Ansichten zu Wild – Der große Trip

Inzwischen ist es normal, wenn Filme bereits mit Teasern oder manchmal sogar nur mit wenigen Bildern beworben werden, obwohl der eigentliche Filmstart noch 1 Jahr oder länger in der Zukunft liegt. Durch die frühe Werbung bin ich meistens gut informiert, welche Filme ich mir ansehen möchte. Hin und wieder rutschen dennoch Filme durch mein Raster. Den Film mit Reese Witherspoon hatte ich nicht auf meiner Liste, aber als ich ihn entdeckte sprach mich das Thema sofort an. Den Trailer habe ich erst hinterher gesehen und das Buch kannte ich auch nicht.

Reese Witherspoon spielt Cheryl Strayed, die sich auf einen Selbstfindungstrip begibt. Ihre geliebte Mutter ist Jahre zuvor an Krebs gestorben. Strayed wird heroinsüchtig, betrügt ihren Mann und steht kurz vor der Scheidung. Sie entschließt sich, auf dem PCT (Pacific Crest Trail) zu wandern. Der PCT ist ein über 4000 Kilometer langer Fernwanderweg im Westen der USA. Sie nimmt sich 1600 Kilometer davon vor und die ersten Wochen sind hart für sie. Ihr Rucksack ist viel zu groß, sie hat kein Benzin zum Kochen und sie trägt die falschen Schuhe. In den ersten Tagen hat sie auch Angst vor Übergriffen und sie lernt erst nach und nach die Menschen, die ihr begegnen, besser zu verstehen.

Der Film ist großes Kino mit einer großartigen Reese Witherspoon. Der Film beginnt mit einer Szene auf dem PCT und rollt erst nach und nach die Geschehnisse zuvor auf. Dabei wirkt der Film eher wie eine europäische, denn eine amerikanische Produktion. Ein paar der dauernden Rückblenden sind mir zu hektisch geraten und manches Mal versucht der Film auch zu viel zu transportieren. Wenn die Kamera aber auf Witherspoon/Strayed während der Wanderung gerichtet ist, bilden ihre Gedanken, die begleitende Musik und die unterschiedlichen Begegnungen mit anderen Menschen ein Ganzes. Die Geschichte hat bei mir ganz starke Eindrücke hinterlassen.

Es ist übrigens ganz gut, dass der Film unvermittelt beginnt. Wäre die Szene mit dem übergroßen Rucksack am Anfang gestanden, wäre ich womöglich ausgestiegen. Die Szene ist schon absurd komisch. Aber was danach kommt, ist sehenswert. Am Ende steht für Witherspoon/Strayed mit der „Brücke der Götter“ zwar ein ganz reales Reiseziel aber ein Filmende in Form einer Lösung bekommt man nicht angeboten. Das ist bei diesem Trip aber auch nicht nötig. Der Weg ist das Ziel.

 

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