Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3362

Den Tod vor Augen – Oliver Fröhlich

Der Zustand der mit dem Virus infizierten Liam Barstow verschlechtert sich zusehends und Meg Ontares sieht nur eine Möglichkeit, der Ingenieurin zu helfen. Sie muss in Suspension und Anzu Gotjian muss dafür ihren Platz aufgeben. Anzu bleiben 28 Tage, bevor ihre Zelldusche abläuft. Die Ärztin begibt sich mit Anzu auf den Planeten Tareen, um Reginald Bull und die Legende zu unterstützen. Für Anzu ergibt sich dadurch die Chance, die Legende für ihre Situation um Hilfe zu bitten. Zunächst hält sie sich mit dem Thema aber zurück.

Die weiteren Untersuchungen bringt die PHOENIX-Besatzung in eine unterirdische Anlage. Dort treffen sie überraschend auf Überlebende, darunter Tuumrath Wyym. Von ihm erfährt man, was vor 20 Jahren geschehen ist. Menschliches oder vielmehr lanathanisches Versagen hat eine planetenweite Katastrophe ausgelöst. Die Regierung der Lanathan verhinderte durch rigoroses Eingreifen, dass der Virus auf andere Planeten getragen wurde. Alle Raumschiffe auf Tareen wurden aus dem All mit Waffenfeuer zerstört.

Die Überlebenden laufen jedoch ständig Gefahr, von den Hybridwesen infiziert, bzw. getötet zu werden. Reginald Bull und seine Begleiter helfen den Eingeschlossenen, die in den vergangenen Jahren an einem Gegenmittel gearbeitet haben. Um es herstellen zu können, müssen sie auf Gerätschaften aus anderen Einrichtungen zugreifen können. Im Zuge der Aktionen wird auch Anzu Gotjian infiziert. Das Gegenmittel kann schließlich hergestellt werden und Liam Barstow und Anzu Gotjian können geheilt werden, während anderen Infizierten nicht mehr geholfen werden kann, weil die Infektion zu lange zurückliegt. Anzu hat die Legende auch um Hilfe bei ihrem Problem mit der Zelldusche gebeten. Die Legende hat ihr Problem jedoch zurückgestellt. Möglicherweise kann der universelle Problemlöser aber doch helfen.

Der Polymerroboter lässt sich die Virusvariante geben. Die nun Allmählich-Fleisch-Werdende Legende sieht den Part der Galaktiker als erfüllt an und hilft ihnen bei der Suche nach dem Sternwürfel. Die Steuerwelt, die zurückgelassen wird, wenn der Sternwürfel springt, kann ermittelt werden. Sie ist nur drei Monate Flugzeit entfernt. Anzu geht wieder

Rezension

Nimmt man allein den Titel des Romans und den Autor und die Handlungsebene, dann liegt die Schlussfolgerung nahe, dass Anzu Gotjian eine Rolle in dieser Geschichte zukommt. Denn diese Figur ist auf Oliver Fröhlich zugeschnitten, bzw. hat der Autor mit dieser Figur bereits tolle Romane geschrieben. Andere Figuren, die ich mochte, haben schon den Serientod erleiden müssen. Bei einer wöchentlich erscheinenden Serie verfliegt die Trauer oder der Ärger darüber jedoch schnell. Um Anzu Gotjian täte es mit dennoch leid. Sie ist die einzige, ja wirklich, einzige Frauenfigur der aktuellen Serie auf Seite der Guten, die einen eigenen Weg geht. Alle anderen Frauenfiguren, darunter auch Sichu Dorksteiger, sind an die Big Five angepasst und ordnen sich unter. Von daher wäre es schade, ausgerechnet Anzu zu verlieren. Natürlich kam dem Titel auch eine weitere Bedeutung zu. Schließlich hatte die Legende den Wunsch geäußert, die Erfahrung des Sterbens machen zu wollen. Der Virus, den die Lanathan schufen, entwickelte sich zwar anders als gewollt, aber das ließe sich in dieser Geschichte auch wieder geradebiegen. Und so ist es auch gekommen.

Der Autor verfolgt die Geschehnisse aus mehreren Blickwinkeln. Tuumrath Wyym, dem die Forschungen an dem Virus unterstanden, kommt in der Ich-Erzählung zum Zuge. Was uns Leser darin erwartet, macht der Autor mit einem Spruch von Wilhelm Busch deutlich, den er den Tuumrath Wyym-Kapiteln vorausstellt. Wilhelm Busch hatte einen schwarzen Humor, geprägt von Ironie und Sarkasmus. Seine Erzählungen warten mit drastischer, fast grausamer Komik auf und entlarven menschliche Schwächen. Und genau so gestaltet Oliver Fröhlich dann auch die Geschichte von Wyyms Forschungen und beschreibt mit viel Sarkasmus, was dabei schieflief. Ein Genuss, dies zu lesen.

Der Kommerzwart Driéposch schien ebenfalls einer Bildergeschichte von Busch entsprungen. Der arme Kerl erleidet ein Schicksal, das an andere Figuren von Wilhelm Busch erinnerte.

Ja, und dann eben Anzu Gotjian, die der Autor mit einigen Schwierigkeiten aus dem Suspensionsalkoven (gab es eigentlich zuletzt nicht zwei davon an Bord?) holt. Und der Figur sogleich die bekannten Gedanken in den Kopf legt, mit der sich die Figur beständig selbst reflektiert. Und die Gedanken und Worte, mit der sie ihre Beobachtungen kommentiert. Oder wie Bull kommentiert: Loses Mundwerk. Beispielsweise, als sie der Legende begegnet, die sie sich anders vorgestellt hat. Irgendwie … na ja, legendärer.  

Der Legende konnte geholfen werden, Anzu Gotjian nicht. Ihr Zustand bleibt in der Schwebe. Ihr loses Mundwerk bleibt uns noch erhalten. Guter Roman von Oliver Fröhlich!


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