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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 3107

Vor Trojas Toren – von Oliver Fröhlich
Die BJO BREISKOLL erreicht am 6. Juli 2071 das Fracersystem und damit das Trojanische Imperium. Der Empfang ist nicht ganz so herzlich, wie es sich die Terraner gewünscht hätten aber der Name Perry Rhodan verfehlt dann doch nicht seine Wirkung. Der Unsterbliche wird mit Harper LeCount und dem Kosmopsychologen Anesti Mandanda von der Madshorin Luna Silvervägen empfangen. Nach einem kurzen Abriss der Geschehnisse auf Fajem tritt auch schnell das erwartete Ereignis ein. Die KUPFER & GRANIT der Gharsen erreicht ebenfalls das Fracersystem.
Der Auftritt des herrlichen Diktators Khosen verblüfft dann allerdings. Khosen beansprucht zwar wie erwartet das System und alles darin als seinen Besitz, aber die zuletzt auf Fajem ausgebrachten Standarten fehlen. Und auch der Chaoporter FENERIK wird nicht erwähnt. Überdies gibt der Diktator die letzten Besatzungsmitglieder der ROMEO CHO frei, die in den Galerien des Schiffes unter unmenschlichen Bedingungen zur Schau gestellt worden waren.
Der Kosmopsychologe Anesti Mandanda vermutet eine bestimmte Absicht hinter dem Verhalten der Gharsen. Und auch Perry Rhodan ist misstrauisch, denn ihm ist die terranische Mythologie bestens vertraut mit dem Trojanischen Pferd. Die freigelassenen Gefangenen werden untersucht und ein Team um Mandanda besucht die Trojaner, die noch unter dem Eindruck ihrer Zeit als Exponat stehen und befragt sie.
Khosen besichtigt derweil seinen neuen Besitz. Die Spannungen im Trojanischen Imperium nehmen zu. Die Trojaner wollen dem Diktator die Stirn bieten. Anesti Mandanda zieht aus den Ereignissen die richtigen Schlüsse. Die Frage ist, wie können die Gharsen aufgehalten werden und wie kann verhindert werden, dass weitere Ornamentraumer ins Fracersystem kommen?
 
Wie alle vorherigen Romane des Zyklus knüpft auch diese Geschichte direkt an die letzten Ereignisse an. Autor Oliver Fröhlich hat es mit „diesem“ Titel insofern schwer, als es neben dem Titelhelden natürlich noch andere gibt, die mit der Mythologie der Erde recht gut vertraut sind. Nämlich die Leser. Das trojanische Pferd spuckte schon in meinem Kopf herum, lange bevor Perry Rhodan die trojanische Regierungschefin darauf aufmerksam machte. Das zurückhaltende Verhalten der Terraner begünstigte trotz dieser Kenntnisse das Vorgehen der Gharsen. Bei Einsatz aller vorhandenen Mittel wäre die Geschichte nicht so gelaufen.
Oliver Fröhlich legte in der Folge falsche Fährten, um von dem eigentlichen trojanischen Pferd, bzw. seinem Inhalt, abzulenken. Das ist ihm auch gut gelungen. Allerdings wäre ein kleinerer Kreis an potentiell Verdächtigten spannender gewesen. Ebenso, wenn man den „Trojaner“ auf der Liste gehabt hätte. So blieb als Überraschung dessen spezielles Innenleben. Der Hauptverdächtigte in diesem Roman ist dann letztlich eine sehr tragische Figur, wie die letzten Zeilen zeigen. Die Zurschaustellung der Trojaner in den Galerien, ihre Gefangenschaft in durchsichtigen Hüllen, die Aussicht, bis zum natürlichen Tod darin dahinvegetieren zu müssen, das hat der Autor in eindringlichen Worten geschildert. Kein Roman für Klaustrophobiker.
Anfangs störte mich der Umgang mit dem vermeintlichen Verrat. Den Gefangenen wird ebensolcher unterstellt. Denn woher sollten die Gharsen die Koordinaten des Fracersystems erhalten haben, wenn nicht von den Gefangenen? Doch dass dies psychische Folterung war, ist auch den Protagonisten von Anfang an bekannt. Dennoch dauert es, bis sich auch die Figuren darauf einlassen, in der Art der Gefangenschaft auch Folter zu erkennen.
Noch immer ungewöhnlich ist das Auftreten dieser Chaotarchendiener. Da ist man als Leser natürlich schon anderes gewohnt, wenn man an den Dekalog der Elemente denkt oder an die unglaubliche militärische Macht von TRAITOR. Natürlich kennen wir noch zu wenig vom Chaoporter. Aber die Gharsen sind schon eher bizarr in ihrem Auftreten und weniger eine erdrückende Macht. Mit der Nano-Irritation wird ein weiteres kleines Rätsel in die Geschichte eingebaut. Ich bin gespannt, wie es weitergeht.