Eine Handvoll Tramp – Oliver Fröhlich
Im System von Plofres Stern sucht eine kleine Flotte von Schiffen der USO und des Elysion in den Trümmern des ehemaligen Planeten Tramp nach der dritten Iltmumie. Gleichfalls ist die KLOGNIAN mit John Wylon vor Ort. Für ihn und seine letzten Getreuen steht viel auf dem Spiel. Er hat seine Privatjacht, die HELIOS, verloren und seine Partnerin Cassandra macht Pläne, die ihm nicht gefallen. Die Suche gestaltet sich schwierig. Der Topsider ist sich über die Loyalität seiner kleinen Besatzung nicht sicher. Insbesondere der Pilot, der Terraner Leonard Pellorne, hält die Suche für aussichtslos und stellt Wylons Anordnungen immer öfter in Frage. Die Orter kann die bestens getarnte Korvette nur selten aktiv einsetzen, da sie sonst von den Schiffen der Gegner entdeckt würden. Also sind sie auf passive Ortung und optische Erforschung angewiesen. Die meisten Trümmer Tramps sind tausende Jahre zuvor in den Stern gestürzt. Doch es gibt größere Bruchstücke, die den Stern umkreisen. Bei einem dieser Trümmer werden minimale Gravitationsspitzen gemessen. Das Interesse Wylons ist geweckt. Sein Schiff landet und mit Leonard Pellorne, Jester Hanson und zwei Topsidern macht sich Wylon an die Erforschung unterirdischer Kammern und Stollen. Sie stoßen auf Maschinerien, die von den Orgh in Hohlräumen im Planeteninneren vor Jahrtausenden aufgebaut wurden. Eine Maschine scheint noch immer Energie zu bekommen und sorgt für die Gravitationsschwankungen. Vor Ort wird auch eine Psi-Emission entdeckt. Das könnte vielleicht das Antepal sein.
Mit der GOLIPOLLON, einem Kristallraumer der Portuu, ist die kleine Patchworkfamilie Gucky, Yilad und Coyn auf dem Weg in die Milchstraße. Nach einem halben Jahr Flug liegt das Ziel in Reichweite. Yilad hat in dieser Zeit so manche Geschichte aus Guckys an Erfahrungen reichen Leben gehört. Bevor sie das Solsystem anfliegen, möchte sie zu Guckys ehemaliger Heimat einen Abstecher machen. Die GOLIPOLLON materialisiert im System von Plofres Stern und Gucky bekommt es mit dem Terraner Stanley Johansson zu tun. Der USO-Mann erkennt ihn zwar, mag es aber nicht, dass Gucky in eine USO-Operation platzt. Das hält einen Gucky natürlich nicht davon ab, seine Unterstützung anzubieten. Der selbst ernannte Retter des Universums kommt mit den Ortern der GOLIPOLLON auch John Waylon und Co auf die Schliche. Man entdeckt Waffenfeuer in einem Trümmerstück.
In besagten Trümmerstück hat Wylon sein Team aufgeteilt, um nach der Mumie such zu lassen. Bei ihm ist Jester Hanson geblieben. Und der Terraner hat noch eine Rechnung mit dem Topsider offen. Er macht ihn für den Tod seiner Eltern verantwortlich, die bei der Reproiden-Krise auf Terra ums Leben kamen. Hansons Plan, Wylon zu töten, hat jedoch einen handwerklichen Fehler. Wylon kann dem Tod entkommen, nur um sich kurz darauf einer größeren Bedrohung stellen zu müssen. Das Versteck des Antepals entpuppt sich nämlich als eine Falle Cassandras. Die ehemalige Sicherheitschefin seines Konzerns hat Wylon seit Jahrzehnten mit einem Hypnoblock unter ihrer Kontrolle. Nun scheint es jedoch so, dass sich ihr williges „Werkzeug“ immer mehr dieser Beeinflussung bewusst wird. Da ihr der Psychostrahler nicht mehr zur Verfügung steht, prüft sie Wylon auf ihre Weise und kommt zur Erkenntnis, dass er ihr nicht mehr nützlich ist. Sie will ihn töten.
Als Kampfroboter auf den Topsider schießen, kann Gucky ihn retten. Der Ilt hat durch Telepathie schon vorher erkannt, dass Wylon unter fremder Beeinflussung stand. Er teleportiert ihn in Sicherheit. Die KLOGNIAN wird von der USO aufgebracht und die zweite Mumie, das Ekapal, wird sichergestellt.
Rezension
Nach zuletzt 3-4 eher mittelmäßigen Geschichten, war ich gespannt, ob dieser Roman von Oliver Fröhlich die Zyklusstory wieder auf Kurs bringen kann. Im Hauptpersonenkasten und letztlich auch im Roman habe ich Perry Rhodan vermisst. Natürlich muss nicht in jeder Geschichte der Titelheld präsent sein. Aber in Heft 3365 ließ Bancroft eine Hyperfunkverbindung zu Sichu Dorksteiger herstellen. Die Ator befand sich zusammen mit Perry Rhodan an Bord der SHIKARI auf einer Mission im System von Plofres Stern. Und auch in 3366 war das zu lesen. Doch der Held ward nicht gesehen.
Stattdessen kehrt Gucky nach mehrjähriger Abwesenheit zurück. Der Ilt erkennt die Situation und handelt undramatisch. Oliver Fröhlichs Geschichte las sich flüssig und bis auf die eingangs erwähnte unerwartete Abwesenheit des Titelhelden, wusste die Geschichte zu unterhalten. Einen großen Gamechanger enthielt die Story allerdings nicht. Shrells Hinterlassenschaften, die Cassandra für ihre Zwecke nutzen konnte, indem sie beispielsweise einen arkonidischen Psychostrahler wieder funktionsfähig machte, ließ schon früh erahnen, dass Wylon nur ein weiteres Opfer sein könnte. Das macht es für den Leser nicht einfach, mit den bisher gezeigten Charaktereigenschaften dieser Figur umzugehen.
Kalt und berechnend hingegen schildert der Autor Cassandra, die ihr „Werkzeug“, das ihr nun nicht mehr nützlich ist, entsorgen möchte. Der große Aha-Effekt blieb aus und auch Guckys Rückkehr geriet eher nüchtern und ohne Effekte. Na dann vielleicht Perry Rhodan im nächsten Heft?

