Das Malorische Siegel – Michelle Stern
Durch den Rachefeldzug Aelors ist die Stabilität des Sternwürfels nicht mehr gewährleistet. Während vielerorts Rettungsmissionen laufen, verfolgt Reginald Bull einen Plan, um den Sternwürfel zu retten. Mit der Legende an seiner Seite ist der Terraner auf GRAVEN 134b unterwegs. Er will versuchen, das System der GRAVEN-Stationen auf seinen Ursprungszustand zurückzusetzen. Grish, die Leiterin des Steuerzentrums, entpuppt sich als Attentäterin, die nur darauf gewartet hat, dass ihr der frühere Usurpator Bull über den Weg läuft. Sie will sich und ihre Besucher samt Station sprengen. Bull und die Legende können das verhindern. Ein Zugriff auf die Stabilität des Sternwürfels ist von der Station dennoch nicht möglich. Dann werden sie von Uedim auf dessen Flaggschiff ALLIDOLIN gerufen. Der Portuu berichtet von den telepathischen Hilferufen, die an Bord der Kristallschiffe empfangen wurden. Eine Art Hunger und grenzenloser Gier schwang in den Rufen mit. Der Portuu hat die Befürchtung, dass einige Trassenmacher mutiert sind und es trotz des Malorischen Siegels geschafft haben Malora zu verlassen. Die Legende hält das nicht für möglich.
Reginald Bull entscheidet, dass sich Meg Ontares und Liam Barstow mit dem PHOENIX an der Erforschung des telepathischen Hilferufs beteiligen. Er selbst und die Legende werden nach 5-5-5 fliegen, um Aelor bei der Stabilisierung des Sternwürfels zu unterstützen. Von den Portuu wird Reginald Bull ein spezielles Geschenk in einer Kiste mitgegeben.
An Bord des PHOENIX wird auch Grish versorgt. Sky informiert Meg darüber, dass Grish versucht hat, Reginald Bull zu töten. Das Bordgehirn hat Bulls SERUN-Daten erhalten. Grish ist eine ehemalige Restauratin wie Shrell und hochgradig fanatisch. Die Leun wird sicher untergebracht. Meg und Liam gehen an Bord der ALLIDOLIN. Kommerzkommissar Toikar und Kommerzkundschafter Haenkor sind für ihr Wohlergehen während des Fluges zuständig. Meg fühlt sich in ihrer Gegenwart nicht wohl. Sie lernen Uedim kennen. Andere Portuu scheinen von ihnen fern gehalten zu werden. Sie erfahren, dass das Malorische Siegel eine Blase aus Stellaren Hauch ist, die ganz Malora umgibt. Das war der ursprüngliche Grund für den Abbau des sechsdimensionalen Materials. Ein einziges Portal erlaubt den Zugang nach Malora. Es kann nur von außen geöffnet werden. Als sich die ALLIDOLIN dem Malorischen Siegel nähert, vernehmen auch Liam und Meg den telepathischen Ruf. Meg scheint besonders sensibilisiert. Sie erkennt etwas, das zu träumen scheint.
Auch Grish ist an Bord der ALLIDOLIN gebracht worden. Toikar besucht die Leun in ihrer Zelle. Der Portuu will sie für eine Allianz gegen Reginald Bull für sich gewinnen. Grish ist, was Bull angeht, jedoch schwankend.
Am Portal angekommen, entsendet Uedim ein Team, dem sich Meg und Liam anschließen. Auf dem Malorischen Siegel erkennen sie Lichtreflexe, die sie sich zunächst nicht erklären können. Doch Meg kann nach etlichen Versuchen Kontakt zu dem zweidimensionalen Wesen Zi vom Volk der Ruvaseru aufnehmen. Liam vermutet, dass die zweidimensionalen Wesen beim Bau des Malorischen Siegels aus ihrem Universum gezogen wurden und am Siegel hängenblieben. Ihr Siedlungsraum ist das Portal, das sie auch mit Hyperenergie versorgt, die sie als Nahrung benötigen. Wird das Portal geöffnet, um den Sternwürfel die Transition ins Innere zu ermöglichen, sind die Ruvaseru gefährdet.
In 5-5-5 reift Reginald Bulls Plan. Er will die äußeren Sterne abstoßen und den Würfel auf 7x7x7 Sonnen verkleinern und damit stabilisieren. Das Geschenk der Portuu ist ein Klonkörper für Aelor. Der gibt Foersh frei und besetzt den Klonkörper. Bull braucht Foersh, um die Leun zu retten.
Rezension
Dem Gigantismus der Serie wird ein weiteres Element hinzugefügt. Die Portuu haben eine ganze Galaxis in eine Blase aus Stellaren Hauch eingehüllt. Zehntausende von Jahren soll daran gearbeitet worden sein! Nicht weiter darüber nachdenken. Außer vielleicht die Überlegung, dass die Galaxis ausgerechnet mit einem Material geschützt wird, dass nur die Trassenmacher selbst abbauen können. Ob das eine gute Idee ist?
Uedim wird von der Autorin anders dargestellt als von Olaf Brill in seiner Geschichte der Vorwoche. Letzte Woche merkte ich zu der Figur an, dass es ihr an Profil fehlt. Das könnte der Grund der anderen Figurenbeschreibung sein. Uedim wirkt nun wieder ein Stück mehr wie ein unnahbarer Portuu. Und die haben bislang ihre Geheimnisse zu schützen gewusst. Zumindest Toikar scheint mit seiner Kontaktaufnahme zu Grish den Versuch zu starten, den Portuu wieder mehr Hoheit über die Geschehnisse zu verschaffen.
Bulls Plan wird enthüllt. Man will die äußeren Sterne des Sternwürfels abstoßen. Das heißt, man trennt sich von fast 400 Sternsystemen. Die Bewohner der Planeten tun mir leid. Die müssen dann im Leerraum vor Malora ihr Dasein fristen. Oder sie werden evakuiert. Wieder so ein Element, das mal eben so nebenbei erledigt werden soll.
Die Idee mit den zweidimensionalen Wesen, die sich auf der Blase aus Stellaren Hauch angesiedelt haben, bereichert den Roman. Diese Kapitel bilden auch eine Geschichte innerhalb der Geschichte. In der Kontaktaufnahme geht die Autorin allerdings einen recht einfachen Weg. Sie benutzt Telepathie, damit sich Zi und Me (Meg Ontares) verständigen können. Dabei wäre es schon interessant gewesen, die Schnittstellen zwischen 3D und 2D ein wenig näher auszuführen. Siehe dazu auch den Roman Flatland von Edwin Abbott Abbott. Ich entsinne mich auch an den wunderbaren Roman 2831 (Der Pensor), von Marc A. Herren, der eine vereinfachte Darstellung des Universums und der Hohen Mächte beschrieb. Er reduzierte darin die Dimensionen und es gelang ihm dadurch eine großartige Darstellung von Materiequellen und Kosmokraten.
Wie (beinahe) immer wird bei einem Romandoppel die Post wohl erst im zweiten Teil abgehen.

