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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3192

Unter dem Nabel von Zou Skost – von Michael Marcus Thurner / Christian Montillon
Mit Anzu Gotjian, der Sextadim-Kanonierin und mit Reginald Bull, dem angehenden Quintarch, sind zwei Terraner in FENERIK tätig, die das Schicksal der Milchstraße beeinflussen können. Als sie sich in der GNATOK des Thoron Ruuman begegnen, überwiegt jedoch bei Beiden das Misstrauen. Reginald sieht in der mit einer blauen Azur-Flüssigkeit behafteten Parabegabten nicht unbedingt eine Verbündete. Ihr Werdegang in FENERIK spricht nicht gerade für sie. Gotjian hingegen weiß zu wenig über Reginald Bull und dem Sternenruf und inwieweit sich der Unsterbliche von der Milchstraße abgewandt haben könnte. Nicht zuletzt wegen des chaotarchisch geprägten Zellaktivators. Die beiden Terraner müssen ihre Zweifel erstmal zurückstellen. Bull will eine Audienz bei Zou Skost und Addanc verschafft sie ihm. Mit dabei ist auch Anzu Gotjian.
Während in FENERIK Entscheidungen über die Zukunft der Milchstraße reifen, geht das Leben auf den Planeten in der Milchstraße weiter. So auch auf dem Planeten Odhner im DeColmarsystem. Die gemischte Bevölkerung aus Terranern und Jülziish beobachtet zwar Raumschiffe des Chaoporters im System, denen sich eigene Einheiten entgegenstellen, doch besorgt sind sie nicht. Sie setzen darauf, dass FENERIK an ihnen vorüberzieht. Die Gesellschaft auf Odhner hat ein System etabliert, in der eine Vielzahl an Amtsträgern hoheitliche Tätigkeiten wahrnimmt. Die Augen, Ohren und Münder des Staates nehmen vielfältige Aufgaben wahr. Auch solche, die über Leben und Tod entscheiden.
In FENERIK wird Bull die Ehre zuteil, mit Zou Skost zu tauchen. Er erhält damit nicht nur den Status eines Quintarchen, er bekommt auch Informationen über eine frühere Begegnung von Zou Skost mit Mu Sargai. Der Chaotarch gibt auch bekannt, dass er mehr seiner Substanz in FENERIK fluten lässt, um den Chaoporter von der Sziento-Phase 2 auf 5 anzuheben. Addanc bekommt Zugriff auf den Chaofaktenhort. Auf Bulls Intervention hin, erhält der Terraner ein Vetorecht, was den Einsatz der Chaofakte angeht. Reginald Bull, Anzu Gotjian und Mieke Meideina schließen einen Pakt. Sollte eine der Parteien von ihnen gegen die Interessen der Menschheit verstoßen, nehmen die beiden anderen ihn aus dem Spiel.
Addanc hat unterdessen mehrere Chaofakte an Bord seines Schiffes, der LUCTU, genommen. Beeinflusst von den Auswirkungen der Anhebung auf die Sziento-Phase 5, hat Bull nicht mitbekommen, dass Anzu von Addanc an Bord seines Schiffes abberufen wurde. Sie soll zur Warnung an die Milchstraßenvölker ein Chaofakt abfeuern. Addanc offenbart den Milchstraßenvölkern über Funk, dass zur Warnung von Anzu Gotjian ein Chaofakt in einen unbelebten Raum eingesetzt wird. Und er gibt bekannt, dass Reginald Bull, als neuer Quintarch auf FENERIK tätig ist. Als das Chaofakt abgefeuert wird, erkennen Bull, Gotjian und Meideina entsetzt, dass Addanc sie belogen hat.
 
An den Beginn ihres Romans stellen die beiden Autoren die Besorgnis der beiden Figuren Anzu Gotjian und Reginald Bull, die ihrem jeweiligen Gegenüber nicht vertrauen. Dieser Argwohn, den die beiden Figuren empfinden, beseelt mich auch als Leser. Fruchtet der Auftrag noch, den Anzu Gotjian von Perry Rhodan erhalten hat? Ist sie eine Doppelagentin oder hat sie sich längst auf die Seiten des Chaos geschlagen und in FENERIK eine Heimat gefunden. Letzteres, nämlich in FENERIK eine Heimat zu sehen, betont sie auch noch in dieser Geschichte, auch wenn sie die Gründe dafür nicht benennen kann. Und Bull? Hier hatten die Autoren viel Zeit, um dem ältesten Freund Rhodans Dinge anzudichten, die sein Verhalten verschleierten. Letztlich agieren aber beide Terraner in dieser Geschichte auf Seiten der Menschheit, auch wenn das Ergebnis dieses Romans nicht so ausfällt. Das Duo könnte man noch zu einem Trio aufbohren. Auch für Mieke Meideina wird es Zeit, sich für eine Seite zu entscheiden. Und auch hier scheint dies die Menschheit zu sein.
Die Dinge spitzen sich zu. Es kommt zu einer Entscheidung über Leben und Tod. Vorbereitet haben das die beiden Autoren über die Ereignisse auf Odhner. Dort fällt ein „Auge“ die Entscheidung über ein Leben, das keine lebensfähige Zukunft hat. Übertragen auf die Situation mit FENERIK werden auch dort Entscheidungen gefällt, die ähnlich sind. Nur ungleich drastischer. Und die nicht von allen getragen werden. Addancs Eingreifen hat dies deutlich vorgeführt. Für die Zukunft und die letzten Romane vorausgedacht: Müssen Opfer erbracht werden, damit andere überleben werden?