Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3379

Pilger in Raum und Zeit – Hubert Haensel

Kaelom erweist sich für Reginald Bull als immens wichtige Informationsquelle. Ob der Kurator der Portuu noch Herr über sich selbst ist, bezweifelt der Unsterbliche allerdings. In seinem Kopf hat Meg Ontares einen Symbionten von der gleichen Art wie Aelor entdeckt. Allerdings legt Kaelom das gleiche geschäftliche Gebaren wie alle Portuu an den Tag. Er will Reginald Bull und den PHOENIX zu weiteren Pilgerstationen führen. Gegen entsprechende Bezahlung natürlich. Mit Sonderrabatt, denn schließlich haben die Legende und Bull ihm das Leben gerettet. Der Roboter, von dem man nun weiß, dass er die sechsbeinigen Roboter schuf, die Trassenmacher, zeigt ebenfalls Interesse an einer Pilgerreise. Ihn interessiert vor allem, was aus der Materiequelle Geardal wurde.

Nachdem man die KIWE 1 wieder ausgesetzt hat, ist KIWE 2 das nächste Ziel des PHOENIX. Da man Kaelom nicht vertrauen kann, bewegt sich der PHOENIX entsprechend vorsichtig. Der Kurator verspricht, dass man genügend Zeit haben werde, sich das dortige Diorama anzusehen. Andere Pilger würden später eintreffen. KIWE 2 steht im Leerraum. Als der PHOENIX zu materialisieren versucht, kommt es zu Interferenzen mit vor Ort befindlichen Kristallschiffen der Portuu. Deren Beschichtung mit Stellaren Hauch führt zu einer Wechselwirkung mit der Transferblase des HTP-Antriebs. Der PHOENIX kann sich jedoch unbeschadet entfernen. Offensichtlich hat der Vorfall mit KIWE 1 den Pilgerstrom anders gelenkt, als von Kaelom erwartet. Ein Plan wird gefasst und von der Legende umgesetzt. Auf KIWE 2 wird die Selbstzerstörung aktiviert. Nachdem die Pilger evakuiert wurden, gehen Bull, Ontares, Kaelom und die Legende an Bord der Station. Sie werden Zeuge des Opfergangs.

Im vierten Diorama sieht man, wie die Trassenmacher die Materiequelle über die unvorstellbare Entfernung von 900 Millionen Lichtjahren in Richtung der Anomalie ziehen. Sie lösen winzige Bereiche des Kontinuums vor Geardal auf. Dadurch entsteht eine Sogwirkung. Millionen Jahre dauert der Transport und er fand vor 2 Milliarden Jahren statt. Zurück bleibt eine Spur durch Raum und Zeit. In Zeiten erhöhter Hyperimpedanz bilden sich Narben von ins Standarduniversum gestürzter Nadeln aus Psi-Materie. Endlich am Ziel angekommen, macht sich Geardal bereit für den Opfergang.

Das Diorama dazu anzusehen, erfordert die Aufsuchung von KIWE 3. Die Station zeigt sich fluchtartig verlassen. Diorama Fünf zeigt, wie die Materiequelle das Brennende Nichts von innen verschließen will. Doch der Opfergang ist nicht vollständig. Splitter des Brennenden Nichts entstehen. Wie ein neunzackiger Stern werden neun kleinere Anomalien davongeschleudert. Geardals Mentalsubstanz hat Änderungen an den Splittern verursacht. Bull sinniert über Aelors Absichten, der vielleicht dem neunten Brennenden Nichts hinterherjagt. Doch der Zeitrahmen scheint nicht zu stimmen. Aelors Äonenschiff war 80.000 Jahre alt. Die hier gezeigten Ereignisse fanden jedoch vor 2 Milliarden Jahren statt. Doch die Galaxis Malora ist vom aktuellen Standort KIWE 3 nur knapp 80.000 Lichtjahre entfernt. Diese Galaxis zeigt einen seltsamen Effekt. Sie verdunkelt sich.

Kaelom hat die Diskussionen mitgehört. Er erfährt zum ersten Mal von Aelor und ist elektrisiert. Jedoch greifen in diesem Moment Portuu-Soldaten an. Bei ihrer Flucht zurück auf den PHOENIX wird der Kurator schwer verletzt. Er benötigt einen neuen Wirtskörper. Der PHOENIX nimmt Kurs auf Malora. Kaelom gibt zu, Aelor zu kennen. Er führt den PHOENIX zu einer Vorgängerstation von KIWE 4, während die Flotte der Portuu an der neuen KIWE 4 auf den PHOENIX vergeblich wartet. Vor eineinhalb Milliarden Jahren erschaffen die Vorfahren der Portuu und andere Völker 9 riesige Äonenschiffe. Die Piloten sind die Jäger des Nichts. Sie sollen die neun Anomalien aufspüren und neutralisieren. Aus dem Psi-Korpus von Geardal wurden schwarze Psi-Materie-Klumpen herausgeschleudert. Damit konnte man Kontrolle über ein Brennendes Nichts erhalten. Die Schattenhände waren geboren. 8 Splitter wurden entdeckt und neutralisiert. Eines blieb verschwunden. Bevor Kaelom mehr erzählt, benötigt er einen neuen Körper.

Rezension

Zwischen dem Roman der Vorwoche von Leo Lukas und diesem hier, von Hubert Haensel, herrscht schon ein starker Kontrast. Der österreichische Kabarettist hat seine Geschichte mit augenzwinkerndem Humor angelegt. Damit sind nicht alleine das gegenseitige Necken und Aufziehen zwischen der Legende und Reginald Bull gemeint. Auch die „harten“ Fakten zu Jahrmilliarden alten Ereignissen verlieren ein Stückweit an Bedeutsamkeit, da die Einordnung dieser Begebenheiten, bedingt durch den Schreibstil, nicht einfach gemacht wird. Hubert Haensel beschreibt die gleichen Dinge. Er verleiht einigen von diesen Geschehnissen nurmehr einen höheren Detailgrad. Sein Roman kommt vergleichsweise humorlos daher. Seine Figuren, allen voran Bull, „glauben“ die Geschehnisse. Die Diskrepanzen, insbesondere die im chronologischen Ablauf der ausgesandten Äonenschiffe, fallen Bull auch auf. Er kann sie nur noch nicht einordnen, weil ihm der Zusammenhang mit den vor 1,5 Milliarden Jahren entsandten Jägern des Nichts und Aelor nicht bekannt ist. Aelor wird wohl kaum einer der ursprünglichen Piloten sein.

Wie erwähnt, beeinflusst der humorigere Stil von Leo Lukas so manchen Fakt. Die Serie ist voll von Gigantismus. Dennoch ist es kaum vorstellbar, dass Vorfahren der Portuu vor 1,5 bis 2 Milliarden Jahren am Rettungsplan beteiligt waren. Keine Zivilisation kann derartige Zeiträume überdauern.

Hubert Haensel führt seine Figuren von Pilgerstation zu Pilgerstation. Selbst für die Portuu dürfte es seltsam sein, dass die KIWI – Stationen Millionen Lichtjahre auseinanderliegen und irgendwo im Leerraum dümpeln. Auf allen Stationen erwartet die Besucher aus der Milchstraße irgendein Hindernis, das es zu überwinden galt. Das wirkte auf mich zuweilen arg gekünstelt. Die Informationen selbst ließen mich als Leser bei der Stange bleiben. Das Bild, der die Raumzeit auflösenden Krabbelroboter, die damit die Materiequelle hinter sich herziehen, stellt selbst für die Perry Rhodan-Serie ein irrwitziges und völlig überzogenes Szenario dar. Nun wissen wir immerhin, was die Serie unter „bodenständiger werden“ versteht. Die Trassenmacher bereiten den „Boden“ für eine Materiequelle, wenn die auf Reisen geht.


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