Ansichten zu Perry Rhodan Arkon Heft 12

PR_Arkon12Kampf um Arkon – von Marc A. Herren – Handlung:

Der Wandelstern ist mitten im Arkonsystem materialisiert. Kerlon da Orbanaschol und Atlan sind per Transmitter verschwunden. Die Schwarze Maschine haben sie mitgenommen. Perry Rhodan, Gucky und Sahira Saedelaere sind von einem Energiefeld eingeschlossen und können nichts tun.

Die beiden Arkoniden sind nach Arkon I abgestrahlt worden. In der verlassenen Stadt Mirkandol will sich Kerlon zum neuen Imperator aufschwingen. Den Kristallpalast will Kerlon zerstören lassen und dafür das Hauptgebäude Mirkandols, das früher dem Galaktikum diente, zum neuen Kristallpalast küren. Über Atlan, von dem er sich als Erhabener ansprechen lässt, will er Tekener in eine Falle locken, um dessen Zellaktivator an sich zu nehmen. Er beordert Kralasenen zu seinem Schutz und bezieht das Zentralgebäude. Mit der Messinghaube auf dem Kopf macht sich Kerlon daran, die Flotten im Arkonsystem aufeinanderzuhetzen.

Oberst Cara Kayn, die Kommandantin von PRAETORIA sieht sich der ARK-SUMMIA-Flotte gegenüber, die sich in Bewegung setzt und den LFT-Riesen und die USO-Flotte angreift. Gleichzeitig kommt es innerhalb der Heimatflotte ebenfalls zu Gefechten, da einige Geschwader meutern und sich der ARK-SUMMIA-Flotte anschließen. Während Cara Kayn den Befehl zur ersten Teilung PRAETORIAS gibt, erkennt sie die nächste Bedrohung. 50.000 Robotschiffe nehmen Kurs auf Arkon I.

Auf dem Wandelstern ist es Sahira mit Guckys Unterstützung gelungen, den Energieschirm abzuschalten. Rhodan kann den Transmitter nicht aktivieren. Er bittet die Gijahthrakos erneut um Hilfe. Mit ihren Psi-Kräften nehmen die Kristallwesen Einfluss auf die Arkoniden in den Flotten und projizieren eine der arkonidischen Sternengötter, nämlich Quinshora, ins Arkonsystem. Gerade noch rechtzeitig, um die Schlacht zu verhindern. Allerdings fliegen die Robotschiffe weiter Richtung Arkon I. PRAETORIA vollzieht ein Linearraummanöver und legt sich der Flotte in den Weg. Die Gijahthrakos teleportieren Rhodan und seine Begleiter nach Mirkandol.

Nachdem Gucky die Kralasenen ausgeschaltet hat, dringen er und Rhodan zu Kerlon vor. Sie können ihn überwältigen. Allerdings fehlt Atlan. Rhodan setzt sich die Messinghabe auf und dringt in die Maschine ein. Es gelingt ihm, die Befehlsimpulse an die kontrollierten Extrasinnträger zu unterbrechen. Bostich kann er nicht entdecken und die Verbindung zu Atlan ist sehr beharrlich. Auf den Schiffen der Flotte kommen die bislang kontrollierten Extrasinnträger wieder zu sich, auch Kassian ist befreit und gibt das Kommando ab. Die ARK-SUMMIA-Flotte ist aufgelöst. Vor Arkon I entbrennt indes die Abwehrschlacht PRAETORIAS gegen die Robotschiffe. Gerade noch rechtzeitig kann die Robotflotte von den Arkoniden wieder zurückgerufen werden.

In Mirkandol hat Perry Rhodan die Messinghaube abgesetzt, als Sahira und Gucky auf Atlan aufmerksam werden. Der Unsterbliche hat sich genähert und behauptet, dass auch sein Extrasinn nicht mehr unter der Kontrolle der Dunklen Befehle steht. Doch Atlan oder vielmehr sein Extrasinn, täuscht die Freunde. Er lässt vorab installierte Sprengkörper detonieren und flieht mit Kerlon und der Maschine. Nachdem sich Rhodan, Gucky und Sahira aus dem Schutt befreit haben, nehmen sie die Verfolgung auf. Gucky folgt einer Leka-Disk und der Terraner und Sahira folgen einem Gleiter.

In der Leka-Disk sitzt Kerlon, der dem Mausbiber eine letzte Falle stellt, bevor er sich selbst tötet. Atlan hat indessen Perry Rhodan und Sahira in eine Falle gelockt. Rhodan erkennt entsetzt, dass der Extrasinn Atlans, obwohl von der Maschine getrennt, ein Eigenleben entwickelt hat. Atlans Erinnerungen sind zerstört. Mit letzter Kraft kann Sahira in den Gedächtnispalast Atlans eindringen und dessen Bewusstsein an den Ort seiner versteckten Erinnerungen führen. Atlan findet zu sich selbst und kämpft gegen Amaltheia, die er schließlich besiegen kann. Sahira ist dem Tode nahe, wird aber von Atlan und Perry gerettet. Atlan will die Schwarze Maschine zerstören, doch Rhodan gibt sie Sahira. Denn nur mit eingeschalteter Maschine altert Sahira wieder und muss nicht sterben. Eine LFT-Box bringt sie nach Fornax. Atlan hat, als er mit Sahira in seinem Gedächtnispalast eingeschlossen war, einen mentalen Eindruck aus Sahiras Erinnerungen erhalten. Sie will das Geheimnis der sterbenden Nocturnenstämme ergründen und das Nexiom finden und durchschreiten. Atlan will Sahira wieder treffen.

 

Rezension:

Marc Herren bringt die Miniserie Arkon zu Ende. Mit seinem zweieinhalbten Beitrag schließt der Exposé-Autor die Serie ab. Den ersten Band hatte der Schweizer auch geschrieben, während er sich Band 6 mit Dennis Mathiak teilte.

Der Autor steigt direkt in das Geschehen ein, d.h. er setzt die Handlung von Band 11 nahtlos fort. Er beginnt mit Rhodans Emotionen. Der Unsterbliche ist gefangen und daher wütend und enttäuscht. Marc Herren gibt dem Helden aber sogleich mit, dass Emotionen nur flüchtige Hindernisse im Kopf seien. Taten wären hingegen stärker als Emotionen. Das war etwas unglücklich ausgedrückt. Wahrscheinlich ging es darum, dass sich Rhodan von bestimmten Emotionen nicht blockieren lassen sollte. Denn Emotionen sind ja schon eine sehr mächtige Triebfeder zum Handeln.

Auf den ersten Seiten fällt auch der Begriff Messinghaube. Somit ist die Herkunft dieses Geräts nun auch geklärt. Zumal der Zeiteffekt bereits Bestandteil von Kerlons Schöpfung war. Tragisch ist auch, dass es schlussendlich Rhodan ist, der den Arkoniden am Ende die Messinghaube aushändigt. Wir werden sehen, welche Folgen Rhodans Handlung haben wird.

Zurück zum Roman. Für das Finale war mir der Roman in den ersten ca. 10 Seiten zu verhalten. Nachdem Rhodans Situation auf dem Wandelstern sich zunächst nicht bessert, macht Herren einen Schwenk zu Kerlon. Es folgt eine lose Aufzählung von Kerlons Absichten. Was genau Marc Herren mit diesen teils unzusammenhängenden Beschreibungen beabsichtigt, hat sich mir nicht erschlossen. Es sind Allmachtsphantasien Kerlons, gewiss, aber irgendwie fehlte es an etwas Besonderem. Seine Pläne waren naiv, sprunghaft und in Bezug auf die Zukunft der Schwarzen Maschine trotz einiger Überlegungen auch irgendwie konfus. Nun könnte man denken, der Autor will dadurch den zerrütteten und nicht mehr ernst zu nehmenden Geist Kerlons darstellen. Aber das passte auch nicht.

Nachdem die ersten Seiten also recht verhalten begannen, macht der Autor den dritten Handlungsort auf. Es geht in die bevorstehende Schlacht um Arkon. Ohne dass eine echte Handlung erfolgt, wird das Geschehen der unterschiedlichen Gruppierungen aus der Perspektive der Kommandantin von PRAETORIA beleuchtet. Zahlen und Daten bestimmen dieses Kapitel. Dann endlich darf Rhodan wieder ins Geschehen eingreifen. Nun wird die Handlung recht schnell vorangetrieben. Ärgerlich sind die typischen Fehler Rhodans und Co. Nachdem sie Kerlon überwältigt haben, lassen sie ihn aus den Augen. Und nachdem sie bereits einmal von Atlan getäuscht wurden, passiert ihnen das natürlich auch ein weiteres Mal.

Nach dem Haupthandlungsende, d.h. nach dem der Bösewicht tot ist und es eine Aussicht gibt, später wieder etwas von Sahira zu hören, räumt der Autor noch auf. Ein, wie ich finde, extrem unglückliches Kapitel, das Marc Herren dazu benutzt, um etwaige Ungereimtheiten zur Erstauflage von vornherein auszuschließen. Bostichs Rolle wird geklärt, Sahiras Verhältnis zu Alaska und zu Reginald Bull klargestellt, Shallowain darf noch mal, und so weiter und so weiter. Der Autor baut ein Friede, Freude, Eierkuchen-Ende.

Für das Finale war die Geschichte zu brav. Es fehlten Wendungen und auch Kerlons Abgang war blass. Kassians Reaktion, nachdem er von den Dunklen Befehlen getrennt wurde, spiegelt ein wenig die fehlende Spannung dieses Romans wider: Oh Bruder, was hast du bloß getan. Dann gibt Kassian das Kommando ab und geht sang- und klanglos ins Gefängnis.

 

Ansichten zu Perry Rhodan Arkon Heft 11

PR_Arkon11Auf dem Wandelstern – von Susan Schwartz – Handlung:

Perry Rhodan, Sahira Saedelaere und Gucky haben beim Durchgang durch das Portal die Geschichte Sidhars erfahren, dem Erbauer der Schwarzen Maschine, mit der die Extrasinne manipuliert werden können. Das Portal führt auf eine Welt, die nur aus Kristallen zu bestehen scheint. Schon kurz nach der Ankunft bemerkt Sahira, dass der Druck der Dunklen Befehle auf der Kristallwelt sehr stark ist. Die Gruppe hat wohl tatsächlich den Wandelstern erreicht. Hier muss sich die Schwarze Maschine befinden. Als Gucky teleportiert, um sich einen Überblick zu verschaffen, löst der Einsatz seiner Parafähigkeit eine Reaktion unter den Kristallen aus. Die Kristalloberfläche besteht komplett aus Gijahthrakos. Und die fühlen sich durch die Ankömmlinge gestört und überschwemmen sie mit starken mentalen Impulsen. Nur mit Mühe und dank ihrer Mentalstabilisierung finden Rhodan und Gucky einen Weg, sich gegen den fremden Einfluss zu behaupten.

Auf Traversan verkünden im Jahre 1376 NGZ Imchar III. und Endra da Orbanaschol die Geburt ihrer Zwillingssöhne. Der Erstgeborene erhält den Namen Kassian III., der zweite wird Kerlon genannt. Auf beiden Söhnen ruhen die Hoffnungen des Khasurns. Beide entwickeln sich prächtig, auch wenn bei Kerlon eine geringfügige Anomalie im Gehirn festgestellt wurde. Kassian und Kerlon sind bald die Lieblinge der Medien. Ihre Eskapaden machen sie berühmt. Kassian hat die Ideen und Kerlon das technische Wissen zur Umsetzung. Die beiden hochbegabten Arkoniden werden früh mit der Historie ihrer Familie vertraut gemacht. Ihr ehrwürdiger Khasurn wurde von Bostich und den Ariga zerschmettert. Aber nun sind zwei geboren, die diese Schmach beenden und den Khasurn an den angestammten Platz zurückführen werden. Die Zwillinge begehren den Kristallthron. Imchar III. setzt seine Hoffnungen besonders auf Kassian. Kerlon fühlt sich durch den Vater zurückgesetzt.

Auf dem Wandelstern gelingt Perry Rhodan der Kontakt zu Recshek, einem einzelnen Gijahthrako, der sich zunächst sehr abweisend zeigt und die Eindringlinge auffordert, zu gehen. Da die Hyperimpulse der Schwarzen Maschine die Gijahthrakos stören, kommt es zu einer Vereinbarung. Die Kristallwesen zeigen den Weg zur Schwarzen Burg, in der die Maschine steht. Rhodan verpflichtet sich, die Maschine vom Wandelstern zu entfernen. Rhodan erfährt, dass der Wandelstern im Zustand der Semittransition durch die Lokale Gruppe reist. Dies geht auf eine Initiative von ES zurück. Die Superintelligenz wollte erreichen, dass die Philosophie des Dagor in ihrem Einflussbereich verbreitet wird. Der Wandelstern war 1289 NGZ auch in Fornax. Als die Gijahthrako keine Antwort von den Nocturnen erhielten, waren sie so traumatisiert, dass sie einen mentalen Schrei ausstießen. Die Schwarze Maschine empfing den mentalen Impuls, wandelte ihn um und so wurde Sahira von dem Hyperimpuls getroffen, der ihr Leben veränderte. ES hat dies vorausgesehen. Einst würde eine Auserwählte der Nocturnen eine wichtige Aufgabe zu erfüllen haben, hatte die SI den Gijahthrako mitgeteilt.

Die Zwillinge haben nur einen ernstzunehmenden Gegner in der Nachkommenschaft der Traversaner. Rantom da Traversan, der Sohn des Nert, ist ebenfalls hochbegabt und lässt keine Gelegenheit aus, die Zwillinge zu ärgern. Insbesondere der stille Kerlon wird immer wieder Ziel von Rantoms Angriffen. Nach einer besonders schweren Demütigung stellt Imchar den Nert deswegen zur Rede. Als Imchar und sein Bruder kurze Zeit später bei einem Unfall ihr Leben verlieren, vermuten die Zwillinge, dass es Mord war. Nur beweisen können sie nichts. Endra übernimmt die Geschäfte und schickt die Zwillinge auf die Raumfahrtakademie. Dort erhalten sie schnell den Namen Kristallzwillinge, weil ihnen unterstellt wird, den Kristallthron anzustreben. Auch Rantom ist an der Akademie und im Gleichschritt nehmen er und die Zwillinge alle Hürden. Bei der ARK SUMMIA werden die Extrasinne von Kassian und Rantom erfolgreich aktiviert. Kerlon scheitert, da sein Hirnareal bereits anderweitig genutzt wird. Der Anomalie verdankt er seine Hochbegabung. Kein Extrasinn, keine Karriere. Die Wege der Brüder trennen sich für einige Jahre.

Auf dem Weg in die Schwarze Burg finden Rhodan und Gucky heraus, dass Sahira wieder altert. Die dunklen Befehle haben dies bewirkt. In der Schwarzen Burg finden sie die Maschine und erleben eine Überraschung. Kerlon, den sie für tot hielten, tritt ihnen entgegen und nimmt sie gefangen. Kerlon hatte nach Jahren die Spur der ersten ARK SUMMIA gefunden und den Wandelstern erreicht. Ihm gelang es, die Maschine zu aktivieren. Sein erstes Opfer war Rantom, an dem er die Manipulation testete und den er anschließend tötete. Kerlon erläutert Rhodan seine Beweggründe. Und er hat eine weitere Überraschung parat. Atlan erscheint und muss unter dem Einfluss der Maschine den Befehlen Kerlons gehorchen. Der Wandelstern materialisiert mitten im Arkonsystem. Atlan und Kerlon verlassen die Schwarze Burg per Transmitter und nehmen die Maschine mit.

 

Rezension:

Der Roman hält am Ende eine faustdicke Überraschung parat. Dass der Bösewicht enttarnt wird, kann man im vorletzten Band erwarten. Dass er zunächst entkommt ist Teil des Spannungsbogens, der zum Showdown in Band 12 führt. Aber Kerlon? Den hatte ich nicht auf meiner Liste der Verdächtigen. Susan Schwartz erläutert übrigens, wie Kerlon seinen Tod vortäuschte und warum er überhaupt an Bord von Rhodans Schiff kam. Auch die tieferen Beweggründe Kerlons zu seinem Handeln sind Bestandteil des Romans. In der Zusammenfassung habe ich das weggelassen, sonst wäre der Handlungsabriss noch länger geworden.

Insgesamt betrachtet werden etliche Geheimnisse in diesem Roman gelöst. Wir erfahren, dass mal wieder ES seine Finger im Spiel hat, wie Sahira vom Hyperimpuls getroffen wurde und einiges mehr. Kerlon arbeitet in dem Roman auch an einer Verbesserung der terranischen SERT-Haube. Dies könnte als Hinweis verstanden werden, dass sich daraus die Messinghauben entwickelt haben.

Der Roman war flüssig zu lesen und insbesondere das Kapitel, in dem Imchar mit seinem Sohn Kerlon ein Gespräch in dessen Denkarium führt, kann emotional überzeugen, da die Autorin die Gefühle der Figuren anschaulich transportiert. Die Geschichte enthielt zwei Abschnitte, die mir weniger zusagten. Da war der Gedächtnisverlust der Gruppe Rhodan auf dem Wandelstern, als die Gijahthrako ihre Kräfte einsetzen und der zweite Part, den ich beanstande, sind die Darstellungen der Zwillinge im Alter von neun Jahren und später noch einmal im Alter von vierzehn Jahren.

Beim Angriff der Gijahthrako verlieren Rhodan und Gucky unter dem Einfluss ihr Gedächtnis und die Sprache. „Die Dinge zu dingsen, um so schnell wie möglich nachzudingsen“, von der Autorin der Figur Gucky in den Mund gelegt, sowie weitere ähnliche Ausführungen waren zwar eine Möglichkeit, den Kontrollverlust zu beschreiben aber geistreich fand ich sie nicht.

Die Beschreibung der beiden Zwillinge geriet zu einem Who is Who der Adjektive. Attraktiv und außergewöhnlich, beeindruckend und auch begehrenswert, bewundernswert und charmant, ehrgeizig und elegant, extravagant und faszinierend, geradlinig, humorvoll, intelligent und mutig, um nur einige wenige der Eigenschaftswörter zu nennen, mit denen Susan Schwartz die Zwillinge beschreibt.

Das war in der Fülle ermüdend, zumal sich das auch noch ständig wiederholte. Mindestens 1x zu oft wiederholt die Autorin auch die Botschaft, welch prachtvolle Nachkommen die Orbanaschols da hatten. Selbst die Anzüge entwarf einer der Zwillinge selbst, als 14-jähriger! Und es wurden romantische Bücher geschrieben, mit den Zwillingen als Vorbilder der Helden! Hier wurde es mir zu schnulzig!

 

Ansichten zu Perry Rhodan Arkon Heft 10

PR_Arkon10Hüter der Gedanken – von Verena Themsen – Handlung:

Perry Rhodan hat das Portal auf Iprasa durchschritten. Mentale Stimmen fragen nach dem Ziel seiner Reise und Rhodan gibt den Wandelstern an. Die Stimmen wollen den Reisenden darüber aufklären, wie es zur ARK SUMMIA kam. Perry Rhodans nächste Wahrnehmung ist die eines Berkomnair, eines Nutztieres auf Iprasa während der Archaischen Perioden. Das Tier wird von einem Jungen durch einen Schneesturm vorangetrieben. Rhodan treibt auf das Kind zu, wird eines mit ihm und erhält die Antworten.

Sidhar, ein Findelkind, das einst von der Feuerfrau Zhanore gefunden wurde, ist Mitglied eines Clans von Nomaden. Wie alle Jungen in seinem Alter muss er sich beweisen und Prüfungen bestehen. Seine erste Aufgabe ist es, einer Kuh alleine beim Kalben zu helfen. Er treibt die trächtige Malimari durch den Schneesturm zu Ruinen, in denen sie Schutz finden. Nachdem er Malimari beim Kalben geholfen hat, erkundet Sidhar die Ruinen, in denen einst die mythischen Vorfahren der Nomaden, die Arkoniden, gelebt hatten. Die Arkoniden hatten alles zurückgelassen, als die Allstürme einsetzten. Sidhar aktiviert ein uraltes Hologramm, das der Forscher Sarro zurückgelassen hat. Die Anlage erwacht zum Leben und bietet Sidhar an, ihn zu schulen und die Forschungen Sarros fortzusetzen.

Sidhar versucht seinen eigenen Weg zu finden und entfremdet sich immer mehr von seinem Clan. Er wird noch Zeuge einer Zeremonie der Feuerfrauen, die ein Ende der Allstürme prophezeien. Als sein Clan weiterzieht, bleibt Sidhar zurück. Er kommt in Kontakt zu den Gijahthrako, deren Hilfe er jedoch ablehnt. Dann widmet sich Sidhar wieder seinen Lernlektionen und setzt die Forschungen Sarros fort. Der Arkonide hat physiologische und neurologische Untersuchungen eines Schläfenlappens des Gehirns vorgenommen. Mit Hyperstrahlung soll der ungenutzte Teil aktiviert werden, um das Aktionspotential der Arkoniden zu erweitern. Zwanzig Jahre investiert Sidhar in Lehre und Forschung und kommt an einen toten Punkt. Er sucht nun doch die Hilfe des Gijahthrako Kulekatiim. Wenn die Psi-Begabten ihm helfen, will er sich revanchieren.

Mit Hilfe der Gijahthrako baut Sidhar die Schwarze Maschine. Er überschreitet Grenzen, als er Versuche an Nomaden macht, die sich zum Sterben in die Einsamkeit zurückgezogen haben. Das verursacht Konflikte mit Clans. Er setzt sich schließlich selbst der Strahlung seiner Maschine aus und ihm gelingt die Aktivierung der Sarro-Region, allerdings nur als splitterhafte Teilaktivierung. Die Stimmen in seinem Kopf sind widersprüchlich und behindern ihn mehr als sie ihn unterstützen. Er kann die Feuerfrauen verschiedener Nomadenstämme überzeugen, ihm zu helfen. Insbesondere Zhanore, die wieder auftaucht, unterstützt das.

Er schult andere seines Volkes und setzt die Forschungen fort. Seine Assistentin Laniri wird ihm eine Gefährtin. Eine neue Maschine, die weiße Maschine wird gebaut und nach weiteren Fehlschlägen setzt sich Laniri selbst in die Maschine. Bei ihr gelingt erstmals erfolgreich die Aktivierung des Extrasinns, wie er von Laniri genannt wird. Ihr Logiksektor ermöglicht ihr die Entwicklung eines Auswahlverfahrens geeigneter Kandidaten, da offensichtlich nicht jeder für die Aktivierung tauglich ist. Sie ist die Begründerin der ARK SUMMIA-Prüfungen.

Laniri und Sidhar entfremden sich. Als die Allstürme tatsächlich enden, Sidhar weiß inzwischen, dass es Hyperstürme sind, landet ein Schiff der Arkoniden auf Iprasa, um nachzusehen, wie die Kolonisten die vergangenen Jahrhunderte überstanden haben. Der Kommandant lässt seinen Extrasinn aktivieren und packt die Maschine und alle Unterlagen ein und fliegt mit Laniri nach Arkon III.

Sidhars Verdienste werden ignoriert. Er bleibt zurück und entwickelt seine erste Maschine, die schwarze Maschine, weiter. Er verfolgt zwei Ziele. Er will die Erweckten, also diejenigen mit aktivierten Extrasinn, kontrollieren. Er will ihren Extrasinn die Herrschaft übergeben. Und er will seine Schuld bei den Gijahthrako begleichen. Er schafft Portale, in denen die Bewusstseine von Feuerfrauen und Gijahthrako aufgehen. So soll die Passage zum Wandelstern der Gijahthrako ermöglicht werden. Als erster benutzt Sidhar das Portal und nimmt seine Schwarze Maschine mit. Er verschwindet spurlos und die Zurückgebliebenen müssen einen anderen Weg zum Wandelstern suchen.

Perry Rhodan kennt nun die Geschichte der ARK SUMMIA. Aber er kennt noch nicht, wer sich der letzten Erfindung Sidhars bedient.

 

Rezension:

Der Roman ist herausgelöst aus der eigentlichen Handlung der Arkon-Miniserie. Er bildet zwar die Grundlage für die Geschehnisse, ist aber im Grunde genommen das Fundament zahlreicher anderer Geschichten im Perryversum. Denn Verena Themsen erzählt, wie die Arkoniden zu ihrem Extrasinn kamen.

Die Autorin startet mit dem Titelbildmotiv. Es ist die erste Wahrnehmung Rhodans während des Transports durch das Portal. Ihm wurde die Antwort auf die Frage versprochen, wie es zur ARK SUMMIA kam. Text und TiBi unterscheiden sich, aber das stört kaum. Der fremde Planet, die Lebensweise der Nomaden, die Gefahren der Natur, die unterschiedlichen Bewohner, das alles wird sehr lebendig von der Autorin erzählt. Die Geschichte ist leise und unspektakulär. Der Erzählstil erzeugte Harmonie. Ohne viel zu erläutern, entwickelt die Autorin die Geschichte durch Handlungen und Beobachtungen ihrer Hauptfigur Sidhar. Zu Beginn gab es einen kleinen Konflikt, als sich der Junge entschied, einen anderen Weg einzuschlagen, als sein Clan.

In welche Richtung die Geschichte ging, zeigte ein kurzes Kapitel am Ende des ersten Romanviertels. Hier ging es um den zusätzlichen Schläfenlappen als vermutete Folge einer Mutation, bedingt durch das Strahlenspektrum Arkons. Bevor dieser Faden von der Autorin wieder aufgegriffen wurde, verging einige Zeit, die mit dem Kampf gegen die Unbilden der Natur gefüllt wurde. Die Geschichte wurde zwar nicht langweilig, zog sich aber etwas hin und der gefühlte fünfte oder sechste bedrohliche Schneesturm brachte nicht mehr die Würze in die Geschichte, wie noch am Romananfang.

In der zweiten Romanhälfte zieht die Autorin das Tempo wieder an. In seinem Forscherdrang überschreitet ihre Romanfigur Grenzen. Diese führen wieder zu Konflikten mit Seinesgleichen. Die kontrovers geführte Diskussion zwischen Sidhar, der für seine Experimente die Traditionen seines Volkes verletzt und der Feuerfrau eines Clans, wird von der Autorin genutzt, um die unterschiedlichen Standpunkte herauszustellen. Hier prallen Welten aufeinander. Die Darstellung dieser Kontroverse ist sehr gut gelungen.

Es kam ein weiterer Meilenstein in der Geschichte. Sidhar unterzog sich selbst der Prozedur einer Aktivierung des brachliegenden Hirnsektors. Die Maschine, die er für sein Experiment zusammengebaut hatte, war schwarz. Sein Experiment gelang nur teilweise. Er bekam Hilfe und baute eine weitere Maschine, die nun weiß war. Damit zeigte die Autorin früh auf, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Schwarz und weiß. Nicht gerade originell, aber einprägsam.

Die Autorin beendet ihre Geschichte mit überraschend klaren Aussagen, gemessen an den sonst üblichen Verschleierungen, dem Drumherum winden und den falschen Fährten, wie es in den Romanen der Hauptserie praktiziert wird.

Der Roman hat mir gefallen und ich bin gespannt auf die Fortsetzung.