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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3149

Der Preis des Entkommens – von Oliver Fröhlich
Die Situation an Bord der LEUCHTKRAFT ist gefährlicher als zunächst angenommen. Der Audh, der sowohl Alaska Saedelaere als auch Anzu Gotjian gefangen hielt, konnte zwar in die Flucht geschlagen werden und hat sehr wahrscheinlich mit seinem Chaofaktum die Kosmokratenwalze verlassen. Saedelaere und Gotjian sind befreit aber die Informationen, die sie haben, lassen dennoch das Schlimmste befürchten. Das Schiff befindet sich mit FENERIK in einer binärrealen Verschränkung. Eine Bergung der LEUCHTKRAFT mit dem Hypertraktor kommt unter diesen Umständen nicht in Frage.
Die LEUCHTKRAFT zerfällt, der Kontakt zu Kemur, seiner KE-wohlfeil und der STATOR-FE ist nur sporadisch möglich. Das Bordgehirn DAN ist die einzige Instanz, die den drohenden Untergang noch aufhalten könnte. Doch DAN ist gestört, wähnt sich dem Ende nahe und schlägt jede Kooperation aus. Rhodans Team hat sich aufgeteilt und kämpft sich an verschiedenen Fronten durch die nach wie vor bestehenden Pararealitäten. Anzu Gotjian kämpft ebenfalls. Allerdings mit Erinnerungsverlusten. Nach und nach dämmert es der Parabegabten, was die Störung von DAN ausgelöst hat. Sie selbst war es. Als der Audh sie angriff, hatte sie mit ihrem Fernblick einen Kontakt zu DAN. Der niemals ganz abriss, auch als Gotjian in Eis eingefroren wurde.
Wenn es der Parabegabten nun gelingen könnte, die Verbindung zu DAN zu trennen, kann die LEUCHTKRAFT vielleicht noch gerettet werden. Die Zeit wird knapp, denn die Selbstzerstörung des Schiffes wurde aktiviert. Und da ist immer noch die binärreale Verschränkung, die es zu lösen gilt.
 
Oliver Fröhlich schließt mit einem Cliffhanger die erste Zyklushälfte ab. Wenn die Ereignisse dann so eintreten, wie sie am Romanende geschildert werden, konzentriert sich das Geschehen in der zweiten Zyklushälfte auf die Milchstraße. Oder gibt es noch einen Grund in Cassiopeia zu verweilen?
Wie auch im Roman davor, gibt es für die Figuren Vetris-Molaud und Soynte Abil wenig zu tun. Der Autor macht noch das Beste aus der Situation und teilt Rhodans Team in zwei Gruppen. Vetris-Molaud und Soynte Abil ziehen mit Gucky und Vimuin Lichtschlag durchs Schiff, um die Zentrale zu erreichen. Das Unternehmen ist wenig inspiriert und lebt alleine von etwas Action und dem besonderem Setting, das aus Saedelaeres Erinnerungen gebaut wurde. Diese besonderen Orte und Objekte wie Derogwanien und Zeitbrunnen üben Faszination aus. Die Verzauberung des Lesers in diesen Passagen hätte allerdings stärker sein können, wenn Saedelaere selbst, vielleicht in Begleitung Rhodans, diesen Weg beschritten hätte. So wählt der Autor mit Vetris-Molaud eine Figur, die die Geschehnisse, die sie ergründet, nur vom Hörensagen einer Figur kennt, die selbst nicht dabei war.
Vetris-Molaud und Soynte Abil machen, wenn es denn zurück in die Milchstraße geht, dort als handelnde Figuren keinen Sinn. Sie würden noch weniger „benötigt“ werden als ohnehin schon. Dann doch besser in Cassiopeia zurücklassen. Dort gibt es die Hinterlassenschaften FENERIKS zu bekämpfen.
Auch Perry Rhodan und Gucky tragen nicht viel zur Beeinflussung der Geschehnisse bei. Es war Anzu Gotjian und Gry O’Shannon vorbehalten, die Dinge zu bewegen. Mit Anzu Gotjian kennt sich der Autor bestens aus. Die Figur hat Oliver Fröhlich schon mehrfach eingesetzt. Und auch in diesem Roman zeigt der Autor die Stärken der Figur. Weniger deren Fähigkeit, als vielmehr die besondere Art der Figur, ihre Umgebung zu betrachten und zu kommentieren. Spontan, emotional und frech. Auch Gry O’Shannon trägt zur Rettung der LEUCHTKRAFT bei. Da dieser Einsatz von Mu Sargai so „gesehen“ wurde, bleibt bei mir auf Leserseite ein Beigeschmack, der mir nicht so richtig gefällt. Unsere Helden sind nur Marionetten in einem Spiel. Die Fäden ziehen die Hohen Mächte.
Nun, letztlich greift der Autor zu bekannten Lösungen. Der gute alte Neustart. Immer wieder ein probates Mittel um eingefrorene Computersysteme zum Laufen zu bringen. Und wenn sich etwas verhakt, dann hilft schmieren.
Zu guter Letzt etwas zum Vorspann des Romans. Traditionell werden darin die Ereignisse zusammengefasst und in den Roman übergeleitet. Ich hatte schon länger nicht mehr darin gelesen. Nun ist mir aber aufgefallen, dass darin die Kastellane gar nicht so gut wegkommen. Es wird zunächst darauf eingegangen, dass es so scheint, als würden die Völker der Milchstraße in Freiheit und Selbstbestimmung zusammenwirken. Nun aber übernehmen Kastellane wichtige Machtpositionen. Weiterhin würde eine Yodor-Sphäre entstehen. Aber die größte aktuelle Bedrohung ginge von FENERIK aus.
Das ist eine interessante Steigerung. Kastellane und Yodor-Sphäre bedrohen die Milchstraße. Nur der Chaoporter wird als noch größere Bedrohung eingeschätzt.  Es ist an der Zeit, dass Perry Rhodan dem Treiben der Kastellane in der Milchstraße ein Ende setzt und den Typen mal zeigt, wo der Barthel den Most holt.