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Ansichten zu Perry Rhodan Jupiter Heft 06

pr_jupiter06Gravo-Schock – von Hubert Haensel – Handlung:

Am 12. Februar 1461 NGZ wird die CHARLES DARWIN II, die Perry Rhodan und seine Begleiter nach Ganymed gebracht hatte, von einer hyperphysikalischen Schockwelle erfasst. Funk, Ortung und Antriebe fallen aus. Die Verbindungen zu Perry Rhodan und Reginald Bull gehen verloren. Der Verteidigungsminister hält sich noch immer am Artefakt in der Ovadja Regio auf und bemerkt inzwischen deutlich, dass ihn der Turm aus übereinandergestapelten Quadern beeinflusst. Bull kann diesen Einfluss zurückdrängen. Viele Erkenntnisse gewinnt er nicht über das Objekt, dass so plötzlich aus dem Eis aufgetaucht ist und dessen Altersdatierung zeigt, dass es immer jünger wird. In der Nähe des Objekts bricht die Lemur-Forscherin Kateen Santoss zusammen. Bull bringt sie mit einem Gleiter nach Galileo-City. Er weiß, dass Santoss sensibel auf das Artefakt reagiert und erhofft sich mehr Informationen von ihr. Die Verbindung zur CHARLES DARWIN II kommt wieder für kurze Zeit zustande und Bull erfährt von Schwerkraftanomalien, die von Jupiter ausgehen. Er befiehlt dem Schiff, sich auf die Suche nach Perry Rhodan und seiner Micro-Jet zu machen. Dann bricht die Verbindung wieder ab.

Die Kommandantin der CHARLES DARWIN II, Hannan O’Hara schickt die Korvette CD-K 7 zu Bull, denn Rhodans letzter Befehl lautete, Bull rauszuholen. Mit der DARWIN versucht sie eine Spur von Rhodan zu entdecken. Beide Schiffe geraten in Gefahr. Das Raum-Zeit-Gefüge scheint aufzubrechen. Mit Mühe kann sich das Großraumschiff aus einer brenzligen Situation befreien. Die Korvette ist ebenfalls zum Spielball der Elemente geworden und schafft gerade noch eine Landung auf Ganymeds Raumhafen.

Bull ist auf dem Flug nach Galileo-City. Er lässt Bürgermeisterin Kaci Sofaer wecken, um sich mit ihr zu treffen. Während Santoss von Ärzten behandelt wird, informiert Bull die Bürgermeisterin. Womöglich muss der Mond evakuiert werden. Ein Beirat des Stadtparlaments, Egghon Kobschinsk ist strikt dagegen. Er wirft Bull Panikmache vor und vermutet, dass Terra aufgrund wirtschaftlicher Interessen solche Überlegungen anstellt. Kateen Santoss ist inzwischen wieder auf den Beinen. Allerdings kann sie nichts zum Artefakt beitragen. Dafür trifft der Hyperphysiker Immel Murkisch mit alarmierenden Nachrichten ein. Das Artefakt emittiert Gravitonen, die mit Higgs-Teilchen vom Jupiter reagieren. Der Gasplanet verwandelt sich in ein Schwarzes Loch. Viel Zeit bleibt nicht. Der Prozess wird irgendwann nicht mehr umkehrbar sein. Bull stellt Überlegungen an, das Artefakt zu zerstören.

Unterdessen kommt die Besatzung der CHARLES DARWIN II zu einem ähnlichen Schluss wie Murkisch. Die Erste Terranerin Henrike Ybarri wird informiert. Die setzt die Solare Heimatflotte in Alarmbereitschaft und beordert die TSUNAMI-X, ein Spezialforschungsschiff zurück ins Solsystem. Auf Ganymed treffen sich Bull, Kobschinsk und Sofaer mit Starbatty, dem Ersten Syndikatssenator. Starbatty besteht auf Untersuchungen der Daten Murkischs durch unabhängige Wissenschaftler des Syndikats. Die Daten des Hyperphysikers werden bestätigt. Alle brechen zu einem Laborkomplex auf, um insbesondere eine Möglichkeit zu entwickeln, den Funkstörungen zu begegnen. Die Wissenschaftler machen Fortschritte, so dass Bull mit O’Hara sprechen kann und von der Korvette CD-K 7 erfährt.

Im Labor-Komplex verübt Egghon Kobschinsk urplötzlich einen Anschlag auf Reginald Bull. Der Unsterbliche entgeht dem Tod nur dank seiner Reflexe und der Hilfe von Starbatty, der Kobschinsk erschießt. Bei der Leiche entdeckt Sofaer etwas von der Droge Tau-acht. Nur kurze Zeit später eskaliert die Situation erneut. Der Gravitonen-Effektor, wie Immel Murkisch das Artefakt inzwischen nennt, sorgt dafür, dass Ganymed aus der Umlaufbahn gerissen wird und Richtung Jupiter stürzt. Beben erschüttern den Mond, der auf eine riesige Sturmfront in der Jupiteratmosphäre zu driftet. Die Ortungsgeräte entdecken darin einen Ortungsreflex. Es könnte die Faktorei MERLIN sein. Niemand weiß, was sie dort macht.

 

Rezension:

Erwähnen möchte ich gleich, dass dem sechsten Band der Jupiter-Reihe ein Goodie des Verlages beilag. Die gedruckte Leseprobe zu Band 2875 der Erstauflage. Ich konnte der Lektüre widerstehen und habe lieber auf den Roman gewartet. Jupiter 6 musste ebenfalls etwas warten. Zuvor hatte mich das Zyklusfinale der EA mehr beansprucht und meine Ansichten dazu sind umfänglicher ausgefallen, als eigentlich beabsichtigt. Nun aber zu Hubert Haensels Reginald Bull-Abenteuer.

Der Roman beginnt stark. Aus Sicht der Besatzung der CHARLES DARWIN II wird das Geschehen rund um Jupiter beleuchtet. In etwas kleineren Rahmen vollzieht der Autor das auch aus Sicht der Korvette CD-K 7, deren Besatzung beinahe getötet wird. Auf Ganymed wiederrum schildert Hubert Haensel die Ereignisse aus Sicht von Reginald Bull. Der Terraner kann sich dem Einfluss des Artefakts entziehen und ergreift die Initiative. Allerdings bleiben die Bemühungen der Figur zumindest anfangs ohne Erfolg. Am Artefakt kann Bull nicht viel ausrichten. Der Autor lässt seine Figur Bull die bisherigen Erkenntnisse zum Artefakt Revue passieren. Die Lemur-Forscherin, die in Band 2 der Jupiterreihe noch einen längeren Auftritt hatte, wird wieder erwähnt. Gegenständliches kann die Figur nicht beitragen. Auch die Daten, die Immel Murkisch beisteuert, sind eigentlich auch schon bekannt aus dem Perry Rhodan-Abenteuer in Heft 5. Der Figur Reginald Bull bleiben somit nur wenige Szenen, um ein wenig aus dem Schatten von Perry Rhodan herauszutreten. Die schnell wechselnden Schauplätze können in der ersten Romanhälfte das Tempo hochhalten. Und auch die Darstellung Bullys gerät Hubert Haensel gut.

In der zweiten Romanhälfte kann der Autor das Tempo nicht aufrechterhalten. Und leider geht auch Spannung verloren. Obwohl die Situation dramatischer nicht sein kann, kommt es bei der Zusammenkunft mit der Bürgermeisterin zu unnötigen Längen. Das Attentat auf Bull entwickelt auch keine Brisanz, weil auch hier wieder nur die Fakten durchlaufen werden, die in den bisherigen Romanen zu Tau-acht bekannt geworden sind.

Irgendwie kommt Bull nicht richtig zum Zuge. Er steht zwar im Mittelpunkt und wir erfahren ein bisschen über die Hobbys des Unsterblichen aber viel ausrichten kann er eigentlich nicht. Das dürfte in einem der Folgeromane anders werden, denn am Ende wird es auch für Bull bedrohlich.