprina und der Mathematikerin Güramy Triktuk, einer Jülziish, auf Sepura. Sie entern eine Virenfähre und gelangen an Bord eines Amöbenschiffs. Die Schiffe scheinen instinktgesteuert zu sein. Während die Biologin Untersuchungen anstellt, legen die anderen Sprengladungen.

Perry Rhodan und der Jaranoc Kerat Tinga folgen Anthur zu der Ruinenstadt. Noch während sich die beiden Verfolger zwischen den Ruinen orientieren, werden sie von primitiven Intelligenzwesen eingekreist. Die Fremden haben eine gewisse Ähnlichkeit mit den Jaranoc, sind allerdings etwas kleiner. Es kommt zu einem Kampf, bei dem Rhodan und sein Begleiter aufgrund ihrer Schutzanzüge eigentlich im Vorteil sind. Dank eines Strahlschusses des überraschend auftauchenden Anthur und einer Verkettung unglücklicher Umstände werden Rhodan und Tinga überwältigt und gefangengenommen. Ihre SERUNS werden ihnen abgenommen und zerstört. Nur der Translator bleibt Rhodan. Die Fremden bezeichnen sich als Jaroc und sie warten seit Äonen auf den Bewahrer. Anthur hat sich als Verkünder des Bewahrers eine Vormachtstellung bei den Jaroc gesichert. Und er hat den Jaroc aufgetragen, die beiden Gefangenen zu töten. Rhodan kann bei dem Schamanen Virvird zumindest Misstrauen gegenüber Anthur sähen. Dennoch sollen beide im Heiligtum der Jaroc hingerichtet werden.

 

Rezension:

Gleich zu Beginn seiner Geschichte überrascht Robert Corvus mit zwei Szenen, die in dieser Art recht selten im PR-Kosmos anzutreffen sind. Ein Kommandant begeht eine Eigenmächtigkeit und der Autor geht zumindest im Ansatz auf die Wirkungen ein, die den Stardust-Terraner erwarten. Nur wenige Zeilen später löst Eritrea Kush ein ganz offensichtlich überfordertes Team-Mitglied ab und übernimmt den Platz des Mannes. Auch hier wird, zumindest flüchtig, auf die mögliche Auswirkung eingegangen, die das Verhalten des Team-Mitglieds nach sich ziehen könnte. Beide Szenen überraschen deshalb, weil es meist nur bei der Feststellung einer kausalen Verantwortung bleibt, über eine moralische Schuld wird nur selten geschrieben, eine Betrachtung der rechtlichen Situation bestimmter Verhalten findet so gut wie nie statt und auch die arbeitsrechtlichen Konsequenzen werden selten erwähnt. Oder anders ausgedrückt, Mensch und Material wird teils hemmungslos eingesetzt, da niemand befürchten muss, für Fehlentscheidungen den Kopf hinhalten zu müssen.

Der Autor liefert für Stardust einen Doppelband ab. Nächste Woche erscheint das Heft „Kommando Virenkiller“, tatsächlich scheint es aber so, als ob der Autor die Kapitel zur Ruinenstadt und dem Kommando Virenkiller gleichmäßig über die beiden Hefte verteilt hat, zumindest lässt sich das aus der Lektüre von Heft 4 vermuten. Der Einstieg geriet etwas holprig und auch etwas unausgegoren. Zwei Dinge stachen ins Auge. Der geschilderte Gegner reagiert ausgesprochen aggressiv auf 5D-Emissionen. Also vermeiden die Terraner solche. Um auf den Sepura 2 zu landen, nähern sich einfache Raumlinsen den Planeten mit so hoher Geschwindigkeit, dass sie Gefahr laufen, in der Atmosphäre zertrümmert zu werden. Also werden die Kleinraumschiffe zuerst abgesetzt und von Begleitschiffen mit Traktorstrahlen mehrmals abgebremst. Ein Traktorstrahl baut aber ein hyperenergetisches Feld auf, von daher war die ganze Mühe, die sich der Autor mit dieser Idee macht, umsonst. Im Übrigen stellt sich die Frage, warum die Kleinraumschiffe nicht im Verbund angekoppelt geblieben sind, um so von ihrem Trägerschiff abgebremst zu werden. Stattdessen müssen die Trägerschiffe hinterherfliegen und die Linsen abbremsen. Das war alles etwas wirr und macht irgendwie keinen Sinn.

Das zweite ins Auge fallende Detail ist der Schreibstil des Autors. Die Dialoge sind recht einfach gestrickt und brisante Themen spart der Autor aus. Wenn es doch einige bedeutungsvollere Ansätze gibt, werden diese mit lehrhaften Statements etwas abrupt beendet. Wie schon die beiden anderen Autoren zuvor will auch Robert Corvus mit Detailbeschreibungen glänzen. Dabei übertreibt er es manches Mal. Die Details passen in ruhigen Szenen aber in schnelleren Actionlastigen Abschnitten wirken diese Informationen störend. Da wäre etwas weniger mehr gewesen. Allerdings gibt es nur selten schnelle Handlungsfolgen. Meist plätschert das Geschehen so dahin, nur unterbrochen vom Wechsel des Handlungsstrangs zwischen Rhodan und Kush. Jedes Mal von der Hoffnung begleitet, in der anderen Ebene würde endlich was passieren. Aber es ging nicht wirklich voran.

Etwa zur Hälfte des Romans drängte sich eine Frage in den Vordergrund, die Frage nämlich, welche Ziele die beiden Parteien verfolgen. Perry Rhodan irrt mit seinem Begleiter auf irgendeiner Wüstenwelt umher auf der Suche nach Anthur oder nach Whistler oder nach was auch immer. Schließlich lässt er sich gefangen nehmen, führt ein längeres Gespräch mit einem Schamanen und wartet auf seine Hinrichtung. Zur gleichen Zeit ist Eritrea Kush Beteiligte am Kommando Virenkiller. Hier wird zumindest in der zweiten Romanhälfte enthüllt, dass vom Team Sprengladungen im Amöbenschiff gelegt werden, um den schrecklichen Feind einen Schlag zu versetzen. Aber irgendwie wirkt das alles recht primitiv. Spannung vermag der Autor nicht zu erzeugen. Die Überlegungen, die der Autor seine Figur Rhodan anstellen lässt, sind zum Teil arg dürftig. Insbesondere in dem Teil des Romans, in der die SERUN-Positronik beschädigt ist und Rhodan sich Gedanken über eine Reparatur macht. Die Geschichte des Schamanen in der zweiten Romanhälfte war ein Spannungstöter. Irgendwie war aus dem Roman die Luft raus, die Elemente der Handlung konnten mich zu keiner Zeit überzeugen, die Geschichte sprach mich nicht an.