Zwischen fremden Sternen – Leo Lukas
Seit September 2250 NGZ ist Gucky im Sternwürfel gefangen. Als Aelor die Transition des Konstrukts einleitete, war er mit Yilad und Tin auf der Welt 2 von System 6-4-5 gestrandet. Nach der Transition, die den Sternwürfel in den intergalaktischen Leerraum führte, wendet sich Aelor in Gestalt von Admiralin Foersh an alle Leun-Völker. Ihr sei es gelungen, den Angriff der Verräterin Shrell abzuwehren. Foersh ruft die Hiesigen und Restauraten dazu auf, den Bruderkrieg zu beenden. Eine Generalamnesie für alle Inhaftierten wird erlassen.
Auch Yilad, Tin und Gucky legen ihre Animositäten bei. Die drei besorgen sich ein Raumschiff und versuchen im Sternwürfel unterzutauchen. Aelor wird sie gewiss suchen lassen. Yilad erwartet Nachwuchs, was die Suche nach einem sicheren Heimathafen erschwert. Tin trennt sich von ihnen, da er befürchtet, dass sie zu dritt auffälliger sind.
Auf Welt 1 von 2-8-4 bringt Yilad ihren Sohn zur Welt. Sie nennt ihn Coyn, nach seinem Vater. Die folgenden Jahre bleibt die Patchworkfamilie unbehelligt. Doch eines Tages wird Gucky von dem Dormteondi-Leun Mo-Milam Narldu angesprochen. Mo-Milam gehört einer Bürgerinitiative an und scheint zu wissen, wer Gucky in Wahrheit ist. Entgegen dem Rat von Yilad geht Gucky zu einem Treffen der Bürgerinitiative. Dort erfährt er, dass Foersh den angekündigten „Frieden“ mit rigorosen Mitteln durchsetzt. Dazu kommt, dass der Sternwürfel inzwischen mehrfach transitiert ist. Niemand kennt die Ziele von Foersh. Gucky lässt sich auf die Bürgerinitiative ein. Er verrät, dass Foersh von Aelor beherrscht wird. Man säht auf den Welten des Sternwürfels Misstrauen gegen Foersh. Die Aktion hat jedoch zunächst wenig Resonanz.
Die Bürgerinitiative erweitert ihre Aktionen. Zwei Wissenschaftlerinnen, die in Ungnade bei der Sternspitze gefallen sind, werden rekrutiert. Mit ihnen will man den Geheimnissen der Admiralin, bzw. Aelor auf die Spur kommen. Die beiden Wissenschaftlerinnen finden heraus, dass der Sternwürfel einer kerzengeraden Route durch den intergalaktischen Leerraum folgt. Zur gleichen Zeit geht Foersh erstmalig auf die gegen sie gerichteten Behauptungen ein, sie sei nicht sie selbst. Sie besucht verschiedene Welten des Sternwürfels, um die Vorwürfe zu entkräften. Obwohl sie schwer bewacht wird, will sich Gucky die Chance nicht entgehen lassen. Er konfrontiert Aelor öffentlich, was zu einem Desaster wird. Aelor geht über Leichen und Angst breitet sich im Sternwürfel aus. Mit Hilfe der Wissenschaftlerinnen will Gucky in das Transitionssystem des Sternwürfels eingreifen. Zwei Steuerwelten werden manipuliert. Der Sternwürfel oszilliert mit einer Psi-Materie-Ballung. Yilad, Gucky und Coyn, die sich auf der Steuerwelt aufhalten, als diese mit dem Asteroiden verschmilzt, müssen erleben, dass der Sternwürfel verschwindet. Yilad hatte sich zuvor schon entschieden, für sich und Coyn eine sichere Heimat zu finden. Sie bleibt bei Gucky. Beide stehlen ein Fernraumschiff der Portuu und machen sich auf dem Weg zur Milchstraße.
Ein Jahr nach diesen Ereignissen gelangen Reginald Bull und die Legende per Fiktivtransmitter in ein Schiff der Portuu. Zwar ist auch dieses von Stellaren Hauch umgeben, aber der kurze Moment eines offenen Hangartors erlaubt den Sprung. Das Schiff fliegt den gigantischen Psi-Materie-Asteroiden an, auf dem die Portuu einen Hypersteinbruch betreiben. Dort angekommen, können sie nicht hinter das Geheimnis des Abbaus und der Weiterverarbeitung gelangen. Das vorrangige Ziel von Reginald Bull ist die Steuerwelt, die mit dem Asteroiden kollidiert ist. Der Legende gelingt es, aus der aufgefangenen Kommunikation die Ereignisse zu rekonstruieren. Demnach wurde der Sternwürfel bei der Materialisation beim Asteroiden abgelenkt und nur die Steuerwelt materialisierte in einem Gewitter aus Hyperphänomenen. Außerdem wollen die Portuu den eingefangenen Planeten entfernen. In den Eingeweiden des Planeten empfängt Reginald Bull einen Morsecode. Er stößt auf einen Speicherkristall von Gucky und erfährt so von dessen Erlebnissen. Der PHOENIX folgt weiter der Kosmischen Trasse.
Rezension
Insgesamt enthält der Roman ein Zuviel an passiven Beschreibungen. Gucky wird in die Handlung zurückgeführt. Wie nicht anders zu erwarten bestimmt diese Figur ihr Schicksal selbst und wartet nicht darauf, von den anderen Unsterblichen gerettet zu werden. Das führt in der Folge dazu, dass sich Reginald Bull und der Ilt verpassen. Eine schöne Idee! Zwar verzichtet man auf eine emotionale Begegnung zweier Hauptcharaktere der Serie, geht andererseits aber einer Handlung nach, die man an der Stelle so nicht erwartet hatte. Denn Reginald Bull folgt weiter Aelor und dem Sternwürfel. Dabei war doch sein vorrangiges Ziel, Gucky zu finden!
Insgesamt vollzieht sich das Geschehen, wie es der Autor in seiner Geschichte schildert, keineswegs in Form von Spannungsliteratur. Guckys Geschichte einzufangen, seit der Ilt im Sternwürfel auf eine erzwungene Reise gegangen ist, ergibt auf den wenigen Seiten dieses Romans doch sehr viel an passiver Beschreibung. Handlung gibt es auch, doch wird sie förmlich von den Beschreibungen darum herum zerdrückt. Zumal der Autor auch noch Reginald Bulls Aktionen vorantreiben musste. Angst musste man sich um die Aktionen der Bürgerinitiative auch nicht machen. Der Autor verfolgt einen Stil, der das Ergebnis der Aktionen vorwegnimmt.
Leo Lukas geht einmal mehr auch auf den Umstand ein, dass die Yuit zahlenmäßig die kleinste Gruppierung der Leun-Völker darstellen. Bei nur wenigen hundert (200?) dürfte es der Population an frischen Gen-Material mangeln. Das wäre die einmalige Chance für Gucky gewesen, nach Jahrtausenden der Enthaltsamkeit, für frischen Wind bei den Yuit zu sorgen. Pustekuchen! Der Autor gönnt ihm nicht mal ein Nümmerchen mit Yilad. Nachdem der Fiktivtransmitter vergangene Woche wohl noch in einem Notbetrieb war, transportiert er in dieser Geschichte nun problemlos zwei Personen.
Die Suche nach Gucky findet ein überraschend schnelles Ende. Zumindest aus Lesersicht. Denn Reginald Bull ist das Wiedersehen nicht gegönnt worden. Da in der Milchstraße die Iltmumien eine beherrschende Rolle spielen und Perry Rhodan aktuell in den Trümmern des Planeten Tramp auf der Suche ist, hielt es der Expokrat wohl für angebracht, den letzten Überlebenden dieser Welt in das Geschehen dort einzubinden.
Der Roman von Leo Lukas führt zwar zu einem interessanten Schluss, der tolle Fortsetzungen garantieren soll. Der Weg hat mich nicht so überzeugt. Auch wenn der Schreibstil von Leo Lukas sehr unterhaltsam ist.

