Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3386

Das Portal – Michelle Stern

Vor der abgeschotteten Galaxis Malora laufen die Vorbereitungen, um den instabilen Sternwürfel durch eine Transition zu verkleinern. In 5 Tagen müssen die Schaltungen erledigt sein, sonst werden sie keinen Effekt mehr erzielen. Die von ihrem Parasiten Aelor befreite Foersh nimmt einen wichtigen Part in den Vorbereitungen ein. Reginald Bull bekommt die Information, dass es zwei abtrünnige GRAVEN-Stationen gibt. Dort haben sich Kräfte gebildet, die ihre eigenen Wege gehen wollen. Er will zusammen mit Foersh diese Stationen aufsuchen. Druck kommt zudem von den Portuu. Die wollen mit dem Sternwürfel so schnell es geht nach Malora springen, um dort das Brennende Nichts gegen die entarteten Trassenmacher einzusetzen.

Für Meg Ontares beginnt ebenfalls ein Kampf gegen die Zeit. Wenn das Portal geöffnet wird, sterben die Ruvaseru. Zi hat der Ärztin inzwischen vermitteln können, dass die Ruvaseru an Hunger leiden. Der Portuu Haenkor unterstützt die Terranerin, indem er Hyperenergie für die Ruvaseru bereitstellt. Die zweidimensionalen Wesen sind vorerst gerettet. Nun sollen sie vom Portal weg auf eine Reise gehen. Kommerzkommissar Toikar ist mit Haenkors Plan zur Rettung der Ruvaseru gar nicht einverstanden. Toikar will den schnellen Vorstoß nach Malora. Er sieht ein großes Geschäft darin, den Stellaren Hauch, der als Blase Malora umgibt, abzubauen. Er setzt Haenkor unter Druck, damit dieser in einem Bericht an die IIGP die Ruvaseru als niedere Lebensform einstuft. Toikar plant aber noch weiter. Er beauftragt Grish mit dem Mord an Haenkor. Die Gefangene macht er abhängig, indem er ihr über die Nahrung ein Gift verabreicht und ein Gegengift in Aussicht stellt.

Inzwischen kümmern sich Reginald Bull und Foersh um die Problemstationen. Auf der ersten hat sich der Kheti-Leun Shirkur zum Herrscher ernannt. Seine Anhänger sind ein wilder, bunter Haufen Andersdenkender. Mit einem Trick verschaffen sich Bull und Foersh Zugang zur Schaltstation und nehmen dort die notwendigen Schaltungen vor. Auf der zweiten Station sind die Probleme größer. Ein paar Fanatiker haben den Steuermond übernommen. Es sind Anhänger Shrells, die sich zwar mit den Gegebenheiten abgefunden haben, aber Bull und Foersh in jedem Fall feindlich gegenüberstehen. Auch hier gelingt es Bull und Foersh mit einigen Schwierigkeiten die notwendigen Schaltungen vorzunehmen.

Meg und Haenkor ist es gelungen, die Ruvaseru vom Portal wegzulocken. Doch die Wesen bewegen sich sehr langsam. Mehrere Kristallschiffe der Portuu mit mächtigen Abgesandten erscheinen. Die Zeit wird knapp. Haenkor will zu Uedim, und ihn um mehr Zeit bitten. Auf dem Weg wird er von Grish angegriffen. Sie schlägt ihn aber nur nieder und flüstert ihm zu, dass er sie rächen soll. Später wird Grish in einem Hangar erschossen. Meg findet heraus, dass Grish an Gift gestorben ist. Das Gegengift hat sie nicht genommen. Vor Uedim können Meg und Haenkor beweisen, dass Toikar sie alle hintergangen hat. Er wird festgenommen. Haenkor arbeitet nun daran, die Ruvaseru in ihr ursprüngliches Domizil zurückzuführen. Schließlich gelingt ihm das auch.

Rezension

Als Ben Calvin Hary die Exposé-Arbeit im, bzw. für den PHOENIX-Zyklus übernahm und als Chefautor die Serie konzipierte, lobte ich die straffe Erzählstruktur. Die Zyklushandlung wird stringenter gesteuert. Im PEGASOS-Zyklus ist die hohe Kohärenz im Handlungsablauf, die der PHOENIX-Zyklus noch zeigte, inzwischen ein Stück weit verloren gegangen. Zwar bauen die Ereignisse nach wie vor aufeinander auf und sind für den Leser nachvollziehbar gestaltet, es tun sich jedoch Lücken auf. So, als würde es dem Zyklus an „Stoff“ fehlen, um 50 Romane zu füllen.

Entsprechend laufen auch die Geschehnisse in der Handlungsebene Reginald Bull momentan ab. Die einzelnen Geschichten reiben sich zuweilen an Problematiken auf, die den Fortgang der Zyklusstory wie Kaugummi dehnen lassen. Michelle Stern lässt sich jede Menge einfallen, um auf keinen Fall schon in diesem Roman nach Malora zu gelangen. Nicht alle erzählerischen Mittel, die von der Autorin eingesetzt werden, können dabei punkten.

Natürlich ist es bei derartigen Storys gang und gäbe, die Protagonisten unter Zeitdruck agieren zu lassen. Dieses Spannungselement lasse ich mir im Hinblick auf den destabilisierten Sternwürfel auch noch gefallen. Aber die Suche nach einem Brennenden Nichts dauerte „Fantastilliarden“ an Jahren. Hier auf das erzählerische Mittel zu setzen, dass ein bestimmtes Ereignis bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erfolgen soll, weckt bei mir als Leser keine Aufmerksamkeit, sondern ruft eher ein gequältes Lächeln hervor. Ähnliches gilt für den Konflikt Haenkor und Toikar. Wobei ich es der Autorin groß anrechne, dass sie bei diesem Zwist eine falsche Fährte gelegt hat und den Leser mit der Auflösung überraschen konnte. Dennoch war die Verzögerung im Handlungsfortschritt, die damit erzielt wurde, spürbar. Ebenso Bulls Eingreifen an zwei GRAVEN-Stationen. Es kam zum (un)vermeidlichen Zweikampf. Ein erzählerisches Mittel mit ewig langem Bart. Hier stehen am Ende kein Mord und Totschlag, sondern die Versöhnung und eine ausgestreckte Hand. Ja, kann man alles so schreiben und liest sich auch gut. Aber es ist nun mal eine Serie, die auch einen Fortschritt verlangt. Der gebremste Schaum im Zyklus ist nicht zu übersehen. Für ein Romandoppel geht es im zweiten Teil zu gemütlich zu. Zu viel Brimborium!


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