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Ansichten zu Perry Rhodan Heft 2909

Adam von Aures – von Wim Vandemaan – Handlung:

Der TLD hat den Agenten Opiter Quint auf Adam von Aures angesetzt. Der geheimnisvolle Unbekannte wird, nach Einschätzung von NATHAN und anderer Positroniken, für den Adaurest gehalten. Er soll als einer der drei Kardinal-Fraktoren verantwortlich für die Auslösung des Weltenbrandes sein, bzw. es werden, wenn man den Aussagen des Atopischen Tribunals vertraut.

Zum wiederholten Male reist Opiter Quint zum Merkur. Hier ist Adam von Aures am 14. Mai 1551 NGZ eingetroffen und hier ist er auch verschwunden. Seitdem hat Quint zahllose Spuren verfolgt, hat alle Personen kontrolliert und befragt, die den gleichen Raum benutzten, aus dem der Unbekannte verschwand, als hätte er sich in Luft aufgelöst. Ein Teleporter oder ein Gestaltwandler?

Bei seinem neuerlichen Besuch setzt der Geheimagent den Roboter ARGUS ein. Seine tausend Drohnen sehen buchstäblich alles und tatsächlich gelingt der Maschine ein Durchbruch in den Ermittlungen. Die Schrittfrequenz von Adam von Aures kann ermittelt werden. Sollte der Adaurest sein Äußeres verändert haben, dann kann er dennoch aufgespürt werden. ARGUS entdeckt auch, dass Adam von Aures möglicherweise die Menschen in seinem Umfeld emotional beeinflusst, sie auf andere Gedanken bringt.

ARGUS findet die Spur des Unbekannten, der unter dem Namen Paol Zacarias den Merkur verlassen und auf der Erde den Raumhafen Liverpool-Manchester angesteuert hat. Opiter Quint folgt ihm. Seine Recherchen haben ergeben, dass sich Paol Zacarias auf dem Merkur viel in Bibliotheken aufgehalten und dort Studien betrieben hat. Auf der Erde sucht Quint in Oxford eine der größten Bibliotheken des Solsystems auf. Hier forschte Adam nach Ernst Ellert und Homer G. Adams. Die Namensgleichheit mit Adams lässt den TLD-Agenten zu einem Besuch des Unsterblichen aufbrechen. Quint erfährt, dass seine Zielperson unter dem Namen André Marten sich längere Zeit mit Adams unterhalten hatte. Sie haben über alte Zeiten geplaudert, u.a. über Ernst Ellert. Opiter Quint erfährt aus dem Mund Homer G. Adams erstaunliches. Der Teletemporarier ist zurück. Im Mausoleum von Terrania liegt wieder seine Leiche. Mit einem Datenkristall, auf dem Adams alle Informationen zu Ellert aus seinen privaten Datenbanken gespeichert hat, macht sich Quint auf den Weg.

Der TLD-Agent kommt nicht weit. Obwohl er ein Kolonialertruser ist, wird er von Adam von Aures überrascht und ausgeknockt. Als er wieder zu sich kommt fehlt der Datenkristall und er ist gefesselt in einem Gleiter. Es kommt zu einem Gespräch mit Adam von Aures. Quint konfrontiert ihn mit dem Adaurest-Vorwurf, was der Unbekannte jedoch spöttisch zurückweist. Er sei im Legen von Weltenbränden unerfahren.

Adam von Aures gibt zu, der Sohn von Shanda Sarmotte zu sein. Er ist auf Aures geboren. Es sei eine lange Geburt gewesen. Zu seinem Vater gibt er keine Auskunft. Adam von Aures ist im Solsystem auf der Suche nach Erleuchtung. Er erwähnt den Techno-Mahdi. Das Gespräch gewinnt an Brisanz. Quint wähnt sich in Lebensgefahr und attackiert Adam von Aures. Er kann ihn zwar nicht überwältigen aber entkommen. Seltsam ist, dass das Gesicht von Adam von Aures trotz schwerer Treffer durch Quint innerhalb von Sekunden heilt.

Opiter Quint informiert seinen Chef Maurits Vingaden und wird zum Ellert-Mausoleum geschickt. Dort trifft der Agent auf drei USO-Agenten. Vor Ort ist auch die Chronotheoretikerin Aichatou Zakara. Als die beiden an der Leiche Ernst Ellerts stehen, schlägt dieser die Augen auf und erwacht. Ellert scheint sich an nichts zu erinnern. Er ist auf dem Stand von 1972. Man bringt ihn in den Tekener-Tower. Untersuchungen zeigen, dass er ein Mensch ist oder auch wieder nicht, denn seine ÜBSEF-Konstante ist eigenartig. Ellert trägt die Signatur einer Biophore, eines On-Quants, in sich. Teletemporarier ist er auch nicht mehr. Der Chronotheoretikerin stellt ebenfalls Theorien an, die mit der dys-chronen Scherung zusammenhängen. Ein Amulett, das Ellert trägt, könnte aus kristallisierter Eiris bestehen.

Maurits Vingaden vermutet in Ernst Ellert einen Hüter der Hinterlassenschaften von ES. Er schickt Opiter Quint mit Ernst Ellert zur Kunstwelt Wanderer, die neuerdings im Wega-System den 40. Planeten umkreist. Sie werden von Aichatou Zakara begleitet.

 

Rezension:

Exposé-Autor Wim Vandemaan liefert mit Adam von Aures nach längerer Zeit (2 Jahre) mal wieder einen Solo-Roman ab. Die letzten beiden Geschichten hatte er noch mit Christian Montillon zusammen verfasst. Der aktuelle Roman versprach schon im Titel Aufregendes. Der Autor nahm sich einer vernachlässigten Geschichte an. Als das Atopische Tribunal die Milchstraße heimsuchte, wurden drei Personen von den Atopen beschuldigt, für eine zukünftige Katastrophe verantwortlich zu sein. Perry Rhodan, Bostich und der Adaurest würden nach Aussage der Atopen, den Weltenbrand auslösen. Dass die Ekpyrosis für unsere Helden in der Zukunft lag, störte die zeitreisenden Richter nicht. Und dass der Adaurest noch gar nicht geboren war, ebenso wenig. Zwischenzeitlich ist das Atopische Tribunal abgezogen, die Gefahr des Weltenbrandes dadurch aber nicht beseitigt.

Endlich rückt Wim Vandemaan den (mutmaßlichen) dritten Kardinal-Fraktor in den Mittelpunkt einer Geschichte. Genauer gesagt, lässt er seinen Protagonisten Opiter Quint Jagd auf den Unbekannten machen. Überraschend schnell kommt der Agent in Kontakt zu Adam von Aures. Unerwartet auch das Auftauchen Ernst Ellert. Wie das Bindeglied zwischen diesen beiden Handlungen beschaffen ist, darüber lässt sich herrlich spekulieren.

Die Fusion einer bislang unerzählten Story aus der jüngsten Serienvergangenheit und die Hereinnahme Ernst Ellerts, einer der schillerndsten Serienfiguren, machten den besonderen Reiz des Romans aus. Effektmässig gibt sich die Geschichte, trotz der beiden schweren Kaliber, bewusst zurückhaltend. Mit der eingesetzten Erzählweise vermittelt der Autor die Geschichte zweier Begegnungen erfreulich unaufgeregt. Er versteht es sehr geschickt, beinahe beiläufig an den richtigen Stellen Informationen zu platzieren. Man muss sich konzentrieren, um den zahlreichen Unterhaltungen mit ihren (un)aufdringlich-seltsamen Wortspielen folgen zu können. Obwohl mancher Schleier fällt, bleibt die Figur des Adam von Aures mysteriös. In der Beantwortung von Fragen lässt der Autor vieles offen. Und natürlich werden falsche Fährten gelegt und neue Spuren gefunden. Als Leser hatte man es nicht leicht, das Geschehen zu rekonstruieren.

Während die Team-Autoren mit den Hinweisen eines Exposés umgehen müssen, das ein anderer geschrieben hat, ist Wim Vandemaan hier leicht im Vorteil. Man merkt es der Geschichte schon ein wenig an, dass Wim Vandemaan eine eigene Sicht auf die Dinge hat. Und es macht ihm scheinbar auch viel Freude, mit vielen kleinen Geschichtchen die Leser gerne auch mal zu necken.

Ein spannender Roman mit mehreren Cliffhangern.