Wenn Topsid fällt – Kai Hirdt
Auf Topsid bahnt sich ein Umsturz an. Senator Luch-Truk gehört zu den ersten Topsidern, die das schmerzlich erfahren müssen. Der Senator will in der anstehenden politischen Sitzung die Ereignisse zur Sprache bringen, dass Chir-Wrem, der Führer der Despotismuspartei, ein unersetzliches Kulturgut hat vernichten lassen. Während er an seiner Rede feilt, muss er zur Kenntnis nehmen, dass die Kommunikation ausgefallen ist. Mehr noch, alle Büros sind abgeschnitten. Der Zugang zum Sitzungssaal aufgrund technischer Störung nicht möglich. Er erfährt, dass die Sitzung vorverlegt wurde und bereits stattfindet. Auf der Tagesordnung steht nur ein Punkt, nämlich ein Misstrauensvotum gegen Gouberneur Trek-Trekr, eingereicht von der Despotismuspartei. Luch-Truk erkennt sofort, was die Absicht Chir-Wrems ist. In der Sitzung sind alle seine Gefolgsleute zugegen, während die Regierungstreuen davon abgehalten werden, den Sitzungssaal zu erreichen. Bei einer Abstimmung genügt die Mehrheit der anwesenden Stimmberechtigten.
Gouberneur Trek-Trekr verfolgt das Geschehen ebenfalls in seinem Büro und muss die Niederlage einstecken. Seine Gefolgsleute raten ihm zur Flucht, denn das Misstrauensvotum ist automatisch mit der Hinrichtung des Gouberneurs verknüpft. Doch Trek-Trekr nimmt seinen Tod in Kauf. Er will stattdessen, die ihm zustehende letzte Rede nutzen, um die Bevölkerung vor den Despoten zu warnen. Es kommt, wie es kommen muss. Er wird festgenommen.
Im Tetkra-Sektor wird Atlan durch eine USO-Agentin auf der VOL-CHOR gewarnt. Eine Flotte ist unterwegs, um die Terraner zu vertreiben, bzw. zu vernichten. Atlan und Sichu können die Flotte narren und die Vernichtung der HELIOS und der SHIKARI vortäuschen. Während die Wissenschaftlerin die Forschung im Sektor nun im Geheimen weiter betreibt, zieht es Atlan nach Topsid. Er will Trek-Trekr beistehen.
Tirst-Draap, ein Anhänger Chir-Wrems, will Trek-Trekr ins Gefängnis bringen. Unterwegs fügt er seinem Gefangenen Verletzungen zu. Am Ziel angekommen, wird Trek-Trekr von einer unbekannten Gruppierung entführt. Gegenüber Chir-Wrem verschweigt Tirst-Draap sein Versagen. Auch Atlan hat inzwischen mit einer getarnten ZALTERTEPE-Jet die Hauptstadt Khenavor auf Topsid erreicht und ist ebenfalls auf der Suche nach Trek-Trekr. Der mit einer Topsider-Maske verkleidete Arkonide kann bis in den inneren Kreis von Chir-Wrem vordringen. Dort verlässt ihn sein Glück. Er ist dabei, als Tirst-Draap gegenüber Chir-Wrem zugeben muss, den entmachteten Gouberneur verloren zu haben. Atlans Tarnung fliegt auf, aber er kann sich zurückgelassener Hilfsmittel von Perry Rhodan bedienen, der zuvor an gleicher Stelle tätig war.
Inzwischen ist Trek-Trekr bei Bruder Damian, einem christlichen Topsider, in Obhut. Der Gouberneur will nach wie vor das Volk warnen. Unabhängig voneinander haben Atlan und Tirst-Draap den Aufenthaltsort von Trek-Trekr herausgefunden. Der Unsterbliche ist jedoch einen Tick schneller und bringt Trek-Trekr in Sicherheit. Bruder Damian startet als Trek-Trekr maskiert ein Ablenkungsmanöver. Das führt zu seiner Verhaftung. Der vermeintliche Trek-Trekr soll hingerichtet werden, aber Atlan und der echte Trek-Trekr wollen das verhindern.
Rezension
Der zweite Teil des Doppelbandes von Kai Hirdt spielt doch nicht, wie von mir erhofft, im Raumschiffsfriedhof. Dieses Szenario wird erst im nächsten Heft behandelt. Kai Hirdt konzentriert sich in seinem Roman ganz auf die politischen Geschehnisse auf Topsid, deren Anfänge bereits im ersten Teil zu lesen waren.
Ein grundlegendes Element von Science-Fiction ist es, Bekanntes aus der realen Welt in die Zukunft zu transportieren und diese Elemente dort dann weiter entwickelter zu beschreiben. Computer sind besser und schneller, Autos können fliegen, Raumschiffe zu anderen Sternsystemen fliegen u.s.w. Neben der Technik werden in Science-Fiction-Erzählungen aber auch gesellschaftliche Veränderungen thematisiert. Die Perry Rhodan-Serie bildet da keine Ausnahme. Sie hat, beginnend mit Heft 1, stets Anleihen vom realen Geschehen genommen und in die Zukunft übertragen und fiktionale Geschichten darum herum aufgebaut.
Bemerkenswert an der Geschichte von Kai Hirdt ist eigentlich nur, dass er die Fiktionalisierung eher moderat betreibt. Die Ereignisse, Personen oder Orte, die er in seinen fiktionalen Kontext überträgt, bedürfen kaum einer Anpassung. Sie könnten sich so, oder so ähnlich, jederzeit auch in der realen Welt, in einem realen Staat, so zutragen. Die Absicht scheint klar: Die gesellschaftliche Kritik wird dadurch unübersehbar.
Die Beschreibungen sind allerdings derart unverhohlen, dass von der fremden Kultur der Topsider kaum mehr was übrigbleibt. Das könnten eben auch Menschen sein, die die Geschichte des Autors bevölkern. Die Figur Atlan führt der Autor mit leichter Hand durch seine Geschichte. Dem Arkoniden gelingt alles, was er sich vornimmt. Irritiert hat mich seine Abstimmung mit der USO und der terranischen Regierung – also mit NATHAN, wie der Autor ausführt. Dass NATHAN auch die Regierungsgeschäfte übernommen hat, ist mir neu. Bislang ging ich davon aus, dass NATHAN gegen die Bedrohung der Reproiden freie „Hand“ von der menschlichen Regierung bekommen hat. Eine Regierung hat aber schon noch ein paar andere Aufgaben. Zumindest in der realen Welt. Oder ist das auch eine Kritik, die hier anklingt, dass eine Regierung nur im Krisenmodus Handlungsfähigkeit beweist und dies eine KI sowieso besser könnte?
Die Story war so unterhaltsam wie offensichtlich. Eine stärkere Fiktionalisierung hätte die Geschichte aufgewertet.

