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Ansichten zu Perry Rhodan Terminus Heft 3

Konfrontation auf Mimas – von Roman Schleifer – Handlung:

Nachdem sich Juki Leann und Darren Zitarra den Terranern ergeben haben, werden sie nach Imperium-Alpha gebracht. Juki Leann konfrontiert Perry Rhodan mit der Verhaftung ihres Vater Grun Phovidan auf Olymp. Angeblich sei er ein Spion der Schwarzen Garde. Die Agentin will mit Perry Rhodan zusammenarbeiten, wenn dieser dafür sorgt, dass ihr Vater nach Terra gebracht wird. Die Agentin fordert auch ihre Freilassung, die Rückkehr nach Nosmo und das Abschalten des ATG-Feldes.

Perry Rhodan will für ihrem Vater seine Kontakte bemühen. Auch für ihre Mutter und Schwester will er Möglichkeiten prüfen, sie ins Solsystem zu holen. Mehr will er nicht tun. Er konfrontiert die Agenten mit den neuesten Erkenntnissen. Jeder Zeitsprung kostet sie 2 Prozent an Lebensenergie. Nach 50 Zeitsprüngen sind sie tot. Renier Bievre forscht an Rettungsmöglichkeiten. Juki Leann willigt schließlich ein und berichtet vom letzten Zeitsprung und dem Tod der Aktivatorträger. Leann berichtet auch von Nostradamus und Schmitt, die zur Strecke gebracht wurden. Beide Namen sagen Rhodan nichts, außer dass Nostradamus für seine Prophezeiungen bekannt war. Wer jedoch 2000 Jahre später den Namen trägt, ist Rhodan unbekannt. Der Tod so vieler Unsterblicher wird womöglich durch eine Waffe verursacht, die auf die Zellaktivatoren wirkt. Danach soll geforscht werden. Mutmaßungen werden auch über die Verschwörer angestellt, die womöglich die Milchstraßenvölker nach Jahrhundertlanger Vorbereitung unterjochen, um einen Feind von außerhalb der Milchstraße anzugreifen.

Die beiden Agenten werden nach Mimas verlegt. Der Hyperphysiker begleitet sie. Und wir erfahren Juki Leanns Lebensweg. Als vierzehnjährige traf sie das erste Mal Imperator Dabrifa. Als Tochter eine Botschafterin ist sie schon ziemlich aufgeweckt und weiß instinktiv, welche Worte sie in der Gegenwart des Imperators verwenden darf und welche nicht. Sie entwickelt Gespür für die Propaganda des Diktators. Einige Jahre später trifft sie Perry Rhodan bei einen Empfang in der Botschaft auf Terra. Später will sie gegen den Willen der Eltern auf Terra statt auf Nosmo studieren. Zuvor nimmt sie sich eine Auszeit, heuert auf einem Explorer an und reist einige Jahre durch die Galaxis. Sie lernt ihren Traummann kennen und lieben. Was sie nicht weiß, Reknon ist ein Agent der Schwarzen Garde. Vor ihren Augen wird er ermordet, mutmaßlich von einem Agenten der SolAb. Sie will Rache, tritt dem Geheimdienst Dabrifas bei und macht Jagd auf den Mörder ihres Geliebten. Außerdem entwickelt sie einen Hass gegenüber Rhodan und den Terranern. Zwölf Jahre später kann sie ihre Rachegelüste befriedigen. Aber danach geht es ihr nicht besser. Sie will raus aus ihrem Job, doch da kommt die Mission ins Solsystem dazwischen.

Auf Mimas bereitet sich Renier Bievre auf den nächsten Zeitsprung der Agenten vor, der alle drei Tage stattfindet. Er will so viele Daten wie möglich sammeln und er will die Agenten dazu bringen, den Sprung willentlich zu beeinflussen, sowohl was die Weite des Sprungs in Zukunft oder Vergangenheit angeht, als auch die Verweildauer. Die beiden Agenten sind sich inzwischen abgeneigter als noch zuvor. Beide wissen, dass sie durch den Einfluss des ATG-Feldes irgendwie miteinander verschränkt wurden. Stirbt der eine, könnte womöglich der andere dadurch gerettet werden. Als sich die Agenten berühren, als der Zeitsprung schließlich eintritt, empfängt Zitarra einen Gedanken seiner Kollegin. Sie will ihn töten! Dann tritt der Zeiteffekt ein. Zitarra landet in einem Lagerraum mit Reinigungsrobotern. Offensichtlich ist das Labor Jahre später an gleicher Stelle erst entstanden. Leann landet in der Zukunft des Labors. Die Konsolen sind tot, der Raum ist verlassen. Beide Agenten kehren zurück und Bievre wertet die Daten aus.

Drei Tage später steht der nächste Zeitsprung an. Es ist der 08. November 3430. Wieder landet Zitarra in der Vergangenheit. Er manipuliert die Reinigungsroboter. In 24 Jahren sollen sie Juki Leann angreifen und töten. Die Agentin ist inzwischen in der Zukunft. Es ist der 08. November 3442. Sie empfängt Notrufe von Schiffen einer Schlacht. Ronald Tekener ruft alle Soldaten der Galaktischen Koalition zum Kampf auf. Lieber sterben, als unter der Herrschaft von Terminus zu enden, ist sein Motto. Leann wird von dem Reinigungsroboter attackiert. Plötzlich hört sie Zitarras Stimme. Mehrere Soldaten greifen sie an. Bevor sie den Sprung zurück in die Zeit macht, tötet sie einen Angreifer. Es ist Zitarra!

Als beide Agenten zurück sind, liegen Zitarras Werte weit unter der Norm. Bievre holt Perry Rhodan nach Mimas. Die beiden Agenten müssen unbedingt das Solsystem verlassen, sonst ist das ATG-Feld gefährdet. In der Krankenstation beobachten die Männer eine merkwürdige Erscheinung. Ein diffuser Schemen löst sich aus Zitarras Brust. Und Juki Leann keucht etwas von Zeitenergie, Merkur und Transfer.

 

Rezension:

Gleich zu Beginn gab es eine Szene der militärischen Ehrerbietung gegenüber Rhodan, die dieser lässig erwidert aber mit den Gedanken versieht, dass „seine“ Terraner diese Phase, in der ihm salutiert wird, endlich hinter sich lassen mögen. Na ja, da hätte ich eine Antwort. Er, der Großadministrator, hatte es in der Hand, diese Phasen zu beeinflussen. Offensichtlich ist ihm eine solche Politik aber nie gelungen. Und später ging das Solare Imperium unter. Der Rest ist Geschichte …

Ich hatte zu Beginn ein wenig Probleme mit der Erzählerperspektive. Und zwar mit dem dritten Erzähler, der die Gruppe, die beteiligten Personen überblickt und ihre Handlungen beschreibt. Immer dann, wenn dieser Erzähler Mutmaßungen anstellt, z.B. zu Mimik und Körperhaltung einzelner Figuren, wäre mir die Perspektive aus der Sicht einer der Figuren lieber gewesen. Überaus seltsam erschienen mir daher die in Kursiv gesetzten Sätze, die wohl Gedanken einzelner Figuren ausdrücken sollten. Im großen Kreis der Figuren ließen sich solche Sätze nicht zuordnen. Dadurch fehlte dem Gedanken, der hier geäußert wurde, die Verbindung zur Figur und zur Handlung. In allen folgenden Kapiteln reduziert der Autor Roman Schleifer die Zahl der aktiven Figuren einer Szene. Da konnte die Erzählperspektive mich nicht so narren, wie noch zu Beginn.

Die Dialoge sind schlagfertig. Sie sind anfänglich von der Sorte auf jede Entgegnung eine passende Antwort zu haben, den Gegenüber zu entwaffnen, zu enttarnen, zu verspotten, bloßzustellen. Das ist eine Zeitlang amüsant. Wenn es zu lange andauert, nervt es mich. Solche, auf den Punkt gebrachten Debatten müssen kurz sein, damit sie nicht an Wirkung verlieren. Auch hier wird die Story später gefälliger. Auch deshalb, weil sich die Figuren, abgesehen von den beiden Agenten, nicht mehr ständig angreifen.

Die Schlussfolgerung, die Perry Rhodan aus Juki Leanns Bericht des letzten Zeitsprungs zieht, kommt etwas überraschend. Er glaubt an eine Waffe, die gezielt die Zellaktivatoren ausschaltet. Das geriet mir etwas zu schnell.

Die Geschichte verflachte etwas. Juki Leanns Vergangenheit diente dazu, die Hintergründe der Figur zu beleuchten. Allerdings waren die Erlebnisse wenig spektakulär. Eine verzogene Göre mit dem Hang, sich von den Eltern abzugrenzen und einen eigenen Weg einzuschlagen. Die Reibungspunkte erschienen zuweilen trivial oder brav. Oder Beides. Etwas mehr Ablehnung gegenüber dem Leben der Eltern hätte der Figur und der Geschichte gut getan. Der Mord an den Lebenspartner stellt einen Wendepunkt dar. Obwohl sie umgehend aus den Aufzeichnungen erfährt, dass ihr Liebster genauso schonungslos gemordet hat, geht die junge Frau auf einen Rachefeldzug. Der Hass auf Rhodan und die Terraner kommt etwas unvermittelt und etwas zu übertrieben daher. Ebenso wie der Versuch, nach zwölf Jahren den Job an den Nagel zu hängen.

Für den Fortgang des Minizyklus wird nur wenig geschrieben. Der Begriff Terminus fällt. Rätselhaft ist, wie der Zeitspringerkollege aus der Vergangenheit der Vergangenheit in die Zukunft Leanns gerät.

Der nächste Roman sollte ein bisschen dichter an der Zyklusstory geschrieben sein.