Articles for the Month of Juli 2019

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3021

Eyshus Geschenk – von Leo Lukas
Die Aussagen des Orakels Eyshu, hinter dem sich YLA verbirgt, setzen Perry Rhodan zu. YLA hat behauptet, dass dies die Erde sei. Nun relativiert sie ihre Aussage. Der Planet befremdet sie und sie vermisst NATHAN. Sie erinnert sich nur an wenig. Nach dem Jahr 1552 NGZ hat sie einige Upgrades erfahren. Dass inzwischen Jahrhunderte vergangen sind, überrascht sie. Und sie ist eine Gefangene oder wird manipuliert. Aber alle Versuche Rhodans, dieses Rätsel zu lösen, scheitern vorerst. Da Rhodan zusammen mit Todoyhu vorausgeflogen ist, um vor den Cairanern am Haus des Orakels zu sein, gerät er unter Druck. Denn die SHAYED mit dem Rest des Teams macht gute Fahrt und die Cairaner folgen dicht auf. Paiahudse Spepher wurde von der Shoijona fest versprochen, dass er zum Orakel darf.
Das Team sorgt daher mit einigen Tricks dafür, dass sich der Flug etwas verzögert. Damit bleibt dem Unsterblichen mehr Zeit. Schließlich aber treffen das Luftschiff und die Cairaner ein. Und Paiahudse Spepher darf das Orakel an der Seite von Todoyhu und Rhodan besuchen. Der Besuch läuft anders als erwartet. Die Ereignisse überschlagen sich und Perry Rhodan kann aufdecken, wer YLA beeinflusst. Und bekommt dafür ein Geschenk.
 
Was bleibt von diesem Roman in Erinnerung? In meiner letzten Rezension schrieb ich, dass einzelne Cairaner ziemlich gewöhnlich, beinahe schon langweilig wirken und das Fluidum des Geheimnisvollen bei diesem Fremdvolk ziemlich verloren gegangen ist. Nun merke ich, wie abhängig es ist, welcher Autor schreibt. Bei Leo Lukas wirken die Cairaner nochmals menschlicher. Wenn der Österreicher seine cairanischen Figuren mit so irdischen Ausdrücken wie „vermaledeit“ oder „ich trete dir in deinen kümmerlichen Hintern“ oder „ihr räumt das Feld“ auftreten lässt, geht jegliches Fremdartige verloren. Allerdings stört es mich bei Leo Lukas nicht. Der Autor hat eben seine bestimmte Art.
In Erinnerung geblieben ist mir, dass die Erinnerung nach den Thoogondu im vorherigen Zyklus immer noch eine große Rolle spielt. Auch YLA kann sich nicht erinnern. Dabei ist sie zusammen mit NATHAN 1614 NGZ geraubt worden. Der Posizid kam später.
In Erinnerung geblieben ist mir auch die merkwürdige Aufdeckung des geheimnisvollen Unbekannten, der YLA in Griff hält. Er kommt ins Straucheln als Rhodan seine Rückenflügel unbewusst schlägt. Eigentlich dachte ich, dies wäre ein Moment, an der sich derjenige an seine Ausbildung oder ein anderes prägende Ereignis in seinem Leben erinnert. Aber ich erinnere mich nicht, das im Roman gelesen zu haben. Andererseits schreibt Lukas in einer seiner Kapitelüberschriften, dass Lyrik oft schwer verständlich sei. Lassen wir es also.
In Erinnerung geblieben ist mir noch die Erinnerungslöschung bei den Ayees, die der harten Ausbildung nicht gewachsen waren. Deren eingeschränkte kognitive Fähigkeiten ließen danach immerhin noch eine Laufbahn als Unterhaltungsmusiker oder Lokalpolitiker zu.
Am Ende des Romans wandeln Perry Rhodan, YLA, Zemina Paath und zwei Ayees bei Mondlicht auf verschlungenem Pfad durch einen verwunschenen Wald und graben am Fuße eines Baumes ein Schatzkästchen aus, das ein Stück eines Thesanit-Gehirns enthält.
Nun bin ich froh, dass die Handlungsebene wechselt.

Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL Heft 3

Gefährlicher Pakt – von Dietmar Schmidt
Die SZ-2 ist unter Perry Rhodans Kommando in den Weltraum vorgestoßen. Der geheimnisvolle Statthalter von Evolux ließ das Schiff entkommen. Perry Rhodan möchte wissen, warum sich ein Repräsentant der Kosmokraten so sehr für ein einzelnes Schiff interessiert. Und natürlich möchte sich der Unsterbliche auf der die Suche nach dem Mittelteil der SOL machen. Und seinen Sohn. Die Geretteten aus dem Tal haben vieles im Sinn. Jedoch nicht die Suche nach dem fehlenden Teil des Riesenschiffs. Sie wollen einen Schlussstrich ziehen und sich um sich selbst kümmern. Rhodan hofft, sie umstimmen zu können. Obwohl die Daten des Schiffslogs gelöscht sind, findet er das private Tagebuch der Schiffskommandantin Fee Kellind. Als er es abspielt, geraten alle an Bord in den Bann ihrer Erzählung, die 183 Jahre zuvor, 1369 NGZ beginnt.
Es ist das Jahr, in der Kellind von Perry Rhodan den Auftrag bekam, bestimmte Koordinaten in Tare-Scharm anzufliegen. Als Expeditionsleiter geht Rhodans Sohn Roi Danton mit an Bord. Von Beginn der Reise an, die 30 Jahre dauern wird, sind sich Kellind und Danton über ihre Zusammenarbeit an Bord nicht einig. Kellind sieht sich der SOL verpflichtet, Danton der Mission. Als die SOL Tare-Scharm erreicht und in eine prekäre Situation gerät, eskaliert die Situation an Bord. Unter Druck werden von Kellind und Danton Entscheidungen abverlangt, deren Auswirklungen bin in die Gegenwart zu spüren sind.
 
Der Roman von Dietmar Schmidt beleuchtet die Ereignisse, die zum Langzeitflug der SOL führten und wie es in Tare-Scharm dazu kam, dass die SOL-Zellen auf Evolux blieben. Der Roman ist Figurenlastig, soll heißen, die Hauptfiguren, ihre Interaktionen und ihre Gefühlswelt stehen im Mittelpunkt. Actionszenen gibt es auch, sie bestimmen aber nicht die Handlung und ihren Fortgang. Neben der Chronik der ehemaligen Kommandantin der SOL flechtet der Autor noch eine Nebenhandlung in der Gegenwart von Perry Rhodan ein. Auch darin stehen die Personen im Vordergrund. Einerseits kümmert sich der Autor um eine bestimmte Figur und ihre Suche nach einem Platz im Gefüge der neuen Besatzung der SZ-2. Andererseits nutzt er die Geretteten aus dem Tal, um „Stimmung“ zu machen. Was ich damit meine, weiter unten.
Der Beginn der Chronik hat mich gefesselt. Weniger wegen den harten und dennoch mysteriösen Fakten, die zur Mission der SOL führten. Vielmehr war es ein Wiedersehen, bzw. Wiederlesen von bekannten Protagonisten und Schauplätzen der mächtigen Perry Rhodan-Historie, die bei mir wohlige Schauer auslösten. Ein dankbarer Hintergrund, den der Autor gut in Szene setzen kann. Dietmar Schmidt findet eine gute Balance. Einerseits werden Stammleser der Serie angefixt, wenn Dommrath aufgesucht, an Außenposten der Menschheit in Vilamesch ein Halt eingelegt wird, Algorrian in den Mittelpunkt gerückt werden oder CHEOS-TAI eine Rolle spielt. Andererseits lässt sich der Autor nicht dazu verleiten, Lexikoneinträge abzuspulen. Neuleser würde das sowieso nichts bringen, abgesehen davon, dass die Länge der Geschichte das gar nicht zulassen würde. Und Stammleser wollen auch was Neues lesen.
In diesen Aufbruch und den beginnenden Flug der SOL mischt sich auch etwas Melancholie. Zumindest ich empfand es so. Dietmar Schmidt lässt das Tagebuch von Fee Kellind abspielen. Insofern wird alles aus der Ich-Perspektive der Kommandantin erzählt. Und diese Protagonistin hat einiges erlebt und ein hohes Alter erreicht. Zunächst schwingt ein bisschen Wehmut mit, wenn sie berichtet. Beispielsweise in der Szene, als sie mit Porto an ihrer Seite das Schiff inspiziert. Und Kellind ist klar, dass sie nicht ewig Kommandantin der SOL sein kann. Mit Roi Danton bekommt sie einen Zellaktivatorträger vor die Nase gesetzt. Eigentlich kann sie damit umgehen, denn Danton ist beileibe nicht der erste Unsterbliche, der eine Expedition der SOL leitet. Doch Kellind hat von Anfang an mit den Vorschlägen von Rhodans Sohn zu kämpfen. Später fühlt sie sich gar hintergangen.
Da die Chronik aus der Ich-Perspektive von Fee Kellind erzählt wird, fehlen mir ein wenig die Reaktionen der Solaner. Die Außenwirkung von Kellinds Auftreten wird nämlich ebenfalls aus ihrer Perspektive geschildert. Es sind aber immerhin 10.000 Besatzungsmitgliedern, die sich mit dem Schiff identifizieren. Hier hätte ich mir die eine oder andere Reflektion von Kellinds Auftreten gewünscht. Porto hätte so eine Figur sein können, an der Kellinds Gefühlwelt hätte reflektiert und ihre Wirkung auf die Besatzung hätte gezeigt werden können. Doch für Porto hat der Autor einen anderen Weg gezeichnet. Dieses Ereignis lässt Kellind einsamer und verbitterter werden. Die Entwicklung der Handlung ist nun sehr stark von Kellind und ihren Wahrnehmungen geprägt. Kellinds Verbitterung lässt leider eine andere, objektivere Betrachtung ihrer Person nicht zu, bzw. will der Autor, da es ein Tagebuch ist, auch gar nicht eine andere Betrachtung dieser Figur zulassen. So bleibt ein Stück weit offen, wie Kellinds Entwicklung in der Besatzung wahrgenommen wurde. Zumindest bei jenen Ereignissen, bei der um die Führung des Schiffes gekämpft wurde. Später, als das „Hütchenspiel“ scheitert, sind die Reaktionen mancher Solaner deutlicher.
Ganz anders sieht es mit den Reaktionen der Geretteten auf der SZ-2 in der Gegenwart aus. Hier treten die Emotionen und Stellungnahmen auf das Tagebuch sehr deutlich zu Tage. Es sind sehr einfache und deutliche Gemütsbewegungen. Die Nachfahren der Kinder der Solaner fühlen sich im Stich gelassen. Das meinte ich, als ich oben schrieb, der Autor würde diese Emotionen als Stimmungsmache verwenden. Aber diese Reaktionen dienen dem Autor dann auch für ein starkes Motiv seiner Figuren, die Suche nach dem verschwundenen Mittelteil der SOL und der damals verschwundenen Besatzung aufzunehmen. So wie Rhodan seinen Sohn finden will, wollen die Nachfahren der Solaner Antworten finden.
Ein guter Roman, der Lust auf mehr macht.

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3020

Die Stunde des Orakels – von Michelle Stern
Die Shoijona der Pesha hat Perry Rhodan und seine Begleiter empfangen, die ihre Tarnung fallengelassen haben. Todoyhu ist eine neugierige Vertreterin der Ayees. Sie ist von Zemina Paath fasziniert. Aber sie ist auch misstrauisch. Denn sie befürchtet, dass die Unsterntage erneut ausgelöst werden. Und sie vermutet, dass Rhodan einiges vor ihr verbirgt. Er soll sich Eyshu stellen, dem Orakel, das vom Mond Vira auf den Kontinent Shiommaa niedersteigen wird. Das Orakel hat einen hohen Stellenwert für die Ayees. Todoyhu verdankt ihre Stellung nicht alleine ihrem Vorgänger sondern auch dem Orakel, die zusammen die nächste Shoijona berufen. Für die Reise wird erneut ein Luftschiff verwendet. Die SHAYED soll sie zum Orakel bringen.
Shashay und Dunyuu machen die Reise nicht mehr mit. Sie verabschieden sich von Perry Rhodan, nicht ohne ihn noch vor der Pilotin Nobash zu warnen, die für Diamanten alle an die Cairaner verraten würde. Die Reise ist erneut von Zwischenfällen geprägt. Das Schiff muss beschädigt landen und Cairaner bieten ihre Hilfe an. Sehr zum Verdruss Rhodans erscheint sogar Paiahudse Spepher. Der oberste Cairaner würde nur zu gerne selbst das Orakel sehen. Mit einem Trick gelingt es Perry Rhodan, die Cairaner zu täuschen und mit Todoyhu zum Orakel vorzustoßen. Dort erwartet den Unsterblichen eine Überraschung. Das Orakel gibt sich Rhodan als YLA zu erkennen und ist der festen Überzeugung, auf Terra niedergestiegen zu sein.
 
Eigentlich will ich weniger spoilern in meinen Rezensionen. Allerdings will ich mir es auch nicht nehmen lassen, den einen oder anderen Inhalt etwas näher zu betrachten und zu resümieren. Ohne die Aufdeckung, dass YLA das Orakel ist, geht das hier leider nicht. Michelle Stern schreibt über die „Stunde“ des Orakels. Herausgekommen ist dann, zeitlich betrachtet, die „Minute“ des Orakels. Mehr Lesezeit von der ersten Erwähnung des Namens bis zum Romanende nahm das Ereignis nicht ein.
Die 62 Seiten davor waren leidlich interessant. Perry Rhodan und seine Begleiter reisen erneut mit einem Luftschiff und geraten erneut in Schwierigkeiten. Die Fauna Iyas zeigt sich einmal mehr sehr aggressiv und bringt die Besatzung der SHAYED in Gefahr. Neu war, dass dies womöglich auf einen Einfluss der Cairaner hin geschah. Die selbsternannten Hüter der Ayees boten dann auch bereitwillig ihre Hilfe an und hielten auch nicht mit ihrem eigentlichen Ziel hinterm Berg. Sie interessieren sich für das Orakel. Die Cairaner sind nun ein paar Jahrhunderte die Hüter der Ayees. Sollten sie das Orakel tatsächlich nicht kennen? Und sollte es ihnen ihre Technologie nicht erlauben, dieses Rätsel ganz alleine zu lösen? Angesichts der Erklärungen von Todoyhu, welche Rolle das Orakel bei der Berufung der Shoijona spielt, wundert es daher, dass die Cairaner, sofern sie die Fauna tatsächlich beeinflusst haben, diesen Weg gegangen sind.
Erneut bekommen wir die Cairaner etwas näher geschildert. Sie bestechen die Ayees mit Diamanten und scheinen über Bohrungen nach etwas zu suchen. Und das Sternenrad wird erwähnt und stellt zumindest für den einen Cairaner einen interessanteren Ort dar, als Iya. Die Cairaner ziehen, nach allem was bisher bekannt ist, zwar alle an einem Strang. Aber der Einzelne ist ziemlich gewöhnlich, beinahe schon langweilig. Das Fluidum des Geheimnisvollen geht bei diesem Fremdvolk ziemlich verloren. Allerdings ist das aber auch eine Momentaufnahme. Oder die Cairaner sind tatsächlich nicht so wichtig. Der Zyklus ist noch lang.
Zurück zum Roman. Die Autorin wusste die Geschichte bis zur eigentlichen Begegnung mit dem Orakel zu befüllen. Vom Hocker hat mich die Geschichte nicht gerissen, auch wenn mit dem Trick Rhodans und dem nicht abgesprochenen Eingreifen der Ayees das eine oder andere neue Element enthalten war.
Und dann eben das Orakel, das sich als YLA zu erkennen gibt. Für mich war weniger interessant, dass YLA durch ihr besonderes Auftreten gegenüber Rhodan andeutet, eine Gefangene zu sein. Und auch nicht, dass sie der festen Überzeugung ist, auf der Erde zu stehen. Für mich war stattdessen interessant, dass es überhaupt YLA ist. Dieser Avatar hat eine bewegte Vergangenheit. Und eigentlich ging ich davon aus, dass es YLA gar nicht mehr gibt. Sicher, in Heft 2979 hatte sie einen Kurzauftritt. Schon damals war ich etwas verwirrt. Denn Heft 2873 bekundete m.E. das Ende von YLA:
„Ich bin 236-COLPCOR“, sagte die neue YLA ohne jede weitere Erklärung über das Geschehen. „Ich bin Lunas Herz. Ich bin die belebte Totenmaske TAFALLAS. Ich will die Ungeborenen weiden und ihre Zeit. Lass mich gehen, Erbe.“
Und dann ging sie/er/es. Vorher hatte Matan Addaru YLA zur neuen Pilotin seines Schiffes bestimmt, um in die Synchronie einzufliegen. Er scheiterte und YLA wurde schon da beinahe zerstört. Später im Solsystem auf dem Höhepunkt der Auseinandersetzung mit den Tiuphoren kam es dann zur Neubildung des Schiffes, mit YLA und dem Korpus TAFALLAS. Später nimmt Tifflor die COLPCOR in Schlepp, schließt die Perforationszone und wechselt ins Thez-Universum.
Und nun ist YLA wieder da. Eine Erklärung wird es dafür wohl nicht geben. Die hätte schon in Heft 2979 erfolgen müssen. Oder es ist nicht YLA. Ich bin auf die weiteren Reaktionen Perry Rhodans gespannt.