Articles for the Month of September 2012

Ansichten zu PR 2667

Der Diplomat von Maharani – von Michael Marcus Thurner – Handlung:
Die an vielen Orten der Milchstraße in Gefangenschaft geratenen Badakk und Sayporaner werden nach Absprachen innerhalb des Galaktikums der USO zu weiteren Vernehmungen und Untersuchungen überstellt. Einige Sayporaner verbleiben auf Maharani, darunter Chourweydes. Auch die Arkoniden überstellen nicht alle Gefangenen an die USO. Von T9, einer Gefängniswelt der USO wird ein Ausbruchsversuch der dort inhaftierten Badakk gemeldet. Den Zylinderwesen ist es gelungen, die Technik des USO-Stützpunkts für ihre Zwecke zu manipulieren. Wahrscheinlich setzten die Fremden Nanotechnologie ein, die sie im Körper verborgen trugen. Tekener kann die geflohenen Badakk zwar mit Raumschiffen stoppen, als die Lage für die Badakk jedoch aussichtslos wird, begehen sie gemeinsam Selbstmord. Monkey informiert Bostich über die Gefährlichkeit der Gefangenen. Der Imperator lässt die eigenen Sicherungsvorkehrungen noch verstärken, dennoch können auch die Arkoniden nicht verhindern, dass die Badakk in ihrem Gewahrsam kollektiven Selbstmord begehen.
Auf Maharani ist der Erste Terraner in zahlreichen Konferenzen gebunden. Den inhaftierten Sayporanern geht es schlecht, ohne dass zunächst ein Grund für dieses Unwohlsein erkennbar wird. Arun Joschannan lässt sich auch über die aufgefundenen Jugendlichen berichten. Zu seinem Entsetzen erkennt er auf einem der Bilder seinen Sohn. Die Lebensgefährtin Joschannans, Cyria Antwan ist leider viel zu früh gestorben und sein Sohn Caio ist ihm fremd geworden. Der Erste Terraner besucht Caio im Sudarshan-Hospital, wo die Jugendlichen untersucht werden. Der Arzt Faroz Khalai nimmt ihn in Empfang. Der Mediker, der im Übrigen der Religion der Parsen angehört, konnte bislang noch nicht viel für die Jugendlichen tun, die von den Sayporanern beeinflusst wurden. Die erste Begegnung mit Caio endet in einer Katastrophe. Der Jugendliche greift seinen Vater an und Arun Joschannan zieht sich konsterniert zurück.
Arun Joschannan führt Gespräche mit Chourweydes, um mehr über die Motive der Fremden zu erfahren. Auch wenn Chourweydes die Lebensweise der Menschen ablehnt, erklärt er sich bereit, an der Rekonstituierung der Jugendlichen mitzuwirken. Unterdessen stirbt einer der Sayporaner. Chourweydes bittet den Ersten Terraner um fremde DNS, die sie für das Überleben benötigen. Arun Joschannan ist zuerst angewidert aber er sucht den Parsen Faroz Khalai auf. Der Arzt ist auch Oberpriester seiner Glaubensgemeinschaft. Die Parsen „bestatten“ ihre Toten auf einem Turm und lassen die Leichname von Vögeln fressen. Die Parsen erklären sich nach langen Verhandlungen bereit, ein kürzlich verstorbenes Mitglied ihrer Gemeinschaft den Sayporanern zu überlassen. Im Gegenzug erklärt sich Chourweydes bereit, die Fragen der Terraner zu beantworten.
Nach der Aufnahme der fremden DNS erscheint Chourweydes sichtlich gekräftigt. Er gibt zu, dass die Sayporaner an der Entführung des Solsystems beteiligt waren. Er nennt das Weltenkranzsystem, ohne jedoch seine Position zu kennen. Die Jugendlichen sollten dort neu formatiert werden und die Milchstraße dadurch destabilisiert werden.
In Galakto-City werden die Erkenntnisse diskutiert. Es stellt sich heraus, dass auch einige Sayporaner Badakk-Plasma in sich tragen, was bei den Sayporanern für Entrüstung sorgt. Das Monofilament im Körper von Arun Joschannan baut sich mittlerweile ab und stellt keine Bedrohung mehr dar. Bekannte Tryortan-Aufrisse werden vom Galaktikum überwacht. Die Rekonstituierung der Jugendlichen zeigt erste Erfolge. Arun Joschannan und Caio kommen einander näher.

Rezension:
Wie schon letzte Woche vermutet, spielte die mögliche Beeinflussung der Figur Arun Joschannan durch die Badakk nur noch eine untergeordnete Rolle zum Ende des Viererblocks. Das war zwar letzte Woche nicht der Handlung zu entnehmen, aber Ellmers „Autorenwissen“ verriet früh den Fortgang der Handlung zumindest zu dieser Fragestellung.
Michael Marcus Thurner folgt beim Aufbau seines Romans in Teilbereichen den genreüblichen Fixpunkten, als da sind:
1. Starker Beginn, Einstieg mit Action
2. Ruhigere Phase in der erklärt wird, was in dem Roman geschieht, was die Aufgabe ist
3. Es muss Hindernisse geben, Zwischenhöhepunkte
4. Hauptbösewicht
5. Der Held könnte scheitern
Der Einstieg erfolgte tatsächlich mit Action, die darauf folgende „ruhige“ Phase ging allerdings bis zum Ende des Romans. Einmal noch unterbrochen durch eine „Einlage“ bei den Arkoniden, die im Ergebnis letztlich nur eine Wiederholung der Phase 1 darstellte.
Dem „Helden“ Arun Joschannan stellten sich in der Tat Hindernisse in den Weg. Diese Hindernisse bedrohten zwar nicht seine Existenz, waren aber dennoch geeignet, den Helden zumindest aus dem Gleichgewicht zu werfen. Die Hindernisse zeigten sich in den Figuren des Medikers Faroz Khalai, seines Sohn Caio und des Sayporaners Chourweydes. Den Hauptbösewicht gab es eigentlich nicht. Sollte ich mich allerdings entscheiden müssen aus den Romanfiguren einen „Gegner“ zu wählen, dann war der Bösewicht in der Geschichte wohl eher Khalai und nicht etwa Chourweydes. 😉
Thurners Roman merkt man an, dass der der Autor für den Romanaufbau deutlich mehr Sorgfalt aufwendet als so manch anderer seiner Team-Kollegen. Die Dialoge seiner Figuren erscheinen mir durchdachter, seine Handlungsabläufe logischer. Der Autor brennt jetzt zwar kein Feuerwerk an Ideen ab und seine Figuren agieren auch nicht in neuen und ungewöhnlichen Szenarien, dennoch gefiel die Geschichte, weil sie geradlinig aufgebaut war. Dafür, dass es dem Exposé schlicht und ergreifend an Substanz mangelt, holt Thurner einiges aus der Geschichte heraus.
Die zwischenmenschlichen Konflikte, die der Autor in den Vordergrund seiner Geschichte stellt, konnten mich in der Ausführung zwar nicht immer vollständig überzeugen, waren aber interessant zu lesen. Die Dialoge zwischen Arun Joschannan und dem Arzt waren nicht immer widerspruchsfrei. In manchen Textpassagen meinte ich zu erkennen, dass der Autor hier nicht ganz so sorgfältig an die Sache herangegangen ist, bzw. manches Mal das Bauchgefühl von Michael Marcus Thurner die Oberhand errang.
Auch bei dem einen oder anderem Dialog zwischen Arun Joschannan und dem Sayporaner Chourweydes müssen einige Abstriche hingenommen werden. Das liegt vor allem daran, dass zum derzeitigen Stand des Zyklus manches Geheimnis noch nicht geklärt werden darf und die Figur Joschannan demzufolge nicht die „richtigen“ Fragen stellen durfte und folglich Chourweydes Antworten keine neuen Erkenntnisse brachten. Bezweifeln darf man, dass die Entführung einiger Jugendlicher die Milchstraße destabilisieren könnte. Wahrscheinlich glauben die Autoren, die Galaxis ist ein Dorf. Aber um die Milchstraße zu destabilisieren, müssten schon einige Dutzend Milliarden Jugendliche entführt werden.
Ein anderes konfliktträchtiges Thema, nämlich die „Verwertung“ der Organe Verstorbener durch die Sayporaner, „löst“ Thurner auf etwas ungewöhnliche Weise. Während in Deutschland die Organspende aktuell stark diskutiert wird, wobei vor allem der Missbrauch von Organspenden im Vordergrund der Diskussionen steht, vermeidet es der Autor, das Wort „Spende“ in seiner Geschichte unterzubringen. Das Verhalten der Sayporaner bleibt unklar. Das Verhalten der LFT-Bürger bei der Unterstützung der Sayporaner wird mit religiösen Motiven begründet. Gerade bei dieser Motivation bleiben die Ausführungen des Autors etwas oberflächlich. Er scheut den echten Konflikt. Etwas mehr Risikofreude, diese für manche Zeitgenossen existenziellen Fragen wirklich in den Mittelpunkt zu stellen, hätte sich hier ausgezahlt.

Ansichten zu PR 2666

Die Pyramide der Badakk – von Arndt Ellmer – Handlung:
Der Erste Terraner wird aus dem Geneseplasma der Badakk gezogen. Ronald Tekener versucht die Zeit zu ermitteln, die Arun Joschannan in dem Becken verbracht hat. Es können nur wenige Stunden gewesen sein. Aus den Erfahrungen auf der Arkonwelt Travnor weiß der Smiler, dass zu einer vollständigen Abhängigkeit ein längerer Zeitraum nötig ist. Der USO-Admiral geht von mindestens 36 Stunden aus. Sowohl auf der Mondoberfläche als auch innerhalb des Geheimstützpunktes wird nach wie vor gekämpft. Tekener steht vor dem Problem, den Ersten Terraner sicher an Bord der JV-1 zu bringen. Der Smiler versucht den Sayporaner Chourweydes, der sie bereitwillig zu Joschannan geführt hatte, dazu zu bewegen, sie zu einem Ausgang zu führen. Der Sayporaner ist nur widerwillig bereit, die Terraner zu unterstützen.
Schließlich schafft es Tekeners Gruppe zurück an Bord der JV-1, wo der Erste Terraner streng abgeschirmt im medizinischen Bereich des Schiffes untersucht wird. Tekener stellt die Oxtornerin Gashwa Perkat zusätzlich zur Bewachung des Politikers ab. Die Spezialistin würde zur Not auch den Ersten Terraner töten, wenn dieser vollständig von den Badakk übernommen wurde.
Nachdem Arun Joschannan wieder bei Bewusstsein ist, versucht Tekener den Grad der Beeinflussung zu bestimmen, dem der Erste Terraner möglicherweise unterliegt. Arun Joschannan benimmt sich weitgehend normal, doch Tekener bleibt misstrauisch. Mit der Schiffsführung und Wissenschaftlern versucht Tekener eine Strategie für das weitere Vorgehen im Theatrum-System festzulegen. Der USO-Admiral will die von Badakk Übernommenen unter den Verantwortlichen der Zirkuswelt enttarnen. Der Erste Terraner wird als Köder eingesetzt und soll dazu wieder in Kontakt zu den politischen Gremien des Planeten kommen. Tekener baut darauf, dass der kurzzeitige Kontakt Joschannans mit dem Geneseplasma gereicht hat, damit der Erste Terraner eine mentale Verbundenheit zu anderen Übernommenen erkennen kann.
Als der Direktorenzirkel zusammentritt, informiert Arun Joschannan die Anwesenden über die Bedrohung. Zurück in der JV-1 berichtet er, dass er tatsächlich mehrere von den Badakk übernommene Zirkusleute erkannt hat. Um sie zu identifizieren, müsse er aber näheren Kontakt zu den Personen erhalten. In der JV-1 werden auch die Daten der Zirkuswelt ausgewertet. Seit Jahren sind hunderte Zirkusraumer in allen Teilen der Galaxis unterwegs. Und immer fliegen die Sayporaner mit. Dabei werden Container befördert, von denen nur wenige zurückkehren. Tekener stößt mit Nuggnugg auf eines der Schiffe, die REGULUS, und untersucht die Firma Wettach, von der alle Container stammen. Sie stoßen bei einem Einsatz auf etliche der Container und finden darin Geneseplasmabecken, Wohneinheiten für Badakk und sogar ein Transitparkett.
Tekener beobachtet mit Sorge, dass der Erste Terraner sehr viel isst. Das gilt als ein Indiz dafür, dass Arun Joschannan übernommen wurde. Von der JV-2 kommt die Information, dass die vom Geheimstützpunkt geflohenen Schiffe in einen Tryortan-Schlund eingeflogen sind. Bei einer weiteren Sitzung des Direktorenzirkels identifiziert Joschannan 20 Direktoren, die von den Badakk übernommen wurden. Danach bricht der Erste Terraner zusammen. Die 20 Direktoren werden paralysiert und an Bord der JV-1 gebracht. Die Ereignisse auf der Zirkuswelt und die Bedrohung durch die Invasoren werden mittlerweile in der ganzen Galaxis publik gemacht.
Tekener lässt das Firmengelände der Wettach-Company stürmen. Dort treffen sie auf Badakk, die erbitterten Widerstand leisten. Mehrere tausend dieser seltsamen Zylinderwesen haben sich vernetzt und bringen einen Reaktor auf dem Gelände zur Explosion. Die JV-1 kann die Auswirkungen der Nuklearexplosion mildern. Der Erste Terraner nimmt unterdessen Kontakt zu Chourweydes auf und bewegt den Sayporaner zur Zusammenarbeit. Chourweydes darf dazu den Nagelraumer der Spenta auf dem Geheimstützpunkt betreten und mit seinen Artgenossen verhandeln, die sich in das Schiff geflüchtet hatten. Chourweydes kehrt zurück und erklärt sich mit der Untersuchung des Schiffes einverstanden. Der Spenta-Raumer wird von einem arkonidischen Flottentender nach Urengoll zur weiteren Untersuchung gebracht.

Rezension:
Der Schreibstil des Autors Arndt Ellmer bringt mich einmal mehr an den Rand der Verzweiflung. Wie schon in seinem zuletzt erschienenen Roman „Kaowens Entscheidung“ setzt der Oldie unter den Team-Autoren viele kleine Handlungsabfolgen hintereinander. Diesen vielen Szenen fehlt es einmal mehr an stimmigen homogenen Verbindungen. Szenenwechsel geraten sehr abrupt, die Gefühle der Protagonisten fahren Achterbahn. Wie so häufig versucht der Autor in jeden noch so kleinen Akt etwas Ungewöhnliches hineinzupacken.
An den Stellen, wo andere Autoren auf Beschreibungen zurückgreifen und sich in die Rolle des Beobachters begeben, greift Arndt Ellmer auf plumpe Dialoge zurück und in Szenen, in denen Kommunikation zwischen den Figuren angebracht erscheint, setzt der Autor auf abrupte Szenenwechsel und überraschende aber leider auch verwirrende Handlungen. Diesem Stil kann ich, vorsichtig ausgedrückt, leider nur wenig abgewinnen. Seine Figuren wirken wenig gewandt. Dem Smiler fehlt es an Geschmeidigkeit und Lässigkeit, den Sayporanern an Fremdartigkeit und der Erste Terraner scheint nicht nur durch das Monofilament in seinem Körper zu leiden, er wird auch durch Arndt Ellmers Schreibstil um Klassen schlechter dargestellt als in den Romanen zuvor.
Dabei gerät der grundsätzliche Romanaufbau dem Autor deutlich besser als „Kaowens Entscheidung.“ Der Autor musste sich nicht mit mehreren Handlungsebenen und zusammenführenden Erzählsträngen beschäftigen, sondern konnte sich mit lediglich 1 Handlungsort befassen. Auch die Zeitlinie bereitet Arndt Ellmer diesmal keine Schwierigkeiten, denn alle Ereignisse bauen aufeinander auf.
Von der Komplexität miteinander verwobener Erzählstränge befreit hätte der Autor sich nun ganz der Figur Arun Joschannan widmen können und der Frage, ob der Erste Terraner von den Badakk kontrolliert wird. Leider sind hierzu nur wenige Ansätze zu diesem wichtigen Kernstück der Geschichte im Roman vorhanden. Und auch diese wenigen Ansätze werden wenig elegant vom Autor verfolgt. Manche Aktion gerät schlichtweg falsch. Beispielsweise die erste Reaktion Tekeners nach der Befreiung Joschannans aus dem Plasmabecken und der Rückkehr in die JV-1. Der Autor legt seiner Figur in den Mund misstrauisch zu sein und lässt dann in der nächsten Szene Joschannan durch den Smiler über die komplette Lage im Theatrum-System in Kenntnis setzen. Wie dumm ist das denn, dem möglichen Feind alle Informationen zu geben?
Der Autor verfolgt im weiteren Romanverlauf die Absicht, seine Leser über den Zustand der Figur Arun Joschannan im Unklaren zu lassen. Leider greift der Autor dabei auf ein häufig von ihm genutztes „Stilmittel“ zurück: Er unterschlägt schlichtweg Informationen. Der Leser kann sich gar nicht in die Geschichte versetzen, weil der Autor gar nicht die Hinweise einarbeitet, die zum Verstehen, Mitfiebern, Mitleiden etc. notwendig sind. Dieses Unterschlagen oder Weglassen von wichtigen Passagen zeigt sich vor allem auch in den ausbleibenden Reaktionen der Figuren auf wichtige Ereignisse. So deckt in einer Szene Joschannan zwar die anderen übernommenen Personen auf, verhält sich dabei aber sehr merkwürdig. Nun sollte man meinen, dass der Autor daraufhin seine anderen Figuren nach der Ursache des Verhaltens forschen lässt. Doch leider Fehlanzeige. Einmal mehr bleiben logische Reaktionen der handelnden Figuren einfach aus.
Fazit: Leider wieder ein Roman mit zahlreichen Fehlern inhaltlicher und schreibtechnischer Art.

 

Ansichten zu PR 2665

Geheimnis der Zirkuswelt – von Marc A. Herren – Handlung:
Die TYLL LEYDEN, mit dem Ersten Terraner Arun Joschannan an Bord, erreicht das Theatrum-System. Während die Begleitschiffe im Orbit bleiben landet Joschannans Schiff auf dem Planeten Thea, dessen renommierte Zirkusakademie einige galaxisweit bekannte Artisten hervorgebracht hat. Ansonsten dient die Zirkuswelt als Warenumschlagplatz in der Southside der Milchstraße.
Dem Ersten Terraner wird auf dem Raumhafen von Dolina Salamonski ein herzlicher Empfang bereitet. Von Grimaldi, dem Sprecher des Direktorenzirkels, lässt sich Arun Joschannan die Stadt zeigen. Auf seine Frage, warum ausgerechnet ein so kleiner unbedeutender Planet so viele bekannte Artisten hervorgebracht hat, bekommt der Erste Terraner zur Auskunft, dass dies ein Geheimnis sei, das er selbst herausfinden müsse.
Der Erste Terraner setzt seine Stadtbesichtigung anschließend in Begleitung seiner beiden Leibwächter, den Topsidern Ontrill-Gukzz und Tork-Trag fort. Sie treffen auf Nuggnugg, einem einheimischen Topsider, der gerade mit vier terranischen Raumfahrern aneinandergeraten ist. Die Situation lässt sich jedoch klären und Nuggnugg führt den hochrangigen Gast durch seine Stadt. In einem Stadion hält Arun Joschannan eine Rede an die Bevölkerung und ist anschließend Gast einer Zirkusvorführung.
Am Rande des Theatrum-System operiert zur gleichen Zeit die JULES VERNE im Schutz ihres Paros-Schattenschirms. Zehn LFT-Boxen stehen in einigen Lichtjahren Entfernung als weitere Eingreifreserve bereit. Ronald Tekener nimmt die Meldung eines USO-Agenten auf Thea entgegen. Der Mann meldet Aktivitäten von Sayporanern auf der Zirkuswelt. Tekener lässt sich die Maske eines LFT-Funktionärs namens Logarn Goord verpassen und fliegt mit der JV-1 nach Thea. Der Smiler trifft sich in einem Restaurant mit Arun Joschannan, der die Identität seines Gegenübers kennt.
Ronald Tekener setzt den Ersten Terraner über die Beobachtungen der USO in Kenntnis. Auch Nuggnugg, der zum Gespräch hinzugezogen wird, kennt die Sayporaner. Sie gehen seit Jahren von Thea aus mit Zirkusschiffen auf Reisen. Die Insel Osa Mariga auf Thea ist ihr bevorzugter Aufenthaltsort. Beim Verlassen des Restaurants passiert es. Unbekannte, die sich mit Deflektorfeldern tarnen, greifen die Gruppe an. Tekener wird paralysiert, Arun Joschannan mit seinen Leibwächtern und seinem Sekretär entführt. Nachdem Tekener die Folgen der Paralyse abgeschüttelt hat, setzt er die JV-1 nach Osa Mariga in Marsch. Offiziell lässt er verlautbaren, dass der Erste Terraner in Sicherheit sei und vorerst keinen öffentlichen Auftritt absolvieren wird. Der Topsider Nuggnugg beteiligt sich an der Suche nach dem Ersten Terraner. Dabei kommt er eher zufällig hinter das Geheimnis, warum die kleine Zirkuswelt so viele große Artisten hervorgebracht hat.
Der Erste Terraner und seine Begleiter befinden sich in der Gewalt von Sayporanern, die sich als Stradsoider, Marrkurdiz und Chourweydes vorstellen. Über ein Transitparkett geht es an einen unbekannten Ort. Tekener befiehlt den Einsatz von USO- und TLD-Agenten auf Osa Mariga. Die Sayporaner haben dort ihre Pagodenzelte errichtet. Zahlreiche Zivilisten halten sich auf der Insel auf, was den Einsatz erschwert. Die Einsatzkräfte kommen zu spät. Die Entführten wurden über ein Transitparkett an einen unbekannten Ort abgestrahlt. Tekener lässt die Insel und zwei 300-Meter-Raumer älterer arkonidischer Bauart mit Paralysewaffen bestreichen. Zahlreiche Sayporaner und Badakk werden gefangengenommen. Die beiden Schiffe wurden vor 17 Jahren gestohlen. Seit dieser Zeit scheinen die Sayporaner im Geheimen aktiv zu sein.
Aus der Blackbox eines der Arkonidenraumer werden dessen Flugdaten ausgewertet. Das Schiff hat häufig einen kleinen Mond des äußersten Planeten des Theatrum-Systems besucht. Tekener vermutet dort einen Stützpunkt der Fremden und fliegt mit der JV-1 dorthin, während die anderen Schiffe das System absichern.
Der Sayporaner Chourweydes zeigt unterdessen großes Interesse an den beiden Topsidern, die zusammen mit Arun Joschannan in Gefangenschaft gerieten. Ontrill-Gukzz und Tork-Trag nutzen die Gelegenheit und erfahren ein bisschen über die Fremden. Währenddessen hat die JV-1 Theatrum VII erreicht. Aus dem Hyperraum tauchen drei Schiffe auf. Zwei Nagelraumer und ein Schiff, das einem Fräskopf gleicht. Es kommt zu einem Feuergefecht mit der JV-1. Ein Nagelraumer wird zum Wrack geschossen, die beiden anderen Schiffe flüchten. Ein weiteres Fräskopf-Schiff wird beim Start vom Mond kampfunfähig geschossen und sein Antrieb zerstört. Die anderen Teile der VERNE übernehmen das Schiff, während Tekener den Stützpunkt einnehmen lässt.
Die Sayporaner geraten in Panik. Die beiden Topsider nutzen das Chaos und überwältigen ihrer Entführer mit Hilfe des eintreffenden Smilers. Der Sayporaner Chourweydes führt Tekener bereitwillig zu einem Becken mit Geneseplasma der Badakk. Darin liegt Arun Joschannan.

Rezension:
Nun also erneut eine Geschichte, die die Politik zum Gegenstand hat. Und einmal mehr reduziert der Expokrat dieses Thema auf eine einfache Formel: Politik = Attentat.
Insofern waren Marc A. Herren zum Hauptthema die Hände gebunden. Glücklicherweise hat der Autor genügend Raum gefunden, um außer diesem Thema noch andere Elemente in seine Geschichte einfließen zu lassen. Tekener, der mal wieder Maske macht, Raumlandetruppen und Agenten im Einsatz, eine exotische Welt und ihre exotischen Bewohner, ein Raumkampf usw.
Neu waren diese Elemente nicht aber der Autor hat es geschickt verstanden, diese Szenarien zu einer homogenen Geschichte zu verweben. Die Auflösung eines der Geheimnisse der Zirkuswelt, nämlich warum es dieser kleinen Welt gelungen ist, so viele bekannte Artisten und Dompteure hervorzubringen, war ein kleines feines Detail in einer stimmigen Geschichte.
Interessant zu beobachten sind die unterschiedlichen Reaktionen der Terraner beim Zusammentreffen mit Sayporanern. Auf Terra setzte man den Sayporanern lange Zeit keinen Widerstand entgegen. Die wenigen Begegnungen der Terraner in der Milchstraße mit den Vertretern der Sayporaner verlaufen gänzlich anders. Zwar ist man auch hier überrascht, wie lange dieses Volk unbehelligt von der Öffentlichkeit seinen Aktivitäten nachgehen konnte aber die Terraner der Milchstraße kommen schnell zur Schlussfolgerung, dass die Aktivitäten der Fremden feindlich sind. Entsprechend rasch wird gehandelt.
Fast scheint es so, als ob es Mentalitätsunterschiede gäbe zwischen den Menschen des Solsystems und den Menschen von den Kolonialwelten der Liga. Ein interessantes Thema. Sollte nämlich irgendwann das Solsystem seinen angestammten Platz wieder einnehmen, könnte Terra seine Position als Regierungssitz vielleicht verlieren. Und der Grund könnte sein, dass die Menschen in den Kolonien effektiver auf Bedrohungen reagieren und sich die Menschen in den Kolonien von Ihresgleichen besser vertreten sehen. Andererseits könnten meine Überlegungen zu voreilig sein. Die Autoren wollten eben kein zweites Mal einen Umgang mit den Sayporanern mit Samthandschuhen. Außerdem erreicht der Zyklus das letzte Drittel. Erfahrungsgemäß werden da die anfänglichen Zurückhaltungen aufgegeben und Handeln ist angesagt.
Der Roman bot an der Stelle noch einen weiteren Vorteil für den Leser. Aufgrund der Geschichten um den Journalisten Shamsur Routh und seinem Ziehvater Chourtaird haben wir einen Wissensvorsprung vor den Protagonisten der Milchstraße. Wir wissen, dass die Chour der Sayporaner anders ticken als der Rest dieses Volkes.
Fazit: Der Roman bot gute Unterhaltung. Die Handlung war zwar nicht brisant aber die einzelnen Erzählebenen, insbesondere die des alten Topsider, hatten ihren Charme.