Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3088

Gucky kehrt zurück – von Michael Marcus Thurner
Nach der Entführung durch die Cairaner wird Gucky in einem Alkoven gefangen gehalten. Drogen verhindern, dass er Zugriff auf seine Parakräfte erhalten kann. Wie viel Zeit vergeht, kann der Ilt nicht einschätzen. Er bereitet sich auf seine Flucht vor. Als sich jemand endlich am Alkoven zu schaffen macht, ergreift Gucky seine einzige Chance und flieht mit Hilfe der Schmerzensteleportation. Der Ilt erreicht den Andersraum und durchwandert ihn. Langsam kehren seine Erinnerungen zurück und zu seiner Überraschung ist er nicht alleine. Eine merkwürdige Karawane biologisch-technischer Wesen kreuzt seinen Weg und Gucky wird von ihnen mitgenommen. Während sie einem unbekannten Ziel zustreben kommt Gucky in Kontakt zu zwei Wesen, die ihm vertraut vorkommen. Die beiden mausbiberähnlichen Geschöpfe haben einen Translator, so dass nach einiger Zeit eine Verständigung möglich ist. Gucky erfährt, dass er in der Zero-Zone gestrandet ist. Seine Begleiter stammen von den Yllits ab, von denen Gucky schon gehört hat. Die beiden bezeichnen sich als Post-Yllits und haben ebenfalls Paragaben. Gucky wird vor die Wahl gestellt. Entweder in der Zero-Zone bleiben und mehr über diese Geschöpfe und damit womöglich mehr über etwaige Nachfahren der Ilts zu erfahren oder zurückzukehren und der Milchstraße im Kampf gegen die Cairaner zu helfen.
Gucky entscheidet sich für die Rückkehr zu seinen Freunden. Der Vorgang führt zum Verlust seiner Fähigkeit der Schmerzensteleportation. Er kommt auf der THORA heraus. Das Schiff ist in der Gewalt der Cairaner. Ein seltsamer Posbi namens Mevander ist sein einziger Gefährte. Gucky erfährt davon, dass die THORA zweimal existiert. Ein Nachbau des Schiffes ist mit Bioduplikaten der ehemaligen Besatzung in der Milchstraße unterwegs. So wie auch von ihm ein Duplikat geschaffen wurde, um seinen Tod vorzutäuschen. Der Ilt ist wütend. Während seine Parafähigkeiten noch nicht wieder vollständig zu Verfügung stehen, macht sich Gucky mit Mevander auf, die THORA zurückzuerobern. Dazu muss er die originale Besatzung finden und befreien. Den Cairanern steht ein heißer Tanz bevor.
 
Habe ich Gucky vermisst? 16 Wochen nach Guckys vermeintlichen Tod lässt Michael Marcus Thurner den Ilt wieder auferstehen. Parallel zum erscheinen dieses Romans brennt die Redaktion ein Feuerwerk an Aktionen ab. Da wurde der 23.10. (Erstverkaufstag von Heft 3088) zu einem Gucky-Tag deklariert. Fotos von und mit dem Ilt sollten eingeschickt werden und wurden auf einer Website gesammelt. Dem Heft wurde ein Poster des Tibi beigelegt. Siehe unten. Im Space-Shop gibt es ein Mousepad mit Gucky-Motiv zu erwerben. Ich tue mir in der Bewertung der ganzen Thematik schwer. War der Tod, den Leo Lukas in Heft 3072 behandelte, ein schriftstellerischer Unfall oder bewusst dilettantisch geschrieben? Sollte damit eine Reaktion der Leserschaft provoziert werden? Und sind die jetzt laufenden Aktionen somit von langer Hand geplant und damit gewollte Publicity? Oder wurde die PR-Redaktion tatsächlich von den Reaktionen der Leser nach 3072 überrumpelt und steuert nun mit einer Marketing-Offensive gegen?
Ich weiß es nicht. Aber die Macher der Serie nutzen die geschärfte Aufmerksamkeit, die ihnen der vermeintliche Tod des Ilts eingebracht hat und verstärken die Öffentlichkeitsarbeit.
Der Roman selbst bleibt ein wenig hinter den Erwartungen, die ich daran hatte, zurück. Das liegt aber auch daran, dass mich die oben erwähnte Öffentlichkeitsarbeit zu dem einen oder anderem Romaninhalt spoilerte. Außerdem treten Ereignisse ein, die zu erwarten waren, auch ohne gespoilert worden zu sein. Einem serientypischen Muster folgt bspw. Guckys Verlust der Fähigkeit der Schmerzensteleportation. Diese Fähigkeit hat der Ilt in der Vergangenheit erlangt, als er in einer schwierigen Phase seines Lebens war und die Autoren ihn in einer Art und Weise charakterisierten, die diese Figur seit dem nie wieder erlangt hat. Dieses Bindeglied schmerzt noch heute. Im wahrsten Sinne des Wortes. Sich davon zu trennen, heißt auch, den Ilt wieder etwas einzudampfen. Es heißt aber auch, dass die Thematik Zero-Zone zu den Akten gelegt werden wird. Es werden Weichen gestellt.
Thurners Roman ist insbesondere in der ersten Hälfte, als Gucky alleine auf sich gestellt ist und seine Gemütsbewegungen im Vordergrund stehen, stark. In der zweiten Hälfte werden die Emotionen zusehends durch Action verdrängt. Die Erlebnisse im Andersraum wurden, wie erwähnt, frühzeitig bekannt. Die Geschichte um die Bioduplikate wird aufgeklärt. Die Cairaner erhalten einen empfindlichen Dämpfer. Allerdings dürfte der entscheidende Anteil der cairanischen Pläne Atlan gewidmet sein. Und dessen Schicksal, damit meine ich den „echten“ Atlan, ist noch zu klären.
Gucky tut, was er am besten kann. Er mischt sich wieder ein. Habe ich ihn vermisst? Na ja, ein bisschen schon.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3030

Der Arkonide und der Roboter – von Oliver Fröhlich
Der TARA-Psi ist von Atlan inhaftiert worden. Der Arkonide hat bei dem Roboter in den zurückliegenden Einsätzen mehrmals ein Zögern beim Umsetzen von Befehlen erkannt. Diese Auffälligkeit will Atlan klären. Sehr zum Missfallen der Betreuer Zaka Obando und dem Posbi Gholam befragt er die Maschine. Und erfährt dessen Lebensgeschichte. Die Geschichte geht zurück ins 17. Jahrhundert NGZ. Der fünfjährige Sallu Brown leidet auf Rudyn unter den Nachwirkungen des Weltenbrands. Ihm zuliebe verlassen seine Eltern die Milchstraße und ziehen auf den Planeten Podara in der Sagittarius-Zwerggalaxis. Seine Mutter Celta Brown hat eine Paragabe, die sie dazu nutzt, um Hyperkristallvorkommen zu erschließen. Und auch Sallu besitzt diese Gabe. Doch der Junge möchte vor allem eines. Er möchte Agent des TLD werden.
Die Ladhonen, die in der Milchstraße ihr Unwesen treiben, gelangen auch nach Sagittarius. Ihr Erscheinen beeinflusst wesentlich das Leben der Familie Brown. Jahre später ist Sallu Brown angesehener Hyperkristallexperte. Die Bewohner Sagittarius spalten sich mehr und mehr von der Milchstraße ab, der sich Sallu aufgrund seiner Herkunft aber immer verbunden fühlt. Spontan tritt er dem TLD bei. Jahrzehnte später, als er längst andere Lebensumstände erreicht hat, soll er einen wichtigen und gefährlichen Auftrag übernehmen. Sein Weg führt ihn in die Milchstraße und, in der er mehrere schicksalhafte Begegnungen hat.
 
Wie zuletzt angedeutet, wird in diesem Roman das Geheimnis des TARA-Psi aufgedeckt. Es ist eine Lebensgeschichte, die Oliver Fröhlich hier enthüllt. Der Einstieg ist gelungen. Der Autor setzt zunächst die Hauptfiguren in Szene, als da sind Atlan, der TARA-Psi und seine Begleiter. Insbesondere das Kalkül des Unsterblichen und seine Abgeklärtheit werden in diesem ersten Kapitel mit starken Bildern eingefangen. Atlans Auftritt im Zellenbereich wirkt wie eine coole Filmszene. Der gefangene Roboter, die Grenzen der Zelle durch Schutzschirme, die beiden Soldaten und die Betreuer. Davor der Arkonide, der es sich in einem Sessel bequem gemacht hat. Und der den beiden Betreuern des TARA-Psi gleich schon mal aufgezeigt, dass er (Atlan) die Situation beherrscht. Und der Arkonide macht Druck. Spielt seine Erfahrung aus und wird belohnt.
Danach die Einführung von Sallu. Das Herausreißen aus der Simulation ist zwar etwas gewesen, dass man schon sehr häufig zu lesen bekam. Aber es ist vor allem die Sprache, mit der dieses Kapitel punkten kann. Denn als Leser ahnt man zunächst nicht, sich in der Gedankenwelt eines Kindes zu befinden. Eines sehr weit entwickelten Kindes allerdings, denn die Details, mit der Oliver Fröhlich die Fantasiewelt ausgestaltet, sind schon sehr beeindruckend. Aber wie gesagt, es war die coolen Handlungen eines Helden und das unerschütterliche Selbstvertrauen, das dieses Kapitel prägt.
Es folgt die Erwachsenwerdung. Zwischen dem fünfjährigen und dem erwachsenen Sallu liegen zwar Ereignisse, die diese Figur prägen, die aber die eine oder andere Länge aufweisen. An der einen oder anderen Stelle muss der Autor noch mal darauf hinweisen, dass sein Protagonist eigentlich ein Feigling ist. Denn das geht ein wenig unter, ist aber später von Bedeutung, weil es die Auffälligkeit in den Handlungen des TARA-Psi erklärt, die Atlan beobachtet hat.
Die Story war insgesamt ein wenig dünne. Oliver Fröhlich versuchte deshalb eine andere Fährte zu legen. Nur war die zu offensichtlich falsch, als dass sie etwas brachte. Die Auflösung brachte dann Klarheit, ohne allerdings besonders zu beeindrucken. Der Geschichte fehlte es hinten raus an einer gewissen Intensität. Wenn es eine Figur gewesen wäre, die ich schon kannte, wäre deren Schicksal noch ein Stück faszinierender gewesen. So aber hat Oliver Fröhlich Sallu erst einführen müssen. Das hat er gut hinbekommen und auch gefühlsmäßig hat mir die Figur zugesagt.
Aber eine schon bekannte Figur wäre mit diesem oder einem ähnlichen Werdegang noch intensiver und emotionaler rübergekommen. Dennoch, der Autor holt eine Menge aus der Story heraus.