Familienbande – Robert Corvus
Die Triade, die mit Gucky vervollständigt wurde, lässt die Yodor-Sphäre durchlässig werden. In der Folge fließt Mentalenergie der Superintelligenz ES ab. Dies wiederum gefährdet die Bewohner von zehntausenden Planeten in dieser Region. Sie nehmen Stimmen wahr. Wenn sich die psionische Drift verstärkt, muss das Galaktikum die Bewohner im Umkreis von 500 Lichtjahren um das Haus von ES evakuieren.
Für Gucky, der an Bord der HELIOS im Koma liegt, ist es zu gefährlich, ihn aus der Yodor-Sphäre zu bringen. Er könnte einen mentalen Schock erleiden. Der Ilt ist auf rätselhafte Weise mit den Iltmumien verbunden und bekommt über diese Verbindung einen Einblick in Geschehnisse, wie sie Kosa aus dem Volk der Yuit vor Jahrtausenden erlebte. Kosa ist das erste Kind, das seit 120 Jahren geboren wird. Die Yuit sterben aus, weil die Eugenischen Propheten die Yuit vom Alter erlösen wollten. Sie schufen ein Virus, das die Alterung verlagsamte, aber nicht stoppte. Als Nebeneffekt sind die Yuit unfruchtbar geworden. Niemand scheint diesen Vorgang aufhalten zu können. Es werden verschiedene Anstrengungen unternommen. Eine davon ist, den Yuit eine Zukunft in einem Brennenden Nichts zu geben. Die Yuit Arrell hat ein solches Brennendes Nichts von den hirnfressenden Ennu Malor erobert. Arrell und andere Yuit tragen eine Schattenpfote und verhindern das Wachsen eines Brennenden Nichts auf der Heimatwelt der Yuit. Das Problem ist, dass der Geist derer, die längere Zeit in der Anomalie verweilen, zerrüttet wird. Zu ihnen zählt auch Kosas Mutter, die freiwillig in die Anomalie geht und als sie Jahre später herausgeholt wird, erkennt sie ihren Mann und ihren Sohn nicht mehr.
Kosa wird zu einem Forscher, der dem komplexen Zusammenspiel der Gensequenzen in den Yuit auf die Spur kommen will. Eine andere Yuit, Silosme, baut Fernraumschiffe, die zu weit entfernten Kolonien der Yuit fliegen sollen, um den Gen-Pool aufzufrischen. Die Siedler werden als Pale bezeichnet. Silosme nennt ihr Vorhaben Operation Pal. Delegationen anderer Völker werden eingeladen, um die Vorhaben von Kosa, Arrell und Silosme zu unterstützen. Darunter sind auch die Wüko. Die rotäugigen Kapuzenträger verfügen über die größten technologischen Ressourcen. Sie entscheiden sich, primär Arrell zu fördern. Ein Mentatron wird gebaut. Die Energie dafür soll aus Sonnenzapfung bereitgestellt werden. Dies führt zum Bau des Sternwürfels, der von der Legende unterstützt wird. Die Yuit entzweien sich.
Ausgerechnet Arrell schlägt sich später auf die Seite von Kosa. Die Yuit erwartet ein Kind und bringt es gesund zur Welt. Sie erkennt, dass Kosas Weg, den Yuit wieder zu einer Familie zu verhelfen, der richtige ist. Doch die Entwicklung rund um das Brennende Nichts auf der Heimatwelt der Yuit, die zum Zentrum des Sternwürfels werden soll, ist nicht mehr aufzuhalten. Letztlich erschaffen Kosa, Arrell und Silosme die ILTEG. Sie müssen vor den Wüko fliehen. Sie wollen zu Palen werden, wie ihre Vorfahren. Doch dazu müssen sie sterben. Die drei Yuit verabreichen sich eine Substanz mit einer sechsdimensionalen Komponente. Doch es kommt zu einer Wechselwirkung mit der Schattenpfote von Arrell. Aus den dreien wird die Triade.
Die HELIOS erreicht eine Nachricht von Jasper Cole von der HZ1. Der Shinobi übermittelt eine Botschaft vom Gewölk. Perry Rhodan soll mit der Triade das Haus von ES aufsuchen.
Rezension
Im Fragmente-Zyklus war Robert Corvus noch der eifrigste Perry Rhodan-Autor. 17 Romane hat er geschrieben. Inzwischen ist er kein Team-Autor mehr. Sein Gastbeitrag enthält die Lebensgeschichte des Yuit Kosa, der zu einem Teil der Triade, zu Antepal, wird. Der Autor erläutert die Hintergründe zu den Geschehnissen, die im Phoenix-Zyklus ihren Ursprung haben. Die Unfruchtbarkeit der Yuit war da ein Thema. Auch der Konflikt mit den Ennu Malor. Darauf geht Robert Corvus allerdings nicht ein. Er schildert drei Projekte der Yuit, ihrem langsamen Aussterben entgegenzuwirken. Doch nur eines der Projekte wird von anderen Völkern auch unterstützt. Die Wüko favorisieren die Anomalie, und bringen die Legende mit ins Spiel.
Die Geschichte schildert das Entstehen der Triade. Mir fehlt es in dem Roman an einer Erklärung, was sich die drei Pale von ihrem Vorhaben erhofften. Sie wollen Jahrtausende unterwegs sein. Wollen sie Kolonien erreichen? Und wenn ja, welche Chance besteht dann, dass sie bei Rückkehr überhaupt noch lebende Yuit auf der Heimatwelt vorfinden? Oder sollen die Pale die Heimat rückbesiedeln? Das Vorhaben scheitert aufgrund des Einflusses der Schattenpfote. Die Iltmumien entstehen. Guckys letzte Wahrnehmung aus dem Gedankenstrom sind die Begriffe „Geardal“, „Kosmische Trasse“ und „Friedensstifter“.
Der Autor konzentriert sich auf die Schilderungen von Emotionen seiner Figuren. Kosa ist von den Ereignissen geprägt, wie sie seiner Mutter zugestoßen sind. Dazu der Konkurrenzkampf gegen andere Yuit, die um Unterstützung ihrer Projekte buhlen. Und die sich letztlich versöhnen und zur Triade werden. Auch in den Sequenzen an Bord der HELIOS, die Yilad und Coyn schildern, die sich um den Mausbiber sorgen, setzt der Autor auf die Schilderung von Gemütsbewegungen. Die emotionale Reise, die seine Yuit-Figuren durchlaufen, prägen somit den Roman. Und sind gelungen.
Es fehlt, wie auch anderen Romanen zuletzt, an einer Strukturierung der Inhalte dieses Zyklus. Eine Einordnung der geschilderten Ereignisse, um eine schlüssige Handlung aufzubauen und für den Leser nachvollziehbar zu machen, fehlt noch immer. Am Ende seiner Geschichte, wirft der Autor noch drei neue (für Gucky) Begriffe ein. Der Leser soll sich an diesen hingeworfenen Happen wohl erfreuen. Tut er aber nicht. Dramatisch ist das nämlich nicht, trotz des Trommelwirbels. Unter Dramaturgie verstehe ich was anderes.

