Articles for the Month of Januar 2017

Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2893

Unter dem Spiegel – von Leo Lukas – Handlung:

Nach der Flucht aus dem Trallyomsystem ist das Schicksal der Besatzung von LAURIN-Delta nach wie vor ungewiss. Das Beiboot wurde von einer seltsamen Energielohe getroffen und die Besatzung gibt kein Lebenszeichen von sich. Jamal Tennert, ein Kolonialertruser und Spezialist für autonome Waffensysteme soll mit der Posmi Aurelia die Erkundung der LAURIN-Delta vornehmen. Sie finden nur noch Tote. Offensichtlich wurde allen Lebewesen an Bord des Beibootes schlagartig die ÜBSEF-Konstante entzogen. Der Thanatologe Harold Parnhamer prägt für diese Maschine, die das bewirkt, die Bezeichnung Schnitter.

Entsetzlich sind auch die Hochrechnungen aus den Daten, die bislang vorliegen. Demnach könnte die unbekannte Maschine in ganz Orpleyd wirken und allen Lebewesen die Mentalsubstanz entziehen, um KOSH, das Lot, die Transformation in eine Materiesenke zu ermöglichen. Das weitere Vorgehen will Perry Rhodan nicht alleine entscheiden. Eine Bordratsversammlung wird einberufen. Die Vertreter der wichtigsten Sektionen der RAS TSCHUBAI sollen zu Perry Rhodans Plan, die Materiesenke zu verhindern, gehört werden. Die Diplomatin Fabienne Iukik organisiert das Treffen eines angesichts der Notlage reduzierten Bordrates, bei dem die meisten Anwesenden der Entscheidung des Unsterblichen zustimmen.

Perry Rhodan bildet drei Teams, die erneut ins Trallyomsystem vorstoßen, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Jedes Team besteht aus vier Mitgliedern. Team Rhodan, mit Jamal Tennert, der Posmi Aurelia und dem Xenoinformatiker Essnor wird den Gyan-Mond Woy einen Besuch abstatten. Unter dem Spiegel residiert dort der Kriegs-Operator. Rhodan erhofft sich Einsicht in die Struktur der Kohäsion.

Das Team Dorksteiger mit dem Ephoger Errchchauk, einem Transmitterspezialisten, Harold Parnhamer und Pey-Ceyan soll den Mond Portechter infiltrieren, der den vierten Planeten umkreist. Auf dem Mond residiert der Erkenntnis-Operator Shydaurd. Das Team soll wissenschaftliche Informationen sammeln.

Das dritte Team um Attilar Leccore soll zum Regierungssitz auf Gyan vorstoßen. Der Gestaltwandler soll dort ein hochrangiges Mitglied übernehmen, um so an Informationen zu kommen. Der TLD-Chef wird von Fabienne Iukik, der Raumlandesoldatin Kazell O´Daugherty und Gholdorodyn begleitet.

Farye Sepheroa bringt die drei LAURINS per Sammelflug ins System. Danach sind die Teams auf sich gestellt. Das Team Leccore kann unbemerkt landen und sich als Gyanli ausgeben. Doch so sehr sich der Gestaltwandler auch bemüht, er kommt nicht an einen hochrangigen Gyanli heran. Allerdings stoßen sie auf den sogenannten Verborgenen Clan. Der Vtaud-Clan wird vom Kollabor-Operator angeführt. Und die Umwandlung zur Materiesenke scheint unmittelbar bevorzustehen.

Dem Team Dorksteiger gelingt der Zugriff auf wichtige Daten. Den Gyanli ist in der Randzone Orpleyds eine riesige Flotte unbekannter Schiffe aufgefallen. Vermutlich Invasoren. Dabei kann es sich nur um die Tiuphoren handeln.

Rhodans Einsatz erbringt die Erkenntnis, dass wichtige Produktionsanlagen auf Woy umgestellt wurden. Sie produzieren nun Triebwerke, die Raumschiffe im Katoraum bewegen sollen. Die Gyanli werden darüber im Unklaren gelassen. Wer zieht im Hintergrund die Fäden? Als Rhodans Team zum Kriegs-Operator vorstoßen will, werden sie entdeckt und müssen fliehen. Alle Teams gelangen zurück zur RAS TSCHUBAI. Zwei LAURIN-Jets gehen jedoch mit den beiden Piloten verloren. Nach Analyse der gewonnen Daten steht das nächste Ziel fest. Es ist Goath, der zweite Planet des Trallyomsystems, der wohl auch die Steuerzentrale des Schnitters beherbergt. Die Gyanli nennen Goath auch die Bannwelt.

 

Rezension:

Der Geschichte, bzw. den Geschichten und den Figuren zu folgen, war nicht ganz einfach. Autor Leo Lukas führte zunächst die drei Bohnenstangen Tennert, Errchchauk und Fabienne ein. Wir lernen sie mit Herkunft, äußerer Erscheinung, Charakterzügen, Marotten und Hobbys kennen. Als die drei von Perry Rhodan berufen wurden, kommen auch noch die beruflichen Einsatzgebiete hinzu. Verschiedene Besprechungen mit unterschiedlicher Zusammensetzung folgten. Ich vertraute darauf, dass mir die Ensembles, die der Autor zusammengestellt hat, spätestens mit der Erreichung der jeweiligen Einsatzorte, präsenter werden würden. Aber der ständige Wechsel zwischen den Gruppen erwies sich auch hier nicht gerade förderlich. Ich habe dann auf die altmodische Art Papier und Bleistift genommen und die Figuren nebst Einsatzort und Ziel festgehalten. Derart bewaffnet folgte ich dann der Geschichte, ähem, den Geschichten.

Trotzdem hatte ich zwischendurch Schwierigkeiten, wer wer von den Bohnenstangen war. Also habe ich meine Leseunterstützung noch mit ein paar Hinweisen zu den Bohnenstangen ergänzt. Auf die Hobbys habe ich dabei verzichtet, zumal ich nicht genau weiß, was eine Leitungsschwimmerin ist (Seite 18 unten rechts). Es könnte sich einerseits lediglich um einen Rechtschreibfehler handeln, andererseits der österreichische Ausdruck für Leistungsschwimmerin sein. Aber vielleicht ist auch beides falsch und im 51. Jahrhundert gibt es tatsächlich Wesen, die durch Leitungen schwimmen und darin Triumphe feiern.

Andere Kapitel waren eindeutiger zu identifizieren, wenn es um den speziellen Humor von Leo Lukas geht. Beispielsweise das Gespräch zwischen Leccore und Gholdorodyn beim Anflug auf Gyan. Und natürlich die Bezeichnung für des Keloskers neuester Trickkiste. Eben Trickkiste.

Auch die Versuche Harold Parnhamers, mit Sichu Dorksteiger ein Gespräch zu beginnen, lockerten den Roman auf. Die Darstellung der Figuren mit allen ihren kleineren und größeren Problemen, sowohl im Einsatz, als auch zwischenmenschlich, beherrschte den Roman. Das gefiel mir gut.

Die Vielzahl an eingesetzten Figuren, dazu die zahlreichen Rückblenden und die wiederholten Erläuterungen bekannter Elemente, vom Autor gerne auch persifliert, hemmten jedoch den Lesefluss.

 

Perry Rhodan Comic 4 von Cross Cult

Kampf um die SOL Teil 1

Mit neun Monaten Abstand zu Heft 3 liegt nun der 1. Teil einer weiteren 3er-Staffel vor. Die Macher sind mit Kai Hirdt (Autor), Marco Castiello (Zeichner) und Michael Atiyeh (Kolorist) die gleichen geblieben.

In Erinnerung geblieben ist mir, dass die Abstände seinerzeit sehr groß waren. Zwischen Heft 1 und 2 lagen zwei Monate, auf Heft 3 musste man mehr als drei Monate warten. Etwas unverständlich ist mir daher, warum nun Heft 5 gar erst in vier Monaten erscheinen soll! Angekündigt wird es erst für Mai 2017.

Die Ausgangslage in Heft 4 hat sich nicht geändert. Die SOL sucht immer noch nach der heimatlichen Milchstraße. Allerdings hat man den Flug unterbrochen, um den Skra’Bji zu helfen und sie bei der Besiedlung eines geeigneten Planeten zu unterstützen. Nicht alle an Bord der SOL sind mit dieser Entscheidung Perry Rhodans einverstanden.

Wie sehr sich der Comic von der Romanheftserie unterscheidet, wird bereits auf den ersten beiden Seiten deutlich. Vertreter der Skra’Bji werden despektierlich als Viecher bezeichnet. Den beiden Frauen, die Zeuge dieser Aussage eines männlichen Besatzungsmitgliedes werden, ist das egal. Hauptsache der Mann ist gut im Bett. Ein paar Seiten weiter wird dann nochmals erläutert, dass es Besseres zu tun gäbe, als den Scheissameisen zu helfen. Beispielsweise zum hundertsten Geburtstag der eigenen Mutter zu reisen. Ansonsten ziehen sich ein paar Schimpfwörter, wie Idiot oder Schwachköpfe durch die Story.

Zeichnerisch scheint die Serie von Cross Cult ihren Stil gefunden zu haben, auch wenn sich dieser Stil von Superheldencomics, die in der Auslage neben Perry Rhodan liegen, nicht unterscheidet. Sprachlich spricht mich der Comic nicht an. Die Story ist zu kurz, mit ausgelutschten Elementen, dazu etwas wirr erzählt. Von Homunk habe ich mehr erwartet, sowohl in der zeichnerischen Darstellung, als auch textlich.

Im direkten Vergleich gewinnt die Alligatorfarm. Deren letztes Album gefällt mir besser. Es ist frecher und hat erkennbar einen eigenen Stil. Cross Cult will frischer wirken und versinkt doch im Einheitsbrei ähnlicher Comics. Die lahme Story und das Vokabular tun ein Übriges. Für Romanheftleser, die mal in einen Comic reinschnuppern ist der vierte Teil eher nicht geeignet. Es fragt sich, wer die Adressaten sind.

 

Ansichten zu NEO-Story 10 – Der Traum von Chittagong

Der Traum von Chittagong – von Michael Marcus Thurner – Inhalt:

Die Geschichte ist im Jahr 2036 angesiedelt und spielt in Chittagong, einer Stadt in Bangladesch. Auf den riesigen Abwrackwerften ist Moon Gupta für den Mutanten André Noir tätig. Sie ist seine rechte Hand und kennt seine Begabung. Sie verfolgt ähnliche politische Ziele mit den gleichen drastischen Mitteln wie Noir, den sie bewundert aber auch fürchtet. Der Mutant vertritt den Standpunkt, dass Perry Rhodan gute Ideen und Ansätze hat, jedoch die Menschen vernachlässigt.

Noir und Gupta schaffen für die ausgebeuteten Menschen von Chittagong einen Zufluchtsort, an dem sie Arbeit, Bildung und Unterkunft bekommen. Damit schaffen sie sich auch Feinde. Moon Gupta muss dies am eigenen Leib spüren und gerade, als sie glaubt, ihr Schicksal meistern zu können, erhält ihr Leben eine weitere dramatische Wendung.

 

Rezension:

Michael Marcus Thurner setzt in seiner Story nur zwei Figuren ein. Den Mutanten André Noir und seine rechte Hand Moon Gupta. Aus Guptas Perspektive wird die Handlung beschrieben. Die Frau ist in der Wahl ihrer Mittel nicht zimperlich. Sie kennt die Begabung Noirs, den viele für einen Gott halten. Da ich im NEO-Kosmos nicht heimisch bin, war ich gespannt, wie sich die Figur von dem André Noir unterscheidet, den ich aus der Perry Rhodan-Serie kenne. Michael Marcus Thurner verrät einiges über den Menschen aber nicht allzu viel über dessen besondere Begabung. Das wenige, das der Autor verrät, ist rätselhaft aber auch beklemmend.

Bereits früh in der Geschichte macht sich Moon Gupta Gedanken darüber, was passieren könnte, wenn sie mal mit Noir nicht mehr einer Meinung ist. Der Autor schafft in der Folge eine intensive Atmosphäre, die meine Gedanken, wie die Geschichte enden könnte, in eine andere Richtung lenkten. Umso drastischer ist das Ende gestaltet, das schlagartig und unbarmherzig die Überlegung von Moon Gupta wieder in den Vordergrund spült. Aber in einer Art und Weise, die ich nicht erwartet hatte.

Eine gelungene Kurzgeschichte, die am Ende förmlich explodiert.