Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3363

Was niemand kommen sah – Marie Erikson

Das Volk der Nargan bewohnt den Planeten Gren Gor. Nennenswerte Raumfahrt betreiben sie nicht. Sie haben es bis zum Trabanten ihrer Welt gebracht. Dort haben sie die Erkenntnis gewonnen, dass es außerhalb ihres Sonnensystems noch anderes Leben gibt. Das hat sie verschreckt. Immer eine Invasion fürchtend, sind weitere Raumfahrtprojekte gestoppt worden. Nur eine Raumstation wurde aus verschiedenen Modulen aufgebaut. Darin beobachtet man den Weltraum, um Invasoren zu erkennen. Im Laufe der Jahre ist allerdings nichts passiert und die Nargan haben sich etwas beruhigt. Aktuell versieht die Nargan Tolmenur ihren Dienst auf der altersschwachen Station. Die vier Besatzungsmitglieder kommen zu gleichen Teilen aus der Südunion und der Nordunion des Heimatplaneten. Tolmenur von der Nordunion versteht sich gut mit ihren Kollegen. Der Alltag an Bord ist allerdings für die Nargan eine Qual, da sie ständig Schutzanzüge tragen müssen. Die Nargan haben harte Schuppen, die die empfindliche Technik an Bord gefährden würde.

Ein anfänglich harmloser Schauer aus Mikrometeroiten zwingt Tolmenur zu einer Reparatur. Plötzlich schlägt ein größerer Meteroit ein, der in der Folge zum Wegbrechen eines zentralen Moduls führt. Die Rettungskapseln werden beschädigt. Zwei Nargan kehren mit einer Kapsel zum Planeten zurück, während Tolmenur und ihr Kollege Velmorin von der Südunion in Lebensgefahr versuchen von außen eine andere Rettungskapsel zu erreichen.

Unverhofft naht Hilfe in Form von Chrekt-Yon. Der Topsider ist auf der Suche nach einer Iltmumie. Er vermutet sie auf Gren Gor, ohne den genauen Aufenthaltsort zu kennen. Er macht sich die Situation zu Nutze und rettet Tolmenur und Velmorin. Sie werden an Bord seines Raumschiffs gebracht und medizinisch versorgt. Tolmenur erholt sich schnell. Chrekt-Yon benutzt sie für seine Zwecke. Er behauptet, dass das kriegerische Volk der Terraner unter ihrem Anführer Perry Rhodan plant, das Volk der Nargan zu unterwerfen. So, wie sie es schon mit vielen Völkern getan haben. Tolmenur werden Beweise vorgelegt. Die ängstliche Nargan glaubt Chrekt-Yon und ist froh, dass er die Nargan gegen die Terraner wappnen will.

An der Seite des Topsiders landet Tolmenur auf Gren Gor und macht den Besucher mit Rahan, dem jungen Princident der Nordunion bekannt. Sogleich beginnen die Topsider, Plätze zu suchen, an denen sie Geschütze aufstellen können. Tolmenur entgeht nicht, dass sich Chrekt-Yon für die Vergangenheit des Planeten interessiert und ob es unter manchen Gebäuden ältere Hinterlassenschaften einer früheren Zivilisation gibt. Chrekt-Yons Mannen beginnen damit, tiefe Bohrlöcher zu graben. Dabei stoßen sie auf Hyperkristalle. Diese Kristalle sind den Nargan fremd. Das Verhalten der Besucher wird immer rigoroser. Gebäude müssen geräumt werden, damit anschließend auf den dann planierten Flächen Abwehrgeschütze erstellt werden. Tolmenur fühlt sich in ihrer Rolle sehr unwohl, da sie die Bevölkerung vom richtigen Handeln der Besucher überzeugen soll. Doch in ihr mehren sich Zweifel. Chrekt-Yon scheint nach einem Relikt oder einer Waffe zu suchen. Als sie Chrekt-Yon mit ihrem Verdacht konfrontiert, gibt dies der Topsider auch zu. Doch in diesem Moment erscheinen zwei terranische Schiffe am Rande des Systems.

Rezension

Marie Erikson steigt mit einem Plot im Stile des Films Gravity in ihre Geschichte ein. Die Autorin benötigt nur wenige Sätze, um die Zivilisation der Nargan anschaulich zu beschreiben. Der kurz skizzierte Hintergrund reichte völlig, um in die Geschichte eintauchen zu können. Danach konzentriert sie sich auf die bedrohlichen Geschehnisse auf der Raumstation, bis zum glücklichen Ausgang für die Nargan an Bord.

Als Leser hat man bei der Konfrontation der Protagonistin mit Chrekt-Yon einen Wissensvorsprung. Der Topsider ist niemand anderes als John Wylon und dessen Absichten lassen einen gleich um die Nargan fürchten. Wobei sich mir die Frage stellte, warum Wylon diesen Aufwand betreibt? Wusste er, dass ihm Perry Rhodan dicht auf den Fersen ist und glaubte er daher, für die Suche nach dem Relikt nicht genügend Zeit zu haben? Denn sonst hätte er, der bislang skrupellos agierte, auch ohne die Nargan für sich einnehmen zu wollen, den Planeten einfach umkrempeln können.

Die Autorin füttert die Gefahrenlage im All mit vielen kleinen Details. Die Schuppen der Nargan, die Pflege, die hinderlichen Schutzanzüge, die nicht die Nargan schützen, sondern die Station. Das Einrollen in Gefahrensituationen, die Züchtung von Nahrung, auch auf dem Körper etc. Das hat mir gut gefallen, da die bedrohliche Situation an Bord damit unterfüttert wird und man als Leser mit den Figuren mitfiebern kann.

Als sich die Geschehnisse auf den Planeten verlagerten, war ein wenig die Spannung raus. Gleichgültig ließ mich das Geschehen nach wie vor nicht, aber mein anteilnehmender Part war nicht mehr so intensiv, wie noch bei den Szenen im All.

Mal sehen, ob es Perry Rhodan gelingt, die Nargan von seinen guten Absichten zu überzeugen.


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