Articles for the Month of Mai 2015

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2806

Aus dem Zeitriss – von Christian Montillon – Handlung:

Ende Dezember 1517 NGZ steht Olymp im Hoheitsgebiet der Liga Freier Terraner vor einer wichtigen Entscheidung. Kaiserin Indrè Capablanca und Kaiser Martynas Deborin wollen sich dem Tamanium der Tefroder anschließen. Natürlich nur zum Schein aber dadurch könnte das Herrscherpaar in den innersten Zirkel um Vetris-Molaud vordringen. Auf einer Pressekonferenz von Indrè und Martynas erhalten die beiden Regierenden einen wichtigen Funkspruch. Nur zwei Lichtjahre von Olymp entfernt verläuft der Zeitriss. Eine Wachflotte unter dem Kommando von Edelmann Jael Günebakan an Bord der FÜRST DAGOREW steht in der Nähe eines besonders aktiven Abschnitts des Phänomens. Günebakan meldet das Erscheinen von drei riesigen fremden Raumschiffen, zu denen vorerst kein Funkkontakt hergestellt werden kann. Indrè und Martynas lassen den Tesqiren Yoqort die weitere Pressekonferenz führen. Der Fürsprecher verkündet darin den Abzug des Onryonenclusters von Olymp. Das Atopische Tribunal signalisiert damit seine Unterstützung für die Pläne des Kaiserpaars.

An Bord des Sterngewerks XOINATIU hat der Caradocc Accoshai inzwischen mit diversen Begleiterscheinungen, die der Durchgang durch den Zeitriss mit sich brachte, zu kämpfen. Alle hochstehende Technologie ist ausgefallen und das ewige Hintergrundrauschen, der im Sextadim-Banner des Schiffes eingesperrten Bewusstseine, ist verstummt. Es gibt Explosionen an Bord. Der Kontakt zu den beiden anderen Sterngewerken ist abgerissen. Als die ersten Orter wieder funktionieren, zeigen sie ein Sternsystem in zwei Lichtjahren Entfernung an. Auch fremde Kugelraumschiffe werden entdeckt. Der Tiuphore ist zufrieden lohnenswerte Ziele für die nächste Bannerkampagne in der Nähe zu wissen. Doch zunächst gilt seine Sorge dem Banner und dem Schiff. Das Orakel meldet ihm, dass das Sextadim-Banner nach wie vor existiert. Es passt sich dem fremden Einfluss bereits an. Und der Chefwissenschaftler findet heraus, dass sich eine der universellen Konstanten in dieser Zeit geändert haben muss. Er ist jedoch zuversichtlich, die Schwierigkeiten zu überwinden.

Indrè Capablanca und Martynas Deborin sind inzwischen an Bord der FÜRST DAGOREW eingetroffen. Bei einem ersten Funkkontakt mit Accoshai täuscht der Tiuphore seine Gesprächspartner. Er gibt vor, nichts über den Zeitriss zu wissen und spricht von einem Unfall. Indrè und Martynas bleiben misstrauisch. Der Tesqire Yoqort, der inzwischen ebenfalls an Bord ist, erkennt mit seiner besonderen Fähigkeit Hintergedanken bei den Fremden. Das Kaiserpaar informiert die bereits abziehenden Onryonen über die Tiuphoren.

Martynas Deborin kündigt den Tiuphoren eine Inspektion an. Der Caradocc Accoshai ist zufrieden. Mit Hilfe der Indoktrinatoren will er sich die Technik der Besucher zu Eigen machen. In einem mit Fluchttransmitter versehenen kleinen Raumschiff brechen vier Einsatzspezialisten unter dem Kommando von Endra Karesch, Indrè Capablanca, Yoqort und der Fremdtechnologiespezialist Feres Hayati zur XOINATIU auf. Accoshai empfängt seine Besucher und lässt sie von seinem Vertreter in präparierte Abschnitte des Sterngewerks führen. Die Indoktrinatoren heften sich an die SERUNS der Besucher und dringen in das Beiboot ein und infiltrieren die Technik der Galaktiker. Bei einer Explosion, die von den Tiuphoren herbeigeführt wird, bricht der Funkkontakt der Gruppe zur FÜRST DAGOREW ab.

Accoshai hat sich inzwischen über Indrè Capablanca informiert. Er will sie töten und ihr Bewusstsein dem Banner zuführen. Der Tiuphore ist überrascht, dass die Kaiserin die Explosion ohne Verletzungen überstanden hat. Er kann nicht wissen, dass Indrè den Symbionten Ftempar trägt, der sie schützt. Martynas Deborin hat unterdessen Accoshai kontaktiert und fordert Aufklärung. Er setzt dem Tiuphoren ein Ultimatum und lässt die Wachflotte Olymps anrücken. Bei einem weiteren Gespräch lässt Accoshai die Maske fallen. Er gibt vor, Indrè Capablanca und die anderen als Geisel genommen zu haben und kündigt eine Bannerkampagne an. Er fordert freien Abzug.

Das Inspektionsteam von Olymp ist jedoch nicht ganz wehrlos. Mit Hilfe Ftempars, der einen starken Psi-Impuls ausstrahlt und damit die tiuphorische Technik und die Soldaten blendet, kann der Trupp zurück ins Beiboot fliehen und dort über den versteckten Transmitter zur FÜRST DAGOREW zurückkehren. Das Beiboot zerstört sich selbst, nachdem es von den Tiuphoren ins All bugsiert wurde. Als die olympische Flotte angreift wechseln die drei Sterngewerke in die Hyperstenz und entkommen. Die Indoktrinatoren konnten zwar die Technologie der Galaktiker nicht ausreichend erkunden, haben aber dennoch viele Daten aus den Positroniken der SERUNS und des Beibootes erbeutet. Accoshai lässt Kurs auf die Sonne Swaft setzen. Der Tiuphore ist gespannt auf die dort lebenden Swoon.

 

Rezension:

Chefingenieur: „Äh, tschuldigung Captain. Wir sind gerade 20 Millionen Jahre in die Zukunft gereist, das Schiff hat nur noch die Lebenserhaltung, alle andere Technik ist ausgefallen. Wir sind in einer fremden Zeit und einem fremden Ort. Unbekannte Schiffe haben uns entdeckt. Was sollen wir tun?“

Captain: „Wie lange brauchen sie für die Reparatur?“

Chefingenieur: „Eigentlich müsste das Schiff ins Trockendock. Aber für sie schaffe ich es in 5 Stunden!“

Captain: „Sie haben 1 Stunde. Danach will ich das Galaktikum erobern.“

Chefingenieur: „Ay, Captain!“

 

Wie schon seine Vorgängerautoren in diesem Zyklus setzt auch Christian Montillon auf schnelle Szenenwechsel und einen neuen Handlungsort. Der Aufbau stellte den Leser vor keine Herausforderung und Überraschungen blieben aus. Die Geschichte war flott geschrieben, vom Stil und Wortwahl her allerdings wenig anspruchsvoll und die handelnden Figuren werden nur sehr oberflächlich beschrieben. Charaktereigenschaften werden den Figuren gar nicht oder nur spärlich zugeschrieben. Meist bleibt es bei Floskeln, die zudem häufig nur auf das äußere Erscheinungsbild abzielen. Trotzdem besaß der Roman einen annehmbaren Unterhaltungswert. Man musste dazu nur einige Teilbereiche der doch sehr mühsam konstruierten Geschichte ausblenden.

Der siebte Roman in Folge mit den Tiuphoren und der achte Streich folgt nächste Woche. Da sehnt man sich doch glatt nach den alten Vierer-Blöcken. Dann wären wir jetzt schon im zweiten Block und außer Tiuphorenreichweite. Nun ja, wir haben es nicht anders gewollt und nach jahrelangen Bitten und Betteln haben sich die Autoren erbarmt und die Vierer-Blöcke abgeschafft.

Trotz des Tiuphorendesasters bleibt die Spannung erhalten. Die Geschichte ist mittlerweile so komplex, dass sich eine Vielzahl an Handlungsalternativen ergeben. Das Atopische Tribunal muss nun zeigen, wozu es angeblich da ist. Nämlich die Galaktiker als Schutzmacht vor den Angriffen der Tiuphoren zu bewahren. Andererseits ist die letzte Invasion des Solsystems schon viel zu lange her. 😉 Das 6-dimensional strahlende Juwel ist sicherlich einen kleinen Abstecher der Sterngewerke ins Solsystem wert. Und vom Schutzschirm, der das Solsystem umgibt, werden sich die Tiuphoren sicherlich nicht aufhalten lassen.

Wie schon zu Band 2805 geschrieben, finden die bekannten Muster einmal mehr ihre Wiederholung.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2805

Para-Patrouille – von Michael Marcus Thurner – Handlung:

Perry Rhodan wird mit seiner Enkelin Farye Sepheroa und dem Kelosker Gholdorodyn Zeuge, wie Tiuphoren Terra/Kerout angreifen. Unter den Kämpfern ist auch Poxvorr Karrok, der die Führung der Gruppe übernimmt, als der Anführer Tnoxa Yaff beim Einsatz getötet wird. Während die meisten Tiuphoren wieder abziehen, bleibt Karrok mit seiner Gruppe auf Terra/Kerout zurück. Die Tiuphoren nutzen die allgemeine Verwirrung und schleichen sich auf ein Schiff, mit dem die Kerouten nach Zeut/Zeedun in Sicherheit gebracht werden sollen. Auch Perry Rhodan und seine Begleiter wählen diesen Weg. Oupeg ist beim Angriff getötet worden und seine Tochter Poungari soll eine Ausbildung als Hüterin der Zeiten erhalten. Außerdem wird die LARHATOON auf Zeut/Zeedun vermutet, da die Proto-Hetosten nur dort das begehrte PEW-Metall erhalten können, das sie zum Umbau ihres Schiffes in einen SVE-Raumer so dringend benötigen. Von einem Kontakt mit dem Oberbefehlshaber Evvpemer Noccosd ist Rhodan weit entfernt. Der Systemadmiral muss nach dem überraschenden Auftauchen der Tiuphoren die Verteidigung organisieren. Außerdem soll nun bald die erhoffte Purpur-Teufe einsatzbereit sein.

Während des Fluges nach Zeut/Zeedun sammelt Gholdorodyn Daten über den Planeten. Auch über Medusa/Sheheena kann der Kelosker berichten. Die zukünftige Dunkelwelt verfügt über reichhaltige Uran-234-Vorkommen, die eine natürliche Kernreaktion ermöglichen und die Atmosphäre aufheizen. Eine larische Geoarchitektin namens Brea-Sil ist für die Umsiedlung der Hüter der Zeiten nach Medusa/Sheheena verantwortlich. Sie hat ihr Planungsbüro auf dem Jupitermond Europa/Maogmel. Rhodan erinnert sich, dass der Milliardär Bughassidow dort die sogenannte Bughassidow-Kaverne entdeckt und darin uralte Artefakte gefunden hatte. Der Flug geht zur Erweckungshalle II auf Zeut/Zeedun. Der Unsterbliche nimmt Kontakt zu Gucky auf, der zusammen mit Sichu Dorksteiger und zwei weiteren Besatzungsmitgliedern bereits in der Nähe im Einsatz ist. Die beiden Gruppen treffen sich.

Indessen wird Poungari zur Erweckungshalle II gebracht. Die Keroutin bekommt eine Hypno-Schulung und ihr wird eine winzige Menge PEW-Metall injiziert. Die „Behandlung“ wird von Eyleshioni vorgenommen, die damit das Psi-Potential der Probanden verstärken. Die erweckten Kerouten können mit den anderen Hüter der Zeiten über eine Parapsychotronik kommunizieren und auf gemeinsame Para-Patrouillen gehen. Mit erfahrenen Hüter der Zeiten unternimmt die verunsicherte Poungari ihren ersten Ausflug über eine Mental-Landschaft ins All. Sie ertasten die Sextadim-Banner von Sterngewerken und erfahren von den Angriffsplänen des Imperiums der Empörer auf das Sol-/Mitraiasystem.

Zusammen mit Gucky ist Perry Rhodan indessen auf die Spur Avestry-Pasiks gekommen. Die Laren stehen kurz vor dem Durchbruch. Nur noch ein Energiezellen-Strukturstabilisator, der mit PEW-Metall betrieben wird, ist noch fertigzustellen. Rhodan würde nur zu gerne den Laren stoppen. Allerdings fehlt der Chefplaner Kniiten und ohne den Wissenschaftler wäre es kein Sieg. Endlich trifft sich Avestry-Pasik mit Kniiten und der Telepathin Pey-Ceyan in der Erweckungshalle. Rhodan erfährt, dass Avestry-Pasik und seine Begleiter sich ebenfalls PEW-Metall spritzen lassen wollen. Mehr kann der Terraner nicht in Erfahrung bringen. Der Kran, der ihn abholen soll, verursacht Interferenzen mit dem PEW-Metall und wird beschädigt. Der Ilt holt Rhodan aus der Gefahrenzone und die Laren können entkommen.

Auch die Tiuphoren unter Poxvorr Karrok sind zur Erweckungshalle vorgestoßen und sorgen nun mit Angriffen für Verwirrung. Poxvorr Karrok fallen drei besondere Laren auf. Es sind Avestry-Pasik, Kniiten und die Lebenslichte Pey-Ceyan, die sich alle PEW-Metall haben spritzen lassen. Avestry-Pasik erlebt seine Erweckung mit Genugtun. Bald wird es keine Onryonen und keine Terraner mehr geben. Poxvorr Karrok gelingt es mit seinen Kämpfern Avestry-Pasik und Kniiten zu entführen. Pey-Ceyan kann von Gucky in Sicherheit teleportiert werden. Der Einsatztrupp zieht sich zur BJO BREISKOLL zurück und nimmt Pey-Ceyan mit. Von Zeut/Zeedun kann auch die LARHATOON entkommen. Wie es aussieht, nun als funktionsfähiger SVE-Raumer.

An Bord des Sterngewerks TOIPOTAI erhält Tomcca-Caradocc eine Nachricht seines Stellvertreters, der den Zeitriss untersucht. Mit zwei weiteren Sterngewerken will man einen Durchbruch wagen und neue Jagdgründe erreichen. Von der anderen Seite will man die Passage stabilisieren.

 

Rezension:

Wie schon im ersten Teil des Doppelbandes legt Michael Marcus Thurner seine Schwerpunkte auf die einfühlsame Beschreibung der Figuren, allen voran Poungari. Aber auch im Zusammenspiel von Rhodan und dem Ilt kann der Autor einige Akzente setzen. Sichu Dorksteiger ist in diesem Doppelband überflüssig und hätte weggelassen werden sollen. Positiv zu vermerken ist auch das Tempo, mit dem die Handlung vorangetrieben wird. Dieser Eindruck ist insbesondere den schnell wechselnden Schauplätzen zu verdanken. Vergleicht man das Tempo mit einigen Abschnitten des Vorgängerzyklus, insbesondere mit Abschnitten der zweiten Hälfte nach 2750, ist der Unterschied besonders groß. Allerdings stehen wir aktuell noch am Zyklusbeginn und da wird generell eine schnellere Gangart gewählt.

In diesem Roman wird erstmals auf die Motive Avestry-Pasiks eingegangen. Bislang waren es nur Vermutungen der Terraner, dass der Lare die Zukunft ändern möchte, um Onryonen und Terraner aus der Zeit zu radieren. Nun erfahren wir, dass Avestry-Pasik diese Pläne tatsächlich verfolgt. Erstaunlich ist, wie zielgerichtet der Lare vorgeht. Das Herbeiführen der Havarie in der Synchronie, der Ausbruch mit seinem Schiff, die Orientierung in der fremden Zeit und andere Aktivitäten scheinen wie von langer Hand vorbereitet. Nur, wie bereitet man so etwas vor? Auf diese Erklärung in der Geschichte bin ich gespannt.

Die bisherigen Erfolge der Proto-Hetosten wirken, auch wenn man das Auftreten der Tiuphoren dazu addiert, sehr dominant. Auch das ist ein Merkmal, das bei Zyklusbeginn stets gezogen wird. Der, bzw. die Gegner werden weit überlegen geschildert. Perry Rhodan und seine Gefährten haben, außer einigen Zeithistorischen Betrachtungen, da meist das Nachsehen, bzw. kommen immer einen Schritt zu spät. Äußerungen des Expokraten Wim Vandemaan, wie zuletzt anlässlich des PR-Tages in Osnabrück, zeigen, dass sich an diesem Muster nichts ändern wird.

 

 

Perry Rhodan Tag in Osnabrück der PRFZ

Mit den Worten „Ein Traum wird wahr“ beginnt das Vorwort des Con-Buches zum 1. Perry Rhodan Tag in Osnabrück. Zehn Jahre sind zwischen dem ersten Gedanken und der endgültigen Ausrichtung dieses Tages vergangen.

Das Warten hat sich gelohnt. Das Orga-Team mit André Boyens, Herbert Keßel, Rainer Giesecke, Nils Hirseland, Rolf Kiessling, Rüdiger Schäfer und Peter Scharle hat einen erfolgreichen Con-Tag auf die Beine gestellt. Die Zahl der Besucher kann ich schlecht schätzen, da sich die Fans auf mehrere Örtlichkeiten verteilt haben und etliche Programmpunkte parallel liefen. Der Große Saal war zeitweise gut gefüllt. 80 Fans oder mehr haben dann einzelne Vorträge verfolgt. Erst am späten Abend haben sich die Reihen gelichtet.

Ich bin am Samstagmorgen mit dem Zug angereist und kam gegen 11:00 Uhr an. Somit habe ich die Eröffnung und die ersten Programme verpasst. Die Veranstaltung fand im Haus der Jugend statt, was sich als gute Wahl erwies. Es standen mehrere Räume auf zwei Ebenen mit kurzen Wegen zur Verfügung, dazwischen ein Foyer mit etlichen Sitzgruppen, wo man auch Getränke und einen Imbiss bekam.

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Gleichwohl mir das schriftstellerische Talent fehlt habe ich den Programmpunkt „Wie man eine verdammt gute STELLARIS-Story schreibt“ besucht. Okay, die Teilnahme der Fans hielt sich etwas in Grenzen, schließlich ist es nicht jedermanns Sache, vor ein paar Dutzend Kritikern seine Ideen zu präsentieren. Wim Vandemaan (unten links im Bild) konnte aber den angehenden Autoren wertvolle Tipps geben und anhand diverser Beispiele aus anderen Storys zeigen, worauf es ankommt. U.a. verwies der PR-Autor auf eine kurze Sequenz aus dem Roman 2700 von Andreas Eschbach. Perry Rhodan verabschiedet sich nach einem Gleiterflug von dem jungen Piloten, indem er kurz auf das Gleiterdach klopft. In der Realität haben sicherlich schon viele zur Verabschiedung auf ein Autodach geklopft. Eschbach transportiert lediglich eine winzige Aktion in die Zukunft und macht damit seine Geschichte lebendiger.

Etwas zu kurz kamen Wims Mitstreiter auf dem Podium. Gerhard Huber, Michelle Stern und Dieter Bohn lauschten Wims Ausführungen aber ebenso andächtig, wie die anderen Fans im Saal.

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Als weiteren Programmpunkt habe ich „Lesetante trifft Leseonkel“ besucht. Arndt Ellmer unterhielt sich mit Michelle Stern. Nach ein paar Blicken auf den Wandel, den die Leserzuschriften im Laufe der Zeit genommen haben, wurde das Thema dann schnell verlassen und Arndt Ellmer erzählte ein paar Anekdoten, z.B. über Figuren, die er in die Serie geschrieben hat und die nicht im Exposé vorkamen. Oder seine Beiträge zu anderen Serien außerhalb des Perryversums. Auch ging Arndt darauf ein, warum er längere Zeit nicht geschrieben hat. Persönliche und gesundheitliche Probleme waren das. Aber nun schreibt er wieder.

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„Wie ein Perry-Comic entsteht“ war ebenfalls ein sehr kurzweiliger Vortrag von Das Maikel (unten rechts im Bild) und Kai Hirdt. Das Maikel zeigte anhand eines Beispiels einer Piet Rawland Geschichte die Entstehung eines Comics. Wobei er seine eigene Arbeitsweise, die sich von anderen Zeichnern unterscheidet, vorgestellt hat. Nächstes Jahr soll es dann übrigens endlich weiter gehen mit den Perry-Comics, die dann in Album-Form erscheinen sollen.

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„Aktuelles aus dem Perryversum“ bestritten dann Wim Vandemaan, Michelle Stern und Arndt Ellmer gemeinsam. Eine kleine aber feine „Elefantenrunde“, die da zusammenkam. Die Autoren hielten sich erst gar nicht mit dem Versuch auf, das Thema alleine zu bestreiten, sondern ließen von Beginn an Fragen zu, die dann auch zahlreich kamen. Leider erinnere ich mich nicht mehr an alle Themen. Im Anschluss konnte ich Wim Vandemaan aber im Foyer nochmals zu einzelnen Aussagen, die er gemacht hat, noch das eine oder andere Detail entlocken. Zur Zykluslänge angesprochen, wollte der Exposé-Autor nicht alles offenlegen. Er ist ein Gegner von Resetknöpfen. Er und Christoph (Christian Montillon) wollen Geschichten schreiben, die sich überschneiden und die an die üblichen Zyklusgrenzen nicht gebunden seien. Er ließ offen, ob uns die Jenzeitigen Lande oder die Atopen über Band 2899 hinaus noch beschäftigen werden. Auf das übliche Muster angesprochen, dass am Zyklusbeginn immer ein Invasor auftritt, dem unsere Helden entgegentreten müssen und nach und nach aufdecken, was sich dahinter verbirgt, hat Wim auch Stellung bezogen. Er findet es hochinteressant, diese Geschichte immer wieder mit unterschiedlichsten Ideen und Methoden zu erzählen. Die Idee des Hetos der Sieben hält Wim Vandemaan stellvertretend für seinen Protagonisten Perry Rhodan, für eine geniale Sache. Sie müsste von Perry Rhodan nur mit anderen Methoden, als seinerzeit das Konzil, umgesetzt werden. Im Foyer hatte ich dann Gelegenheit, den Bezug zum Projekt von San herzustellen. Ich finde es überaus ambitioniert, eine solche präventive Idee, im Zyklusaufbau umzusetzen. Schließlich ist es „einfacher“, die Helden den anfänglich unbekannten Feind nach und nach enthüllen zu lassen, als sie einen planvollen Aufbau gegen zukünftige Bedrohungen umsetzen zu lassen. Wim will das Projekt von San auf jeden Fall verfolgen.

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Interessant auch noch Wims Ausführungen zu den Meistern der Insel und warum sie wieder in die Geschichte genommen wurden. Als er den MDI-Zyklus las, war er begeistert. Allerdings hat er sich stets die Frage gestellt, wie es eigentlich den Terranern gelingen konnte, die MDI zu schlagen. Die MDI hatten mit zahllosen Hilfsvölkern und 20.000 Jahren Vorsprung eine hochindustrialisierte Galaxis aufgebaut, mit Multiduplikatoren und anderem Gerät. Die Terraner hätten scheitern müssen. Wim ist der Meinung, dass die Geschichte um die MDI einfach zu viele Fragen offenlässt. Indem er es einem MDI gestattet hat, sich dem Untergang zu entziehen, will er die seiner Meinung nach offenen Fragen beantworten.

Wim ging auch auf die Leserkritik zum Vorgehen Rhodans und Bostichs bei der Eroberung des Richterschiffs ein. Wir erinnern uns: Bostich feuert eine Waffe auf den Naatplaneten ab, die nur von Richter Chuv gestoppt werden kann. Erscheint der Atope nicht im System, werden 4 Milliarden Wesen sterben!

Wims Stellungnahme dazu ist aus meiner Sicht schwach geraten. Zuerst spielt er die mögliche Anzahl an Opfern herunter. Mehrere Millionen, als ob es dadurch besser wäre und greift tief in die Serienhistorie, um Beispiele anzuführen, die Rhodan auch nicht zimperlich zeigten. Leider verpasst Wim meiner Meinung nach die Überleitung dazu, dass sich nämlich Rhodan entwickelt hat. Schließlich betont Wim, dass Bostich ganz sicher eine Möglichkeit gehabt hat, die Waffe zu stoppen. Er hätte nur Rhodan nichts davon erzählt. Auch hier greift die Argumentation des Autors m.E. zu kurz. Rhodan hätte dem Plan des Arkoniden nicht zustimmen dürfen, eben weil er nichts von einem Hintertürchen wusste und daher davon ausgehen musste, dass der Plan zahlreichen Wesen das Leben kosten könne.

Wims Stellungnahme zu diesem Thema ist allerdings der einzige Kritikpunkt, den ich habe. Ansonsten ist es genial, wie Wim unterschiedlichen Themen neue Blickwinkel gibt. Und noch ein letzter Punkt zum kosmischen Überbau der Serie. Wim hat deutlich gemacht, dass er auf den höheren Ebenen des Zwiebelschalenmodells Möglichkeiten sieht, SI, Materiequelle/-senke und Kosmokraten/Chaotarchen weitere Aspekte hinzuzufügen, bzw. die Zwischenräume, sprich Entwicklungsmöglichkeiten, anders zu definieren.

 

Dann habe ich noch als bekennender Nicht-Neo-Leser der Elefantenrunde zum NEOversum gelauscht. Kai Hirdt, Herrmann Ritter, Dennis Mathiak und Michelle Stern (im Bild unten von links nach rechts) plauderten über NEO, den Expokratenwechsel und den Beiträgen der anwesenden Autoren. Inwieweit sich die Exposés von Frank Borsch zu denen seiner Nachfolger unterscheiden, wann Crest denn nun endlich stirbt, wann Posbis auftreten oder die Blues oder welchen Titel NEO 200 bekommen soll, sind nur einige der Stichpunkte, die von den vier Autoren angerissen wurden und die mir in Erinnerung geblieben sind.

2015Osna13

Der letzte größere Programmpunkt war dann dem Fandom selbst gewidmet. „Das Perry Rhodan Fandom im Wandel“ wurde von Aktiven diskutiert. Zwei Themen wurden angegangen. Einmal der besagte Wandel (Stichwort Neue Medien etc.) und zweitens die Frage, wie jüngere Fans fürs Fandom aktiviert werden könnten.

Inzwischen hatten sich die Reihen der anderen Aktiven (oder Passiven?) im Saal allerdings dann doch gelichtet, so dass nur noch etwa 25-30 Gäste den Diskutierenden (unten im Bild von links nach rechts: Nils Hirseland, Klaus-Dieter Ludwig, Herrmann Ritter, Herbert Keßel und Joachim Kutzner) folgen wollten. Die übliche Frage nach dem Alter des Publikums ergab, dass nur 1 Person im Saal unter 30 war. Alle anderen waren über 40, die meisten über 50.

2015Osna14

Das veranlasste Herrmann Ritter im späteren Verlauf der Diskussion, die nicht so richtig zum Kern der Problematik vorstoßen wollte, die Aussage zu tätigen, dass ihn die Fan-Treffen an Klassentreffen erinnern würden.

Andere Vergleiche der Diskussionsrunde hinkten dagegen. Mit Comic-Treffs, inspiriert vom Marveluniverum, kann und wird Perry Rhodan nicht verglichen werden können. Die Beschäftigung mit dem Wandel und wie schwer es ist, einen Club zu leiten und Fanzines herauszugeben, etc. haben die fünf Fans zwar Mitgefühl ausgelöst aber Ideen oder gar Lösungen, dem Wandel entgegenzuwirken, gab es keine. Ein Fan im Publikum hat es auf den Punkt gebracht. Wir sollten akzeptieren, dass es so ist. Das PR-Fandom stirbt aus.

Der Frage oder vielmehr der Lösung, wie jüngere Fans aktiviert werden können, wurde sich noch viel weniger genähert. M.E. wurde die falsche Frage gestellt. Um nämlich jüngere Leser aktivieren zu können, müssen erstmal jüngere Leser überhaupt das Produkt Perry Rhodan konsumieren. Nur Mutmaßungen derart, dass E-Books von Jüngeren konsumiert würden, helfen da nicht weiter. Was fehlt sind Zahlen, wie und ob überhaupt das Produkt Perry Rhodan (auch mit NEO) in den vergangenen Jahren jüngere Leser angezogen hat. Erst wenn dazu Material vorliegt, lässt sich überhaupt darüber nachdenken, diese Gruppe fürs Fandom zu gewinnen.

Fazit: Mir hat es Spaß gemacht. Ein gut organisierter, abwechslungsreicher Tag, den die „alten Herren“ da auf die Beine gestellt haben. 2017 wollen sie übrigens den nächsten Perry-Rhodan-Tag veranstalten.