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Ansichten zu Perry Rhodan Mission SOL Heft 5

Strafkolonie der Ksuni – von Olaf Brill
Die SZ-2 ist von Skamant-Efthon gestartet und verfolgt den geflohenen Yakonto Masling Dryw. Curcaryen Varantir behauptet zu wissen, wohin sich der Flüchtige begeben wird. Drei Wochen später erreicht das Schiff das Susmalsystem der Ksuni. Das Volk blauhäutiger Humanoider mit Fischgesichtern betreibt erst seit wenigen Jahrhunderten die interplanetare Raumfahrt. In dem System gibt es eine verbotene Zone. Der Großgouverneur behauptet, dass das Schiff von Masling Dryw darin verschwunden und offensichtlich vernichtet wurde. Der Algorrian weiß es besser. Die verbotene Zone wurde von ihm eingerichtet, weil er darin ein Kolonnen-Dock der Chaosmächte untersucht hat, ein Überbleibsel der Geschehnisse vor 20 Millionen Jahren. Als die SZ-2 in die Zone einfliegt wird sie gekapert. Wie sich herausstellt, dient die Zone der Regierung der Ksuni als Strafkolonie. Hierhin werden Rebellen und Straftäter abgeschoben. Im Kolonnen-Dock hat sich eine isolierte Gesellschaft mit grausamen Regeln gebildet. Rhodan, Varantir und die Solaner müssen ums Überleben kämpfen.
Curcaryen Varantir ist der einzige, der sie aus der Zone herausführen kann. Doch der Algorrian ist ein unzuverlässiger Partner, der nur an seine Rache denkt. Er will Masling Dryw töten. Der Yakonto hat jedoch Informationen zum Verbleib des Mittelteils der SOL. Während Rhodan nach Verbündeten sucht, erfährt er den möglichen Aufenthaltsort seines Sohnes und bekommt eine unerwartete Funkbotschaft.
 
Die Geschichte von Olaf Brill ist recht einfach gestrickt. Das Volk der Ksuni und ihre auf das Recht des Stärkeren basierende Gemeinschaft werden nur gestreift. Zumal ich die Schönheiten des Planeten und die Ksuni-Errungenschaften, wie sie Mahlia Meyun wahrnimmt, irgendwie nicht unter dieses Dogma summieren vermochte. Dann geht’s schon in die verbotene Zone. Es folgen Arena-Kämpfe, die Suche nach Verbündeten, das Schließen von Bündnissen mit den üblichen Aufs und Abs einer solchen Koalition. Überraschend war dann nur der Funkspruch aus der Proto-Chaotischen Zelle.
Die Story hat mich nicht gepackt. Zu vorhersehbar war das Ganze angelegt. Natürlich hätte Perry Rhodan sich zum Ende hin auch anders entscheiden können. Aber das meinte ich nicht mit der Vorhersehbarkeit. Sondern die Abfolgen eines bekannten Szenarios. Rhodan gerät in Gefangenschaft, muss kämpfen, erleidet Verluste, sucht Verbündete usw. Diesen bekannten Mustern konnte Olaf Brill keine eigene, keine besondere Note verpassen. Mahlia Meyun ist der einzige Lichtblick in diesem Roman. Die Heilerin erkennt, dass sie keine Anführerin ist und räumt ihren Posten. Curcaryen Varantir wird gegensätzlich beschrieben. Seine Aggressionen und sein Auftreten setzt der Autor gekonnt in Szene. Dennoch bleiben die Handlungen dieser Figur widersprüchlich. Er beruft sich im entscheidenden Moment auf den Kodex der Ordnung. Nur hat die Figur in der Vergangenheit selbst dagegen verstoßen. Schließlich setzte er Chaos-Technologie ein, um die verbotene Zone erst zu schaffen. Seine Vorwürfe Rhodan gegenüber passen da nicht.
Die Figur des Pravo Ylapp war letztlich auch zu einfach gestrickt. Ein Einfaltspinsel, so kommt er bei mir rüber, der an der Seite Varantirs arbeiten möchte. Ja sicher, Rhodan nimmt diese Figur anders wahr. Aber diese „Entwicklung“ der Figur Ylapp war mir zu naiv angelegt.
Insgesamt fehlte es der Geschichte an Raffinesse. Zu einem Olymp-Roman des Autors kam ich zum Resümee, dass der Roman zwar Atmosphäre aber keinen Zündstoff enthielt. Diesen 5. Band der Miniserie SOL beurteile ich anders herum. Er barg gewissen Zündstoff, entwickelte aber keine Atmosphäre.
Die Zyklusentwicklung der letzten beiden Bände enttäuscht mich. An die Mini-Serie hatte ich andere Erwartungen. Hier geht es schließlich um die SOL! Die paar Bauernrüpel, die ein wenig inspirierter Perry Rhodan um sich geschart hat, schlagen sich, unter den Vorgaben des Exposé-Autors, ganz achtbar. Aber ich habe einfach andere Vorgaben erwartet. Alleine auf Evolux hätte man 50 Bände eines EA-Zyklus spielen lassen können, ohne dass es langweilig würde. Aber Kai Hirdt schickt seine Figuren auf Zombieplaneten und in Arena-Kämpfe.