Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3364

Vom Himmel gefallen – Marie Erikson

Chrekt-Yon, alias John Wylon, hat die Nargan auf seine Seite gezogen. Zwar hat Tolmenur Verdacht geschöpft, aber er kann die ehemalige Orbinautin weiterhin in seinem Sinne beeinflussen. Tolmenur wird nie erfahren, dass er mit Hilfe eines Traktorstrahlers einen Meteoriten gegen die Raumstation gelenkt hatte. Sorgen bereiten dem Topsider zwei Ereignisse. Cassandra hat ihn darüber informiert, dass Perry Rhodan Chrexelchoom gefunden hat und nun auf dem Weg nach Gren Gor ist. Zudem ist er mit seiner Verbündeten in Streit geraten, denn die hat auf Topsid einen Umsturz angezettelt. Ärgern kann er sich darüber jedoch nicht lange. Die SHIKARI und der Rest der HELIOS treffen am Rande des Systems ein. Er befördert Tolmenur zur Kommandantin der HOFFNUNGSSCHIMMER. Sie soll eine Hypnoschulung erhalten und dann in die Schlacht gegen die verhassten Terraner ziehen.

Während die Nargan zum Regierungssitz hastet, um dort die Schulung zu erhalten, beginnen die Geschütze auf Sonden der Terraner zu schießen, die sich Gren Gor nähern. Das verursacht zusätzliche Panik unter der ängstlichen Bevölkerung. Nach erfolgreicher Schulung geht die ehemalige Orbinautin an Bord der HOFFNUNGSSCHIMMER und trifft dort auf Drelunor, ebenfalls ehemaliger Orbinaut, der mit einer Rettungskapsel der Zerstörung der Station entkam. Mit einer flammenden Rede schwört Tolmenur die Besatzung auf sich ein.

John Wylon ist derweil auf der Suche nach der ILTEG. Er hofft, das Schiff unterhalb des Besinnungstempels zu finden. Roboter zerschneiden das Gebäude und den Untergrund. Während er auf Ergebnisse wartet, ruft er sich in Erinnerung, dass er die Daten über die Triade von Cassandra erhalten hatte, die sie wiederum Shrell entrissen hatte. Eine jahrzehntelange fortwährende Suche liegt hinter ihm.

An anderer Stelle im All erwachen alte Werften des Solaren Imperiums zu neuem Leben und beginnen damit, Großraumschiffe der UNIVERSUMS-Klasse zu produzieren. Drei Schiffe werden gebaut und Richtung Topsid in Marsch gesetzt.

Miroq Elen, der derzeitige Kommandant der HZ2, hat Tolmenur in ihre Mission eingewiesen. Er selbst will Chrekt-Yon überraschen. Er plant, die angekommene HELIOS zu überrumpeln und mit der HZ2 zu koppeln. Allerdings hat er mit Atlan einen fähigen Gegenspieler. Die SHIKARI versucht per Funk die HOFFNUNGSSCHIMMER von den guten Absichten der Terraner zu überzeugen, stößt aber auf Ablehnung. Die Schiffe ziehen zunächst an Tolmenurs kleinem Schiff vorbei, die die Verfolgung aufnimmt. Um den Planeten entspannt sich ein Scharmützel zwischen den Beibooten der gegnerischen Parteien. Mit dem Hyperpulswerfer, mit dem die HZ2 aufgerüstet wurde, will Miroq Elen die HELIOS überlisten. Scheinbar gelingt sein Plan. Er wähnt die Besatzung der HELIOS außer Gefecht und koppelt die Schiffe, um anschließend das Mittelteil und die HZ1 zu entern. Doch Atlan dreht den Spieß um und übernimmt die HZ2. Die HELIOS ist komplett in terranischer Hand.

Die HOFFNUNGSSCHIMMER attackiert inzwischen die SHIKARI, wird dabei beschädigt und Tolmenur will die Terraner in einer Selbstmordmission in den Untergang reißen. Sie aktiviert die Selbstzerstörung. Chrekt-Yon kann sie davon abhalten. Seine Suche nach der Iltmumie ist bislang erfolglos. Wenn es Tolmenur an Bord der SHIKARI schafft, könnte sie dort die von Rhodan verwahrte erste Iltmumie mit einem Impuls aktivieren. Damit will der Topsider zur zweiten Mumie geführt werden. Sein Plan gelingt. Der Impuls der Mumie an Bord der SHIKARI erhält eine Antwort aus der Heldennadel vor dem Princidentenpalast. Der Obelisk stellt sich als die ILTEG heraus und Chrekt-Yon kann die Mumie darin an sich nehmen. Die Koordinaten der dritten Mumie verweisen auf den zerstörten Planeten Tramp.

Auch wenn zu vermuten ist, dass der dritte Teil der Triade beim Untergang von Guckys Heimatwelt zerstört wurde, setzen sowohl Chrekt-Yon als auch Perry Rhodan Kurs dorthin. Chrekt-Yon wird von Cassandra über die neu gebauten Schiffe informiert und darüber, dass weitere Werften auch andere Schiffe für ihn produzieren. Bald wird er eine Flotte haben.

Rezension

Die Geschichte von Marie Erikson knüpft nahtlos an den ersten Teil an und ist schlüssig in ihren Abläufen und Erklärungen. Allerdings lässt die Geschichte an der einen oder anderen Stelle Spielraum für ein anderes Vorgehen, als die Autorin geschrieben hat. Daher runzelte ich doch einige Male die Stirn. Beispielsweise über die Zurückhaltung der Terraner, die mit der SHIKARI ein modernes Raumschiff im Einsatz haben, das sicherlich getarnte Space-Jets an Bord hat, die ein Außenkommando hätte auf den Planeten bringen können. Aber die Autorin verzichtet auf diese, zugegebenermaßen ausgereizte, hier aber nützlich werden könnende Standardvorgehensweise der Terraner. Als Tolmenur an Bord der SHIKARI ist, hätte es gereicht, der Nargan eine Bildübertragung der Mumie zu zeigen. Und mal ehrlich, die Zeiten, da Schiffsgiganten von 2,5 Kilometer Durchmesser im Stundentakt auf Laufbändern produziert wurden, sind lange vorbei. Es war damals unglaubwürdig und heute erst recht. Zwar verzichtet die Autorin auf eine Zeitangabe, wie lange der Bau der Schiffe der UNIVERSUMS-Klasse dauerte, aber aus dem Kontext liest sich das so, als sei der Auftrag zum Bau erst kürzlich ergangen. Zumal Cassandra John Wylon eine Flotte in Aussicht stellt, die gerade produziert wird.

Die HELIOS halte ich für einen Anachronismus. Weitere dieser Schiffe mögen bei einigen SI-Anhängern und Altlesern feuchte Augen produzieren. Aber sie passen einfach nicht in die Zeit. John Wylon hätte mit seinem aufgebauten Firmen-Imperium jahrzehntelang Zeit gehabt, modernere Schiffe zu produzieren. Es hätte auch hier andere Möglichkeiten gegeben, die Story voranzubringen. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob die Produktion der Schiffe zyklusrelevant ist oder nur ein nettes Gimmick für Altleser darstellt. Abgesehen davon, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass derart gigantische Schiffswerften in Vergessenheit geraten konnten. Zumindest für die Terraner. Andere haben diese Probleme offensichtlich nicht.

Neben Tolmenur beschreibt Marie Erikson im zweiten Teil ihres Romandoppels auch aus der Perspektive von Chrekt-Yon. Dem Topsider schreibt die Autorin zuweilen durchaus empathische Fähigkeiten an. „Mitfühlend“ ist das zwar weniger, da er seine Ziele dennoch gnadenlos und zielstrebig verfolgt, aber er kann sich in andere Wesen durchaus versetzen. Die Legaten im Hintergrund kennen wir noch nicht. Bislang treten als deren Handlanger Cassandra und John Wylon auf. In diesem Antagonistenpärchen nimmt John Wylon den schwächeren Part ein.

Die Autorin legt den Schwerpunkt auf die Figuren. Nebenstränge, wie die der Figur Menarith oder die von Olivorak, denen Kapitel gewidmet werden, unterfüttern sehr schön den Hintergrund der Nargan. Aufgrund des Stellenwerts der Geschichte, nämlich die Suche nach der 2. Iltmumie, hätte ich mir zumindest einen Blickwinkel auf die Bemühungen Perry Rhodans gewünscht, der John Wylon zuvorkommen möchte. Doch der Titelheld, noch sehr präsent im Hauptpersonenkasten, ist auf Tauchstation. Er darf, aus Sicht Tolmenurs, den lächelnden Invasoren spielen. Eingreifen tut er nicht. Und auch Atlan legt den Schwerpunkt seiner Aktion darauf, „seine“ HELIOS zu komplettieren. Das Romanziel war somit in seinem Rahmen vorgegeben. Die Figuren machen das Geschehen lebendig. Alles, was die Nargan beschreibt und Handeln ließ, überzeugte mich. Das andere Geschehen, also insbesondere die Suche nach der Iltmumie und der Part der angerückten Terraner mochte mich nicht überzeugen.


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