Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3145

UNGEZÄHLTE STERNE – von Michelle Stern
Die Kastellanin Verind Nott ist für die Entführung Atlans und seiner Begleiter verantwortlich. Als Uxantin gehört sie einem Volk an, das älter als die Lemurer ist. Die Einzelgängerin erträgt nur schwer die Gesellschaft anderer Wesen. Sie ignoriert die Aufforderung Alschorans, ins Solsystem zu kommen. Sie unterzieht Atlan einer zweiten Prüfung. Er und seine Begleiter werden von ihr an Bord des Nomadenschiffes UNGEZÄHLTE STERNE gebracht. Dort wird der Unsterbliche mit einer brisanten Lage und einem Geheimnis konfrontiert. Die Kastellanin beobachtet das Geschehen von ihrer Sextadim-Kapsel aus. Sie möchte erfahren, wie sich der Prüfling in der Situation verhält.
Atlan erwacht von seinen Begleitern getrennt an Bord des Schiffes. Er macht die Bekanntschaft der Schattenläuferin Bo, die den Arkoniden für Arena-Kämpfe einsetzen will. Der Arkonide braucht Geduld, um die Rätsel der merkwürdigen Bord-Gesellschaft des Schiffes zu entschleiern. Derweil sind seine Begleiter, die drei Akonen Deena von Prasior, Angu von Zamzegh und Odard tan Antappon, sowie der Arkonide Skrul auch nicht untätig. Sie schließen sich einer Gruppierung an, die den Bordtyrannen stürzen wollen.
Atlan wird ebenfalls in dieses Vorhaben involviert. Doch der Gegner ist nicht zu unterschätzen. Hat Verind Nott die Gefahr unterschätzt?
 
Atlan wird einer weiteren Prüfung unterzogen. Dieser Plot innerhalb der Kastellan-Handlungsebene kommt, wie ich schon letzte Woche anmerkte, zu spät. Autorin Michelle Stern versucht sich im Prolog ihrer Geschichte an einigen Erklärungen für diese Prüfungen. Die genannten Thesen sind haltlos und wirken dadurch erst Recht wie eine äußerst schwache Rechtfertigung für eine Story, für die der Prolog eigentlich Interesse wecken sollte.
Die Autorin rückt anschließend die Kastellanin und deren Absichten in den Vordergrund. Atlan und seine Begleiter werden getrennt an Bord eines Nomadenschiffs gebracht, dessen Besatzung unter der Herrschaft eines Tyrannen leidet. Die Aufgabe für Atlan war damit klar benannt. Der Unsterbliche würde gegen den Diktator vorgehen. Das zusätzliche Geheimnis in den Tiefen des Schiffes brachte etwas Mystisches in die Story ein. Die im Zusammenhang mit Alschoran behandelten Hinterlassenschaften von Ganjasen und Takerern auf der Venus, erhalten durch die Entdeckungen Atlans zusätzlichen Nährwert. Allerdings sind die behandelten Elemente äußerst vage in die Story eingebunden. Das kann alles oder nichts bedeuten. Sollten die Bilder und Jahresangaben der Entdeckung mehr als nur Namedropping sein, dann wäre das Exposé-Team aufgefordert, hier mehr Substanz einzubringen.
Abgesehen davon entwickelte sich aber einen muntere Story, die die Fähigkeiten der Figur Atlan stärker in den Mittelpunkt rückte, als in den zwei Romanen zuvor. Auch die Nebenfiguren konnten überzeugen und das Setting an Bord der UNGEZÄHLTE STERNE hielt die eine oder andere Überraschung für den Leser parat. Am Ende dreht Atlan den Spieß um. Na ja, zumindest scheint es so. Schließlich waren die bisherigen Prüfungen der Kastellanin überaus durchdacht. Vielleicht hat sie auch Atlans „Schachzug“ so eingeplant. Wir werden sehen.
Der Prolog war eine Katastrophe. Derart vorbelastet und nicht eben motiviert, ging ich die Story an. Die mich dann positiv überraschte. Ein guter Einzelroman. Der Zyklus bleibt jedoch in einer schwachen Phase.