Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3360

Das Sternengrab – Christian Montillon

Die SHIKARI und die HELIOS setzen ihre Untersuchungen im Tetkra-Sektor fort. Sichu Dorksteiger forscht an einer Möglichkeit, die HZ-1, mit Perry Rhodan an Bord, in der Hyperraumtasche zu kontaktieren. Das zweite Ziel wäre, ihnen eine Rückkehr in den Normalraum zu ermöglichen. Ihr Team kommt kaum voran. Sie müssen sich vor der Flotte der Topsider im Ortungsschutz eines Sterns verbergen. Dessen Strahlung behindert die Forschung.

In der Hyperraumtasche hat Perry Rhodan andere Probleme. Die KNAH-PET unter dem Kommando von Chunepan-Chor, ist vor Rhodan in die Anomalie verschlagen worden. Nun greift der Topsider die HZ-1 permanent an. Schutzschirme können beide Schiffe nicht aufbauen. Also versucht sich die HZ-1 durch Flucht dem Waffenfeuer zu entziehen. Das ist nicht einfach, denn der Raum ist begrenzt und darin treiben tausende Schiffswracks. Seit Eindringen in die Hyperraumtasche leidet die Besatzung unter einer seltsamen Müdigkeit. Nur Perry Rhodan ist nicht betroffen. Der Unsterbliche geht mit drei Begleitern in einen Außeneinsatz. Er will das Grab der Iltmumie finden und darin nach Hinweisen auf die beiden anderen Mumien der Triade forschen. Ein Schiff, das erkennbar keinem Volk der Milchstraße angehört, ist sein Ziel. Während sie noch an Bord sind, wird die HZ-1 erneut von der KNAH-PET angegriffen. Auch das Wrack, in dem sich der Unsterbliche aufhält, wird dabei beschossen. Sie müssen ins All fliehen.

Auf der Suche nach der HZ-1 erkennen Rhodan und seine Begleiter, dass sie nicht allein in der Hyperraumtasche sind. Sie kommen in Kontakt mit den Cheborparnern TzePo und WirTan, die gerade ein anderes Wrack plündern. Perry Rhodan wird erkannt und erfährt, dass sich in dem abgeschotteten Raum eine Gesellschaft namens Hegemonie des Guten gebildet hat. Ihr Anführer ist der Topsider Chrexelchoom. Perry Rhodan wird zu ihm gebracht und erfährt Erstaunliches. Alle Wesen in der Hyperraumtasche leben seit Jahrhunderten oder gar seit Jahrtausenden. Sie altern zwar, werden aber durch die Bedingungen in der Hyperraumtasche am Leben erhalten. Eine Fortpflanzung ist nicht möglich und dem langsamen Zerfall der Körper wird mit Implantaten entgegengewirkt.

Seit die beiden Forscher der Topsider die Iltmumie gestohlen haben, herrscht hier die Müdigkeit. Der Zusammenhang wird klar. Die Hyperraumtasche entzieht allen Lebewesen die Vitalenergie. Der uralte Topsider verfügt über seltsame Fähigkeiten. Die Mumie war in seinem aufgeblähten Körper verborgen. Erst die Anwesenheit der Iltmumie, die Chrexelchoom als Unepal bezeichnet, ließ die hier Gestrandeten überleben. Nun ist die Mumie gestohlen worden und daher werden hier alle sterben. Chrexelchoom ist vor 5500 Jahren von den Yuit zum Wächter des Unepals gemacht worden. Die Triade, das Unepal, das Antepal und das Ekapal, war schon damals zerbrochen und das Unepal sollte in der Hyperraumtasche in Sicherheit gebracht werden. Die zweite Mumie soll sich an Bord der ILTEG befinden, dem Schiff, mit dem die Yuit in die Milchstraße kamen. Rhodan erhält die Koordinaten.

Chrexelchoom besitzt auch die Fähigkeit, die Hyperraumtasche aufzulösen. Unterstützung benötigt er dafür von der SHIKARI. Inzwischen ist außerhalb der Tasche eine größere Flotte der Topsider der neuen Regierung von Chir-Wrem eingetroffen und macht Jagd auf die Terraner. Chrexelchoom gelingt es schließlich die Hyperraumtasche zusammenbrechen zu lassen. Vorher haben seine Anhänger tausende Schiffe aktiviert. Als die Schiffe in den Normalraum zurückkehren, stirbt Chrexelchoom. Trek-Trekr, der gestürzte Regierungschef übernimmt seine Position. Er hat nun eine Basis, um sich neu aufzustellen. Die unterlegene Flotte der neuen Regierung muss abziehen. Chir-Wrem erhält Besuch von Celina Bogarde. Die Frau macht dem neuen Gouberneur klar, wem er seinen Erfolg zu verdanken hat.

Rezension

Christian Montillon schreibt nun endlich die Geschichte, die ich schon vor einer Woche erwartet habe. Wie erwähnt, sagt mir ein solches Setting zu. Ein Raumschiffsfriedhof wird erkundet und soll seine Geheimnisse preisgeben. Entsprechend legt der Autor den Schwerpunkt seiner Geschichte in die Hyperraumtasche. Das erste Kapitel lässt noch mal Sichu und Atlan zu Wort kommen, die eine Kontaktmöglichkeit zu Perry Rhodan suchen. Die Überleitung ist somit geschaffen. Die erste Schilderung von den Geschehnissen am und im Schiffsfriedhof dämpfte allerdings den Abenteurerdrang, den ich beim Lesen verspüren wollte. Die Besatzung der HZ-1 wird – gähn – von der Müdigkeit ausgebremst und der Forschungsdrang des Protagonisten Perry Rhodan endet zugleich im ersten besuchten Schiffswrack. Denn der Autor setzt stattdessen auf eine Brise Action im Sternengrab und hetzt die KNAH-PET seinen Figuren auf den Hals.

Perrys Suche nach dem Sternengrab der Iltmumie erweist sich in der Folge als eine zwar gut erzählte Geschichte, aber eben ist sie erzählt! Der Held muss keinen Finger rühren. Er bekommt alles mundgerecht geliefert, wie er es braucht!

Die Geschichte ist unterhaltend, aber eben auch spannungsarm. Sie enthält einige Unschärfen. Raumschiffe können ihre Schutzschirme in der Hyperraumtasche nicht aktivieren. Die dagegen schwachen SERUNS schon. Ob die Waffenwirkung eingeschränkt ist, wird nicht erwähnt. Das Topsiderschiff sollte die veraltete HZ-1 mit der ersten Salve vernichten können. Bei einem derart begrenzten Navigationsspielraum, wie er beschrieben wird, sind Ausweichmanöver gegen lichtschnelle Waffen illusorisch. Und es macht keinen Sinn, stattdessen auf Wracks zu schießen, wenn ich den Gegner direkt treffen kann. Die Idee, die KNAH-PET in eine Sackgasse zu locken, in dem man selbst in die Sackgasse fliegt, ist einfach nur schlecht! Überraschend ist Rhodans Entgegenkommen, die Mumie wieder zurückzugeben. Ist sie doch für die Reproidenaktivierung verantwortlich. Ein paar Gedanken dazu hätte der Autor dem Titelhelden schon gönnen sollen. Denn wenn sie einmal entwendet werden konnte, dann kann dies auch ein zweites Mal geschehen. Die Situation wurde dann allerdings anders gelöst. Über die Ressourcen in der Hyperraumtasche bin ich storytechnisch etwas abgehängt worden. Mal ist von tausenden Schiffen, bzw. Wracks, die Rede. Mal sind es 100.000 Schiffe. Und die ausgeschlachteten Schiffe können plötzlich einer modernen Topsid-Flotte Paroli bieten?

Christian Montillon folgt dem neuen Stil von Ben Calvin Hary. Der Aufbau ist weniger geheimniskrämerisch und mehr Figurenorientiert. Finde ich an sich gut, aber bei dieser Story hätte ich mir doch eine komplexere Handlung gewünscht. Und vor allem ein Mehr an Handlung der Figur Perry Rhodan. An dem Kapitel mit dem Mehandorschiff, das in der Hyperraumtasche strandet, lässt sich ableiten, warum diese Geschichte etwas einfacher gestrickt ist. Früher wäre dieses Kapitel gleich am Anfang des Romans gestanden und wäre auch anders geschrieben worden. Man hätte sich die Zustände in der Hyperraumtasche erlesen müssen. Nun aber schiebt der Autor dieses Kapitel in der zweiten Hälfte ein. Da war der Leser schon längst informiert.

Der Roman erfüllt nicht die Erwartungen, die ich daran hatte.


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