Ansichten zu Perry Rhodan Arkon Heft 11

PR_Arkon11Auf dem Wandelstern – von Susan Schwartz – Handlung:

Perry Rhodan, Sahira Saedelaere und Gucky haben beim Durchgang durch das Portal die Geschichte Sidhars erfahren, dem Erbauer der Schwarzen Maschine, mit der die Extrasinne manipuliert werden können. Das Portal führt auf eine Welt, die nur aus Kristallen zu bestehen scheint. Schon kurz nach der Ankunft bemerkt Sahira, dass der Druck der Dunklen Befehle auf der Kristallwelt sehr stark ist. Die Gruppe hat wohl tatsächlich den Wandelstern erreicht. Hier muss sich die Schwarze Maschine befinden. Als Gucky teleportiert, um sich einen Überblick zu verschaffen, löst der Einsatz seiner Parafähigkeit eine Reaktion unter den Kristallen aus. Die Kristalloberfläche besteht komplett aus Gijahthrakos. Und die fühlen sich durch die Ankömmlinge gestört und überschwemmen sie mit starken mentalen Impulsen. Nur mit Mühe und dank ihrer Mentalstabilisierung finden Rhodan und Gucky einen Weg, sich gegen den fremden Einfluss zu behaupten.

Auf Traversan verkünden im Jahre 1376 NGZ Imchar III. und Endra da Orbanaschol die Geburt ihrer Zwillingssöhne. Der Erstgeborene erhält den Namen Kassian III., der zweite wird Kerlon genannt. Auf beiden Söhnen ruhen die Hoffnungen des Khasurns. Beide entwickeln sich prächtig, auch wenn bei Kerlon eine geringfügige Anomalie im Gehirn festgestellt wurde. Kassian und Kerlon sind bald die Lieblinge der Medien. Ihre Eskapaden machen sie berühmt. Kassian hat die Ideen und Kerlon das technische Wissen zur Umsetzung. Die beiden hochbegabten Arkoniden werden früh mit der Historie ihrer Familie vertraut gemacht. Ihr ehrwürdiger Khasurn wurde von Bostich und den Ariga zerschmettert. Aber nun sind zwei geboren, die diese Schmach beenden und den Khasurn an den angestammten Platz zurückführen werden. Die Zwillinge begehren den Kristallthron. Imchar III. setzt seine Hoffnungen besonders auf Kassian. Kerlon fühlt sich durch den Vater zurückgesetzt.

Auf dem Wandelstern gelingt Perry Rhodan der Kontakt zu Recshek, einem einzelnen Gijahthrako, der sich zunächst sehr abweisend zeigt und die Eindringlinge auffordert, zu gehen. Da die Hyperimpulse der Schwarzen Maschine die Gijahthrakos stören, kommt es zu einer Vereinbarung. Die Kristallwesen zeigen den Weg zur Schwarzen Burg, in der die Maschine steht. Rhodan verpflichtet sich, die Maschine vom Wandelstern zu entfernen. Rhodan erfährt, dass der Wandelstern im Zustand der Semittransition durch die Lokale Gruppe reist. Dies geht auf eine Initiative von ES zurück. Die Superintelligenz wollte erreichen, dass die Philosophie des Dagor in ihrem Einflussbereich verbreitet wird. Der Wandelstern war 1289 NGZ auch in Fornax. Als die Gijahthrako keine Antwort von den Nocturnen erhielten, waren sie so traumatisiert, dass sie einen mentalen Schrei ausstießen. Die Schwarze Maschine empfing den mentalen Impuls, wandelte ihn um und so wurde Sahira von dem Hyperimpuls getroffen, der ihr Leben veränderte. ES hat dies vorausgesehen. Einst würde eine Auserwählte der Nocturnen eine wichtige Aufgabe zu erfüllen haben, hatte die SI den Gijahthrako mitgeteilt.

Die Zwillinge haben nur einen ernstzunehmenden Gegner in der Nachkommenschaft der Traversaner. Rantom da Traversan, der Sohn des Nert, ist ebenfalls hochbegabt und lässt keine Gelegenheit aus, die Zwillinge zu ärgern. Insbesondere der stille Kerlon wird immer wieder Ziel von Rantoms Angriffen. Nach einer besonders schweren Demütigung stellt Imchar den Nert deswegen zur Rede. Als Imchar und sein Bruder kurze Zeit später bei einem Unfall ihr Leben verlieren, vermuten die Zwillinge, dass es Mord war. Nur beweisen können sie nichts. Endra übernimmt die Geschäfte und schickt die Zwillinge auf die Raumfahrtakademie. Dort erhalten sie schnell den Namen Kristallzwillinge, weil ihnen unterstellt wird, den Kristallthron anzustreben. Auch Rantom ist an der Akademie und im Gleichschritt nehmen er und die Zwillinge alle Hürden. Bei der ARK SUMMIA werden die Extrasinne von Kassian und Rantom erfolgreich aktiviert. Kerlon scheitert, da sein Hirnareal bereits anderweitig genutzt wird. Der Anomalie verdankt er seine Hochbegabung. Kein Extrasinn, keine Karriere. Die Wege der Brüder trennen sich für einige Jahre.

Auf dem Weg in die Schwarze Burg finden Rhodan und Gucky heraus, dass Sahira wieder altert. Die dunklen Befehle haben dies bewirkt. In der Schwarzen Burg finden sie die Maschine und erleben eine Überraschung. Kerlon, den sie für tot hielten, tritt ihnen entgegen und nimmt sie gefangen. Kerlon hatte nach Jahren die Spur der ersten ARK SUMMIA gefunden und den Wandelstern erreicht. Ihm gelang es, die Maschine zu aktivieren. Sein erstes Opfer war Rantom, an dem er die Manipulation testete und den er anschließend tötete. Kerlon erläutert Rhodan seine Beweggründe. Und er hat eine weitere Überraschung parat. Atlan erscheint und muss unter dem Einfluss der Maschine den Befehlen Kerlons gehorchen. Der Wandelstern materialisiert mitten im Arkonsystem. Atlan und Kerlon verlassen die Schwarze Burg per Transmitter und nehmen die Maschine mit.

 

Rezension:

Der Roman hält am Ende eine faustdicke Überraschung parat. Dass der Bösewicht enttarnt wird, kann man im vorletzten Band erwarten. Dass er zunächst entkommt ist Teil des Spannungsbogens, der zum Showdown in Band 12 führt. Aber Kerlon? Den hatte ich nicht auf meiner Liste der Verdächtigen. Susan Schwartz erläutert übrigens, wie Kerlon seinen Tod vortäuschte und warum er überhaupt an Bord von Rhodans Schiff kam. Auch die tieferen Beweggründe Kerlons zu seinem Handeln sind Bestandteil des Romans. In der Zusammenfassung habe ich das weggelassen, sonst wäre der Handlungsabriss noch länger geworden.

Insgesamt betrachtet werden etliche Geheimnisse in diesem Roman gelöst. Wir erfahren, dass mal wieder ES seine Finger im Spiel hat, wie Sahira vom Hyperimpuls getroffen wurde und einiges mehr. Kerlon arbeitet in dem Roman auch an einer Verbesserung der terranischen SERT-Haube. Dies könnte als Hinweis verstanden werden, dass sich daraus die Messinghauben entwickelt haben.

Der Roman war flüssig zu lesen und insbesondere das Kapitel, in dem Imchar mit seinem Sohn Kerlon ein Gespräch in dessen Denkarium führt, kann emotional überzeugen, da die Autorin die Gefühle der Figuren anschaulich transportiert. Die Geschichte enthielt zwei Abschnitte, die mir weniger zusagten. Da war der Gedächtnisverlust der Gruppe Rhodan auf dem Wandelstern, als die Gijahthrako ihre Kräfte einsetzen und der zweite Part, den ich beanstande, sind die Darstellungen der Zwillinge im Alter von neun Jahren und später noch einmal im Alter von vierzehn Jahren.

Beim Angriff der Gijahthrako verlieren Rhodan und Gucky unter dem Einfluss ihr Gedächtnis und die Sprache. „Die Dinge zu dingsen, um so schnell wie möglich nachzudingsen“, von der Autorin der Figur Gucky in den Mund gelegt, sowie weitere ähnliche Ausführungen waren zwar eine Möglichkeit, den Kontrollverlust zu beschreiben aber geistreich fand ich sie nicht.

Die Beschreibung der beiden Zwillinge geriet zu einem Who is Who der Adjektive. Attraktiv und außergewöhnlich, beeindruckend und auch begehrenswert, bewundernswert und charmant, ehrgeizig und elegant, extravagant und faszinierend, geradlinig, humorvoll, intelligent und mutig, um nur einige wenige der Eigenschaftswörter zu nennen, mit denen Susan Schwartz die Zwillinge beschreibt.

Das war in der Fülle ermüdend, zumal sich das auch noch ständig wiederholte. Mindestens 1x zu oft wiederholt die Autorin auch die Botschaft, welch prachtvolle Nachkommen die Orbanaschols da hatten. Selbst die Anzüge entwarf einer der Zwillinge selbst, als 14-jähriger! Und es wurden romantische Bücher geschrieben, mit den Zwillingen als Vorbilder der Helden! Hier wurde es mir zu schnulzig!

 

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